Korsika 2014 – Tag 1

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Um den Daumen rum«


Welche Tour am ersten Tag hier, auf der mir unbekannten Insel, fahren? Durch einen schönen Artikel in der Tour ließ ich mich schon ein wenig inspirieren und plante dann mit der kostenlosen Garmin Software BaseCamp die Runde. Knapp 160 km und die Höhenmeter waren nicht einsehbar bei der Offline Karte. Egal einfach machen, ich hatte ja den ganzen Tag Zeit und vor Einbruch der Dunkelheit sollte das zu schaffen sein.

Erst einmal musste ich einige Rennrad-Basics auf dieser, mir neuen, Insel erkunden. Dazu gehört unter Anderem herauszufinden wie Rennrad-Freundlich die Korsen sind, und wie die durchschnittliche Qualität des Fahrbahnbelags ist. Leider sind beide nicht von der Qualität wie auf Mallorca. Es wird recht dicht und gefährlich überholt. Über lange Strecken gibt es perfekten Flüsterasphalt, dann aber wieder echte Buckelpisten. Zum Glück meist bergauf, wenn es eh schlechter rollt.

Schlecht rollen tat es am ersten Anstieg wahrhaftig, nicht wegen des Belags, sondern wegen meiner schlechten Fitness auf dem Rad. Ich brauchte eine weile um mein langsames Tempo zu finden. Spass hatte ich aber trotzdem und freute mich sehr als ich oben war und beide Seiten der Küste von Korsika und das Mittelmeer links und rechts von mir sehen konnte.

Das war in Oletta, von da ging es runter nach St. Florent, das St. Tropez von Korsika. Ich bemerkte den Hauch von Luxus und die elegant gekleideten Menschen. Nichts für mich, schnell weiter, nach Norden die wunderschöne Küstenstrasse entlang. Das ständige Hoch & Runter machte mir ganz schön zu schaffen, und so war ich froh viele Fotostops einlegen zu können.

In Pino ging es dann wieder nach Osten, wieder den Berg hinauf um die Küstenseite noch einmal zu wechseln. Halbzeit, in Luri genoss ich mein selbst mitgeführt und geschmiertes Baguette. Einkehr Fehlanzeige. Auch der Supermarkt hatte geschlossen. Suboptimal, denn mir ging das Wasser aus.

Nun rollte ich auf der anderen Küstenstrasse zurück. Garstiger Gegenwind und ein zugezogener Himmel machte mir zu schaffen. Es sah ständig nach Regen aus, aber die Temperaturen waren über 20°C – also kein wirklicher Grund zur Sorge.

Aber auch meine Kräfte schwanden langsam. Gerne wäre ich schon wieder zurück gewesen. Radeln war nun kein wahres Vergnügen mehr. Glücklicherweise konnte ich eine Patisserie ausfindig machen die mir einen Eclaire und ne Cola-Zero verkaufte. Wasser wurde auch ein wenig aufgefüllt & weiter.

Ich zählte die kleinen Ortschaften bis Bastia. In Bastia musste ich aufgrund des starken Auto-Feierabendverkehrs sehr konzentriert manövrieren um nicht mit ortsansässigen PKWs zu kollidieren. Auch das gelang noch hervorragend, jetzt hatte ich noch die Küstenstrasse geplant: Links und rechts das Meer, herrlich verkehrsarme 15 km, leider mit starkem Gegenwind der die letzten Kilometer sehr mühsam machte und mir auch die letzten Körner aus den Beinen zog.

Zurück in der Homebase freute ich mich auf die Dusche. Sicher ein wenig zu viel für den ersten Tag. Morgen dann Ruhetag. Klasse Insel zum Radfahren ist Korsika aber trotzdem!

Mont Ventoux – Rennrad-Woche – Tag 5

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Fu** Brandenburg!«


Heute ist schon der letzte Tag unseres Radsport-Urlaubs und somit auch die letzte Möglichkeit noch einmal in dieser bezaubernden Landschaft ein paar Meter zu fahren.

Da sich die Bande schon am Vorabend nicht einig wurde, wer, wo, wieviele Kilometer und Höhenmeter fahren möchte lud ich mir den von Adrian geplanten Track auf meinen Sport-Computer, um in abzufahren. Mit 2.000 Höhenmeter nicht zu viel und um die 100 km sind auch genau das richtige zum Ausrollen, dachte ich mir.

Also nach dem Frühstück 8 bar auf die Reifen und alleine los. Die Sonne schien am wolkenlosen Himmel und die Strecke war dermaßen schön, dass ich das Ein ums Andere mal Gänsehaut bekam, einfach anhalten musste, tief einatmete und den Augenblick genoss. Ich fühlte mich grossartig. Die Waden schmerzten zwar ein wenig, aber ich konnte ja die Berge mit meinem Tempo hochfahren und musste mich an keine Vorgabe halten. Ich hatte den ganzen Tag Zeit. So gefiel mir das!

Nach rund 60 km merkte ich aber schon, dass sich die Glykogenspeicher rapide leerten. Ich hatte einen halben Riegel verdrückt, verspürte aber enorme Lust auf Backwaren. Zu meinem grossen Bedauern gab es in dieser Ecke aber ausschliesslich Berge, Pässe und wilde Schluchten. Eine Boulangerie oder Pâtisserie war weit und breit nicht in Sicht. Nicht gut, denn meine Speicher leerten sich rapide und ich zählte im Kopf die Kilometer zurück in die Zivilisation, nach Malaucène. Dort angekommen steuerte ich die erste Pâtisserie an und genehmigte mir feinste Backwaren und ne Cola.

So gestärkt konnte ich mich auf die letzten 12 km zurück über den letzten Col de Madeleine machen wo ich geschafft aber hoch zufrieden die HomeBase erreichte.

Eine herrliche Rennrad-Woche neigt sich in Süd-Frankreich dem Ende. Durch die hervorragende Organisation von Nina und Robbie musste ich mich um sehr wenig organisatorisches kümmern, was mir sehr entgegen kam. Vielen Dank an dieser Stelle dafür!

Das Land und die Leute haben es mir wirklich angetan. Alle Menschen hier sind superfreundlich, zuvorkommend und höflich. Die Autofahrer versuchen sich mit den vielen Radfahrern zu arrangieren. Jeder, einem entgegenkommende RadfahrerIn grüßt, grinst oder nickt einem zu.

Mir schauderte es schon vor den kommenden Rennrad-Touren in Brandenburg. Ich werde neben der wunderschönen Landschaft den »savoir-vivre« hier vermissen. Ehrlich.

Mont Ventoux – Rennrad-Woche – Tag 4

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Gorges de l’Ardèche – Sault – Mont Ventoux – Col de Madeleine«


Nach dem wohl verdienten, gestrigen Ruhetag stand heute wieder Rennrad-Fahren auf dem Programm. Robby hatte eine klasse Route zusammen-gelickt, die uns durch das herrliche Naturschutzgebiet Gorges de l’Ardèche führen sollte.

Um dort hin zu gelangen ließen wir es erst einmal nach Villes-sur-Auzon rollen, dann begann aber der recht moderate Anstieg. Mit nie mehr als 5% Steigung ging es durch das Naturschutzgebiet. In lockerem Plaudertempo wurde pedalliert und so blieb genug Zeit, die faszinierende Landschaft mit all ihren Facetten zu studieren. Oben angekommen besuchten wir den Aussichtspunkt und warteten auf die Damen, die es noch ein wenig gemütlicher angingen als wir. Nach ausgiebiger Foto-Session sollte unser zweiter Wegespunkt angesteuert werden. Das etwa 7 km entfernte Sault war als Pausen-Einkehrort auf dem Plan.

Dort angekommen genehmigte ich mir, trotz nicht vorhandenen Kalorien-Defizits, ein Riesen Baiser-Ungetüm (siehe Bild) welches noch warm war und mit einer weichen Mandelcreme gefüllt war. Selten so etwas leckeres gegessen. Aber süßer hätte es auch nicht sein dürfen. Der Rest der Bande verdrückte Quiche und Crêpes. Auch lecker.

Gut gestärkt ging es auf den 26 km langen Anstieg hoch zum Gipfel des Mont Ventoux. Mit diesem Anstieg hatte ich noch eine Rechnung offen, denn vorgestern war ich hier mit schweren Beinen hochgelitten. Das wollte ich heute besser machen, was mir auch gelang. Vor den letzten, etwas steileren, 6 Kilometern hoch zum Gipfel genehmigte ich mir noch ein Kirsche-Gel – lecker! – und damit war der Turbo für die letzte Steigung gezündet.

Am Gipfel wartete ich ein paar Minuten, leider ohne dass ein Mitfahrer eintraf. Zeit mich in die bekannte Abfahrt, runter nach Malaucène zu stürzen. Diese war mir wohl bekannt und auch hier galt es meinen Top-Speed bergab zu verbessern. 90,7 km/h sprangen am Ende raus. Genug für heute.

In Malauncène machte ich eine letzte Mini-Pause vor dem letzten Mini-Pass und 12 km Strecke nach Bedoin. Zur Stärkung gab es eine Coke-Zero plus Banane. So wurde auch der Col de Madeleine hinter mir gelassen und Bedoin angesteuert, wo es noch den kurzen Kanten hoch zu unserem Ferienhaus ging.

Schnell Duschen und dann Fussball-WM gucken, womit sich ein weiterer grandioser Tag auf dem Renner dem Ende neigt.