WfF Slowenien Tour 2022 – Tag 2: Koper nach Nova Gorica

Da hinten geht es steil hoch
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Abkürzung durch Italien


Nach dem leckeren Frühstück mit selbst gebackenen Spiegeleiern gab es keine lange Entscheidungsphase der Streckenfindung: Alex hatte mit Hilfe von Komoot eine relativ kurze und direkte Strecke zu unserem Tagesziel geplant. Das Charmante an der Strecke war, daß zwei mal eine Staatsgrenze innerhalb des Schengenraums passiert werden musste und es eine Durchquerung der Hafenstadt Triest gab. Sowas ist genau daß, was mein Radlerherz zum Hüpfen bringt: Spannung pur und kein dröges Steigungen- bzw. Pässe-Schrubben.

Klar ein paar Wellen gab es auch hier zu bügeln, dazu dann später mehr…

Nach einem ersten kurzen Kanten war auch schon die Staatsgrenze nach Italien erreicht und bevor wir uns versahen, waren die Straßenschilder auf italienisch. Kleine Nebenstraßen führten uns in die Hafenstadt. Das wären doch ideale Schmugglerstrecken gewesen!

Nachdem wir uns mit dem Hafenstadt-Gewusel vertraut gemacht hatten, wurde erstmal eine Café-Bar angesteuert. Beste Café-Spezialitäten für schmalsten Euro: ich liebe Bella-Italia!

Nachdem das urbane Leben von Triest genauestens unter die Lupe Räder genommen war, ging es noch ein wenig an der Adriaküste entlang bevor uns eine kleine Nebenstraße steil in einen Berg führte. Sportliche Tourenplanung! Auf einem kurzen Sektor musste ich sogar kurz schieben, weil es mir irgendwie zu steil war. Das kommt auch nicht alle Tage vor.

Oben ging es dann wellig weiter zurück nach Slowenien. Davor aber noch ein Nussteilchen und eine Limo beim italienischen Konditor.

Dann weiter zur Grenze im verlassen Wald des Grenzstreifens. Nur zwei verlassene Grenzhäuschen ließen erahnen, dass hier mal ein eiserner Vorhang zwei Verteidigungsbündnisse trennte.

Erneut gab es Lust auf eine Einkehr in der Sonne. Eine Bar mit Café und Pistazien- und Schoko-Croissant wurde in einer kleinen Ortschaft gescoutet und erneut gab es eine ausgedehnte Einkehr. Radreisen könne sehr inspirierend und schmackhaft sein. Großer Sport dann eben an einem anderen Tag.

Nun war das Tagesziel fast erreicht. Da wir sehr früh am Hotel waren erkundeten wir noch die Umgebung mit seinen hohen Brücken und der Kajak-Strecke im nahen Fiume-Isonzo Flüßchen.

Gewünschte Pommes gab es zwar nicht, ein Stück Pizza und ein Pivo rundeten den Tag auf dem Rad gebührend ab. Mal sehen, was morgen auf dem Programm steht. Sicher ein paar Kilometer mehr…

WfF Slowenien Tour 2022 – Tag 1: Ljubljana nach Koper

Gruppenfoto vor der Abfahrt
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Einmal an die Mittelmeerküste


Der Blick aus dem Dach-Fenster unseres Gluten-Free-Hotel Mini-Hotelzimmer versprach erstmal nicht die besten Wetteraussichten: dicke Regentropfen bedeckten die Glasscheibe. Kurzer Check des Regenradars versprach uns allerdings eine sehr geringe Regenwahrscheinlichkeit! Bingo! Die wärmende Kleidung konnte also getrost in der Reisetasche verstaut werden und ich ging all-in mit kurz/kurz. Wie sich schnell herausstellte, die richtige Wahl.

Unser Prolog aus Lublijana, welchen ich erstmal mit Christian anführte lief flüssig und homogen, bis nach etwa 20 km der erste Kanten auf uns wartete. Da zog sich das Feld auseinander wie eine Ziehharmonika. Erstmal lief es schlecht, dann konnte ich mich bei meinen 820 hm/h einpendeln: prima.

Die Landschaft war interessant –  nicht überbordend attraktiv – hier merke ich wieder wie verwöhnt ich doch bin, oder besser was ich schon alles auf dem Rad erlebt habe. Was mich beeindruckte war der fast überall perfekte Asphalt, sogar auf den kleinen Nebenstraßen: das hatte ich nicht erwartet. Auch machte der fast permanente Schiebewind daß Radeln heute wirklich zum Vergnügen.

Irgendwann holte mich Eve ein und wir hatten einen netten Plausch bis zum Buffet. Das war heute an einer echten touristischen Attraktion: Einer Burg in Predjama mitten in einen Fels gebaut. Beeindruckende alte Steine.

Das Buffet von Susi und Felix war gewohnt frisch und lecker. Nach ausgiebigem gefutter ging es auf den zweiten Sektor. Länger als der erste. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und begann die Kilometer rückwärts zu zählen. Nicht gut für den ersten Tag. Dann konnte ich das Meer von einer Klasse Aussichtsplattform sehen und die Unlust war verflogen. Einige aus der Crew rollten auf und wir machten die letzten Kilometer gemeinsam. Bis in den Hafen – Meer & Schiffe gucken. Dann noch ein Eis und der Tag auf dem Rad war perfektioniert. Ein wirklich klasse erster Tag!

Mallorca Trainingscamp 2022 – Tag 9 – Esporles-Valdemossa-Runde

Letzte Ausfahrt 2022 auf Mallorca
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das Schöne und das Traurige liegen hier so dicht beieinander


Die Nacht war unruhig, denn meine Gedanken kreisten um die krassen Geschehnisse des Vortages. Es erschien mir, als wäre es stiller beim Frühstück als sonst. Sonst viel Routine: Tourenbesprechung: Wer ist dabei – wann fahren wir los? Eigentlich ein toller Tag, ein Urlaubs-Highlight. Meist gab es da die Königsetappe, also die Strecke mit den meisten Kilometern und Höhenmetern. Niemand aus unserer Gäng war danach zumute.

Mein Strecken-Kompass war weit weg vom Küstenklassiker oder sonstigen Heldentaten. Meine Fitness ist in 2022 dafür auch einfach zu schlecht, um auf den Dingern performen zu können und dann auch richtig Spass zu haben. Außerdem: Been there – done that. Manno.

Also machten wir uns um 10 Uhr auf ein geplante alternative Königsetappe. Für alte Herren sozusagen. Und das geht so: Einmal Muro-Radweg bis Santa Maria, dann hoch nach Valdemossa und über Col der Soller wieder runter nach Santa Maria an die Kuchentheke.

Micha S., Alex, Heiko, Andreas und ich waren dabei. Einer fehlte. Der Fehlende wird für immer fehlen. Er wird nie wieder irgendwas tolles auf Mallorca erleben können, denn er ist nicht mehr unter uns. Am Nachmittag des gestrigen Ruhetages brach er in einem Restaurant mit Freunden in Port de Polenca auf der Toilette zusammen und konnte nicht zurück geholt werden. Wie krass sich das anfühlt, dies zu schreiben. Gestern am Ruhetag saß ich noch früh morgens am Frühstück mit ihm zusammen – wir beide waren meist die Ersten – und haben gelacht und geplant wie unterschiedlich wir den Ruhetag denn verbringen würden. Fuck: Nun hat er für immer Ruhetag … was für ein Mega-Mist!

Das bewegt mich so sehr, da kann ich nicht einfach aufs Rad steigen und losradeln und meinen Urlaub genießen. Das geht nicht. Versucht haben wir es. Alex hat sich nach 25 Kilometern abgemeldet. Wir sind weiter gefahren, gegen den Wind und die Emotionen. Ich hatte auch gar keine Lust mehr. Aus Mangel an Alternativen bin ich einfach weitergerollt. Das war gut so. Bei Inca ist Volker dazu gestossen. Er hatte bereits erfahren, was passiert war. Es machte den Vorschlag eine Touren-Variation zu fahren, die ich dankend annahm. Keine Viel-Verkehr-Auffahrt nach Valdemossa sondern den herrlichen Col den Claret mit einem tollen Blick über die Insel. Gemütlich ließ ich es angehen. Zu viel Kopfkino am letzten Rad-Tag auf der Insel.

Oben im Berg bei Valdemossa verabschiedeten wir uns von Micha und Heiko, die über den Putsch nach Hause wollten. Andi, Volker und ich wollten ans Kuchenbuffet nach Santa Maria. Der Ort war nun dank Schiebewindes flott erreicht und auch ein Platz in der Sonne war uns gegönnt. Was für ein Genuss!

Gemeinsam ging es zurück über bekannte Wege und das Maffay-Tal.

Ein toller Rad-Urlaub mit viel Sport und tollen Freunden geht zu Ende.

Einer wird nicht wieder mit uns nach Hause fliegen. Das macht mich sehr sehr traurig. R.I.P lieber Micha K.!