Korsika 2014 – Tag 5

oder »La route de la Castagniccia pour le troisième temps«

Ja was soll ich sagen schreiben: Die selbst-geklickte Strecke »La route de la Castagniccia« hatte es mir dermaßen angetan, dass ich nicht lange überlegte, welche Abschlusstour ich heute fahren wollte. Sie bot alles, nachdem mir momentan war: Höhenmeter, nicht zu steil aber trotzdem lange Anstiege und eine herrliche Vielfalt der Natur. Kurz gesagt: Eine perfekte Runde, die ich gerne mit nach Hause nehmen würde.

Um es wieder ein wenig spannend sportlich zu machen, lud ich mir den Virtuellen-Partner vom Mittwoch auf den Garmin. Der Plan war, meine Fahrzeit noch einmal zu reduzieren. Natürlich nicht auf Kosten der Sicherheit, denn es boten sich einige schnelle Abfahrten, mit Kühen, Hunden, Ziegen, Eseln, Schweinen oder Pferden auf der Fahrbahn. Also nix anbrennen lassen am letzten Tag!

Gleich hoch nach Veskovato wollte ich eine Marke setzten und konnte einige Sekunden schneller oben sein als beim Letzten mal. Ein wenig Bammel hatte ich schon, mich zu sehr vom VP hetzen zu lassen und dann später keine Körner mehr zu haben, um die Küstenstrasse noch halbwegs flott und locker nach Hause kurbeln zu können. Also einen Gang rausnehmen, doch mal anhalten, die herrliche Weitsicht genießen die es nur heute gab.

Alle meine lieb gewonnenen Orte am Wegesrand wurde passiert und mein VP konnte mich nicht mehr kriegen. Runter zu Küste machte es am Hinterrad dann Puff in der Abfahrt und der Mantel war luftleer; was aber kein wirkliches Problem war, da ein extra Schlauch und Pumpe mitgeführt wurden. Der kleine Glassplitter in der Decke (Conti GP 4000S) wurde auch gezogen und so konnte es mit weniger als 8 Bar weiter gehen.

Unten auf der Küstenstrasse musste ich nach den Eclairen ganz schön kämpfen um nicht auf dem letzten Metern doch noch vom VP kassiert zu werden. Glücklicherweise geschah das aber nicht und ich konnte die letzten Kurven meines klasse Urlaub auf und mit dem Rad ausklingen lassen. Vive la Corse!

Korsika 2014 – Tag 4

oder »La route de la Castagniccia encore une fois«

Da gestern eine eher wenig anspruchsvolle Laufeinheit den Tag mit Sport ausfüllte, sollte es heute wieder etwas zackiger zur Sache gehen. In Ermangelung nicht all zu langer toller Strecken hier in der Gegend nahm ich mir einfach vor, »La route de la Castagniccia« erneut zu fahren. Und damit es ein wenig herausfordernder wird, den Virtuellen Partner von vorgestern mitlaufen zu lassen.

So ging es gleich, ohne viel Warmfahren, hoch nach Vescovato. Zum Fotografieren hatte ich später Zeit. Es war heute wichtiger, den virtuellen Partner auf Distanz zu halten. Schöne Fotospots hatte ich noch von vorgestern in Erinnerung und wo Oben war, konnte ich prima durch Wischen auf meinem Garmin Display herausfinden. Welch Luxus!

Apropos Luxus: Auch konnte ich jederzeit sehen ob mir das virtuelle Ich näher kam und ich eine Schippe drauf zu legen hatte, was aber glücklicherweise erst einmal nicht geschah. Heute machte ich taktische Verschnaufpausen an den Passhöhen und konnte mir die Kräfte viel besser einteilen, als noch am Sonntag.

In La Porta wurde wieder eine kurze Riegelpause eingelegt, bevor es die letzten beiden Kanten hoch ging. Erst La Croc und zum Abschluss noch den Col d’Arcarota, dann auf herrlichem Flüsterasphalt in Richtung Küste.

Unten, an der Küste angekommen, hatte ich noch etwa 25 km bis zur HomeBase vor mir. Heute leider ohne Schiebewind und so packte mich die Angst, mein virtuelles Ich könnte mich noch kassieren. Also ne Schippe drauf gelegt und nur zwei Eclairs verdrückt.

Es half, ich konnte mit fast 8 km Vorsprung das Ziel erreichen. Schöner Sport, klasse Runde!

 

Korsika 2014 – Tag 3

oder »La route de la Castagniccia«

Sonntag, genau der Richtige Zeitpunkt ein wenig kürzer zu treten und eine lockere Runde einzulegen. So war zumindest der Plan. Wenig mehr als 100 km und ein bisschen Berge. Mir wurde die Strecke als verkehrsarm und abwechslungsreich empfohlen – ich war gespannt.

Es ging recht schnell in den Berg, keine Zeit mich warm zu kurbeln und als Vescovatto hinter mir gelassen war, wurde ein herrlicher Blick in die Bucht frei. Zeit zum Fotografieren nahm ich mir, Strava-Segmente konnten mich mal.

Ich wurde gewarnt, daß es kurvig und hügelig werden würde und daß auf der Strasse viele Esskastanien (Castagniccia) liegen würden, die es zu umfahren galt. Auch zeigten sich alle Nase lang Kühe, Schweine und Ziegen auf der Strasse. Beim Aufstieg ist das ja kein Problem aber bei den Abfahrten musste ich ganz schön aufpassen, die pikenden Schalen der Esskastanien und der Nutz-Tier-Welt nicht zu nahe zu kommen.

Nach La Porta wurde es richtig einsam und auch ein wenig unheimlich, denn ich hört Schüsse und auf einmal standen Jäger mit grossen Gewehren neben mir. Auch kläffende Jagd-Hunde befanden sich kläffend und in Lauerstellung auf den Ladeflächen von Pick-Up-Trucks. Auch dieser Spezies wollte ich heute nicht zu nahe kommen.

Der Anstieg schien keine Ende zu nehmen. Die Beine waren müde, ein Gel hätte ich mir gönnen können, aber ich hatte keinen Überblick, wie lange es noch hoch gehen würde. Als dann endlich das Pass Schild am Wegesrand auszumachen war, freute ich mich sehr, denn nun würde es erst einmal einen Weile abwärts gehen. Es war frisch und ich ließ nicht einfach rollen um nicht zu sehr auszukühlen.

Nach einigen Wellen war die Küstenstrasse erreicht und noch gut 20 km waren mit leichtem Schiebewind zu absolvieren. Noch was Süßes auf die Hand und die letzten 15 km waren ein Kinderspiel.

Tolle Sonntags-Ausfahrt mit reichlich Höhenmetern und faszinierender Landschaft. Die Runde könnte ich glatt noch einmal fahren!