Auf Friedensfahrt–Kurs 2022 2. Tag: Teplice – Prag

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115 km | 971 Höhenmeter


Nach einem tiefen und erholsamen Schlaf und einem leckeren Frühstück mit warmen Porridge ging es nach dem routinierten Gepäck-Verladen auf die »kurze« Strecke: etwas über 110 Kilometer mit rund 900 Höhenmeter sollten mich gut nach Prag bringen. So zumindest der Plan. Der ging auch erstmal soweit auf und der kontinuierliche Schiebewind half nicht unerheblich beim vorankommen. Die links und rechts des Weges aufziehenden Wolken beeindruckten, bedrohten aber nicht.

Nach gut dreißig Kilometern bekam ich erneut Appetit und neben einem BILLA-Supermarkt strömte Geruch von frischen Backwaren in meine Nase. Anker-werfen und schneller Supermarkt-Boxenstop war der Plan. Eine Quarkschnecke und Eiskaffee landeten im Einkaufskorb, der schnell mit der AppleWatch & ApplePay beglichen wurde. Kein lästiges in Kronen-tauschen und mit unbekanntem Kleingeld hantieren. Praktisch & lecker zugleich.

Dann wurde Terezín aka »Teresienstadt« passiert und mein Magen drehte sich beim Anblick des riesigen Gräberfeldes. Gerne wäre ich ein wenig mehr in diesen dunklen Ort der deutschen Geschichte eingetaucht, musste allerdings bedauerlicherweise weiter.

Dann gab es wieder was schönes: das Buffet in Roudnice nad Labem (deutsch Raudnitz an der Elbe) mit belegten Schnittchen und Wassermelone. Lecker. Die Hälfte war geschafft und es ging nun alleine weiter wie bisher. Gute Musik auf den Ohren steigerte die gute Laune weiter.

Diese gute Laune wurde durch einsetzenden Regen jäh gebremst. Siebzehn Kilometer vor unserem A&O-Hotel.

Jetzt einfach zum Hotel im Regen fahren? Am Wegesrand an der Elbe Moldau saßen Christoph, Helge und Peter und waren dabei Bier zu bestellen. Da musste ich nicht lange überlegen und suchte ebenfalls Schutz unter den großen Schirmen bei Bier und später Pommes. So ließ sich Regen aushalten!

Irgendwann erkannten wir dann ein vermeintliches Regenloch auf dem RegenRadar unserer Mobiltelefone und wagten die Weiterfahrt. Natürlich sauten wir uns richtig ein, der TouchScreen meines Garmins begann wegen der dicken Regentropfen wild zu Blättern. Na toll!

Nun gabs auch noch zum krönenden Abschluss wilden Großstadt Verkehr im Regen. Auch diese Herausforderung wurde pannenfrei gemeistert und wir erreichten nass und zufrieden unser Hotel. Mal sehen, ob die Klamotten bis morgen trocken sind!?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2022 1. Tag: Chemnitz – Teplice

Da hinten ist die Augustusburg
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120 km | 2.363 Höhenmeter


Nach drei Jahren »ITF-Abstinenz« wollte ich doch mal wieder dabei sein und nach der doppelten Covid-Zwangspause die Berge in der tschechischen Grenzregion unter die Räder nehmen.

Die Nacht war kurz, und die Autofahrt nach Chemnitz schnell erledigt. Ne Stunde vor Abfahrt hatte ich noch die Möglichkeit die Bande zu begrüßen und ein wenig Frühstück zu ergattern. Dann war nach kurzer Streckeneinteilung auch schon Abfahrt und ich befand mich auf der Strecke. Gut über einen Radweg aus der Stadt geroutet. Prima.

Heute entschied ich mich für die mittlere Strecke: rund 120 km und etwas über 2.000 Höhenmeter. Das sollte reichen. Es wurde gleich wellig und ich hatte das Gefühl als würde es nur den Berg hoch gehen und nicht mehr runter. Sogar so hoch, daß es mir recht schnell genug war. Allerdings mussten die Höhenmeter irgendwie gesammelt werden und nach 70 km sollte ja auch schon das Buffet kommen. Wenn man mehr als 1.000 Höhenmeter auf den ersten Sektor packt, kann es dann auch ein wenig in den Beinen zwacken. Also nicht wundern, sondern weiter kurbeln.

Irgendwann wurde in die Tschechische Republik eingetaucht und dann folgte auch das Buffet an einem See. Obwohl es Nutella-Frischkäse-Stullen gab war ich nicht 100% zufrieden, denn mir war kalt und ich hatte keine wärmenden Klamotten in der Trikottasche. Der Transporter war so überfüllt mit Taschen, daß nicht daran zu denken war, an meine Weste zu gelangen. Dann eben so weiter. Die Hände wurden weiß und taub und ich war wenig amüsiert.

Taube Finger
Taube Finger

Irgendwann ging es dann in niedrigere Gefilde und es wurde wärmer. Auch war der Super-raue-Asphalt beendet. Dafür gab es weitere Höhenmeter. Climb-Pro gab weitere 3 Anstiege an, die vor unserem Zielort Teplice bewältigt werden mussten. Auch ging es nochmal kurz durch Deutschland. Drei Grenzübertritte an einem Tag!

Nun war Schluss und unser komfortables Hotel Panorama wurde erreicht. Morgen dann weniger Höhenmeter nach Prag.

WfF Slowenien Tour 2022 – Tag 5: Bovec nach Kranji

Auf den Spuren des Giro d'Italia
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Zweimal noch den Berg hoch


Aufgrund des vorhergesagten Regens wollten wir eine halbe Stunde früher los. Gerne. Die Sachen waren schnell gepackt, denn fast eine Woche aus dem Rucksack zu leben, schafft eine gewisse Morgen-Routine, die ich mag. Dann aufs Rad. Ein Gefühl von Freiheit stellte sich schnell ein. Der Grund war einfach: Fast autofreie Straßen, glatter Asphalt, morgenduft, Sonnenschein, grüne Natur, links ein klarer Gebirgsbach und auf beiden Seiten schroffe Bergmassive. Das ist Freiheit, Urlaub und Balsam für die Seele zugleich. Herrlich!

Das heitere Rollen wurde dann durch eine große Brückenbaustelle jäh unterbrochen. Die Umfahrung war dank Garmin schnell gefunden und es konnte weiter gerollt werden: kein großer Sport, trotzdem Freude für alle Sinne.

Irgendwann rollte Alex auf und wir durchfuhren eine Kleinstadt mit Mercadona, der lokalen Supermarktkette. Ob sie mit der spanischen Kette verbunden sind? Keine Ahnung…das Logo und auch die Farbe ist auf jeden Fall anders.

Die Zeit war nun genau richtig für ein Schokocroissant und ein lokales Cola-Getränk (Cockta-Cola).

Einfach verweilen. Keine Hektik, keine Staus und keine Termine.

Irgendwann mussten wir dann doch weiter und nun gab es ein paar Höhenmeter zu bewältigen. Großer Sport sollte dann doch noch stattfinden. Erstmal konnte ich mich nicht dazu motivieren, als Alex dann die rethorische Frage stellte, »ob heute mein letzter Tag zum Radfahren in Slowenien sei« musste ich den Puls am Anstieg dann doch erhöhen. Oben gab es dann zur Belohnung leckeres Buffet mit Avocados in der Sonne. Wo war der prognostizierte Regen? Nicht in Sichtweite…

Nun war das Gröbste geschafft und wir konnten uns auf die letzten Kilometer nach Kranji machen, nicht ohne noch einen Anstieg der höchsten Kategorie (?) bezwingen zu müssen. In einer Kehre zeigte mein Garmin 20% Steigung an. Wie kommen dort wohl im Winter die Kraftfahrzeuge hoch?

Oben gab es dann einen schönen Blick auf Kranji zur Belohnung. Wenige Meter vor der Ziellinie gab es dann für mich noch einen Schleicher, der im Hotel mit Hilfe von Eugen und Markus hoffentlich nachhaltig behoben wurde. So gab es für mich dann doch kein pannenfreies Slowenien – Außergewöhnlich war es trotzdem!