Mallorca Trainingscamp 2019 – Mein Ré­su­mé

»schön war’s«


Wer die Blog-Einträge der vergangenen Tage verfolgt hat, braucht eigentlich nicht weiter zu lesen. Das Ré­su­mé ist klar und fällt durchweg positiv aus. Die meisten Dinge waren perfekt. An vorderster Front stand natürlich meine Gesundheit. Für mich gab es viele Fragezeichen vor der Abfahrt: Würde ich mit den Anderen mithalten können? Kann ich in brenzligen Situationen meinem Ehrgeiz trotzen? Würde es zu Komplikationen kommen? Was macht der Flug- und Reisestress mit mir?

Retrospektiv betrachtet war eigentlich alles noch viel besser als erwartet: Ich konnte mit der Gäng mitmischen, mir an den Anstiegen einige Duelle liefern und auch viele persönliche Bestzeiten verbessern. Das liegt sicher nicht nur an den Blutverdünnern, welche ich einnehmen muss, sondern auch an den nun viel besseren Leitungen die zu meinem Herzen führen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Den bekam ich am Abreisetag zu spüren. Nach unserer wirklich lockeren Abschlussrunde ging es mir beim anschließenden Packen sehr schlecht. Es kam mir vor als würde mich das Bücken, in die Hocke gehen und Rad verstauen sehr stark anstrengen. Mein linker Arm schmerze sehr stark und mein Kreislauf war schwach. Mit meiner neuen AppleWatch machte ich ein EKG, der aber keine Auffälligkeiten zeigte. Auch war der Puls normal. Die Schmerzen verschwanden erst vollständig am nächsten Morgen. Nicht gut und kein toller Abschluss für eine so beschwerdefreie Reise.

Eigentlich war alles perfekt. Der Eine wird sicher sagen, daß es hätte fünf Grad wärmer sein können. Ja klar. Aber das war für mich kein Muss. Richtig gefroren haben ich nur zweimal für etwa zehn Minuten. Das ist kein schlechter Schnitt, für neun Ausfahrten, oder?

Das ich 2020, sofern es meine Gesundheit weiterhin zulässt, wieder komme ist eigentlich sonnenklar. Das PortBlue war wieder die perfekte Herberge für einen perfekten Radurlaub. Die Insel bietet auch alles, was das Radfahrer-Herz höher schlagen lässt. Vielleicht im nächsten Jahr mit ein paar mehr Leuten? Auch Frauen haben gefehlt.

Hier noch die schnöden Statistiken und mein persönlicher Zettel:

  • 9 Ausfahrten auf der Insel
  • 1.092,2 Kilometer gefahren
  • 11.595 Höhenmeter erklommen
  • 40 Stunden und 44 Minuten Rad gefahren
  • 0 Platten oder Defekte

Was habe ich auf dem Zettel abgehackt und was muß warten:

✔ Kaffeetrinken in Santa Maria

✔ zum Kloster Randa hoch gefahren

✔ Farmers Market in Deià

✔ Hoch zum Kloster Lluc

✔ Ritt zum Cap Formentor

✔ Kaffeetrinken in Petra mit Orangenhälften

✔ 1x Puig Major

❌ Hoch zum Kloster San Salvador

❌ durchs Orangental nach Manacor

❌ Puig Major von beiden Seiten hoch gefahren

❌ Küstenstrasse komplett gefahren

und hier noch die Kollektion meiner Lieblingsbilder:

Mallorca Trainingscamp 2019 – Tag 9 – Abschlusstour nach Can Picaford

»Erdbeerkuchen & Meeresrauschen«


Am Abreisetag ist es eine lange Tradition eine Abschlusstour zu fahren. Diese darf nicht all zu lang sein, um eine stressfreie Abreise zu gewährleisten. Also haben wir am Vorabend schnell, beim letzten San Miguel, eine 60-km-Route zusammen geklickt. Ein bisschen neues Terrain und einen Sektor, den wir schon lange nicht gefahren sind, gepaart mit Erdbeerkuchen in Can Picaford und fertig war die Abschlusstour.

Der Himmel sah nicht besonders einladend aus und ich überlegte glatt, ob ich mit langärmeligem Trikot fahren wollte. Das Vorhaben verwarf ich dann zum Glück, denn nach dem Schilf kam die Sonne hervor. Nachdem Muro hinter uns gelassen war ging es wellig zur Küste. Wir waren froh, die Strecke nicht in die andere Richtung fahren zu müssen. Der Erdbeerkuchen in Can Picaford wurde in vollen Zügen genossen und wir versuchten, diesen Moment einzufrieren: Die Meeresbriese, der Sonnenschein, der Blick auf die Gischt und die Berge im Hintergrund. Diesen Moment mitnehmen, in die folgenden Wochen und Monate, bis wir wieder hier sein dürfen – auf unserer Rennrad-Insel.

Mallorca Trainingscamp 2019 – Tag 8 – Puig Major, Deià und Esporles

»Königsetappe«


In den vergangenen Trainingscamps hier auf Mallorca, ging die Königsetappe meist runter bis nach Andrax und Calvià. Irgendwie war in diesem Jahr aber die Luft raus und keiner, außer Stefan H. wollte sich den Ritt antun. Auch gut. Die Einen (Heiko und Micha) standen mehr auf Uhrzeigersinn und später Berge, Alex, Stefan und ich wollten gegen den Uhrzeigersinn und erst Berge.

Nichts einfacher als das: Die „Freunde finden“ App auf dem iPhone geladen und dann beide Teams etwa zeitgleich gestartet. Treffen wollten wir uns an unserem geliebten Farmers Market in Deià.

Bis dahin gab es für uns Drei aber erstmal Berge satt. Entspannter-weise fuhr ab Kreisverkehr Pollentia ein recht sportlicher Trupp britischer Radfahrer vor uns in den Anstieg, an den wir uns geschmeidig anhängen konnten. So mussten die ersten Höhenmillimeter nicht alleine gemacht werden. Genial! Im Berg löste sich dann die Gruppe auf und jeder fuhr seinen Stiefel. Noch besser. Es war heute richtig was los am Coll de Femenia und ich wollte mich nicht lumpen lassen und an meiner Zeit arbeiten. Es lief gut und ich kam früher als früher oben an. Jetzt einfach locker weiter strampeln und nach 16 km war der Puig Major erreicht. So die Theorie. Zur Praxis lag eine Menge Schweiss dazwischen. Auf den Weg dort hoch wunderte ich mich schon, dass ich nicht von Alex oder Stefan kassiert wurde. Die Überraschung dann auf dem Parkplatz am Gipfel: Mein iPhone klingelte und Alex berichtete von einem Defekt an Stefans Hinterrad. Es verlor Luft und musste repariert werden. Er schlug vor, dass ich erstmal allein nach Port de Soller runterfahren solle. Guter Plan, denn dort war es auf jeden Fall wärmer und schöner als hier oben in einer Wolke auf dem Parkplatz.

Nachdem ich für gut 20 Minuten das Treiben in dem schönen Ort Port de Soller bewundern durfte kamen die beiden angeradelt und wir machten uns wieder gemeinsam auf den Weg nach Deià. Nun merkte ich bereits, daß die meisten Körner verpulvert waren und richtig drücken konnte und wollte ich nicht mehr. Aber die Strecke ist ja schon fast Routine und einbrechen sollte und wollte ich dort auch nicht.

In Deià dann grosses Treffen mit Heiko und Micha im Farmers Market. Es gab Teilchen und Sandwich für die Anderen. Flaschen wurden gefüllt und Stefan suchte noch einen Radladen auf, der seinen Reifen endgültig reparieren sollte. So zumindest der Plan. Der Plan ging leider nicht auf, denn am nächsten Anstieg war das Ding schon wieder platt. Mist.

Es wurde erneut repariert und bis Esporles hielt das Ding. Dann professioneller Schlauchwechsel von Alex und weiter nach Santa Maria. Heute hatte der Pannenteufel definitiv Stefan H. erwischt der dadurch auch seinen Plan strich, bis nach Andrax runter zu fahren. Das wäre einfach zu spät geworden.

So gab es in Santa Maria noch Kuchen von unserem neuen Lieblings-Kuchenbäcker (Danke für den Tip an Volker!) und eine Cola mit viel Eis für mich.

Jetzt noch durchs Maffay-Tal und der Drops war gelutscht.

Super Königsetappe mit super Rennrad-Buddies! In 2020 dann wieder runter bis nach Andratx?