Päwesin-Runde #1 in 2022

Bachwahn-Bande
Lesezeit: < 1 Minuten

Aufholjagd ins Havelland


Jetzt wurde es auch langsam wieder Zeit, meinem Kuchen-Hot-Spot-Nummer-Eins einen Besuch abzustatten. In 2021, einem Pandemie-Jahr, hatte es mich immerhin sechs mal dorthin verschlagen. Ob das in 2022 noch aufzuholen sein wird? Wir werden sehen…

Demnach war klar, daß das Touren-Ziel für diesen warmen Pfingstsamstag gesetzt war. Andere fahren dieses Wochenenden in Bimbach, wir in Brandenburg. Alex war von dem Vorhaben auch begeistert, Andi und Manfred hatte auch noch Lust und so waren wir ein kleines, und feines Grüppchen für die Ausfahrt.

Überraschenderweise rollten wir hinter Gatow noch auf Maria auf. Diese wollte erstmal eigentlich woanders hin, schloss sich dann bereitwillig der Alt-Herren-Gruppe an. Wegen des Kuchens sicher nicht – vielleicht wegen des Windschattens oder der netten Mitfahrer?

Es lief rollte sehr gut und der Süd-Ost-Wind machte das Vorankommen sehr einfach. Als es allerdings hinter Roskow nach Päwesin ging, merkten wir, wie beschwerlich der Rückweg würde werden können. (<-ich liebe die deutsche Sprache.)

Der Kuchen und der dazugehörige Schnack waren wieder köstlich und frisch gestärkt ging es auf den Rückweg. Eine neue Nase wollte von Alex noch ausprobiert werden, die sich als gut befahrbar erwies. Mal sehen ob wir die dauerhaft mit einplanen.

Der Rest ist Radfahrer-Routine. Zu erwähnen bleibt vielleicht noch mein geliebtes Park-Deck-Segment, welches ich Andi & Manne zu ersten mal präsentieren durfte. Wohl bekam’s!

Eine klasse Pfingst-Samstags-Runde mit klasse Mitfahrer:innen! Mal sehen ob es morgen auch wieder so schön wird!?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2022 4. Tag: Chomutov – Chemnitz

Lagerstätte unser Räder-Eishockeyhalle
Lesezeit: 3 Minuten

106 km | 1.637 Höhenmeter


Der Blick nach draußen aus Fenster des Hotelzimmers am frühen Morgen versprach einen wunderschönen Tag auf dem Renner: Blauer Himmel und fast keine Wolken. Bei solch einem Anblick, sind die Temperaturen fast nebensächlich. Meistens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aber der Reihe nach: Das reichhaltige tschechische Frühstück-Buffet mit vielfältigster Wurst- und Aufschnittauswahl wurde selbstverständlich links liegen gelassen und auf bewährte Marmelade, Frischkäse und Müsli zurückgegriffen. Nach mehr als drei fleischlosen Jahren, unvorstellbar sowas nach dem Aufstehen in sich reinzudrücken. Nachfrage bestand. Heute und auch in Zukunft nicht mehr von mir.

Als es dann nach dem letzten mal Taschen packen und verladen endlich auf die Piste ging, stellte sich ein komisches Gefühl ein: Die kurze Strecke mit 106 Kilometern sollte zu schaffen sein, auch die rund 1.600 Höhenmeter bin ich schon mal gefahren, allerdings sollte es oben am Kamm des Erzgebirges einen Wetterumschwung geben, der die Temperaturen rapide senken würde. Ich glaubte nicht dran und ließ Beinlinge und Regenjacke im Gepäckbus. Ein Fehler?

Erstmal nicht, denn es ging in einen gewohnt steilen tschechischen Anstieg mit 10–12% Steigung den Hügel hoch, der den noch müden Körper ordentlich in Wallung brachte. Oben dann die Stimmungs-Bremse: Der Himmel zog sich zu und soweit das Auge reichte in drei von vier Himmelsrichtungen dicke schwarze Wolken. Die Temperaturen sanken rapide ab und es wurde erst kühl, dann richtig kalt. Der Garmin zeigte 3,0°C an. Nicht meine Komfort-Zone für eine Sonntag-Vormittags-Ausfahrt. Ich dachte an die vielen Leute die locker beim Sonntags-Frühstück saßen und warme Eier genossen.

Zur Kälte kamen nun auch noch kleine weiße Kügelchen von oben herab. Es hagelte. Was würde wohl als nächstes kommen? Schneeverwehungen? Zum Glück nicht und der Vorteil von Hagel ist ja auch, dass ich erstmal nicht nass wurde, weil diese Eiskugeln ja von mir abprallten. Also alles nicht so schlimm. Denkste! Als nämlich ein wenig vom Kamm runter ging, wurde aus dem Hagel einfach Regen. Toll! Da kann man eigentlich klatschen, wären die Hände nicht so kalt, wie die vorherigen Hagelkörner! Zum Glück hatte ich meine Rapid-Shifter am Oberlenker, denn mit den Zeigefingern zu Schalten war aufgrund der klammen Bratzen nicht mehr möglich. Das sich hier nicht gerade Glücksmomente einstellten, hat der geneigte Leser sicher bereits mit bekommen oder?

In Oberwiesental war dann Buffet. Mit fast gefühllosen Fingern versuchte ich aus dem Gewusel an Taschen im Begleitfahrzeug meine Tasche zu ergattern und die dort enthaltene Regenjacke und Beinlinge zu ergreifen, was mir auch gelang. Wärmende Handschuhe hatte ich vorsorglich in Berlin gelassen. Es würde ja wohl nicht soooo kalt werden … was für ein typischer Anfänger-Fehler!.

Zum Glück ging es von nun an fast ausschließlich bergab in niedrigere Gefilde, welche die Temperaturen automatisch steigen ließen. Der Regen wollte uns erstmal noch nicht verlassen. In Anbetracht der niedrigen Restkilometer von weniger als 50 stellte sich so etwas wie Hoffnung ein. Auch hatte ich zwei Prima Begleiter, den Markus O. und den Julian D. die halfen, die Moral oben zu halten. Klasse!

In Schkopau musste dann bei Sonnenschein die Strecke eines historisches Motorrad-Rennens gekonnt über Schotterpisten umfahren werden, bevor es auf die Zielgerade nach Chemnitz ging. Dort erreichten wir erleichtert den Bahnhof und nahmen unser Gepäck in Empfang.

Eine weitere ITF ist Geschichte. Alles war tadellos organisiert. Nicht nur die Streckenplanung von Christian P., auch die gesamte Leitung unter Tom B. war sehr professionell und es kam nie zu irgendwelchem Durcheinander oder Engpässen, wie ich das aus vergangenen ITFs zu genüge kenne. Die vielen Helfer:innen haben immer für ein entspanntes Ankommen gesorgt, sei es am Buffet oder im Hotel. Super!

Die positive Erinnerung wird ein wenig durch die nervige Wettersituation getrübt. 5°C wärmer und alles wäre viel toller gewesen. Ein wenig verwöhnt durch Slowenien war ich wohl schon. Auch war der tschechische Asphalt in vielen Teilen wieder extrem unterirdisch. Deshalb bin ich unentschlossen ob ich in 2023 wieder dabei sein werde … wir werden sehen!

Tolle Erinnerung bleiben auf jeden Fall!

Auf Friedensfahrt–Kurs 2022 3. Tag: Prag – Chomutov

Erinnerungsfoto auf der Karlsbrücke
Lesezeit: 2 Minuten

128 km | 1.287 Höhenmeter


Nach dem leckeren Frühstück im A&O ging es recht pünktlich auf die kleine Stadt-Tour durch Prag. Ziel war die Karls-Brücke, der bekannte Foto-Spot an der Moldau. Ein Erinnerungs-Gruppenfoto sollte auf diesem historischen Bauwerk geschossen werden. Gar nicht so einfach bei rund 80 Teilnehmer:innen. Irgendwie gelang es und im Anschluß ging es dann über endlose Kopfsteinpflaster-Passagen raus aus der Stadt. Ein stattliches Peloton von mehr als 40 Radler:inne hatte sich eingefunden um gemeinsam gegen harschen Gegenwind zu arbeiten. Prima, darin ließ es sich eigentlich gut eingebettet fahren. Allerdings hatten viele das Prinzip »2er-Reihe« nicht verstanden und ließen immer wieder riesen Lücken, was mich dazu nötigte, den ein und anderen Kollegen anzusprechen und zu bitten, doch die Lücke zu schließen. Nicht gerade mein Lieblingsjob.

Die Asphalt-Decke war auf der gewählten Strecke auch für tschechische Verhältnisse eher schlecht, so dauerte es auch nicht lange, bis Peter H. einen Durchschlag kassierte. Wir halfen bei der Reparatur, was zur Folge hatte, daß wir nur noch zu sechst da standen und im Anschluss in diesem kleinen Grüppchen gegen den Wind arbeiten durften. Suboptimal, und trotzdem cool, da die Gruppe sehr gut harmonierte, fast die gleiche Leistungsklasse hatte und – am wichtigsten: den selben Humor teilte. Klasse!

Am Buffet gab es dann wieder viele leckere Schnittchen und ich musste mich abermals zügeln, mich nicht zu überfressen. Peter machte dann meiner Meinung nach keinen »Boss-Move« und verabschiedete sich aus unserer Gruppe. Er wollte von nun an mit Robert die kurze Strecke fahren. Die Begründung war, daß er mit ihm schon lange nicht mehr geklönt habe und gefahren sei. Die Gruppe verlassen, die bei einem Defekt auf einen gewartet und geholfen hat. Ist das in Ordnung? Was meinst Du?

Dann ging es erstmal zu fünft gegen den garstigen Wind weiter. Es war sehr anstrengend und ich empfand das Geknete als großen Sport. In einer P-Pause rollte Marc W. auf uns auf. Er freute sich über eine gute Gruppe gegen den Wind und wir nahmen ihn gerne als #6 in unserem Tages-Team auf. Win-win gegen den Wind.

Dann wurde es immer knautschiger: der Wind verlangte uns alles ab. Wenn es den Hügel runter ging, mit vollem Druck auf den Pedalen, gerade mal 20 km/h auf dem Garmin stehen zu sehen, das nervte einfach nur.

Irgendwann erschien dann die Skyline unseres Tagesziel-Ortes »Chomutov« auf den Pupillen: welch Augenweide die Industrieschornsteine und Plattensiedlungen da versprühten: irgendwie wirkte die Kulisse wie ein Chemiewaffenendlager hinter dem Ural. Vielleicht tue ich diesem Ort auch unrecht, denn das Stadtfest an dem wir vorbeifuhren und unsere Unterkunft in dem riesigen Eishockey-Sportareal wirkten gut bürgerlich und modern. Mal schauen, was der Abend in diesem Örtchen so bringt!?