Tiri-Zauchwitz-Süd-Runde

oder »Biken ohne Happy-End«

Die Wetteraussichten waren wechselhaft und Regen auf dem Radar. Trotzdem wollte ich nach fast einer Woche Abstinenz mal wieder meinen Renner bewegen. Olegs Runden sind dafür bestens geeignet, also runter zu Tiri um gemeinsam mit der Bande zu trainieren.

Es lief aus der Stadt raus gar nicht gut. In der Führung wurde ich sofort abgekocht und musste rausgehen. Es dauerte rund 60 Kilometer bis sich meine Dämonen beruhigt hatten und ich den Flow wieder gefunden hatte. Dann lief es auch mit der Führung und ich bekam ordentlich Druck auf die Pedalen.

Am Zauchwitzer Kreisel wurde heute abgekürzt, denn wir wollten nicht klitsch-nass werden. Alle außer Herbert entschlossen sich noch, den Willy zu fahren. Auf dem Weg dort hin wurde wir einmal von einer Schüttung überrascht, fanden aber einen Car-Port unter den wir uns stellen konnten. So wurden wir nicht komplett durchnässt. Prima.

Nach Verabschiedung an der Heerstrasse hatte ich noch die letzten Kilometer alleine zu fahren. Beim rechts Abbiegen in die Akazienstrasse übersah ich einen PKW der aus dieser heraus fuhr. Sicher war ich auch ein wenig zu schnell unterwegs.

Wie auch immer: Ich kollidierte frontal mit dem Auto, flog über die Motorhaube und schlug mit meinem Helm, der ganz blieb (!) in die Windschutzscheibe ein; dann (Judo)rollte ich zur Seite ab.

Mein geliebtes Cannondale CAAD 9 war innerhalb von Sekunden zerstört. Mein Kopf blieb heil, nur mein Gesicht und Ellenbogen trugen Blessuren davon.

Wenig später trafen die freundlichen Herren von der Polizei ein, um den Unfall aufzunehmen. Mein herbeigerufener Papa brachte mich nach Hause.

Ein Rennrad-Ausfahrt-Ende, wie ich es nicht brauchte: Totalschaden Rennrad. Totalschaden neue Radbrille. Mal sehen was noch so passiert…

 

Tiri-Ruhlsdorf-Süd-Runde rerereloaded

oder »Top-Tour zur Tour-de-France«

Es gab nur eine recht übersichtliche Zahl an Tourenangeboten und alleine fahren wollten ich nicht. So entschloss ich mich am Samstag, heute mal wieder mit Oleg am »Tiri« zu fahren.

Gute Entscheidung, denn sieben Mann fanden sich ein diese wohlgekannte Runde unter die Laufräder zu nehmen. Bei der Anfahrt hatte ich so meine Zweifel ob ich heute würde mithalten können, denn die Touren im Süden haben es teilweise echt in sich.

Also erstmal hinten einsortiert und schauen was geht. Schnell merkte ich, dass das Tempo heute nicht all zu hoch war und auch meine Beine gut mit wollten. Prima, denn bei diesem herrlichen Kaiserwetter wollte ich es vermeiden, hinten raus zu fallen. Die Führungen mit dem Direktor & Professor wurden sportlich ausgefahren und wir hatten viel Spass auf der Strecke.

In Blankensee wurde bei unserem geliebten Bäcker Röhrig eingekehrt, Eiscafé getrunken und Kuchen verputzt. Herrlich!

Auch der Rückweg war ein leichtes, denn es gab leichten Schiebewind, der Oleg und mich noch zum Willy brachte. Der Rest der Bande fuhr direkt nach Mariendorf zurück.

Herrliche Runde, mit toller Truppe. Ich habe gemerkt, dass mir die Höhenmeter im Süden Frankreichs gut getan haben und auch im flachen Brandenburg als Körner genutzt werden können.

Mont Ventoux – Rennrad-Woche – Tag 5

oder »Fu** Brandenburg!«

Heute ist schon der letzte Tag unseres Radsport-Urlaubs und somit auch die letzte Möglichkeit noch einmal in dieser bezaubernden Landschaft ein paar Meter zu fahren.

Da sich die Bande schon am Vorabend nicht einig wurde, wer, wo, wieviele Kilometer und Höhenmeter fahren möchte lud ich mir den von Adrian geplanten Track auf meinen Sport-Computer, um in abzufahren. Mit 2.000 Höhenmeter nicht zu viel und um die 100 km sind auch genau das richtige zum Ausrollen, dachte ich mir.

Also nach dem Frühstück 8 bar auf die Reifen und alleine los. Die Sonne schien am wolkenlosen Himmel und die Strecke war dermaßen schön, dass ich das Ein ums Andere mal Gänsehaut bekam, einfach anhalten musste, tief einatmete und den Augenblick genoss. Ich fühlte mich grossartig. Die Waden schmerzten zwar ein wenig, aber ich konnte ja die Berge mit meinem Tempo hochfahren und musste mich an keine Vorgabe halten. Ich hatte den ganzen Tag Zeit. So gefiel mir das!

Nach rund 60 km merkte ich aber schon, dass sich die Glykogenspeicher rapide leerten. Ich hatte einen halben Riegel verdrückt, verspürte aber enorme Lust auf Backwaren. Zu meinem grossen Bedauern gab es in dieser Ecke aber ausschliesslich Berge, Pässe und wilde Schluchten. Eine Boulangerie oder Pâtisserie war weit und breit nicht in Sicht. Nicht gut, denn meine Speicher leerten sich rapide und ich zählte im Kopf die Kilometer zurück in die Zivilisation, nach Malaucène. Dort angekommen steuerte ich die erste Pâtisserie an und genehmigte mir feinste Backwaren und ne Cola.

So gestärkt konnte ich mich auf die letzten 12 km zurück über den letzten Col de Madeleine machen wo ich geschafft aber hoch zufrieden die HomeBase erreichte.

Eine herrliche Rennrad-Woche neigt sich in Süd-Frankreich dem Ende. Durch die hervorragende Organisation von Nina und Robbie musste ich mich um sehr wenig organisatorisches kümmern, was mir sehr entgegen kam. Vielen Dank an dieser Stelle dafür!

Das Land und die Leute haben es mir wirklich angetan. Alle Menschen hier sind superfreundlich, zuvorkommend und höflich. Die Autofahrer versuchen sich mit den vielen Radfahrern zu arrangieren. Jeder, einem entgegenkommende RadfahrerIn grüßt, grinst oder nickt einem zu.

Mir schauderte es schon vor den kommenden Rennrad-Touren in Brandenburg. Ich werde neben der wunderschönen Landschaft den »savoir-vivre« hier vermissen. Ehrlich.