Tiri-Ausfahrt nach Mellensee

»Gruppenausfahrt zu dritt«


Nachdem ich die vergangenen beiden Tagen nur mit dem Stadtrad unterwegs war und somit »aktiv regeneriert« habe, wollte ich den Urlaubstag für eine Rennrad-Ausfahrt nutzen.

Da kam es mir sehr gelegen, dass Oleg für eine Tour ab Auerbach-Tunnel gerufen hatte. Die üblichen Verdächtigen waren verhindert und so machten wir uns zu dritt auf den Weg nach Süden.

Hinter Thyrow gab es einige für mich neue Sektoren, die eine willkommene Abwechslung im Landkreis Teltow-Fläming darstellten. Oleg führte uns lange Zeit raus nach Osten und sorgte immer dafür, dass die Reisegeschwindigkeit nicht zu gering ausfiel. Irgendwann vor den Toren Trebbins durften Armin und ich dann auch wieder in der Führung mitarbeiten.

Bäckerei Conrad wurde zu meinem Bedauern heute nicht angesteuert und es gab leider wieder zweitklassigen Kuchen bei Röhrig. Der »lockere« Käsekuchen war seinen Namen nicht wert: Fester Mürbeteig und darauf dann 3 Millimeter Quark-Mischung zu 1,80 €. Das kenne ich leckerer – aber wie Armin so schön sagte: »die Berliner haben auch immer was zu meckern«

Glücklicherweise war ich ja nicht zum Kuchen-Essen unterwegs sondern zum Rad fahren und so ging es dann auch wieder sportlich zurück in die Hauptstadt. Leider heute nicht über den Willy, da dort der Asphalt neu gelegt wird. Schön wars trotzdem, gemeinsam wieder am Tunnel abzuschlagen.

Danke fürs Mitnehmen! Schöne Ausfahrt zu dritt!

ERT 2017 Mittenwald – München

113,4 km | 507 Höhenmeter


Die Nacht im 4-Bett-Zimmer war überstanden und das Frühstück wurde genauso schnell verspeist, wie die das Gepäck im Transporter verladen war. Dann standen wir alle da, fertig zur Abfahrt zur letzten Etappe der Pfingsten Europa Rad Tour 2017 zurück nach München.

Die Wettervorhersage versprach Regenfreiheit und so startete ich optimistisch gleich mal in kurz/kurz und ohne Weste und Armlinge. Diese Entscheidung sollte sich nicht rächen. Gemeinsam ging es los zum schönen Walchensee, immer nach Norden. Cappuccino und Kuchen wurden nach etwa 30 km in der Sonne genossen. Dann weiter zum Buffet. Wehmütig wurden die Schnitten verdrückt und am letzten Büffet halt gemacht.

Anschließend stellte sich Stephan S. in den »Dienst der Gruppe«, wie er sagte, und führte uns viele Kilometer durch den Wind. Er hatte noch gute Beine, hatte er doch gestern die Etappe ausgesetzt und im Begleitflugzeugfahrzeug »aktive Regeneration« betrieben.

Die Landschaft war herrlich und es rollte nur so dahin. Der Starnberger See wurde am Ostufer abgefahren, bevor es erneut Kaffee gab. Diesmal in Form von »Wiener Melange«  was ja, wie ich gelernt habe, eigentlich auch nur Cappuccino ist.

Dann die letzten 25 nach München, einmal mit Gruppen-Sprengung, geschuldet dem zerrenden Fahrstil von Herb in der Führung. Kurze Zeit später waren wir wieder vereint und erreichten die Jugendherberge in München. Früher als das Gepäckfahrzeug und so entschlossen wir uns kurzerhand den bekannten Biergarten zu besuchen und die Münchner Lebensart zu genießen.

Fazit zur Pfingsten Europa Rad Tour 2017: Irgendwie hoffe ich ja insgeheim, doch dass hier nicht zu viele mitlesen und die Bilder und Texte hier nicht zu viel Werbung für diese unvergessliche Veranstaltung sind. Denn Teilnehmerzahlen wie bei der ITF 2017 wünsche ich mir nicht. Die Veranstaltung war vom Orga-Team perfekt ausgearbeitet und bis ins kleinste Detail geplant. Die Strecken waren hervorragend von Dirk recherchiert und super zu fahren. Zimmerverteilung, einchecken, Verpflegung auf der Strecke hat immer 100%ig funktioniert. Ein professioneller Reiseveranstalter wie quaeldich oder Hürzeler können das kaum besser. Einziger Kritikpunkt bleibt das Wetter: Die ersten drei Tage hätte mal ruhig auch die Sonne scheinen können, aber das Glück haben wir dann im nächsten Jahr! Vielen Dank fürs Mitnehmen!

Statistik der Woche auf dem Rad:

  • 773,3 gefahrene Kilometer
  • 11.129 Höhenmeter = 1,2578 mal den Mount Everest hoch

ERT 2017 Nauders – Mittenwald

131 km | 1.969 Höhenmeter


Wieder ein toller Sonnentag in einer klasse Pension. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbüffet ging es um kurz nach 9 auf die Piste. Bekannte Wege, hoch zur Norbertshöhe dann runter zur Schweizer Grenze und weiter entlang des Inns ins Inntal. Leichter Schiebewind machte das Rollern noch angenehmer. Richtiges Urlaubs-Feeling kam auf: wie ich es liebe, das dahin-gleiten bei solch einmaliger Kulisse.

Irgendwann, genauer gesagt in Kauns, war dann aber Ende mit dahin-gleiten, denn es ging richtig zackig in der Mittagswärme in den Berg. Die Steigungsprozente wandelten sich von jetzt auf sofort in zweistellige Werte und ich dachte übers Absteigen nach. Das war natürlich keine Option und so kurbelte ich »einfach« weiter.

Vage hatte ich die Piller-Höhe noch aus 2012 in Erinnerung: Ein steiler Kanten, der mir nicht wirklich liegt.

Eine etwa ein Kilometer lange Baustelle in Form einer groben Schotterpiste machte den Aufstieg nicht gerade angenehmer. Als ich endlich oben war, wurde ich durch einen phantastischen Blick ins Inntal belohnt. Die Kämmerer hatten sogar eine Rampe in den Berg gebaut, mit der sich das Tal noch hautnaher erleben ließ. Faszinierend und eine echte Attraktion.

Danach ging es auf neuen Wegen in Richtung Ötztal, wo am Fuß einer großen Brücke, das Mittagsbuffet auf uns wartete.

Nach dem Snack rollte es dann immer dem Inn entlang nach Telfs. Dort kaufte ich bei einem türkischen Gemüse-Händler noch eine Banane und ein Mezzo-Mix für den letzten Anstieg des Tages.

Was mir hier wirklich zu schaffen machte war nicht der Anstieg an sich, der relativ gleichmäßig verlief, sondern die österreichischen Autofahrer, die sehr knapp überholten, obwohl genügend Platz gewesen wäre, mit entsprechendem Sicherheitsabstand vorbei zu fahren.

Dann waren da noch die vielen Aston-Martins, die wohl im exquisiten Liebherr-Interalpen-Hotel nächtigten, die mit Vollgas an mir vorbeiflogen. Egal irgendwann war ich oben und nun wurde es verkehrsärmer. Jetzt musste durfte noch das Tal nach Mittenwald durchfahren werden und ich war schon fast am Ziel. Dort gab es erst einmal einen schmackhaften Leberkäse-Semmel und ein Radler, bevor ich mich zur Bande gesellte, die schon Kaiserschmarren in der Sonne genoss.

Nach einem kurzen Plausch mit der Wirtin ging es noch einen letzten Kanten von 4 km hoch zu unserer Jugendherberge, die deutlich weniger komfortabel ausfiel, als unsere vorherigen Quartiere. Egal, morgen dann weiter, zurück nach München!