ERT 2017: Pyrenäen 7. Etappe

Banca – Gourette


Unser erstes französisches Frühstück war lecker und für den entlegenen Bergort eigentlich recht sehr umfangreich. Einziger Wermutstropfen war die etwas ungewohnte Begrüßung eines Teammitglieds der Leistungsträger: Ich wurde mit der Frage begrüsst, was ich denn schon um 6.30 Uhr beim Frühstück wollte. Diese Urzeit sei den Frühstartern vorbehalten. Guten Morgen!

Nach einem gemütlichen Packen ging es dann um kurz vor 9 erneut alleine auf die Strecke. Es war erstmal recht frisch und ich freute mich strategisch mit Armlingen gestartet zu sein. Die Knie blieben unverhüllt, was kein Problem darstellte. So kalt war es nun auch nicht.

Als die ersten Hügel kamen, musste eine dichte Morgennebelbank durchfahren werden. Immer wieder ein spannendes Naturereignis wenn man sich den Morgentau von der Radbrille wischen darf.

Die Sonne zeigte sich pünktlich am ersten Pass. Und was für Einer! Gleich mal eine 18% Rampe hoch und weiter oben, wo es üblicherweise flacher wird, pendelte sich die Anzeige auf dem Garmin zwischen 10 und 12% ein. Manchmal auch steiler. Nach einem Kilometer kneterei auf den Klick-Pedalen gewöhnt man sich dann irgendwie an die 10% und denkt sogar drüber nach, einen Gang schwerer zu schalten. Beeindruckend. Einige Mitfahrer schoben, was ich mir nicht erlauben wollte und auch nicht erlaubte.

Dann in die lange Abfahrt und schon war auch das Buffet erreicht. Bis dahin schaffte ich es aber nicht, ohne vorher an einem kleinen Markt Cola Zero und Kekse zu kaufen. Ich war einfach zu leer gefahren. An der Verpflegung gab es dann Eclair und Cola vom nahen Konditor. Leckere Pfirsich-Scheiben vom Buffet erwarteten mich dann noch zum Nachtisch. Dann wieder die Hügel.

Zu diesem Zeitpunkt war ich trotz Verpflegung ganz schön alle und schaltete in den Berzerker-Modus: Kopf aus – Beine an. So verflogen die Kilometer und Höhenmeter und ich hatte fast den letzten 7 km langen Pass, den TdF Pass »Col de Aspin« erreicht.

Ohne eine letzte stärkende kalte Cola wollte ich diesen aber nicht fahren. Ich fuhr sogar einen kleinen Umweg, aber selbst die Self-Service Tankstellen hatten keinen Getränkeautomaten. Der wäre am heutigen Sonntag sehr hilfreich gewesen. Egal, also erstmal ohne Cola in den Col.

Nach halber Strecke gab’s dann doch noch eine in einem Hotel für 3€. Hohe Höhenpreise.

Die Cola machte das Martyrium des Anstiegs leider nicht einfacher und ich sehnte mich extrem nach unserer heutigen Unterkunft, einem einfachen Chalet im Berg.

Dieses wurde erreicht und nach dem obligatorischen Wäsche-Waschen sehnlichst das Abendbrot erwartet.

Mal sehen was morgen geht: Tourmalet oder Lourdes. Die Vernunft sagt Lourdes.

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