Elite-Verpfleger beim 45. Berlin Marathon 2018

oder »Unterstützung beim Weltrekord«


Nun war es wieder soweit: Mittlerweile zum sechsten mal Elite-Verpfleger beim Berlin Marathon. Nachdem ich in 2017 einmal wegen meiner unvergesslichen Pyrenäen-Reise passen musste, freute ich mich extrem, in diesem Jahr wieder dabei sein zu dürfen.

Treffpunkt war wie immer um 7:30 Uhr am Grossen Stern. Alle Handgriffe saßen und auch ein guter Läufer, den es zu versorgen galt, war schnell ausgesucht. Nach dem notorischen Gruppenfoto ging es nach Moabit zu Kilometer 5.

Herrliches Spätsommer-Wetter versprachen ideale Bedingungen für die Läufer. Wir als Elite-Verpfleger hatten natürlich auch kein Problem mit den milden Temperaturen.

In Moabit wurde dann nochmal die Übergabe geprobt und schon waren die ersten Läufer in Sicht. Das zuckersüße Spezial-Getränk gereicht und dann schnell weiter. Die Stimmung an der Strecke war hier bereits frenetisch.

Bei Kilometer 10 in der Torstrasse war mein Top-Läufer schon weit abgeschlagen und machte bei der Übergabe der Flasche ein sehr unglückliches Gesicht.

Am Moritzplatz bei Kilometer 15 war er dann gar nicht mehr dabei. DNF. Nicht schön, denn von nun an war ich eigentlich für den Rest des Tages arbeitslos. Die Strecke wollte ich aber trotzdem fahren und sehen, wo ich noch unterstützen könnte. Irgendwann am Hohenzollerndamm schloss ich dann zu Heiko auf und wir beschlossen die Strecke gemeinsam zu Ende zu fahren und die Zuschauer zu Applaus zu animieren, was fast überall gelang – Gänsehaut auf beiden Seiten.

Nachdem wir das Brandenburger Tor noch für einen Foto-Stop genutzt hatten und die ersten Frauen passieren ließen, trafen wir erneut auf Timo, der ganz vorne im Feld beschäftigt gewesen ist.

Der Job fand bei einer leckeren Brotzeit seinen krönenden Abschluss in der Sonne am Gendarmenmarkt. Klasse Sonntag im September!

ESK-Team-Zeitfahren 2018

oder »Von Tanke zu Tanke reloaded«


Heute war es wieder soweit und endlich konnte die Aufgeregtheit, welche ich schon die ganze Woche mit mir rumschleppte, abgeworfen werden. Oder sollte ich »rausgestrampelt« werden sagen? Egal, das Zeitfahr-Event der Berliner-Radsport-Szene stand, am längsten Tag des Jahres, auf dem Programm – und alle kamen.

Christoph und ich wollten es nachdem wir es 2017 als aktive Mitfahrer ausgelassen hatten, auch wieder wissen. Eigentlich ging ich recht gut trainiert an den Start. Ach was übertreibe ich, ich fühlte mich besser als in 2016, soviel wusste ich, denn ich war die vergangenen Monate relativ fleissig mit Zwift unterwegs und ich wusste, daß genau diese Einheiten mir helfen würden, Tanke-zu-Tanke ordentlich zu überleben.

Insgeheim hoffte ich, wir würden die 30-Minuten-Marke knacken können, was sich aber als illusorisch heraus stellte. Aber der Reihe nach:

Es wurde wieder mit 30-sekündigem Abstand gestartet. Vor uns das komplette ESK-Geschwader, dann der AliXpress. Das wir kassiert werden würden war klar. Aber erstmal eigenes Tempo finden und den Willy unbeschadet hochfahren, so war unser Plan. Dieser ging leider nicht auf. Schon an diesem Anstieg zerlegte es uns und das nach uns gestartet Damen-Team kassierte uns. Von nun an ging es für mich mit leicht angezogener Bremse weiter, da Christoph die Pace nicht halten konnte und ich folglich in den nun folgenden Passagen Tempo rausnehmen musste. Leider war noch nicht einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Genau der richtige Moment eine Lektion in Demut, Kameradschaft und Team-Geist zu lernen, dachte ich mir. Als es das Postfenn hinunter ging, sah ich wie in einem anderen Team ein Teamkollege von seinem Passmann angeschoben wurde … ob das die Lösung war?

Ohne Schieben ging es dann auf die Rückreise und mir war klar, dass dies heute keine PBZ werden würde.

Schade, gerne hätte ich noch ein oder zwei Schippen drauf gelegt. Aber gemeinsam losfahren und gemeinsam ankommen war die Aufgabe und so wurde diese auch erfüllt.

Fazit: Grosser Sport, nicht riesengross, aber Spass gemacht hat es trotzdem, mal sehen, wie das 2019 läuft!?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 6. Tag: Liberec -> Görlitz

114 km | 1.738 Höhenmeter


Nun ist sie fast schon wieder vorbei, die ITF 2018 und auf der letzten Etappe zurück nach Görlitz, ist es fast schon an der Zeit, zu resümieren. Mach ich aber noch nicht, denn da ist dieser Kanten vor mir, mit dem schönen Namen »Ještěd«.

Ein nicht all zu langer und hoher Anstieg, aber direkt in die Kalten das Ding zu fahren ist herausfordernd. Froh war ich dann, nach einiger Kraftanstrengung, endlich oben zu sein. Sonntags um halb zehn. Wo Andere nett beim Frühstück oder Brunch hocken, hatte ich schon einmal ordentlich angeschwitzt. So muss das? Ne so kann das oder so darf das.

Die Freude war gross in der Abfahrt, denn irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es jetzt bis Görlitz nur noch bergab gehen würde. Was soll ich sagen; meine Erinnerung täuschte mich gewaltig und zu allem Übel in Form von Hügeln, kam auch noch garstiger Nordwind hinzu, der uns die letzte Etappe ganz schön Körner kostete.

Eigentlich wollten wir beim legendären und bewährten Bäcker in Jonsdorf einkehren, der machte aber leider erst um 14 Uhr auf. Fast zwei Stunden hätten wir warten müssen und so gab es nur ne kleine Cola beim knurrigen Wirten.

Auf den letzten 30 km gab es dann noch ein kleines Abstimmungsproblem und Christoph und Alex hingen sich an ein schnelles Team. Windschatten lutschen war ja doch bequemer. Ich ärgerte mich ein wenig, dass ich nicht mit-gebolzt hatte und so alleine in Görlitz eintraf. Ohne mein Team.

Am Bahnhof mussten dann alle eine Zwangspause einlegen, da der Koffertransporter das Rad einer gestürzten Mitfahrerin einsammeln musste.

Mit einiger Verspätung und ohne Duschen ging es dann in den überfüllten Zug der ODEG über Cottbus zurück in die Hauptstadt. Peinlich, dass man solch eine Strecke als Regionalexpress mit nur zwei Wagons bedient.

Mein Resümee zur ITF 2018: Das Orga-Team rund um Christel und Peter Scheunemann hat sich erneut aller größte Mühe gegeben, die 6 Tage für uns auf dem Rad so angenehm wie möglich zu gestalten – vielen Dank dafür!

Viele Dinge haben hervorragend funktioniert, wie der Gepäcktransport und die Auswahl der Unterkünfte. Einige Wermutstropfen bleiben aber. Wie zum Beispiel das nicht beachten der Wochen vorher kommunizierten Zimmer-Präferenz. Unnötig dass das fast jeden Abend wie eine Lotterie erschien, den richtigen Zimmer-Partner zu erwischen. Sehr unschön war, dass wir als »Alte Hasen« in Liberec in der Jugendherberge schlafen mussten, wohingegen Andere das komfortable Hotel nutzen durften.

Die Streckenplanung war sehr schön und Abwechslungsreich. Besonders in Polen war ich über den teilweise perfekten Asphalt überrascht, wohingegen in Tschechien doch einige experimentelle Abschnitte dabei warnen, die eher Mountainbike-kompatibel erschienen.

Alles in allem eine klasse Woche auf dem Rad mit super Gemeinschaft und wenig misanthropischem Koller. Mal sehen ob ich dann 2019 zum 10. mal auch wieder dabei bin…