ERT 2025: Thailand »Rund um Chiang-Mai«

Lesezeit: 3 Minuten

Fernreise in das Land des Lächelns


Lange währte schon die Vorfreude auf die Reise nach Südostasien, in das Land des Lächelns: Thailand.

Mein Radverein WfF hatte wieder eine Fernreise im Programm, welche mich gleichermaßen interessierte wie faszinierte. Das Land des Lächelns hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach besucht, allerdings nie zum Rennradfahren. Ob dies dort gut möglich sein würde, wollte ich herausfinden.

Nach dem langen Flug mit Umsteigen in Bangkok waren wir froh, unsere Zieldestination Chiang-Mai erreicht zu haben. Nicht nur die vielen neuen Eindrücke am Flughafen, auch das warme Klima beeindruckte die kleine Reisegruppe.

Nachdem der Miet-Van übernommen war und erste Herausforderungen mit dem Linksverkehr genommen waren, erreichten wir auch schon unser »loungiges« im Zentrum von Chiang-Mai gelegene Hotel. Eine echte »Wohlfühloase« mit Swimming-Pool und herzensfreundlichem Personal. »Thai-Style« halt, an den ich mich erstmal wieder gewöhnen musste.

Nach einigen Herausforderungen bei der Miet-Rad-Übernahme im vier Kilometer entfernten Vanilla-Hotel waren wir bereit, die Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Mathias hatte hervorragende Tracks für unsere Fahrrad-GPS-Computer vorbereitet und so konnte jeder nach Lust und Kondition navigieren.

Das klappte auch ganz gut. Am zweiten Tag jedoch überschätzte ich mich ein wenig und wollte die mittellange Strecke in Angriff nehmen. 109 Kilometer und 2.100 Höhenmeter hören sich erstmal machbar an. »Been there, done that« dachte ich mir. Leider hatte ich die Rechnung ohne den thailändischen Wirt gemacht und es erwarteten mich steilste Rampen, welche sich über ein bis zwei Kilometer erstreckten und mir jegliche Kraft nahmen.

Zu allem Überfluss machte mein Mietrad auch vorzeitig schlapp und nach einem reparierten Kettenriss durch den Radladen ging es am dritten Fahr-Tag nach Norden, in Richtung Myanmar. Ich merkte, dass ich nur wenig Druck auf die Pedale bekam und mir das Fahren immer weniger Freude bereitete. Ich zählte die Kilometer bis zu unserem Hotel herunter. Dort angekommen verkroch ich mich sofort auf mein Zimmer und schlief ohne Abendessen ein. Ich hatte mir einen Infekt eingefangen. Kannte ich von Radreisen auch noch nicht.

Zum Glück durfte ich dann die kommenden zwei Tage im Bus mitfahren und Eugen freute sich über das kostenlose Leihrad. Seins steckte aufgrund der Eigenverschiffung im Zoll fest.

Mit Hilfe von Medikamenten aus einer thailändischen Landapotheke verschwand die erhöhte Temperatur wieder und ich fand wieder Gefallen am Rennradfahren.

Mit deutlich weniger Druck auf den Pedalen ging es in großem Bogen zurück in Richtung Chiang-Mai. Herrliche subtropische Landschaften begleiteten das Rennradfahren. Nachdem sich an den Linksverkehr gewöhnt war, entpuppte sich das Terrain als hervorragendes Rennrad-Revier: Alle paar Kilometer ein kleiner Familien-Imbiss-Betrieb, in welchem kalte Getränke und auch Nahrung feilgeboten wurden. Wem das zu exotisch war, der konnte auch auf die tiefst gekühlten 7-Eleven Convenient Stores zurückgreifen, die in wenigen Kilometer Abstand am Straßenrand erbaut waren. Dort gab es dann zum Beispiel auch Eis am Stil für den überhitzten Radler.

Die Hotels waren meist mit Bedacht gewählt und so hatten wir abwechslungsreiche Unterkünfte auf unserer Wegstrecke. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die kreativen Frühstückskreationen, welche die Thais anboten. Aus meiner Erfahrung wusste ich, dass es keine »Frühstücks-Nation« war und so freute ich mich über meine aus der Heimat mitgebrachten Haferflocken. Ansonsten hat die thailändische Küche ja einiges zu bieten, was wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit probierten.

Nach zehn Tagen war Chiang-Mai wieder erreicht und eine tolle Rundfahrt im Norden Thailands ging zu Ende. Nun hatten wir noch ein wenig Zeit zu entspannen, thailändische Massagen und Street-Food zu genießen, bevor es wieder in die kalte Heimat zurückging.

Mein Fazit: Eine sehr gut organisierte Rad-Reise ins Land des Lächelns von meinem geliebten WfF/ERT. Ich wurde wieder einmal bestätigt, dass der Verein überall auf der Welt zuhause ist. Was mich auch sehr erfreute, wie gut man, trotz Linksverkehr, in Thailand Radfahren kann. Wäre es nicht ein so langer Flug, könnte man dort, ähnlich wie in Taiwan, sicher ein gutes Frühjahres-Trainingscamp abhalten. Nun freue ich mich schon auf die nächste Fernreise meines Vereins und »genieße« bis dahin den Winter in meiner Heimat …

ERT Vogesen 2024

Lesezeit: 3 Minuten

7 Tage – 7 Touren
Gesamt: 835 km – 11.418 Höhenmeter


Wieder einmal war es soweit und mein Lieblings-Rad-Verein lud zu einer Radreise in die Vogesen. Die Vorfreude zog sich schon über mehrere Monate und so war ich sehr froh, als ich am Samstag Morgen den ICE nach Freiburg besteigen durfte.

Die Direktverbindung war entspannt und am Abend fand sich eine bekannte Crew aus 20 Rennradenthusiasten im kleinen City Hotel ein. Wenige Stunden später hatte es der Radtransporter auch geschafft und es stand einer tollen Woche in den Vogesen nichts mehr im Weg!

In der Vergangenheit war ich schon oft im Kaiserstuhl, der Rheinebene und den östlichen Ausläufern der Vogesen unterwegs, richtig eintauchen durfte ich noch nie. Das sollte sich in der kommenden Wochen ändern!

Gleich am ersten Tag ging es richtig zur Sache und der Grand Ballon stand auf dem Speiseplan. Einer meiner Lieblingsanstiege, den ich bereits über eine andere Straße erklommen habe. Auch Virtuell auf dem Heimtrainer war er vor mehr als 10 Jahre ein tolles Ziel an kalten Wintertagen in der warmen Bude.

Heute war es sehr warm,  der erste lange Sektor bot allerdings kühlenden Schatten durch den Wald. Weiter oben wurde es dann allerdings steiler und sonniger. So gehört sich das für eine ordentliche Bergankunft! Ein toller Berg!

Die Abfahrt nach Mullhouse war dann ebenfalls ein großes Vergnügen.

Am zweiten Tag ging es von Mullhouse nach Belford. Es gab nicht nur die Moselquelle zu bestaunen, auch musste der, bereits in 1905 in der TdF befahrene Col d’Allsace (1.1170m) bezwungen werden.

Am Dienstag ging es dann von Belford nach Epinal. Die kleine Königsetappe mit den meisten Höhenmetern. Das Highlight war der Col de Belle Fille, welcher bei der TdF 2020 befahren wurde. Fast durchgehend zweistellige Steigungsprozente verlangten mir sehr viel ab und ich war heil froh als die Ski-Bergstation passiert war. Nach der rasanten Abfahrt die Stichstrasse herunter warteten unmittelbar zwei weitere Anstiege auf mich. Kein Tag zum Verschnaufen.

Am Mittwoch dann Ruhetag. Die einen nutzten die Zeit zum entspannen, die Anderen das herrliche Sommerwetter um die schöne, rund 50 km lange Ruhetagsrunde zu fahren. Diese war sehr abwechslungsreich und führte vorbei an vielen Schleusen und kleinen Flüsse. Richtige Höhenmeter waren nicht zu bezwingen. Ruhetag eben. Zum Abschluss gab es für mich ein Käsesandwich aus der lokalen Markthalle. Ein Ruhetag ganz nach meinem Geschmack.

Von Epinal ging es am Donnerstag vorbei an vielen kleinen Seen und tiefe Wälder nach Saint-Dié-des-Vosges. Eine sehr interessante Stadt, die wirkte wie am Reißbrett gestaltete und den architektonischen Charm der 50er Jahre mit Post-kommunistischen Einflüssen verband.

Auf unserer vorletzten Etappe ging es dann nach Colmar. Natürlich nicht auf direktem Weg sondern über den wunderschönen Gebirgskamm, der Route des Crêtes. Einfach herrlich da oben, immer mit einem Blick in tiefe Täler oder die Weite der Rheinebene. Bei 30°C und wolkenlosem Himmel ein schweißtreibendes und erfüllendes Vergnügen.

Nach der langen Abfahrt den Col de Platzerwasel herunter, war es auf gut ausgebauten Radwegen nicht mehr weit nach Colmar. Heute freute ich mich besonders auf die erfrischende Dusche in unserem liebevoll eingerichteten Familienhotel.

Auf der Schlussetappe ging es dann von Colmar zurück nach Freiburg. Allerdings nicht ohne nochmal den Grand Ballon hochzufahren. Dieses Mal von der anderen Seite über den Col de Markenstein. Ein schöner gleichmäßiger Anstieg, den ich allerdings nicht mehr “all-in” fahren konnte. Die Beine waren einfach durch die vielen Höhenmeter der vergangenen Tage zu sehr geschunden. Spaß hat es trotzdem gemacht!

Oben auf dem Grand Ballon am Buffet war mir noch nicht klar, was für eine Mini-Challenge noch auf mich wartete, denn mit dem Kopf war ich schon zurück in Freiburg. Die Abfahrt war erst mal schnell und der Fahrtwind trug zur Erfrischung bei. Dann musste allerdings noch die rund 60 km durch die Rheinebene zurück gelegt werden, welche zur echten Hitzeschlacht mutierte. Nicht dass erste mal Durchfuhr ich die Ebene bei Temperaturen jenseits der 35°C. Auch dies überstand der geübte Rennradler und so wurde zufrieden das kleine Hotel in Freiburg erreicht.

Eine erstklassige Woche auf meinem Lieblings-Sport-Gefährt geht zu Ende. Ganz großer Spaß & Sport auch dank des hoch-motivierten Betreuer-Duos Stefan und Sebastian. Auch die Streckenplanung von Mathias lässt keine Luft nach oben. Nachfahren unbedingt empfohlen!

Komme gerne wieder, in eine der, wenn nicht DER, schönsten Rennrad-Regionen!

Elite-Verpfleger beim 48. Berlin Marathon 2022

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Same procedure as …«


Meine treuen Leser möchte ich erstmal für die lange Blog-Pause um Entschuldigung bitten. Nun geht es hoffentlich in relativ regelmäßigen Intervallen wieder weiter mit meiner bescheidenen Schreib-Lust. Seid gespannt!

Jetzt schnell zurück zum Thema: Zum 9. mal wiederholt sich diese angenehme Routine am letzten September-Sonntag in der Hauptstadt: »Top-Verpflegen für Top-Läufer« war mein Sonntags-Vormittags-Motto.

Claus-Henning rief, wie immer, bereits um 7:15 Uhr an die Siegessäule um die mehr oder wenig komplexe Aufgabe zu beschreiben. Nachdem auch die T-Shirts verteilt und die »Freie-Fahrt«-Schilder an den Rädern moniert waren, wagten Heiko und ich noch ein Fahrt in den nahen Start-Bereich.

Just in diesem Moment wollte die Regierende noch ein Selfie mit uns machen, und unbedingt Heikos Rad halten… Das geht ja schon mal gut los!

Wenig später fanden wir uns an unserer ersten Getränke-Übergabestelle wieder. Im schönen Moabit mit Duft aus der Hähnchenbratbude am Strassenrand. Das hat schon Tradition. Das RBB und Herr Milde schauten noch vorbei und checkten ob wir auch ja gut »gebrieft« waren.

Das dachten wir natürlich alle! Dann kamen die Läufer und es musste wie immer, ganz schnell gehen. Leider griff mein Läufer Mark Korir ins Leere, denn es war einfach ein zu großer Pulk an Läufern um ihn herum, als daß er die Trinkflasche hätte erreichen können. Wie ich erfahren habe, wurde dieser Fehler auch live im Fernsehen übertragen. Meine 5 Sekunden Sendezeit. Well done…

Auf zum nächsten Check-Point in der Tor-Strasse. Erst sprang mir allerdings noch die Kette vom hinteren Ritzel. Ich musste mir die Finger schmutzig machen und schlappe 90 Sekunden zu meinem Läufer nach dem Boxen-Stop aufholen. Schon am Kanzleramt war ich wieder auf der Höhe und konnte gut vorbereitet zu Kilometer 10 vorfahren.

Diesmal klappte die Übergabe wie aus dem Claus-Hennings-Lehrbuch und ich konnte mich zufrieden in Richtung Friedrichshain-Kreuzberg auf machen. Immer die Polizeistaffel und die Spitzenläufer im Blick,

Nun konnte ich das gewohnte Programm abspulen. Die Übergaben klappten alle einwandfrei. Mein Läufer wurde immer schneller und erlief sich am Ende den zweiten Platz! 4:49 Minuten hinter Eliud Kipchoge. Er krönte die 48. Auflage des BMW BERLIN-MARATHON mit einem Weltrekord von 2:01:09,

Hat wieder großen Spass gemacht Hoffe bei der 49. Auflage auch wieder dabei sein zu dürfen!