Päwesin-Runde #6

von Ütz nach Ketzin
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Hat jemand gesagt, daß Backwahn immer geht?


Meine komplette Touren-Planungs-Kreativität hatte ich ja bereits für die gestrige Tour verballert und so war der Kreativ-Speicher an diesem Sonntag leer wie das Karma-Konto mancher Autofahrer. Dazu später mehr.

Päwesin-geht-immer ist eine bekannte Radler:innen-Weisheit und so wurde dieses Ziel heute mal wieder angepeilt. Ohne Schnörkel und Fähre: Einfach hin & zurück.

Der Wind spielte uns auf der Hinreise angenehm in die Karten und so waren wir in Null-Komma-Nix an der Kuchentheke. Nicht zu viel los und auch ein Sitzplatz war uns sicher. Herrlich!

Die Rückreise wurde dann ein wenig beschwerlicher, denn der Süd-Ost-Wind wollte unseren Vortrieb bremsen. Ebenso ein extrem unkooperativer Autofahrer, der uns in der 30-Zone auf den Radweg drängeln wollte. Mich weniger, Maria mehr. Es eskalierte leider derart, daß er an der roten Ampel seinen Motor abwürgte und aus dem Auto gesprungen kam und auf mich losgehen wollte. Ob es daran lag, daß ich ihn bat mich zu siezen?

Seine Holde auf dem Beifahrersitz beobachtete das ganze Spektakel nicht ohne Fremdscham oder Cringe, wie man heute so sagt.

Nicht ohne zu feuchte Aussprache und zu geringem Sicherheitsabstand während seines Schimpf-Monologs, verlief sich die Situation mit dem feinen Herren Autofahrer im Sande und wir konnten nicht ohne zu schmunzeln die Heimreise auf den letzten Kilometern fortsetzten.

Immer wieder eine schöne Runde, heute mit sehr netter Begleiterin. Die harmonische Landung in Spandau muss noch weiter geübt und verfeinert werden.

Zur Mecklenburgischen Seenplatte

Durch die mega-nice Seenlandschaft
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Ausfahrt mit Schwimm-Stop


Vor einer knappen Woche hat mich Maria gefragt, ob ich Lust hätte ihr mal ein wenig den Nord-Westen über der Hauptstadt auf dem Renner zu zeigen. Da ich dort schon seit geraumer Zeit nicht mehr unterwegs war, die Mechlenburgische-Seenplatte als sehr schönes Rennrad-Revier in Erinnerung habe und gerne mit Maria fahre, wurde aus dem Plan eine Verabredung.

Um 8.30 Uhr ging es relativ locker hoch in den Norden aus der Stadt. Ein Verfahrer:in führte uns gleich mal über neue Wege über Bötzow nach Vehlefanz. Fein.

Der leichte Schiebewind  und die wärmende Sonne machten das Vorankommen zum puren Vergnügen. Schnell war der Geruch der Stadt hinter uns gelassen und es ging über schattige Alleen nach Norden. Noch feiner.

In Lindow beim Netto die erste Pause – warum waren alle Leute hier so nett und zuvorkommend? Wir freuten uns darüber und genossen die gekauften Snacks in der Sonne.

Nun begann der landschaftlich sehr beeindruckende Sektor: Die Mecklenburgische Seenplatte. Laut Wiki eine seenreiche Jungmoränenlandschaft. Soso. Der Track führte immer wieder von der Hauptstrasse herunter über extrem verkehrsarme, gut asphaltierte Wege. Bestes Roller-Feeling stellte sich ein.

Nach der zweiten Netto-Pause in Mirow wollten wir dann noch unbedingt einen Badesee ansteuern. Dies gestaltete sich gar nicht so einfach, denn wir wollten nicht irgendeine Badestelle besuchen, sondern einen ruhigen Fleck finden, ohne Luftmatratzen und Kindergeschrei. Als ich es schon fast aufgegeben hatte und fürchtete wir müssten ohne abzutauchen in den Zug steigen, entdeckten wir einen langen Wirtschaftsweg, der von der Strasse zu einem See führte. Es gab ein Schild „Löschwassereinspeisung Feuerwehr“. Genau unser Spot, unser roter See. Nach ausgiebigem geplansche und chillen in der Sonne sollte es auf die letzten gut 30 km nach Fürstenberg gehen.

Da ich ja in all den Jahren meines Rennradfahrer-Daseins noch nie einen Badestop unternommen hatte, war diese Erfahrung für mich beeindruckend. Bitte nicht lachen, denn es fühlte sich toll an, während einer Ausfahrt, wie frisch geduscht wieder auf dem Renner zu sitzen und dieses Anschwitzen, dann Durchschwitzen nach 160 Kilometer Fahrt von Neuem zu erleben. Einzigartig.

Durchschwitzen mussten wir uns wirklich erneut, denn es war nicht nur heiss, sondern nun zeigte die Jungmoränenlandschaft wie wellig sie doch sein konnte. Ein klasse finish zum Bahnhof, mit noch einmal richtig Sport.

Am Bahnhof dann eine lange Schlange vor dem einzigen Fahrscheinautomaten und 12 Minuten Zeit zur Zugeinfahrt. Leichte Nervosität und Hektik versuchte sich breit zu machen. Keine Chance, denn Tickets konnten mit der Deutsche-Bahn-App gelöst werden. So blieb noch Zeit für zwei ofenfrische Laugenbrezeln aus dem Bahnhofscafe und einer FritzCola to go für die einstündige Rückfahrt in die Hauptstadt.

Bedauerlicherweise konnte ich mit der App keine Fahrrad-Tickets lösen und so bot die Schaffnerin an, diese nachträglich zu erwerben. 7,60 € – soweit bekannt. Als ich ihr meine AppleWatch zum bezahlen mit ApplePay entgegenstreckte, staunte sie nicht schlecht und wirkte leicht überfordert. Ihr Riesen-Computer tat keinen Pieps und sie drückte auch recht unentschlossen auf ihrem Display herum. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit fragte sie mich ob ich eine Abbuchung auf meinem Gerät sehen würde. Ich verneinte dies. Sie sagte, daß dies für sie so ok sei. Für uns auch. So einfach durften unsere Räder kostenlos mitreisen.

Ein mega-nicer Tag auf dem Renner, mit bester Begleitung. Die vielen Bilder müssen erstmal verarbeitet werden. Urlaub für einen Tag. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Mal schauen, was der Sonntag bringt!?

Tiri-Sonntagsrunde nach Trebbin

Hinter Güterfelde
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Kuchen und dann abgekocht


Vielen Tourenangebote gab es nicht, und so entschied ich mich mal wieder mit den Tiri’s zu cruisen. Oleg hatte zu einem lockeren 100er ausgerufen und das klang nach einem Plan für diesen sonnigen Sonntag.

Also war ich pünktlich um 10 am Tunnel und wir kurbelten kurz vor der 10 Uhr Gruppe auf der Krone zu fünft raus aus der Stadt. Mal sehen wie geschmeidig meine Mitfahrt wohl werden würde!?

Oleg organisierte alles gewohnt professionell und so wurden auch alle dazu animiert, auch jede Gefahr rechtzeitig anzuzeigen. Für meinen Geschmack etwas zu viel, trotzdem 100% ok. Sicherheit geht vor und wir alle wollten sicher wieder nach Hause kommen. Da kann schon ein Gullydeckel mehr angezeigt werden.

Hinter der Stadtgrenze wurde sinnvollerweise auf Einer-Reihe gewechselt. Sehr harmonisch ging es dann weiter durch den Süden.

Als irgendwann Trebbin erreicht war, hatten alle bock auf ein Stück Kuchen und so wurde Conrad zur Verköstigung angesteuert. Alle Plätze im Schatten waren heute durch Indonesen:innen belegt. Sogar der Botschafter war in Radklamotten am Kuchen futtern. Schön.

Der Rückweg versprach viel Gegenwind und ausdauernden Sport. Jetzt merkte ich das ich doch recht abgekocht war und freute mich, daß das Tempo ein wenig reduziert wurde.

Nachdem der Willy bezwungen war gab es zum Abschluss der schönen Runde noch ein eiskaltes Erdinger-Alkfrei auf Oleg! Danke fürs Mitnehmen. Schöne Tour – schöner Sonntag!