Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 3. Tag: Görlitz -> Jelenia Góra

Lesezeit: 2 Minuten

121 km | 1.903 Höhenmeter


Heute ging es endlich los: der offizielle Teil der ITF 2018 begann. Nix mehr mit Prolog und „fahren zum Start“. Heute begann es „the real thing“ und für mich sogar schon zum 9. mal. Habe ich glaube ich bereits erwähnt. Egal. Es fühlte sich an, als würde ich das schon mein ganzes Leben lang machen…

Das Frühstücks-Buffet in der Jugendherberge Görlitz erinnerte schon fast in Umfang und Darbietung an deutsche Mittelklasse Hotels. Ein reichhaltiges Buffet wartete darauf von uns hungrigen Radlern leer gefegt zu werden. Dafür, auf jeden Fall, „Daumen hoch“.

Nach dem Gepäck verladen machten Alex, Herbert, Christoph N. und ich gleich rüber auf die polnische Seite. Wir ließen diesmal (ausnahmsweise) das Begrüßungs-Komitee am Bahnhof-Görlitz aus. Schlicht und einfach weil es für uns niemanden zu begrüßen gab. Sorry Andi…

So ging es gleich entsprechend wellig durchs polnische Niederschlesien. Die Laune war excellent, denn es musste heute nicht in großer Gruppe gefahren werden und dadurch ging der Vortrieb entsprechend entspannt von statten. Die Sonne brutzelte uns auf den Pelz und weit und breit keine Vatertags-Bollerwagen, Vormittags-Trinker oder Glasscherben durch zerborstene Bierflaschen auf dem Asphalt. Herrlich!

Nach gut 30 km dann ein geöffneter Supermarkt am Straßenrand, der uns zum zweiten Frühstück mit Krapfen und Cola animierte. Die Polen haben es wohl nicht so mit Himmelfahrt, Laden zu und Feiertag. Perfekter Tag – perfekte Gruppe.

Nun wurde es hügeliger und unsere Tages-Herausforderung lag vor uns. Das Skigebiet Stóg Izerski, mit der Heufuderbaude auf 1.068 Meter, wollte erreicht werden. Die Bergstation zeigte sich weit entfernt oberhalb der Baumwipfel.

Alex, der schon zwei mal dort hinauf gefahren war, führte uns einen relativ moderat ansteigenden Weg durch den Wald hinauf. Insgesamt gibt es drei Anstiege. Wir wählten also den längsten aber auch gemütlichsten, sofern man hier wirklich von gemütlich sprechen kann. Denn ab der Weggabelung wurde es dann doch mit Steigungen jenseits der 10% relativ ungemütlich. Irgendwann war dann die Gipfelstation trotzdem erreicht und Christoph gab ne Cola aus. Verdient!

Auf dem Weg nach unten stürzte ich mich mit Herbert in die steile Abfahrt. Christoph und Alex wählten den selben Weg auf dem wir gekommen waren.

Nach knapp 10 km schneller Bergab-Sause war dann das Buffet erreicht. Im Ortskern reichte Peter unter einem Pavillion wieder Stullen und Riegel.

Wir machte dann recht zeitnah weiter, denn uns gierte nach Kaffee und Kuchen und nicht nach Schmalz- und Salamistullen.

Hügelig und mit zackigen Anstiegen ging es weiter. Aus der Suche nach Kaffee wurde eine fast verzweifelte Fragerei der Einheimischen. Kaffee und Kuchen: Fehlanzeige.

Irgendwann lotsten uns dann zwei Schuljungen auf ihren Rädern zu einem Supermarkt der süße Teilchen und Cola feil bot. Die 4er-Bande konnte für knapp 5€ versorgt werden. Das geht in Europa wohl nur (noch) in Polen!?

Jetzt war es nicht mehr wirklich weit, denn wir switchten auf den mittleren Track der uns auf einem kleinen Umweg durch einen Regenguss zu unserem komfortablen Hotel Mercure brachte. Diesmal dem Original und nicht der einfachen Kopie mit zwei Sternen in 2017 in Tschechien.

Wir freuten uns wie Bolle und genossen das umfangreiche Abendessen-Buffet mit einige Pivos, bevor es zeitig mit Regen vor der Tür in die Heija ging. Geiler Tag auf dem Renner, mal schauen, was morgen die müden Beine so tun.

Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 2. Tag: Elsterwerda -> Görlitz

Lesezeit: 2 Minuten

132 km | 999 Höhenmeter


Das Frühstück war übersichtlich aber lecker in unserem Eurasischen Hotel. Im Anschluss ging es nach entspannter Morgen-Routine auf die Strecke. Nicht ganz, denn erstmal mussten die Nachkömmlinge vom Bahnhof abgeholt werden. Das verzögerte die Abfahrt um rund 45 Minuten. Danach konnte es endlich los gehen.

Ich begann mit Herbert in der Führung und fühlte mich schlecht. Meine Lunge brannte und meine Beine waren kraftlos. Spaß am Radfahren und der Bewegung hatte ich erstmal wenig. Die uns folgende Gruppe tat ihr Übriges um diesen Spaß nicht zu erhöhen. Es wurde sehr unruhig und nicht ordentlich in Reihe gefahren. Viele versuchten, sich vor dem Fahren gegen den Wind zu drücken. So machten sich quasi zwei Gruppen auf: 1x die Führenden und dann die, die einfach nur hinten dran bleiben wollten um mitzuschwimmen. Das nervte mich und ich sehnte mich nach einer Gruppe, die gemeinsam gegen den Wind fuhr.

Bis zur Pause nach 66 km sollte dies nicht passieren. Nach dem herzhaften Buffet im Klosterhof und einem Kaffee mit Kuchen von der Klosterbäckerei fand sich dann endlich eine gute Formation, bestehend aus Alex, Christop, Herbert und mir. Es musste zwar öfters vorne gefahren werden, es fühlte sich aber gut an, für die anderen mit ordentlich Wind im Gesicht zu ackern.

Allerdings war der Gegenwind heute so garstig, dass es sich sogar in der zweiten oder dritten Reihe nicht nach Windschattenfahren anfühlte.

Als wir den riesen Knast in Bautzen passiert hatten gab es noch ein Schwipp-Schwapp vom Netto, bevor es die letzten 45 km nach Görlitz ging. Keine Minute Rückenwind oder mal Erholung immer nur kräftig drücken auch gegen die sich nun häufenden Hügel. Diese Kilometer waren nun zäh wie zu alter Kaugummi.

Als das Ortsschild Görlitz erreicht war, war ich sehr zufrieden und freute mich auf die Dusche in unserer Jugendherberge in dieser Grenzstadt.

Morgen dann noch ein paar mehr Höhenmeter.

Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 1. Tag: Ludwigsfelde -> Elsterwerda

Lesezeit: < 1 Minute

126 km | 443 Höhenmeter


Perfekte Bedingungen für den ersten Tag der ITF 2018: Temperaturen jenseits der 20°C und wolkenloser Himmel. So fuhr ich mit einem breiten Grinsen nach Ludwigsfelde Bahnhof. Peter und Christel und seine Crew erwarteten uns schon zum Gepäck verladen. Alles bereits jährliche Routine. Zum 9. mal bin ich nun dabei. Eine Mitarbeiterin der Märkischen Allgemeinen fragte freundlich ob sie uns fotografieren dürfe: klaro – nur nicht fürs Bild Posen bitte.

Dann ging es auch mit ein paar Minuten Verspätung um 9.20 Uhr los in Richtung Süden. Erstmal die falsche Ausfahrt den Kreisverkehr raus. Macht nix, umdrehen zweiter Versuch.

Etwas später auf der Landstraße wurde es dann auch relativ gleichmäßig und es rollte recht flüssig. Dann der Anruf von Peter: es hatte einen Auffahr-Unfall gegeben und wir müssten uns bitte in Dahme-Spree nach rund 66 km selbst versorgen. Kein Problem. Der Fläming mit seinen Hügeln bei Petkus stellte ein paar Mitfahrern vor richtige Herausforderungen und so wurde gewartet, bis dann gemeinsam der Lidl angesteuert wurde.

Nach erfolgreicher Stärkung ging es weiter auf den zweiten Teil. Nun wurde ein wenig flotter gefahren, was ein paar Mitfahrer überforderte und zu einer recht unhomogenen Gruppenfahrt führte. Ich war doch ein wenig genervt, wollte ich doch alle beisammen halten.

Das gelang leider nicht, aber irgendwann war dann Elsterwerda erreicht und die kleinen aber feinen Zimmer in unserer Pension »Europa« konnten bezogen werden.

Schöne Radfahrt. Morgen dann nach Görlitz!