{"id":1380,"date":"2010-05-23T20:57:31","date_gmt":"2010-05-23T18:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kunstgriff.net\/?p=1380"},"modified":"2017-06-13T16:37:09","modified_gmt":"2017-06-13T14:37:09","slug":"rhon-rad-marathon-super-cup","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kunstgriff.net\/?p=1380","title":{"rendered":"Rh\u00f6n-Rad Marathon Super-Cup"},"content":{"rendered":"<span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesezeit: <\/span> <span class=\"rt-time\"> 5<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span><h4>212,7 km | 3.726 H\u00f6henmeter<\/h4>\n<hr \/>\n<p>Nach einer zweiten kurzen Nacht mit automatischem aufgeregten Aufwachen um 4:29 Uhr in einer komfortablen kleinen Pension in <a href=\"http:\/\/www.bad-salzschlirf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bad Salzschlirf<\/a> ging es nach einem recht \u00fcbersichtlichem Fr\u00fchst\u00fcck, bestehend aus drei Honigbr\u00f6tchen und drei Tassen Kaffee mit dem Auto ins 10 km entfernte Bimbach. Die freiwillige Feuerwehr dirigierte uns professionell auf die Wiese der Grundschule, welche f\u00fcr diesen Tag als Parkplatz dienen sollte.<\/p>\n<p>Wir fuhren mit unseren R\u00e4dern zum Start und reihten uns 10 Minuten vor 6 in die wartenden Menge ein. Es roch nach Massage\u00f6l und die Veranstalter versuchten uns mit Eye of the Tiger und AC\/DC zu motivieren. Ein gemeinsamer Countdown ging den Radlern aber nicht \u00fcber die Lippen und so ging es ohne diesen um punkt Sechs raus aus Bimbach.<\/p>\n<p>Der Weg war uns bekannt: So kamen wir gestern ins Ziel: Die Runde ging heute entgegengesetzt des Uhrzeigersinns und es waren noch einige Nettigkeiten gegen\u00fcber der RTF eingebaut worden, von denen sich die Erste gleich nach 28 km Fahrt in den Weg stellte: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ebersburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Ebersburg<\/a> mit ihren kurzzeitigen 18% wollte erzwungen werden und zwang auch schon gleich einige Radfahrer zum Absteigen und schieben. Einen Spindler-Pass-Bezwinger wie mich, konnte das allerdings nicht wirklich schocken: <em>Einfach,<\/em> mit dem nun perfekt eingestellten Schaltwerk, schalten und kurbeln und wegb\u00fcgeln war die Devise.<\/p>\n<p>Die Beine f\u00fchlten sich erstaunlich gut an. Ich hatte auch meine gestrige <span style=\"text-decoration: line-through;\">negative<\/span> Einstellung <em>geswitched<\/em> und die Berge f\u00fcr heute nicht mehr als Feinde sondern als Herausforderung deklariert. So lie\u00df sich auch die kurz darauf folgende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserkuppe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wasserkuppe<\/a>, f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse,\u00a0erstaunlich souver\u00e4n fahren und ich war \u00fcberrascht als ich schon oben bei der Segelfliegerstation war und die anschlie\u00dfende lange Abfahrt genie\u00dfen durfte. Am Wegesrand hing immer wieder Zeitungspapier im Geb\u00fcsch. Ein sicheres Indiz daf\u00fcr, das sich die F\u00fchrenden, weit vor mir, den Rad-Marathon ganz sch\u00f6n Ernst nahmen und perfekt vorbereitet waren.<\/p>\n<p>Im Tal bogen wir links ab und es ging hinauf zum <a href=\"http:\/\/www.quaeldich.de\/paesse\/schwedenwall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwedenwall<\/a>. Praktisch das wir diesen Anstieg gestern schon in umgekehrter Richtung als Abfahrt gefahren sind: So wusste ich genau was mich erwartet und konnte den Anstieg relativ entspannt nehmen. Oben gab es heute hervorragende Versorgung: F\u00fcr die Marathonfahrer wie mich, die ein gr\u00fcnes Armb\u00e4ndchen erhalten hatten, stand ein VIP-Buffet bereit, an dem es neben K\u00e4sestullen, Panetone Kuchen und M\u00fcsli, auch diverse Schokoriegel gab. Sehr nett. Nun blo\u00df nicht zu viel futtern: Es liegen noch einige H\u00f6henmeter vor mir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1393\" data-permalink=\"https:\/\/blog.kunstgriff.net\/?attachment_id=1393\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg?fit=510%2C340&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"510,340\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.9&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;KODAK V610 DUAL LENS DIGITAL CAMERA&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1211444329&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;6.3&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;64&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0015625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"100_3005\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg?fit=510%2C340&amp;ssl=1\" class=\"aligncenter wp-image-1393 size-full\" title=\"100_3005\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg?resize=510%2C340&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg?w=510&amp;ssl=1 510w, https:\/\/i0.wp.com\/blog.kunstgriff.net\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100_3005.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erstaunt begegnete ich auch Karin, die ein paar Cottbusser kennengelernt hatte, mit denen sie gut fahren konnte. Ich wollte alleine weiter. Heute war nicht mein Tag f\u00fcr <em>Gruppenfahren<\/em>. Das merkte ich auch immer wieder in den kommenden flachen Sektoren. Immer wieder \u00fcberholten mich Gruppen an die ich mich f\u00fcr Windschatten ranh\u00e4ngen konnte. Das machte ich ein paar Minuten mit, dann wurde es mir zu unruhig hinten, ich ging f\u00fcr ein paar Minuten an die Spitze, verlor aber auch da schnell die Lust, die mir unbekannte Gruppe zu f\u00fchren und so verabschiedete ich mich das ein ums andere mal mit einem Ellenbogenwink und lie\u00df mich zur\u00fcck fallen.<\/p>\n<p>Ich \u00fcberlegte angestrengt was mit mir los war, wo mein <em>Competitive-Edge<\/em> geblieben war. Leider fand ich keine Antwort, merkte aber das dieser Marathon mehr zu bieten hatte als Kopf unten, Kette rechts, konzentriertes Hinterrad-glotzen des Vordermannes und hektische Tempowechsel.<\/p>\n<p>Ich machte mir auch immer wieder \u00fcber diese S\u00e4tze auf den ersten Seiten des aktuellen <a href=\"http:\/\/www.assos.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Assos <\/a>Kataloges gedanken:<\/p>\n<blockquote><p>Als wir mit dem Radfahren begannen, sind wir noch mit den Gedanken gefahren, anderen zu zeigen, das wir besser, schneller und st\u00e4rker sind als sie. Doch dann haben wir uns weiterentwickelt und festgestellt, das es eigentlich niemanden interessiert, denn den eigentlichen Wettkampf bestreitet man gegen sich selbst.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Landschaft und der Fr\u00fchling hatten heute Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Am Kontrollpunkt 3 in Fladungen merkte ich das mein Hinterrad wieder Luft verlor. Ich hatte den Fremdk\u00f6rper aus meinem Mantel am Vortag wohl doch nicht finden k\u00f6nnen. Ich lie\u00df von einem Helfer den Servicewagen anrufen und dieser erschien auch wenig sp\u00e4ter und ersetzte meinen hinteren Mantel und Schlauch. F\u00fcr einen Pauschalpreis von 18 EUR. <em>Fair<\/em>. Tun musste ich nichts, nur bezahlen und in der Sonne Milchreis essen und den beiden Mechanikern zusehen wie sie mein Hinterrad wieder zu neuem Leben erweckten. <em>Genial!<\/em><\/p>\n<p>Nun folgte ein langer Anstieg hinauf zur Hochr\u00f6hnstra\u00dfe. Oben auf dem Kamm hatten wir heute R\u00fcckenwind und es lie\u00df sich gut fahren, denn ich freute mich schon auf die rasante Abfahrt herunter nach Hilders.<\/p>\n<p>Dort teilte sich die Strecke und es ging wieder hinein in den Berg. 118 km waren zur\u00fcckgelegt und ich merkte wie meine Muskulatur in den Beine begann zu zu machen. Ich hielt sofort an, bevor der erste Krampf kommen konnte und nahm eine <a href=\"http:\/\/www.limptar.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Limptar<\/a>, die die Verspannungen unmittelbar l\u00f6ste. Ein <a href=\"http:\/\/www.nutrixxion.de\/index.php?path=produkte&amp;sub=gel\">Nutrixxion Gel Lemon Fresh<\/a>, welches vor dem Start den Marathonfahrern im Starterpaket mitgegeben wurde, wollte nun auch von mir verzehrt werden. \u00dcber Geschmack l\u00e4\u00dft sich ja bekanntlich streiten, aber das war so ziemlich das Merkw\u00fcrdigste was ich bisher an Gels probiert hatte: Es schmeckte nach Pfefferminzbonbon-Hustensaft-Limonen-Kaugummi. Nicht gerade ein kulinarischer Hochgenuss aber es sollte mich ja auch nur den Berg hoch bringen. Kaufen w\u00fcrde ich sowas nicht.<\/p>\n<p>Oben auf dem Kamm des 815 Meter hohen Ellenbogens passierten wir die Grenze nach Th\u00fcringen und es wiesen uns Schilder darauf hin, das hier bis 1989 Deutschland geteilt war. Weiter ging es landschaftlich nun relativ unspektakul\u00e4r und ich begann mich nach dem Kontrollpunkt 4 zu sehnen. Dort sollte es <em>Warm<\/em>verpflegung geben.<\/p>\n<p>Ersch\u00f6pft erreichte ich <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaltensundheim\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaltensundheim<\/a> und freute mich \u00fcber die Pasta mit Tomatenso\u00dfe und den K\u00e4sekuchen als Nachtisch. Bei der Abfahrt begegnete ich wieder Karin, die die Cottbusser wieder gefunden hatte. Nun war klar, das ich wirklich Gas geben musste. Ich wollte nicht erneut eingeholt werden.<\/p>\n<p>Auf dem Plan lag auch nur noch ein relativ kurzer Anstieg hoch nach <a href=\"http:\/\/www.quaeldich.de\/paesse\/theobaldshof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theobaldshof <\/a>und dann sollte es nur noch wellig zur\u00fcck nach Bimbach gehen. Ich fuhr weiter alleine und begann nun viele Fahrer zu \u00fcberholen, die sich ihre Kr\u00e4fte nicht gut eingeteilt oder sich \u00fcbersch\u00e4tzt hatten.<\/p>\n<p>Am letzten Kontrollpunkt 5 wurde halt gemacht und ich erkundigte mich, wann die Ersten denn hier durch gekommen sind. Das war schon gut 2 Stunden her. Nicht schlecht! Das zeigt mir eindeutig das ich wohl nie ein toller Bergfahrer werden w\u00fcrde, aber der Spass steht ja im Vordergrund und so nahm ich den letzten Sektor in Angriff und d\u00fcste weiter nach Bimbach. Ich merkte das ich noch etliche K\u00f6rner hatte und so \u00fcberholte ich ein Tri-Team aus Hamburg und so manchen Einzelfahrer.<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tte ich an den Bergen doch mehr geben sollen dann w\u00e4re ich im Ziel wirklich total ausgepowert gewesen. Aber das kann ich dann ja im n\u00e4chsten Jahr tun, dann kennen ich die Strecke und kann mir meine Kr\u00e4fte besser einteilen.<\/p>\n<p>Ralph erwartete mich schon im Ziel. Er war runde 50 Minuten eher dort. Wir tranken noch gemeinsam ein <a href=\"http:\/\/www.erdinger-alkoholfrei.de\/Alkoholfrei.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erdinger Alkoholfrei<\/a>, zu welchem er mich einlud. Als die Gl\u00e4ser schon leer waren kam auch Karin gl\u00fccklich und zufrieden im Ziel an. Sie wollte ja eigentlich die 150er Runde fahren, lie\u00df sich dann aber doch zum Marathon \u00fcberreden, was sie im Nachhinein nicht bereute.<\/p>\n<p>Wir verluden die R\u00e4der und machten uns auf den Weg zur\u00fcck ins 10 km entfernte Bad Salzschlirf um zu duschen und unsere Sachen zu packen. Wir konnten nach Belieben auschecken, und das f\u00fcr 25,- EUR pro Nase und Tag\/Nacht. Sehr angenehm.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen <em>Power-Nap<\/em> von Ralph ging es dann auf die 400 km lange Heimfahrt in die Hauptstadt.<\/p>\n<p><strong><em>Fazit:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr gelungene und professionell organisierte Veranstaltung des <a href=\"http:\/\/rsc-bimbach.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RSC\u00b477 Bimbach e.V<\/a> durch wundersch\u00f6ne, mir unbekannte Landschaften.<\/p>\n<p>Die Strecke ist anspruchsvoll aber auch f\u00fcr einen Flachl\u00e4nder wie mich zu bew\u00e4ltigen. Der Termin an Pfingsten 2011 ist schon in meinem Kalender vorgemerkt!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rhoen-radmarathon.de\/i\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.rhoen-radmarathon.de<\/a><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.strava.com\/activities\/698647725\/embed\/c76c6314b1e0c6a150ffb07d1bcfc78489fddb26\" width=\"590\" height=\"405\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>212,7 km | 3.726 H\u00f6henmeter Nach einer zweiten kurzen Nacht mit automatischem aufgeregten Aufwachen um 4:29 Uhr in einer komfortablen kleinen Pension in Bad Salzschlirf ging es nach einem recht \u00fcbersichtlichem Fr\u00fchst\u00fcck, bestehend aus drei Honigbr\u00f6tchen und drei Tassen Kaffee mit dem Auto ins 10 km entfernte Bimbach. 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