Oranienburg -> Warnemünde

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oder »Einmal Küste und zurück«


Um 5:50 Uhr stieg ich mit Alexander und Christoph in den Regional Express, der uns nach Oranienburg bringen sollte. Im Zug begrüßten uns schon Isabelle, Dirk und Uwe.

Auch die Eisenschweine waren mit an Board; sie hatten heute allerdings die Strecke nach Usedom auf dem Zettel. Sam, Stefan und Oleg waren wohl mit der S-Bahn angereist und so konnte es nach dem notorischen Startfoto und der Verabschiedung durch alkoholisierte jugendliche Nachschwärmer auch schon auf unsere Piste gehen. Für die einen beginnt der Tag nach einer durchzechten Nacht im Bus nach Leegebruch, für die Anderen auf dem Rad und Straße bei -3°C in dichten Nebel des Landkreises Oberhavel. Zeitweise wusste ich nicht, ob ich froh sein sollte, zu den Anderen zu gehören.

Aber lange Gedanken über den Sinn oder Unsinn unseres Vorhabens, heute zum Strand von Warnemünde per Rennrad zu fahren, zu verschwenden war nicht angebracht, denn wir wollten voran kommen und nicht zweifeln. Das Vorankommen klappte dann erstaunlich gut. Motivierend war, dass es nur wärmer werden konnte, nicht kälter und auch die durch den Nebel blinzelnde Sonne machte uns Mut.

So wurde dann nach gut zwei Stunden Rheinsberg erreicht und ein erster Kaffee- und Kuchen-Stop eingelegt. Alle freuten sich über das Heißgetränk und den süßen Gaumenschmaus. Von nun an ging es zwar noch mit einstelligen Temperaturen, aber immerhin mit blauem Himmel und Sonnenschein, weiter nach Norden.

Die Müritz wurde passiert und durch das konsequente Zweier-Reihen-Fahren ließ sich energiesparend voran kommen. In Bellin musste ein außerplanmäßiger Stopp eingelegt werden, da das Vorderrad von Sam sich mit einem lauten Knall von seiner enthaltenen Luft verabschiedete. Dank Sonnenschein und Teamwork wurde auch diese Situation ohne Verdruss gemeistert und der nächste Supermarkt-Stop in Güstrow angesteuert.

Davor ging es noch über den Kopenhagen-Radweg durch herrlich riechende Nadelwälder. Auch die Tierwelt präsentierte sich heute in all seiner Vielfalt: Ein Dachs, Rotwild und sogar eine Blindschleiche kam, bei einer P-Pause, zum Vorschein.

In Güstrow war es nun auch aller höchste Eisenbahn, wieder Energie zu tanken. Diese wurde in Form von Frischeiwaffeln, Müsliriegeln und einem Bäckerbesuch nachgefüllt. Die Kirsch-Streusel-Schnecke hatte dann leider doch nicht den gewünschten Turbo-Effekt, aber Spass hatten wir trotzdem, bis ich an einem leichten Hügel hinter mir, ein mir unbekanntes Geräusch, vernahm. Nachdem wir uns umdrehten und dann zurück fuhren war schnell klar, was passiert war: Christoph war in das Hinterrad seines Vordermannes gefahren und kam dadurch zu Fall. So ein Mist! Zum Glück – im Unglück – landete er und sein Rad im weichen Gras des Randstreifens. Er zog sich zwar Schürfwunden zu, aber von wirklichen Defekten blieb er verschont. Nach kurzer Justage des Renners und des restlichen Equipments ging es auf die letzten zwanzig Kilometer in die Ostseestadt. Davor musste aber noch Rostock passiert werden. Ein neuer Weg wurde nach Warnemünde eingeschlagen, der sich als relativ verkehrsarm und gut zu fahren erwies. Gut zu wissen.

Nun noch ein paar kleine Straßen, dann konnte ich das Hotel Neptun vor uns ausmachen. Es war geschafft! Nach 231,7 Kilometern fahrt, war unser heutiges Tagesziel erreicht: Der Strand von Warnemünde. Zum Anbanden fehlte uns der Mut und die Zeit. Die Stunde bis zur Heimfahrt nutzten wir lieber für einen Fischteller plus Fassbier. Dann war es auch schon an der Zeit den Regionalexpress zurück in die Hauptstadt zu entern.

Fazit: Mit einer tollen Truppe einen schönen Tag auf dem Rennrad verbracht. Freu mich schon auf Usedom in vier Wochen!

Kleine Grenzsteintrophy – ein Versuch

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oder »Immer auf dem Mauerstreifen lang«


Im MTB-Forum wurde für den 30.12. eine Tour entlang des ehemaligen Grenzstreifens, welcher West-Berlin von der DDR und der Hauptstadt der DDR trennte, angeboten.

Eine für mich interessante Streckenführung die ich so noch nie gefahren bin und noch auf’m Zettel hatte. 160 Kilometer rund um West-Berlin.

Um 8:19 Uhr traf ich Susanne, Heike, Urbi und Frank, die auch mit dem Regionalexpress zum Hauptbahnhof fuhren um von dort zum wenige 100 Meter entfernten Reichstag zu rollen, dem Treffpunkt und Start unserer Runde. Über 30 Mann hatten sich eingefunden und schon das Erinnerungsfoto im Kasten, sodass es auch schon gleich los ging gen Norden. Ein Nieselregen begleitete uns auf den ersten Kilometern, der dann zu Schneefall wurde. Der Erste für diesen Winter. Mit leichtem Wind bei +1°C nicht gerade mein Radfahr-Wohlfühl-Wetter. Nach knapp 14 km dann die erste Reifenpanne von gleich 3 Mitfahrern, welche uns zu einer Pause zwang. No fun in der Kälte rum zu stehen und sich warme Gedanken machen.

Als es dann weiter ging, beschlug meine Brille ständig und ich konnte nicht mehr richtig sehen, zudem wurden meine Finger und Füße extrem kalt, das ich überhaupt keinen Spass mehr hatte weiter zu fahren. Das Tempo war, bedingt durch die große Gruppe und die Witterungsverhältnisse auch nicht sonderlich hoch, sodass ein Warmwerden von Innen auch nicht wirklich möglich war.

Schnell sehnte ich mich nach einer heissen Dusche. In Glienicke/Nordbahn war es dann soweit und Uwe und noch zwei weitere Mitfahrer klinkten sich aus. Eigentlich wollte ich in die S-Bahn steigen, entschied mich dann aber doch, mit dem MTB nach Hause zu fahren.

Im Jungfernheidepark, knapp einem Kilometer vor meiner Haustür legte es mich dann noch, dessen Resultat ein blutiges rechtes Knie war. Keine wirklich großer Sport-Tag. Die Strecke ist sicher spannend und bei schönem Wetter auch ein großer Spass zu fahren. Heute allerdings nicht für mich. Ende der Durchsage.

Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup – Prolog

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oder »Kopflos durch den Park«


Heute stand der Prolog des Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup auf dem Programm und ich verabredete mich mit meinen Kettenbrüdern um an dem Spektakel teil zu nehmen. Pünktlich um 17:30 Uhr waren wir auf dem Gipfel, der unter den Kindern im Prenzlauer Berg und Lichtenberg bekannten Todesbahn.

Auf eine Einführungsrunde wurde heute bewusst verzichtet, denn die Strecke war kurz und die Regularien schnell erklärt: Es wurden per Los Pärchen gebildet, die möglichst schnell den Berg hinab fahren mussten, dort unten einen Plastikbecher mit Wasser füllen und diesen möglichst voll auf der steilen Teerstraße, parallel zur gerade hinab gefahrenen Todesbahn, hinauf zu transportieren.

Für jeden, auf dem Weg hinauf, verlorenen Milliliter gabe es Strafsekunden. Gestartet wurde im K.O.-System, der Verlierer schied aus. Ich zog das Los mit der #15 und war so recht spät an der Reihe. Die Todesbahn war für mich recht furchteinflößend und ich sah bewundernd den tollkühnen Fahrern zu, wie sie sich im Dunkel den Hang hinunter stürzten.

Meine Taktik war klar: Nicht zu tollkühn abfahren, meinen Kontrahenten aber nicht aus den Augen verlieren, ruhig als Zweiter wieder oben ankommen, aber dafür ein wenig bedachter mehr Flüssigkeit nach oben transportieren und meinen Lauf so gewinnen.

Diese Strategie ging auch auf und ich konnte mich für den zweiten Lauf qualifizieren. Nun wollte ich wieder so fahren. Bei der Abfahrt konnte ich nicht in die Pedalen einklicken, was eigentlich auch nicht nötig ist, war dadurch aber so abgelenkt, das ich nicht sauber fuhr, mein Mountain-Bike sich aufschaukelte und ich zu allem Überfluss bremste. Böser Fehler! Ich machte im hohen Bogen einen Abflug in die Nacht, den Berg hinunter, flog gefühlte 10 Sekunden und landete dann mit dem Kopf und Schulter zuerst auf dem, zum Glück, recht weichen Grasboden. Mist!

Innerhalb von wenigen Sekunden wusste ich, aus Sturz-Erfahrung, das nichts gebrochen war, aber nette Hämatome die Folge sein würden. Auch stand ich ein wenig unter Schock. So wollte ich eigentlich nicht beim Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup ausscheiden.

Nach kurzer Unterbrechung ging das Rennen weiter und der Sieger wurde, in weiteren Läufen, ermittelt. Am Ende durfte J-CooP, der Sieger, das Sieger-Bier auf Ex hinab stürzen. Nun machte sich die Meute über die mitgebrachten Bierkisten her. Alex, Ralph und ich traten den Heimweg an. Ich merkte bei der Rückfahrt, das Radfahren erst einmal wenig Spass bereiten wird, denn es drückte beim Atmen auf der Lunge und der linke Arm samt Schulter ließ sich nicht schmerzfrei bewegen.

Die Nacht war schmerzhaft und so fuhr ich dann doch ins Nahe DRK-Klinikum Westend und ließ die Schulter röntgen. Wie erwartet, zum Glück kein Bruch aber die Prellung wird mich wohl noch eine Weile begleiten. Geplante Rennrad-Ausfahrten müssen erstmal verschoben werden. Sehr schade, gerade bei dem herrlichen Herbstwetter. Trotzdem Glück im Umgück gehabt und den Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup erstmal abgehackt. Das Arbeitsgerät dort ist wohl doch nichts für mich.

Wusste ich das nicht irgendwie schon vorher?