ERT 2025: Thailand »Rund um Chiang-Mai«

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Fernreise in das Land des Lächelns


Lange währte schon die Vorfreude auf die Reise nach Südostasien, in das Land des Lächelns: Thailand.

Mein Radverein WfF hatte wieder eine Fernreise im Programm, welche mich gleichermaßen interessierte wie faszinierte. Das Land des Lächelns hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach besucht, allerdings nie zum Rennradfahren. Ob dies dort gut möglich sein würde, wollte ich herausfinden.

Nach dem langen Flug mit Umsteigen in Bangkok waren wir froh, unsere Zieldestination Chiang-Mai erreicht zu haben. Nicht nur die vielen neuen Eindrücke am Flughafen, auch das warme Klima beeindruckte die kleine Reisegruppe.

Nachdem der Miet-Van übernommen war und erste Herausforderungen mit dem Linksverkehr genommen waren, erreichten wir auch schon unser »loungiges« im Zentrum von Chiang-Mai gelegene Hotel. Eine echte »Wohlfühloase« mit Swimming-Pool und herzensfreundlichem Personal. »Thai-Style« halt, an den ich mich erstmal wieder gewöhnen musste.

Nach einigen Herausforderungen bei der Miet-Rad-Übernahme im vier Kilometer entfernten Vanilla-Hotel waren wir bereit, die Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Mathias hatte hervorragende Tracks für unsere Fahrrad-GPS-Computer vorbereitet und so konnte jeder nach Lust und Kondition navigieren.

Das klappte auch ganz gut. Am zweiten Tag jedoch überschätzte ich mich ein wenig und wollte die mittellange Strecke in Angriff nehmen. 109 Kilometer und 2.100 Höhenmeter hören sich erstmal machbar an. »Been there, done that« dachte ich mir. Leider hatte ich die Rechnung ohne den thailändischen Wirt gemacht und es erwarteten mich steilste Rampen, welche sich über ein bis zwei Kilometer erstreckten und mir jegliche Kraft nahmen.

Zu allem Überfluss machte mein Mietrad auch vorzeitig schlapp und nach einem reparierten Kettenriss durch den Radladen ging es am dritten Fahr-Tag nach Norden, in Richtung Myanmar. Ich merkte, dass ich nur wenig Druck auf die Pedale bekam und mir das Fahren immer weniger Freude bereitete. Ich zählte die Kilometer bis zu unserem Hotel herunter. Dort angekommen verkroch ich mich sofort auf mein Zimmer und schlief ohne Abendessen ein. Ich hatte mir einen Infekt eingefangen. Kannte ich von Radreisen auch noch nicht.

Zum Glück durfte ich dann die kommenden zwei Tage im Bus mitfahren und Eugen freute sich über das kostenlose Leihrad. Seins steckte aufgrund der Eigenverschiffung im Zoll fest.

Mit Hilfe von Medikamenten aus einer thailändischen Landapotheke verschwand die erhöhte Temperatur wieder und ich fand wieder Gefallen am Rennradfahren.

Mit deutlich weniger Druck auf den Pedalen ging es in großem Bogen zurück in Richtung Chiang-Mai. Herrliche subtropische Landschaften begleiteten das Rennradfahren. Nachdem sich an den Linksverkehr gewöhnt war, entpuppte sich das Terrain als hervorragendes Rennrad-Revier: Alle paar Kilometer ein kleiner Familien-Imbiss-Betrieb, in welchem kalte Getränke und auch Nahrung feilgeboten wurden. Wem das zu exotisch war, der konnte auch auf die tiefst gekühlten 7-Eleven Convenient Stores zurückgreifen, die in wenigen Kilometer Abstand am Straßenrand erbaut waren. Dort gab es dann zum Beispiel auch Eis am Stil für den überhitzten Radler.

Die Hotels waren meist mit Bedacht gewählt und so hatten wir abwechslungsreiche Unterkünfte auf unserer Wegstrecke. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die kreativen Frühstückskreationen, welche die Thais anboten. Aus meiner Erfahrung wusste ich, dass es keine »Frühstücks-Nation« war und so freute ich mich über meine aus der Heimat mitgebrachten Haferflocken. Ansonsten hat die thailändische Küche ja einiges zu bieten, was wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit probierten.

Nach zehn Tagen war Chiang-Mai wieder erreicht und eine tolle Rundfahrt im Norden Thailands ging zu Ende. Nun hatten wir noch ein wenig Zeit zu entspannen, thailändische Massagen und Street-Food zu genießen, bevor es wieder in die kalte Heimat zurückging.

Mein Fazit: Eine sehr gut organisierte Rad-Reise ins Land des Lächelns von meinem geliebten WfF/ERT. Ich wurde wieder einmal bestätigt, dass der Verein überall auf der Welt zuhause ist. Was mich auch sehr erfreute, wie gut man, trotz Linksverkehr, in Thailand Radfahren kann. Wäre es nicht ein so langer Flug, könnte man dort, ähnlich wie in Taiwan, sicher ein gutes Frühjahres-Trainingscamp abhalten. Nun freue ich mich schon auf die nächste Fernreise meines Vereins und »genieße« bis dahin den Winter in meiner Heimat …

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