Zur Mecklenburgischen Seenplatte

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Ausfahrt mit Schwimm-Stop


Vor einer knappen Woche hat mich Maria gefragt, ob ich Lust hätte ihr mal ein wenig den Nord-Westen über der Hauptstadt auf dem Renner zu zeigen. Da ich dort schon seit geraumer Zeit nicht mehr unterwegs war, die Mechlenburgische-Seenplatte als sehr schönes Rennrad-Revier in Erinnerung habe und gerne mit Maria fahre, wurde aus dem Plan eine Verabredung.

Um 8.30 Uhr ging es relativ locker hoch in den Norden aus der Stadt. Ein Verfahrer:in führte uns gleich mal über neue Wege über Bötzow nach Vehlefanz. Fein.

Der leichte Schiebewind  und die wärmende Sonne machten das Vorankommen zum puren Vergnügen. Schnell war der Geruch der Stadt hinter uns gelassen und es ging über schattige Alleen nach Norden. Noch feiner.

In Lindow beim Netto die erste Pause – warum waren alle Leute hier so nett und zuvorkommend? Wir freuten uns darüber und genossen die gekauften Snacks in der Sonne.

Nun begann der landschaftlich sehr beeindruckende Sektor: Die Mecklenburgische Seenplatte. Laut Wiki eine seenreiche Jungmoränenlandschaft. Soso. Der Track führte immer wieder von der Hauptstrasse herunter über extrem verkehrsarme, gut asphaltierte Wege. Bestes Roller-Feeling stellte sich ein.

Nach der zweiten Netto-Pause in Mirow wollten wir dann noch unbedingt einen Badesee ansteuern. Dies gestaltete sich gar nicht so einfach, denn wir wollten nicht irgendeine Badestelle besuchen, sondern einen ruhigen Fleck finden, ohne Luftmatratzen und Kindergeschrei. Als ich es schon fast aufgegeben hatte und fürchtete wir müssten ohne abzutauchen in den Zug steigen, entdeckten wir einen langen Wirtschaftsweg, der von der Strasse zu einem See führte. Es gab ein Schild „Löschwassereinspeisung Feuerwehr“. Genau unser Spot, unser roter See. Nach ausgiebigem geplansche und chillen in der Sonne sollte es auf die letzten gut 30 km nach Fürstenberg gehen.

Da ich ja in all den Jahren meines Rennradfahrer-Daseins noch nie einen Badestop unternommen hatte, war diese Erfahrung für mich beeindruckend. Bitte nicht lachen, denn es fühlte sich toll an, während einer Ausfahrt, wie frisch geduscht wieder auf dem Renner zu sitzen und dieses Anschwitzen, dann Durchschwitzen nach 160 Kilometer Fahrt von Neuem zu erleben. Einzigartig.

Durchschwitzen mussten wir uns wirklich erneut, denn es war nicht nur heiss, sondern nun zeigte die Jungmoränenlandschaft wie wellig sie doch sein konnte. Ein klasse finish zum Bahnhof, mit noch einmal richtig Sport.

Am Bahnhof dann eine lange Schlange vor dem einzigen Fahrscheinautomaten und 12 Minuten Zeit zur Zugeinfahrt. Leichte Nervosität und Hektik versuchte sich breit zu machen. Keine Chance, denn Tickets konnten mit der Deutsche-Bahn-App gelöst werden. So blieb noch Zeit für zwei ofenfrische Laugenbrezeln aus dem Bahnhofscafe und einer FritzCola to go für die einstündige Rückfahrt in die Hauptstadt.

Bedauerlicherweise konnte ich mit der App keine Fahrrad-Tickets lösen und so bot die Schaffnerin an, diese nachträglich zu erwerben. 7,60 € – soweit bekannt. Als ich ihr meine AppleWatch zum bezahlen mit ApplePay entgegenstreckte, staunte sie nicht schlecht und wirkte leicht überfordert. Ihr Riesen-Computer tat keinen Pieps und sie drückte auch recht unentschlossen auf ihrem Display herum. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit fragte sie mich ob ich eine Abbuchung auf meinem Gerät sehen würde. Ich verneinte dies. Sie sagte, daß dies für sie so ok sei. Für uns auch. So einfach durften unsere Räder kostenlos mitreisen.

Ein mega-nicer Tag auf dem Renner, mit bester Begleitung. Die vielen Bilder müssen erstmal verarbeitet werden. Urlaub für einen Tag. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Mal schauen, was der Sonntag bringt!?

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