Auf Friedensfahrt–Kurs 2022 1. Tag: Chemnitz – Teplice

Da hinten ist die Augustusburg
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120 km | 2.363 Höhenmeter


Nach drei Jahren »ITF-Abstinenz« wollte ich doch mal wieder dabei sein und nach der doppelten Covid-Zwangspause die Berge in der tschechischen Grenzregion unter die Räder nehmen.

Die Nacht war kurz, und die Autofahrt nach Chemnitz schnell erledigt. Ne Stunde vor Abfahrt hatte ich noch die Möglichkeit die Bande zu begrüßen und ein wenig Frühstück zu ergattern. Dann war nach kurzer Streckeneinteilung auch schon Abfahrt und ich befand mich auf der Strecke. Gut über einen Radweg aus der Stadt geroutet. Prima.

Heute entschied ich mich für die mittlere Strecke: rund 120 km und etwas über 2.000 Höhenmeter. Das sollte reichen. Es wurde gleich wellig und ich hatte das Gefühl als würde es nur den Berg hoch gehen und nicht mehr runter. Sogar so hoch, daß es mir recht schnell genug war. Allerdings mussten die Höhenmeter irgendwie gesammelt werden und nach 70 km sollte ja auch schon das Buffet kommen. Wenn man mehr als 1.000 Höhenmeter auf den ersten Sektor packt, kann es dann auch ein wenig in den Beinen zwacken. Also nicht wundern, sondern weiter kurbeln.

Irgendwann wurde in die Tschechische Republik eingetaucht und dann folgte auch das Buffet an einem See. Obwohl es Nutella-Frischkäse-Stullen gab war ich nicht 100% zufrieden, denn mir war kalt und ich hatte keine wärmenden Klamotten in der Trikottasche. Der Transporter war so überfüllt mit Taschen, daß nicht daran zu denken war, an meine Weste zu gelangen. Dann eben so weiter. Die Hände wurden weiß und taub und ich war wenig amüsiert.

Taube Finger
Taube Finger

Irgendwann ging es dann in niedrigere Gefilde und es wurde wärmer. Auch war der Super-raue-Asphalt beendet. Dafür gab es weitere Höhenmeter. Climb-Pro gab weitere 3 Anstiege an, die vor unserem Zielort Teplice bewältigt werden mussten. Auch ging es nochmal kurz durch Deutschland. Drei Grenzübertritte an einem Tag!

Nun war Schluss und unser komfortables Hotel Panorama wurde erreicht. Morgen dann weniger Höhenmeter nach Prag.

WfF Slowenien Tour 2022 – Tag 5: Bovec nach Kranji

Auf den Spuren des Giro d'Italia
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Zweimal noch den Berg hoch


Aufgrund des vorhergesagten Regens wollten wir eine halbe Stunde früher los. Gerne. Die Sachen waren schnell gepackt, denn fast eine Woche aus dem Rucksack zu leben, schafft eine gewisse Morgen-Routine, die ich mag. Dann aufs Rad. Ein Gefühl von Freiheit stellte sich schnell ein. Der Grund war einfach: Fast autofreie Straßen, glatter Asphalt, morgenduft, Sonnenschein, grüne Natur, links ein klarer Gebirgsbach und auf beiden Seiten schroffe Bergmassive. Das ist Freiheit, Urlaub und Balsam für die Seele zugleich. Herrlich!

Das heitere Rollen wurde dann durch eine große Brückenbaustelle jäh unterbrochen. Die Umfahrung war dank Garmin schnell gefunden und es konnte weiter gerollt werden: kein großer Sport, trotzdem Freude für alle Sinne.

Irgendwann rollte Alex auf und wir durchfuhren eine Kleinstadt mit Mercadona, der lokalen Supermarktkette. Ob sie mit der spanischen Kette verbunden sind? Keine Ahnung…das Logo und auch die Farbe ist auf jeden Fall anders.

Die Zeit war nun genau richtig für ein Schokocroissant und ein lokales Cola-Getränk (Cockta-Cola).

Einfach verweilen. Keine Hektik, keine Staus und keine Termine.

Irgendwann mussten wir dann doch weiter und nun gab es ein paar Höhenmeter zu bewältigen. Großer Sport sollte dann doch noch stattfinden. Erstmal konnte ich mich nicht dazu motivieren, als Alex dann die rethorische Frage stellte, »ob heute mein letzter Tag zum Radfahren in Slowenien sei« musste ich den Puls am Anstieg dann doch erhöhen. Oben gab es dann zur Belohnung leckeres Buffet mit Avocados in der Sonne. Wo war der prognostizierte Regen? Nicht in Sichtweite…

Nun war das Gröbste geschafft und wir konnten uns auf die letzten Kilometer nach Kranji machen, nicht ohne noch einen Anstieg der höchsten Kategorie (?) bezwingen zu müssen. In einer Kehre zeigte mein Garmin 20% Steigung an. Wie kommen dort wohl im Winter die Kraftfahrzeuge hoch?

Oben gab es dann einen schönen Blick auf Kranji zur Belohnung. Wenige Meter vor der Ziellinie gab es dann für mich noch einen Schleicher, der im Hotel mit Hilfe von Eugen und Markus hoffentlich nachhaltig behoben wurde. So gab es für mich dann doch kein pannenfreies Slowenien – Außergewöhnlich war es trotzdem!

WfF Slowenien Tour 2022 – Tag 4: Blet nach Bovec

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Pässe klettern kann ich leider nicht


Nach dem erholsamen Ruhetag in Bled, mit einer umfangreichen Wanderung, wollten wir heute wieder die Beine auf den Rädern bewegen. Das Programm bestand aus einem Pass, der Vršič. Richtig informiert, was mich erwarten würde, war ich nicht. Auch nicht so wichtig. Ein wenig mag ich ja die Fahrt ins Ungewisse, sofern nicht zu viele Höhenmeter geplant sind. Also rauf auf den Bock und los!

Die Strecke führte erstmal ein wenig wellig durch ein Tal, bevor es nach rund 25 km links in den Berg hinein ging. Erst wurde noch ein Erinnerungsfoto mit dem Geißbock aus Bronze gemacht, bevor es nach einer erfrischenden und stärkenden Cola in den Berg ging. Was mir auffiel: Die vielen Häuser entlang des Weges, in dieser touristischen Regionen, waren alle neu verputzt und auch ein großes Casino stand ansehnlich links des Weges. Die Orte können es hier durchaus mit Bad Wiessee, Rottach Egern oder Bad Tölz aufnehmen. Das hatte ich hier echt nicht erwartet!

Nun aber zum Berg: Es ging sich erst mal relativ gemütlich an, dann kamen die ersten Steigung die durchweg im zweistelligen Prozent-Bereich lagen. Die Kehren waren immer mit Kopfsteinpflaster versehen, was den motorisierten Verkehr sicher herunter bremste, den Trip bergauf mit schmalen Reifen allerdings hinderte. Alles in allem nicht meine Lieblingskombination zum Pässe fahren. Teilweise wurde es mir echt zu viel aber anhalten wollte ich nicht, denn das Ding sollte in einem Stück gefahren werden. Irgendwann war ich dann oben und freute mich riesig, dass ein Neuseeländer von mir ein Gipfel-Foto macht. Oben schien die Sonne und es war kein bisschen kalt. Herrlich!

Nach einigen Panoramafotos stürzen wir uns dann als Gruppe in die Abfahrt. Viele kehren erhitzen die Bremsflanken. Im Tal gab es dann ein lecker vorbereitetes Buffet von Susi.

Nach viel zu viel Gefutter hatten wir noch 20 km zu absolvieren. Diese machten bei diesem herrlichen Berg-Panorama Riesenspaß zu fahren. 5 km vor unserem Hotel motivierte uns ein herrlich rauschender Gebirgsbach dazu, ein kühles erfrischendes Bad zu nehmen. Leider hatte ich in der kompletten Aufregung vergessen meine Brille abzunehmen und diese trieb sofort in dem reißenden Nass den Berg herunter. Glücklicherweise konnte ich schnell reagieren und das Einzelstück ergreifen. Nicht aus zu denken was ich ohne meine Brille gemacht hätte!? Der Urlaub wäre gelaufen gewesen. So ging es nun mit Brille auf die letzten Kilometer zu unserem schönen Hotel direkt an diesem rauschenden Flüsschen.

Ich war ganz schön im Eimer, sicher nicht nur wegen des Passes, sondern auch wegen der Sonne, die aus dem wolkenlosen Himmel den ganzen Tag erstrahlte. Mal sehen was morgen so auf der Schluss-Etappe geht!?