Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 1. Tag: Ludwigsfelde -> Elsterwerda

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126 km | 443 Höhenmeter


Perfekte Bedingungen für den ersten Tag der ITF 2018: Temperaturen jenseits der 20°C und wolkenloser Himmel. So fuhr ich mit einem breiten Grinsen nach Ludwigsfelde Bahnhof. Peter und Christel und seine Crew erwarteten uns schon zum Gepäck verladen. Alles bereits jährliche Routine. Zum 9. mal bin ich nun dabei. Eine Mitarbeiterin der Märkischen Allgemeinen fragte freundlich ob sie uns fotografieren dürfe: klaro – nur nicht fürs Bild Posen bitte.

Dann ging es auch mit ein paar Minuten Verspätung um 9.20 Uhr los in Richtung Süden. Erstmal die falsche Ausfahrt den Kreisverkehr raus. Macht nix, umdrehen zweiter Versuch.

Etwas später auf der Landstraße wurde es dann auch relativ gleichmäßig und es rollte recht flüssig. Dann der Anruf von Peter: es hatte einen Auffahr-Unfall gegeben und wir müssten uns bitte in Dahme-Spree nach rund 66 km selbst versorgen. Kein Problem. Der Fläming mit seinen Hügeln bei Petkus stellte ein paar Mitfahrern vor richtige Herausforderungen und so wurde gewartet, bis dann gemeinsam der Lidl angesteuert wurde.

Nach erfolgreicher Stärkung ging es weiter auf den zweiten Teil. Nun wurde ein wenig flotter gefahren, was ein paar Mitfahrer überforderte und zu einer recht unhomogenen Gruppenfahrt führte. Ich war doch ein wenig genervt, wollte ich doch alle beisammen halten.

Das gelang leider nicht, aber irgendwann war dann Elsterwerda erreicht und die kleinen aber feinen Zimmer in unserer Pension »Europa« konnten bezogen werden.

Schöne Radfahrt. Morgen dann nach Görlitz!

ERT 2018: Taiwan Tour 10. Etappe

Lesezeit: 2 Minuten

Su-ao – Taipei


Heute ging es zum letzten Mal auf die Piste. Die Taiwan-Runde musste geschlossen werden. Beim Frühstück im 9. Stock mit Blick auf den Hafen wurde klar, dass das heute keine Kaffee-Fahrt werden würde, denn es regnete in Strömen. Die Gruppe diskutierte eifrig über Optionen der Bus-, Bahn- oder sonstiger Fahrt.

Für mich war klar, dass die letzte Etappe unbedingt auf dem Rad zurück gelegt werden musste. Dafür bin ich nach Taiwan gereist: um die Insel einmal aus eigener Kraft mit dem Rad zu umrunden. Ohne wenn & aber. Also suchte ich mir als geeigneten Mitstreiter heute den Sascha aus und wir machten uns pünktlich um 9 nach zwei Scheiben Toastbrot und ein wenig Rührei auf den Track. Noch nicht mal am Ortsausgang angekommen, kübelte es richtig von oben. Das konnte ja nen Tag werden! Entlang der Küste führte wieder ein toller Radweg, dem wir nur bedingt Aufmerksamkeit schenken konnten, denn zu allem Überfluss blies der Wind auch noch richtig ordentlich aus Nord. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so war ich sehr froh, Sascha dabei gehabt zu haben.

Irgendwann kam dann das Gebirge, dass heute für ein paar Höhenmeter sorgen sollte. Und siehe da, die Straßen waren auf einmal trocken und ich konnte die AliExpress-Regenjacke ablegen. Oben am »Gipfel« gab es dann ein letztes mal Buffet, welches voller Wehmut genossen wurde. Das wars nun mit Taiwan-Top-Versorgung!

Nun ging es wellig im Gebirge weiter und es gab das ein ums andere mal Sprühregen. Egal, ich hatte Spaß am Radeln und genoss die letzten Kilometer auf meinem Renner auf dieser herrlichen Fahrrad-Insel. Irgendwann, nachdem die Bremsklötze komplett runter gebremst waren, wurde dann Taipei erreicht und gleich mal falsch auf den Highway aka Autobahn abgebogen. Im letzten Moment holten mich noch zwei Polizisten im schicken 3er-BMW ein und belehrten mich freundlich aber bestimmt in gebrochenem Englisch, dass ich doch bitte umzudrehen hätte. Ich entschuldigte mich mehrmals und der Polizist auf dem Beifahrersitz stieg sogar aus um mir den Weg auf dem Standstreifen entgegen des Verkehrsflusses zu weisen. Sehr freundlich und aufmerksam!

Nun hatte mich die Großstadt wieder aufgesogen und die verbleibenden Kilometer musste die breite Einfallstraße mit Mopeds, Taxen, PKWs und Bussen geteilt werden. Nun nur keinen Fehler machen und sicher das Hotel erreichen – was zum Glück gelang.

Perfekte zwei Wochen auf meinem Renner liegen hinter mir. Die Insel wurde aus eigener Kraft erfolgreich umrundet und das beeindruckende Land mit unzähligen Eindrücken, Gefühlen, Gerüchen und Emotionen im wahrsten Sinn des Wortes »erfahren«.

Ohne das Organisationstalent vom wff wäre diese logistische Meisterleistung nicht möglich gewesen. Für den Einsatz, speziell von Susi und Stefan möchte ich mich hier ganz herzlich bedanken.

Was bleibt? Ein wenig Statistik: 1.220 km und 11.511 Höhenmeter auf dem Renner abgespult. Das Jahres-Rennrad-Highlight in 2018 schon im Januar erlebt!? Mal sehen was noch so auf mich wartet!?

ERT 2018: Taiwan Tour 9. Etappe

Lesezeit: 2 Minuten

Hualien – Su-ao


Nach der schweißtreibenden Wanderung am gestrigen Ruhetag im faszinierenden Taroko Nationalpark durfte heute endlich wieder Rad gefahren werden. Und was für eine Etappe stand auf dem Programm! Auf dem Highway 9 immer der Küste folgend nach Norden hoch. Es gab viele sagenumwobene Geschichten rund um diese Strecke. Eine besagte, daß die Straße für Radfahrer, wegen der vielen langen Tunnel nicht befahrbar sei. Andere behaupteten dass die Fahrbahn nicht gesichert sei und man viele hundert Meter tief ins Meer stürzen könne.

Genau solche Geschichten brauche ich ja, um meine Neugierde zu entfachen. Eisenbahn-fahren entlang der Strecke war heute definitiv keine Option!

Nach dem Frühstück, in Form eines Ei-Sandwiches ging es gut gelaunt auf die vorletzte Etappe der Taiwan-Rundfahrt. Die Strecke führte auf einem schönen Radweg aus Hualien heraus. Links ein riesiges Militärgelände, rechts der wilde Pazifik mit meterhohen Wellen. Es war windig, aber nicht so unangenehm, dass ich nicht voran kam und es keinen Spaß gemacht hätte. Irgendwann war dann wieder ein 7-Eleven am Wegesrand, an dem ich auf die Bande auffuhr. Erstmal Brotzeit mit den üblichen Ingredienzien: gefülltes Vanillebrötchen & Eis-Kaffee-Latte.

Dann zog uns erstmal der Andreas entlang des Highways und die langen Tunnel wurden gekonnt mit Licht und großem Blatt durchfahren. Recht früh gab es dann auf einem Friedhof das Buffet. Es wurde wieder lecker gespeist und ich wollte mit Herbert weiter fahren, der ließ sich aber hängen und so machte ich Musik an und wollte die vor mir liegenden Kilometer alleine genießen. Leider setzte nun Regen ein und es wurde kühler. Ich hatte keine entsprechenden Regen-Klamotten dabei, ließ mir aber die gute Laune nicht vermiesen und genoss trotz der vielen Wolken und der nassen Fahrbahn die faszinierenden Tropen und den Regenwald.

Der Verkehr wurde nun teilweise echt penetrant aber ich fuhr einfach meinen nassen Stiefel und erreichte dann irgendwann als Erster unsere letzte Station Su-ao vor der Hauptstadt Taipei. Eine Hafenstadt, die erstmal nicht den einladendsten Eindruck erweckte. Das Hotel ist witzig traditionell. Mein Zimmer ist komplett in Holz getäfelt, auch der Fußboden.

Freu mich auf morgen Abend!