Süd-Luckenwalde-Runde

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oder »1x kaputt-spielen ohne Ansage«


Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen: Eine Süd-Runde mit Oleg und Stefan H. würde keine Bummeltour werden. Als um 11:30 Uhr keine weiteren Mitfahrer am Tirschenreuther-Ring standen, hatte ich Gewissheit, dass die nächsten Stunden viel Unterlenker-Fahren, Kassetten-Glotzen und Puls-Anzeige beobachten, bedeuten würde.

Bis Schenkenhorst spielte ich erstmal beim Führungs-Fahren mit. Dann begann ich über eine vorzeitige Exit-Strategie nachzudenken. Oleg versprach mir, ruhiger zu fahren und bei den Wechseln musste ich nicht mehr in den Wind gehen. Ich kam mir vor wie ein blutiger Anfänger, genoss aber auf der anderen Seite die Erholungspausen.

Ab Zauchwitz wollte konnte ich wieder mitspielen. Locker nach Süden radeln geht zwar anders, aber ruhiger rufen wollte ich auch nicht. Einmal die Woche quälen ist ja nicht verkehrt. Und überhaupt!

Hinter Luckenwalde wurde es angenehmer, denn der leichte Süd-Schiebewind half uns die virtuelle Tachonadel hoch, und die Anstrengung gering zu halten. Auch freute sich das Kopfkino, dass mindestens 50% der Strecke abgehackt waren. Die Vorfreude auf die Einkehr in Blankensee, beim Bäcker Röhrig, tat ein übriges.

Nach dem Kuchen und Apfelschorle ging es gestärkt zurück in die Hauptstadt. Der Willy wurde verhältnismäßig ruhig passiert. Nach meiner Beschwerde, dass jetzt für mich am Postfenn nichts mehr ginge, gab Oleg ungewohnt lapidares Feedback: »Kein Problem: Wir haben ja auch heute einige Akzente gesetzt!«

So schaut’s aus! Danke für’s Mitnehmen, Männer!

Top-Verpfleger beim 39. Berlin Marathon 2012

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Verpflegung mit Hindernissen«


Heute war es wieder soweit und ich durfte nach 2010 erneut mithelfen die Spitzenathleten mit ihren persönlichen Getränken zu versorgen.

Der Blick um 6:30 Uhr aus dem Fenster ließ auf herrliches Lauf-Wetter hoffen: Zwar etwas kühl mit 8°C aber wolkenloser Himmel. Also schnell ’nen Kaffee rein und zum Großen Stern, unserem Treffpunkt, geradelt.

Klaus-Henning und Thomas K. erwarteten uns schon freudig. Nach der Funktions-Shirt Ausgabe folgte die Montage der Freie-Fahrt-Schilder an unseren Rädern. Nun mussten noch Läufer auf die Verpfleger verteilt werden. Ich entschied mich in diesem Jahr für eine Frau und versprach mir davon weniger Stress an den Ausgabepunkten da diese meist in kleinen Gruppen laufen. Ein oder zwei Hasen vorne weg. Eigentlich Immer gut zu identifizieren.

Das ich nach erfolgreichem Googlen des Namens »Yuri Kano« auch noch eine wirklich hübsche erwischt hatte, freute mich doppelt. Als Mark Milde dann noch mit einem neuen BMW-Elektro-Scooter einschwebte um uns die Trikotfarben der Läuferinnen auf einer Schautafel zu zeigen, war für mich klar, das dies heute ein einfacher Job werden würde.

Nach dem Gruppenfoto begann dann doch die Phase des nervösen Wartens. Die Spitzenmänner wurden versorgt, die erste Frauen-Gruppe passierte die Verpflegung.

Yuri Kano hatte die Startnummer 6 sollte nun also jeden Moment vorbeilaufen – aber sie lief nicht. Bange Minuten vergingen und so langsam begann der große Pulk der Jedermänner auf die Verpflegung zuzulaufen.

Sicher hatte ich Yuri Kano verpasst. Aber wirklich sicher war ich mir auch nicht. Eine schnelle Entscheidung war nun wichtig: Weiter, im Affenzahn, zum nächsten Verpflegungspunkt. Vielleicht würde ich sie dort abpassen können. Während ich die vielen Läufer überholte versuchte ich weiter Yuri zu identifizieren.

Als ich am folgenden Verpflegungspunkt eintraf, brannte die Lunge. Diesmal instruierte ich die dort wartende Helferin, die Flasche mit Zuckerwasser an Yuri Kano rauszugeben. Ich fuhr zum Begleit-BMW der Spitzen-Frauen auf und fragte den Herren während der Fahrt auf dem Beifahrersitz ob den Yuri Kano überhaupt am Start sei. Es gab keine Echtzeit-Positionen und so konnte er mir in diesem Moment auch nicht weiter helfen.

Nächste Verpflegung gleiches Spiel. Wieder musste ich ordentlich in die Pedale treten um den Anschluss an die Spitzengruppe wieder herzustellen. Der Rennkommissar auf dem Beifahrersitz konnte mir aber nun berichten, daß Yuri Kano gar nicht angetreten war oder schon ganz früh ausgestiegen war. So ein Pech.

Ich wollte es Yuri Kano nicht gleichtun und hielt mich an die Spitzengruppe der Frauen. Ein toller Anblick, diese Spitzenathletinnen. Interessant war es, zu beobachten, wie sie mit ihrem Trainer im Führungsfahrzeug per Handzeichen kommunizierten. An den Verpflegungspunkten nahmen sie ausschließlich Wasser zu sich. Keine Spezial-Getränke, keine PowerBar-Gels. Faszinierend. Faszinierend auch diese Lauf-Ökonomie, zu der ich nie fähig sein werde.

Am Wittenbergplatz konnte Aberu Kebede dann erfolgreich ihre Verfolgerinnen abschütteln und einen fulminanten Spurt nach Mitte hinlegen. Der Sieg war ihr sicher. Unklar war, ob in neuer Rekordzeit. Aufgrund des vielen Gegenwindes, den ich auf der Strecke zu spüren bekam, glaubte ich nicht an einen neuen Weltrekord. Ins Ziel kam sie nach 2:20:30 Stunden. Ganz großer Sport! Hoffentlich im nächsten Jahr wieder!

 

 

Saschas-Oderbruch-Runde

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Lange Runde durch den wilden Osten«


Da ich lange (eine Woche) nicht auf meinem Renner saß, sollte heute mal wieder lang gefahren werden. Diese Logik gefiel mir und so machte ich mich um 20 nach 9 auf nach Neukölln um dort meine Rennrad-Peeps zu treffen. Einige waren gekommen, meist bekannte Gesichter, mit den ich schon viele schönen Stunden auf meinem Lieblings-Sportgerät verbracht hatte.

Um kurz nach zehn ging es hoch nach Norden, durch Neukölln und Friedrichshain um weitere Peeps beim Radladen Hagi in Weissensee einzusammeln. Jetzt konnte es endlich los gehen, raus aus der Stadt, dem Samstag-Morgen-Verkehr entkommen. Nicht ohne eine extra Schleife, da einmal falsch abgebogen wurde. Kein Ding, wir waren ja zum Fahren hier. Als Altlandsberg passiert war, ließ auch der Verkehrsstress nach und wir konnten ohne viele, uns nervös überholende Autos, nach Niederfinow weiter rollen.

Der leichte Schiebewind machte es uns leicht, voran zu kommen. Frau Kühne in Niederfinow wurde passiert und Sascha gab den bergigen hügeligen Sektor mit einem leisen »Sport frei!« frei. Meine Beine fühlte sich trotz wegen der Woche Rennrad-Abstinenz gut an und ich wollte heute auch am Berg vorne mitmischen, was mir gelang. Nice.

In Oderberg wurde dann eine Sammelpause eingelegt bevor es weiter zu unserer Einkehr an der Oder ging. Dort wurde in Lunow im Café Goldrand eingekehrt. Bei Kaffee, Pflaumenkuchen und Himbeerschorle ließ es sich in der Sonne gut aushalten. Ein Erinnerungsfoto wurde geschossen, bevor es auf dem Deich auf die Rückreise ging.

Jetzt wurde es ein wenig unangenehmer, da der Wind fast stetig von vorne blies. Immer wieder teilte sich leider das Feld und auf einer Kopfsteinpflaster-Passage kam es, aus Unachtsamkeit, leider zu einem Sturz, der Herberts Rad stark demolierte, sodass sein Rahmen wohl ersetzt werden muss. Großer Mist!

Immer wieder zerriss es das Feld und ein gleichmäßiges Radfahren war leider nicht mehr möglich. Die aufziehende Regenfront brachte meine Laune auf den Tiefpunkt. Auf böse Böen mit Starkwind hatte ich ja nun mal gar keinen Bock, auf untergehende Sonne und Dunkelheit noch weniger. Wir zogen nun an der Kette um den Bahnhof Ahrenfelde zu erreichen. Durch die Stadt nach Hause, ohne Licht, war keine Option. So beendeten wir die heutige Runde in der S7. Wenig schön, aber notwendig.

Fazit: Bedingt durch die große Gruppe und die unterschiedlichen Leistungsstände, teilweise sehr unhomogenes Radeln. Trotzdem überwog die Freude, wieder mit meinen Rennrad-Peeps unterwegs gewesen zu sein. Zeitweise hatte ich aber echt wenig Spass. Trotzdem eine gute Vorbereitung auf Hamburg -> Berlin in 14 Tagen.