Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 8 – Muro – Petra – Manacor

Lesezeit: < 1 Minute

oder »2x Einkehr – immer wieder gerne«


Nach dem gestrigen Höhenmetermassaker war mir eigentlich gar nicht nach Radfahren. Aber die Beine wollten gelockert werden und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. So gab es keine Ausreden: Ruff uff den Renner!

Die Strecke war eigentlich klar: Flach, ohne viel Höhenmeter mit einer kleinen Nase über San Joan nach Petra. Dann dort den Kuchenstop #1 einlegen und dann weiter über Manacor, das Orangen-Tal zurück nach Can-Picafort zum Kuchenstop #2. Gut 90 lockere Kilometer.

Auf der Anfahrt nach Petra hatte ich schon so meine Probleme, den Compañeros zu folgen. Ich fühlte mich wie das fünfte Rad am Wagen und wollte eigentlich lieber alleine fahren.

Die erste Pause in Petra machten wir dann erstmal alle gemeinsam in der warmen Sonne. Als dann auf der Weiterfahrt der Berg San-Salvador wie aus dem Nichts vor uns erschien, wollten einige Mitfahrer doch noch ein paar Kilometer dranhängen und den Hügel hochochsen. Ohne mich.

Auch Julia und Heiko war es heute nicht nach extra Höhenmetern und so traten wir zu dritt den Rückweg an. Ein kleiner Kanten im Orangen-Tal und schon waren wir auf dem Express-Way zum traditionellen Erdbeerkuchen in Can Picafort.

Das Café war schnell gefunden und der Kuchen ruck-zuck serviert. Wir genossen ihn erneut in der Sonne. Wunderbar!

Die letzen 10 Kilometer wurden dann ohne viel Zwicken und Zwacken abgespult und die Homebase zufrieden erreicht. Wieder ein herrlicher Tag auf dem Renner. Endlich in Kurz/Kurz!

Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 7 – Küstenklassiker

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Höhenmeter ohne Ende die Zweite«


Wie auch schon in 2012 und 2014, quasi aus Tradition wird zum Ende des Trainingscamps der so genannte Küstenklassiker gefahren. Nicht nur um den Trainingsstand zu überprüfen, auch um den atemberaubenden, gut 110 km langen, Küstenstreifen zu genießen.

Der Track war schnell auf die Garmins geladen, hatte sich doch in den letzten Jahren an der Streckenführung nichts geändert. Also wieder ’ne Stunde früher auf die Piste bzw. ins Schilf. 12 Mann bzw. Frau trafen sich pünktlich am Kreisverkehr. Leider wollten nicht alle die lange Tour komplett mitfahren. Aber Windschatten bis Esporles war mir willkommen.

Alles lief nach Plan, auch meine Taktik wieder nicht zu pausieren, um dem A-Team nicht ständig hinterher zu hecheln. Dies ging zumindest anfangs auf: Alexander und ich machten uns ab Esporles gleich mal alleine in den Berg. Hier wurde klar, dass es heute eine besondere Herausforderung geben würde: Der Wind war schon hier im Ort so garstig, dass sich für später an der Küste böses erahnen ließ.

Aber erstmal Berge und das nicht zu knapp. In es Capdellà wartete Alexander bereits mit einer Cola. Leider machte uns hier die lokale Polizei einen Strich durch die geplante Streckenführung, denn der Pass war Aufgrund eines Unfalls für alle Verkehrsteilnehmer auf unbestimmte Zeit gesperrt. Wir waren natürlich not amused, zumal wir am südlichsten Punkt unserer Tour waren und so eine zusätzliche Nase fahren mussten.

Wir wollten keine Zeit verlieren, denn jeder unerwartete Stop würde unser Tageslichtfenster reduzieren. Wir hatten um 13 Uhr noch einiges an Kilometern und Höhenmetern vor uns. Meine Laune war im Keller, als am Kreisverkehr der direkte Weg über eine Schnellstrasse nach Andratx für Fahrräder gesperrt war. Wie sich später heraus stellte aus gutem Grund: Alexander hatte das Verbotsschild ignoriert. Die Schnellstrasse führte ihn direkt in einen 850 m langen Tunnel mit einem 10 cm breiten Seitenstreifen. Er hatte richtig Spass mit den LKWs.

Ich durfte dafür Peguera bewundern. Viel Freude hatte ich darin nicht, denn in meinem Kopfkino ratterten schon die 120 bergigen Kilometer die noch vor mir lagen durch.

Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit den Kreisverkehr in Andratx erreichte, sank mein Puls für einen kurzen Moment, nur so lange bis es die nächsten Hügel hoch ging, auf denen mich feinste Sturmböen erwarteten. Es fühlte sich an, als würde sich Mann und Maschine nicht bewegen – nur seitwärts gegen den Wind. In diesem Sektor verlor ich jede Menge Körner. Die Weiterfahrt wurde zu einer echten Strapaze. Ich dachte ans Abkürzen, über Esporles. Dass Christian mich wenig später kassierte machte mir auch keinen Mut.

Deia war das grosse Ziel. Flaschen und Speicher füllen. Die Chicas und Compañeros waren schon vollzählig anwesend. Es gab ein extrem leckeres, grosses Sandwich mit Käse, Olivenöl und frischen Tomaten: Herrlich!

Wie so oft wollte niemand weiterfahren, denn alle wussten was vor uns lag: Der Puig Major. Dieser Anstieg ist der Längste auf Mallorca mit 14,1 km und 860 Hm zum höchsten Berg der Serra de Tramuntana Gebirgskette.

Aber es gab kein entrinnen aus dem Tal um Soller. Ich startete ein wenig früher, so dass  ich nicht sofort die rote Laterne am Anstieg sein würde. Auf dem Anstieg, der wieder einmal meditativ gefahren werden musste, wurde ich dann von der ganzen Bande kassiert. Brav warteten alle oben auf mich, für die gemeinsame Weiterfahrt und das Gruppenfoto. Grosses Kino!

Nun noch die letzten welligen Kilometer, bevor es dunkel wurde. ab in die Home-Base und das Buffet geplündert. Ich wusste gar nicht das Bier soooo lecker schmecken kann! Gute Nacht & Danke fürs Mitnehmen! Heute mal wirklich!

Pittoreske Bucht bei DeiaNochmal oben am Puig MajorOben am Puig Major

Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 6 – Puig – Soller – Orient

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Höhenmeter ohne Ende«


Nach zwei regenreichen Ruhetagen wollte heute endlich wieder das Rennrad bewegt werden. Nicht nur ein bisschen in der Horizontalen, nein auch ein paar Steigungen sollten gefahren werden.

Dafür ging es von Pollença die 14 Kilometer zum Kloster Lluc hoch. Die mitfahrenden Compañeros waren schnell entschwunden und so musste ich mal wieder mein Ding machen. Schlecht, wenn man ich nicht die Form habe, mitzufahrenhalten. Brav wurde jedoch oben auf mich gewartet und dann ging es zumindest ein Stück gemeinsam weiter. Obwohl die Sonne schien war es auf 600 m ü.n.N. recht kühl. 4°C um genau zu sein, was das Fahren nicht wirklich angenehmer machte. Der Körper war zwar warm, aber die Füsse und Finger froren. Also schneller fahren und sich auf die sonnige Abfahrt herunter nach Soller freuen.

Unten am Kreisverkehr in Soller war es dann schön warm und der Plan war, bis hoch nach Orient weiter zu fahren um dann dort eine ausgiebige Pause zu machen. Zwei Berge waren bis dorthin noch zu bewältigen und mehr als 1.000 Höhenmeter.

Also erstmal einen Riegel zur Stärkung und dann den ersten Berg in Angriff genommen. Isabell und Mega-Matze kamen mir entgegen, Zeit für einen Plausch gab es heute nicht, denn ich wollte schnell nach oben. Wieder wurde ich mit einer Abfahrt in der Mittagssonne belohnt. Es war einfach herrlich und mir wurde bewusst, dass ich genau für diese Momente all die Strapazen, der vielen Kilometer auf mich nehme. Diese Euphorie kann man nicht kaufen!

Schnell war es aber dann vorbei mit der Euphorie, als ich auf dem Marktplatz von Bunyola stand, denn der nächste und letzte Anstieg lag vor mir: Hoch zum Col de Honor oder auch besser bekannt als Orient.

Ein fieser Kanten, mit dem ich eigentlich immer eine Rechnung offen habe. Noch einen Schluck aus der Iso-Flasche und dann rein in den Berg. Richtig schnell war ich nicht, aber der Puls kochte auf Oberkante. Ich wollte es mir mal wieder zeigen – letzter Anstieg, gleich war die Pause geplant, also noch mal alles geben!

Im Orient warteten schon Jens und Heiko auf mich. Sie hatten noch nicht bestellt und genossen die Sonne. Erik, Micha und Alexander kamen auch noch wenig später hinzu und die Compañeros orderten Futter. Ich ließ sogar den Kuchen aus. Hunger hatte ich keinen, aber Respekt vor den restlichen 50 km nach Hause, die zwar fast ausschließlich flach, aber trotzdem nicht ohne waren.

Nach der Pause dann die schnelle Abfahrt herunter nach Alaro und dann durchs überschwemmte Maffay-Tal zurück nach Alcudia.

Super 150 km auf dem Rad, aber auch sehr anstrengend; morgen sollen es noch mehr Höhenmeter werden, denn es seht die Königetappe, der Küstenklassiker auf dem Programm. Mal sehen was so geht…