4. WfF Nightride Berlin -> Hamburg

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mal wieder etwas länger unterwegs


Nachdem ich  in 2020 dieses Brett das erste Mal unter die Räder genommen hatte, war Blut geleckt. Solch ein, fast schon episches Ereignis, zumindest für mich, rief nach Wiederholung. Die Rad-Besties waren schnell beisammen und so ging es motiviert und ehrfürchtig um 18:30 in Spandau Alt-Stresow nach Gepäckabgabe und kurzer Einweisung auf die Streck.

Diesmal nicht mit der High-Speed-Gruppe, sondern eine Lage darunter sollte es sein. Wirklich nur ein wenig langsamer. Leider sahen einige, uns unbekannte Mitfahrer, das anders und baten schon auf den ersten 10 Kilometern, doch langsamer zu fahren.

Nicht mein Verständnis von Radsport, denn das geht meiner Meinung nach so: Wenn ich die Führung übernehmen versuche ich möglichst in meinem aeroben Bereich zu bleiben, oder genau an der Grenze und dann so lange dort zu fahren, dass ich auch im kommenden Turn wieder die Kraft haben würde, dieses Manöver auszuhalten und zu wiederholen. Von mir aus bis Hamburg. Simple as that. Diese Taktik bzw. Fahrpraxis ist bei einer Gruppe mit 10 Personen locker sporlich zu fahren. Leider sahen das einige Mitfahrer anders und bremsten in der Führung so arg ein, dass der Vortrieb oft an der 30 km/h-Marke kratzte. Zu langsam.

Schon auf den ersten 100 Kilometern gab es darum Diskussionen. Ich ließ mir die gute Laune allerdings nicht vermiesen und hatte trotzdem riesen Spass an unserer Unternehmung.

Havelberg wurde erreicht und es gab eisgekühlte Cola und ein Radler-Lunch-Paket, was seinem Namen alle Ehre machte: Leckere Käsestulle, Henning-Bommel-Quinoia-Reis-Riegel und frisches Obst. Vor der Weiterfahrt vollzog sich noch eine relative sinn-freie Diskussion. Thema:  »Welche Geschwindigkeit soll denn nun gefahren werden!?« Egal ich war bereit meine Lust am Radfahren konnte das nicht schmälern und die Nacht konnte kommen!

Langsam wurde es dunkel und es ging auf einen langer Sektor nach Danneberg. Vorbei durch die Nacht an so malerischen Orten wie Wittenberge und Dömitz. Die Elbe wurde auf der großen Brücke im drei-Bundesländer-Eck überquert und nun wusste ich, daß es nicht mehr weit zur 200-km-Verpflegung war. Es war, trotz klarer Luft und Mond, eine sehr dunkle Nacht und auch relativ kalt. Ich freute mich auf meinen mitgebrachten Energy-Drink und die kurze Erholung an der Tankstelle.

200 km in den Beinen, halb zwei am Morgen und noch 120 km zu fahren. Wie motiviert man sich da weiter zu Kurbeln? Einfach machen!

Das taten wir dann auch und gleichmäßig wurden meine Angst-Hügel bei Hitzacker gebügelt. Nun funktionierte die Gruppe auch langsam und die Führungsarbeit wurde gefühlt auf alle Schultern gelegt. Fein.

Nachdem Christoph noch um halb fünft ein Schleicher ereilte, der professionell geflickt wurde, kam die Hansestadt in großen Schritten immer näher. Die lange Elbbrücke wurde passiert und nun war klar, dass in einer guten Stunde das Ziel erreicht sein würde. Gut so, denn die Wirkstoffe des Energy-Drinks begann meinen Körper zu verlassen. Gespräche wurden fast eingestellt und bestanden nur noch aus Anweisungen und kurzen Fragen und Antworten. Die Bande war müde und kaputt gespielt.

Jetzt noch ein wenig zick-zack durch die Stadt und die Landungsbrücken lagen links neben uns. Zwicken – konzentration: Bloss nicht auf den letzten Metern irgendwas verbocken. 400 Meter to go! Kopfsteinpflaster, Fischmarkt – erneut ohne Fischbrötchenstände und Buden-Trubel. Der WfF ließ sich diesmal nicht lumpen und stellte die Fischbrötchen einfach selber her! Chapeau! Welch gelungenes Finnish in der Hansestadt!

Nach dem obligatorischen Finisher-Bier und großer Verabschiedung  wurde der nahe Bahnhof Altona zu Fuß aufgesucht. Stefan H. wollte partout nicht mehr Rad fahren…

Tolle Veranstaltung die Jahr um Jahr professioneller organisiert wird. Eigentlich sollte ich für 2022 schon gesetzt sein. Mal sehen was noch so passiert!?

Allen lieben Mitfahrer:Innen einen fetten Dank für die MegaNiceZeit!

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