Korsika 2014 – Tag 4

Lesezeit: < 1 Minute

oder »La route de la Castagniccia encore une fois«


Da gestern eine eher wenig anspruchsvolle Laufeinheit den Tag mit Sport ausfüllte, sollte es heute wieder etwas zackiger zur Sache gehen. In Ermangelung nicht all zu langer toller Strecken hier in der Gegend nahm ich mir einfach vor, »La route de la Castagniccia« erneut zu fahren. Und damit es ein wenig herausfordernder wird, den Virtuellen Partner von vorgestern mitlaufen zu lassen.

So ging es gleich, ohne viel Warmfahren, hoch nach Vescovato. Zum Fotografieren hatte ich später Zeit. Es war heute wichtiger, den virtuellen Partner auf Distanz zu halten. Schöne Fotospots hatte ich noch von vorgestern in Erinnerung und wo Oben war, konnte ich prima durch Wischen auf meinem Garmin Display herausfinden. Welch Luxus!

Apropos Luxus: Auch konnte ich jederzeit sehen ob mir das virtuelle Ich näher kam und ich eine Schippe drauf zu legen hatte, was aber glücklicherweise erst einmal nicht geschah. Heute machte ich taktische Verschnaufpausen an den Passhöhen und konnte mir die Kräfte viel besser einteilen, als noch am Sonntag.

In La Porta wurde wieder eine kurze Riegelpause eingelegt, bevor es die letzten beiden Kanten hoch ging. Erst La Croc und zum Abschluss noch den Col d’Arcarota, dann auf herrlichem Flüsterasphalt in Richtung Küste.

Unten, an der Küste angekommen, hatte ich noch etwa 25 km bis zur HomeBase vor mir. Heute leider ohne Schiebewind und so packte mich die Angst, mein virtuelles Ich könnte mich noch kassieren. Also ne Schippe drauf gelegt und nur zwei Eclairs verdrückt.

Es half, ich konnte mit fast 8 km Vorsprung das Ziel erreichen. Schöner Sport, klasse Runde!

 

Korsika 2014 – Tag 3

Lesezeit: 2 Minuten

oder »La route de la Castagniccia«


Sonntag, genau der Richtige Zeitpunkt ein wenig kürzer zu treten und eine lockere Runde einzulegen. So war zumindest der Plan. Wenig mehr als 100 km und ein bisschen Berge. Mir wurde die Strecke als verkehrsarm und abwechslungsreich empfohlen – ich war gespannt.

Es ging recht schnell in den Berg, keine Zeit mich warm zu kurbeln und als Vescovatto hinter mir gelassen war, wurde ein herrlicher Blick in die Bucht frei. Zeit zum Fotografieren nahm ich mir, Strava-Segmente konnten mich mal.

Ich wurde gewarnt, daß es kurvig und hügelig werden würde und daß auf der Strasse viele Esskastanien (Castagniccia) liegen würden, die es zu umfahren galt. Auch zeigten sich alle Nase lang Kühe, Schweine und Ziegen auf der Strasse. Beim Aufstieg ist das ja kein Problem aber bei den Abfahrten musste ich ganz schön aufpassen, die pikenden Schalen der Esskastanien und der Nutz-Tier-Welt nicht zu nahe zu kommen.

Nach La Porta wurde es richtig einsam und auch ein wenig unheimlich, denn ich hört Schüsse und auf einmal standen Jäger mit grossen Gewehren neben mir. Auch kläffende Jagd-Hunde befanden sich kläffend und in Lauerstellung auf den Ladeflächen von Pick-Up-Trucks. Auch dieser Spezies wollte ich heute nicht zu nahe kommen.

Der Anstieg schien keine Ende zu nehmen. Die Beine waren müde, ein Gel hätte ich mir gönnen können, aber ich hatte keinen Überblick, wie lange es noch hoch gehen würde. Als dann endlich das Pass Schild am Wegesrand auszumachen war, freute ich mich sehr, denn nun würde es erst einmal einen Weile abwärts gehen. Es war frisch und ich ließ nicht einfach rollen um nicht zu sehr auszukühlen.

Nach einigen Wellen war die Küstenstrasse erreicht und noch gut 20 km waren mit leichtem Schiebewind zu absolvieren. Noch was Süßes auf die Hand und die letzten 15 km waren ein Kinderspiel.

Tolle Sonntags-Ausfahrt mit reichlich Höhenmetern und faszinierender Landschaft. Die Runde könnte ich glatt noch einmal fahren!

Korsika 2014 – Tag 2

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Über die Hügel nach Corte«


Nachdem gestern aktive Regeneration betrieben wurde, wollte heute wieder der Renner bewegt werden. Es sollte ein wenig ins Landesinnere nach Corte gehen. Dorthin hatte ich noch eine kleine Nase eingebaut, die ich aus den Tour-Tourenvorschlägen stibitzt hatte.

Erstmal musste um kurz nach 10 der Hauptstrasse gefolgt werden. Diese war angenehm verkehrsarm und erstaunlicherweise wenig wellig. Ich hatte mich schon auf einen heftigen Kanten eingestellt, der blieb aber erst einmal aus. Schön wenn man ohne heruntergeladenes Höhenprofil fährt, dann bleibt noch ein wenig Abenteuer.

Immer wieder kamen mir Oldtimer entgegen oder standen am Strassenrand zum Reifenwechseln. Die Herren hinter dem Volant in Rennmontur und mit Helm. Bekannt war mir die Gesellschaft schon aus Mallorca. Zum Glück passierten sie mich freundlich mit ausreichendem Sicherheitsabstand.

Nun bog ich rechts ab, auf super Asphalt und stetig bergauf. Die Landschaft um Ponte Leccia war pittoresk und schweisstreibend. Ich bereute es keine Sekunde, die Nase eingeplant zu haben. Trotzdem freute ich als ich oben am Col de Croce d’Arbitro angekommen war und mich in die Abfahrt, herunter nach Corte stürzen konnte.

Von dem Ort hatte ich eigentlich mehr erwartet, besonders schön war er nicht. Zum Glück gab es einen Supermarkt am Wegesrand und es wurde Wasser und ColaZero gekauft. Für Backwaren oder eine ausgiebige Brotzeit war es noch zu früh.

Nun stand die Etappe nach Aleria auf dem Programm. Ich war überrascht und erfreut, dass es vornehmlich mit leichtem Gefälle zu fahren war. Die Landschaft war interessant aber auch ein wenig furchteinflössend, da lange Zeit kein Auto auftauchte und auch kein Zeichen von Zivilisation am Wegesrand auszumachen war. Hier ein verlassenes Station, da eine eingefallenes Gehöft. Die Gegend hatte bessere Zeiten gesehen. Mir wurde ein wenig langweilig und ich sehnte mich nach der Küstenstrasse.

Als Aleria erreicht war hatte ich richtigen Heisshunger auf Eclair. Riegel waren zwar noch im Trikot, diese waren mir aber viel zu langweilig. Glücklicherweise gab es nicht nur ordentlich Süd- also Rückenwind, es lag auch nach wenigen Kilometern Fahrt eine Patisserie am Wegesrand die genau die richtige Wegzehrung für mich in der Auslage hatte. So gestärkt ging es auf die restlichen gut 35 km und zufrieden und weniger ausbelastet als vor zwei Tagen wurde die HomeBase erreicht.

Tolle Tour, klasse Wetter, schöne Insel!