Auf Friedensfahrt–Kurs 2015 5. Tag: Benecko – Görlitz

132 km | 2.084 Höhenmeter

Auch heute wollte ich wieder die lange Etappe fahren. So hieß es gleich nach wenigen Kilometern bergab: Husch-husch: hoch in den Berg! Aua, die Beine schmerzten und die steile Wand vor mir wurde nicht kürzer. iPod an, und im Rhythmus hochkurbeln. Das ging gut. Oben dann, wie schon so oft in den letzten Tagen, in die Abfahrt gestürzt. Hoch-runter-hoch-runter. Was für eine Faszination von diesem ständigen Auf und Ab ausgeht. Wer kann es mir erklären?

Herbert und ich fanden uns erneut und es wurde gemeinsam gerollert. Über Hügel gedrückt und nicht gejammert. Auf bekannten Wegen die Darretalsperre im Isergebirge entlang und eine herrliche Abfahrt herunter und schon war das Buffet erreicht.

Irgendwie ging das Radeln sehr locker und die Beine wollten die Bewegung. Ich machte mich also auf die Socken, während der Rest der Bande noch Café genoss. Ein paar Hügel waren noch zu nehmen, die konnten mir heute aber nichts mehr anhaben, denn Görlitz war nun nur noch 60 km entfernt.

An der Uferpromenade wurde ich, zeitlich perfekt, noch vor den Toren Görlitz gestellt und wir fuhren geordnet in 2er Reihe in unser Etappenziel ein.
Eine sehr schöne ITF 2015 geht zu Ende. Resümee dann in einem späteren Beitrag.

Auf Friedensfahrt–Kurs 2015 4. Tag: Zieleniec -> Benecko

149 km | 2.577 Höhenmeter | KÖNIGSETAPPE

Der Aufbruch fiel heute sehr leicht, denn beim Blick aus dem Hütten-Fenster lachte uns die Sonne entgegen und wolkenloser Himmel oben drauf. Also ohne viel zu überlegen die kurz-kurzen Radklamotten übergestreift, Sonnencreme aufgetragen und los!

Ohne lange zu Fackeln wurde die lange Route nach dem gemeinsamen Gruppenfoto gewählt. Dafür ging es ein wenig bergab, um dann auf den Gebirgskamm über dem Hotel hochzuklettern. Warm war uns nun allen.

Ein defekt der Führungsgruppe ließ mich diese passieren. Ich fuhr alleine und genoss es, denn niemand drückte aufs Tempo und ich konnte die Landschaft genießen, statt das Hinterrad des Vordermannes zu beachten. Was für ein herrlicher Tag zum Rennrad-Fahren!

Nach rund 60 Kilometern war erneut das perfekt organisierte Buffet erreicht. Die Familien der Thüringer Bergziegen hatten wieder ganze Arbeit geleistet um unsere leeren Speicher mit Köstlichkeiten zu füllen.

Nach der Pause wollte mich die Bande ins Schlepptau nehmen. Ich wollte mich aber nicht nehmen lassen. Ein Fehler, denn in der Gruppe wäre der in dieser Passage starke Gegenwind sicher einfacher zu ertragen gewesen. Nun war es zu spät und ich machte alleine weiter. Wolfgang wurde aufgesammelt. Er war ohne Navigation unterwegs, was in diesem Gelände recht problematisch sein kann.

Die Weiterfahrt wurde kurzweiliger da wir gemeinsam gegen die Hügel bzw. Berge kämpften. Nach dem Passieren eines weiteren Skigebietes wurde mir klar, warum die Etappe heute »Königsetappe« hieß. Es ging auf jeden Fall mehr hoch als runter.

Als ich schon dachte, es wäre geschafft musste dann noch ein 12 km langer Anstieg gemeistert werden, bevor wir endlich unser Nachquartier, dass Star Hotel in Benecko erreichten. Drei Sterne sind vielleicht ein wenig übertrieben, aber das Essen war lecker, der nachbestellte tschechische Käse gut gemacht und dass Bier ging sowieso runter wie Öl.

Wie geht das zu toppen?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2015 3. Tag: Karpacz -> Zieleniec

145 km | 2.257 Höhenmeter

Das Frühstück war schnell und wortkarg verdrückt, die Taschen verladen und das Erinnerungsgruppenfoto geschossen und da fanden wir uns schon auf der Strecke wieder.

Die lange bergab Passage war perfekt zum Beine lockern und bevor ich mich versah, hatte die Gäng schon eine kleine Bäckerei ausgekundschaftet, in der Kaffee und Kuchen gegen Zloty getauscht werden konnte.

Auch ok, eigentlich für mich viel zu früh für eine Pause, aber diesem Gruppenzwang musste ich einfach erliegen.
Was mich ein wenig nachdenklich machte, war der Umstand, dass ich mit der Elite zur Kuchenpause angetreten war und deren Tempo sicher nicht lange halten können würde. Dies hatte zur Konsequenz, dass ich am ersten Hügel nach der frühen Pause reißen lassen musste und alleine unterwegs war. Suboptimal, aber eine neue Gruppe war schnell gefunden und irgendwann rollte ich auf Herbert und Dirk auf, denen ich mich von nun an anschloss.

Das Buffet wurde erreicht und es gab wieder lecker Stullen und Obst und Gemüse, herrlich hergerichtet von den uns begleitenden Familien der Thüringer Bergziegen.
Nach dem Aufbruch ging es erstmal wellig weiter. Wo waren die Höhenmeter? Das dicke Ende erwartete uns noch. Aber mit Herbert und Dirk, als ZugeselPferde, ließ es sich prima die Hügel hochfahren. Die wunderschöne Landschaft trug ebenfalls zur Kurzweile bei.

Ein wenig demotiviert war ich dann aber schon, als ich die noch vor mir liegende 12 km lange Bergankunft im Skigebiet des Adlergebirges reflektierte. So richtig Lust hatte ich nicht mehr da hoch zu drücken, aber mit Herbert neben mir als unterhaltenden Gesprächspartner ließen sich die letzen Kilometer halbwegs erträglich rückwärts zählen.

Oben angekommen gab es erst einmal ein kaltes Tyskie bevor geduscht und zum diesmal reichhaltigen Abendessen gerufen wurde.

Eine Videopräsentation der vergangenen Friedensfahrten im komfortablen Konferenzraum des Hotels und ein Plausch am Lagerfeuer rundeten den perfekten Tag auf dem Rad ab. Mal sehen was morgen so geht!?