ERT-Teneriffa 2016 – Tag 7

»Vilaflor nach El Medano«


Die Nacht war relativ unruhig auf 1.300 Meter über Null. Keine Ahnung ob es am reduzierten Sauerstoff lag, oder andere Gründe hatte. Das Bett war jedenfalls bequem, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann.

Das Frühstück war, wie unsere Gastgeber, britisch: Toast, Cornflakes, Wurst, Käse und Marmelade. Eigentlich genug für die wenigen Höhenmeter die gleich am Anfang der Etappe zu absolvieren waren. Meine Laune war ausgezeichnet, obwohl es mit 8°C nicht gerade warm war. Aber da es bergauf ging, war mir nicht kalt.

Die Landschaft und auch der Ausblick runter aufs Meer waren atemberaubend und so kam keine Langeweile auf. Oben auf dem Plateau wurde der Asphalt zwar sehr ruppig, aber die Landschaft verwandelte sich in eine unwirkliches Bild: Vulkangestein soweit das Auge reichte und so gut wie keine Vegetation. Hier hätte man einen Film zur Marsmission drehen können. Ich hielt öfter an, denn Lanschaft-gucken und Abfahren waren nicht gleichzeitig drin, denn der Asphalt war einfach zu schlecht und auch das Rollen-lassen erforderte volle Konzentration.

Nach etwa 15 km Abfahrt saß Thilo an einem Kreisverkehr und trank Café con Leche. Ich beschloss es ihm gleich zu tun. Von nun an ging es gemeinsam auf die restlichen, welligen 60 km. Immer an der Küste entlang mit einem ordentlichen kanarischen Rückenwind der uns die letzten Kilometer zur Home-Base blies.

Schnell dass Bike zurück am Bike-Shop abgeben und noch in den warmen Atlantik springen um uns zu erfrischen. Herrlich!

Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen ging es dann am nächsten Morgen in aller Frühe zurück ins herbstliche Deutschland.

Eine erstklassige Woche auf dem Renner mit perfekter Orga von Sandra, Stephan und dem Touren-Gourmet Dirk! Ohne die klasse Organisation der Unterkünfte und der tollen Streckenplanung wäre diese Woche sicher nicht mal halb so unvergesslich und stressfrei verlaufen wie sie war. Vielen Dank fürs Mitnehmen!

Cooles Quartier-coole Typen

Cooles Quartier-coole Typen

 

 

ERT-Teneriffa 2016 – Tag 6

»Puerto de Santiago nach Vilaflor«


Eigentlich ist der Tag schnell erzählt: Nach einer entspannten Nacht und einem schönen Frühstücksbüffet ging es für mich auf die kurze Strecke mit nur 50 km, dafür aber doch knapp 2.000 Höhenmetern. Für mich genug, denn die morschen Beine wollten heute eigentlich alles tun, nur nicht Radfahren.

So ging es gemütlich für knapp 30 Kilometer wellig an der Küste entlang. Immer auf der Hauptstraße. Mit viel Verkehr und allem was dazu gehört. So war ich fast froh, als es endlich den 20 km lange Anstieg hoch nach Vilaflores ging. Auf der Hälfte gab es noch einen Cola-Stop. Die Straße wurde nie steiler als 6 % und so wurde es erst zum Ende etwas knuffig. Der Puls war jedenfalls schwer auf 140 bpm zu bringen, was ein eindeutiges Zeichen für ne Bikepause ist.

Schön war die kleine Pension mit der familiären Atmosphäre, dem offenen Kamin, der auf 1.200 Meter Höhe ein willkommener Wärmespender für uns war.

Das gemeinsame Abendessen bei einem leckeren Pizzabäcker rundete den vorletzten Tag auf dem Mietrad ab. Morgen dann das letzte mal Vulkangestein unter den Pedalplatten.

ERT-Teneriffa 2016 – Tag 5

»Von Icod de los Vinos nach Puerto de Santiago«


Eigentlich war ja heute Ruhetag, würde ich der modernen Trainingslehre folgen. Aber wir mussten uns ja aus eigener Kraft an einen neuen Ort bewegen. Nach dem abwechslungsreichen Frühstück und dem Thermometer um 8 Uhr bereits jenseits der 20°C, musste einfach Rad gefahren werden.

Die kurze Strecke war heute meine erste Wahl. Nur gut 60 km aber trotzdem über 2.000 Höhenmeter – dass würde keine lockere Runde werden. Soviel war klar. Ich war aber guter Dinge. Die guten Dinge waren aber schnell entschwunden, als ich mich nicht akribisch an den Track hielt und erst einmal im Ort den Berg runter rollte. Die Strafe folgte auf den Fuß, den um wieder auf den Track zu kommen musste eine Rampe mit jenseits der 18% gefahren werden, was ich nicht kann. Also war schieben angesagt. Nicht nur dass das total bescheuert aussieht, auch floss mir beim Schieben der Schweiß in Strömen, denn es gab kein bischen Fahrtwind und trotzdem sengende Sonne vom wolkenlosen Himmel.

Aber auch dieser Traum-Sektor wurde überwunden und danach fühlten sich 6% wie das flache Brandenburg an.

Dann die lange Sepentinenabfahrt, bis fast runter ans Meer. Genießen.

Ich fragte mich schon, wann denn die beworbenen Höhenmeter zu erklimmen sein würden und schon ging es links ab, den Berg hinauf. Mein Garmin zeigte eine wilde lila Schlange, die wohl weitläufig auch als Sepentine bekannt ist.

Nach dem doch recht gleichmäßigen Anstieg von gestern, waren heute immer wieder 13 bis 15 % Passagen dabei, die ganz schön Körner kosteten.

Oben gab es zur Belohnung leckeres Buffet, welches wieder mit viel Liebe von Sandra und Stephan, ausnahmsweise inklusive kalter Cola, zubereitet war.

Eigentlich dachte ich nun sei das Gröbste geschafft. Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt Dirk gemacht, denn nach einer rasanten Abfahrt ging es richtig zur Sache: 15–18 % Rampen über mehrere 100 Meter ließen den Puls ins unermessliche steigen. Meine 11-28er Kassette war wohl auch nicht die optimale Wahl. Aber wer DI2 Ultegra fahren will, muss leiden.

Ich schaffte es ohne zu schieben nach oben, war aber doch sehr extrem ausbelastet.

Ruhetage fühlen sich anders an.

Nun noch die 14 km lange Abfahrt in unseren Touristenort. Direkt am Meer auf Meereshöhe. Morgen dann auf jeden Fall wieder nach oben.