München – Irschenberg

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Traumtour zu den Rampen, trotz vieler Wolken


Pfingsten wollte in diesem Jahr in München verbracht werden. Mit dem Postbus am Freitag hin und am Montag wieder zurück. Dazwischen ein wenig meine zweit-liebste Stadt erkunden und noch nach Süden raus Radfahren. Das war der Plan. Wäre am Samstag mehr Sonne gewesen, hätte ich das deutsche Museum sicher sausen lassen, und hätte auf meinem Renner gesessen. Hätte, hätte…Fahrradkette… Wetter war irgendwie im Rest der Republik sehr radfahrfreundlich. In München leider nicht. Samstag- und Sonntag-Morgen erstmal Nieselregen. Blöd. Aber nicht so Blöd, dass ich nicht hätte fahren wollten!

Zuerst wollte ich den Sonntag nutzen, um wie schon in 2010 zum Kloster Andechs zu radeln. Dann bemerkte ich, dass in meiner Tourensammlung, welche ich mir aus dem Tour Heft 4/2010 gesichert hatte, noch ein Juwel versteckt hatte. Eine Tour in den Süd-Osten mit dem vielversprechenden Namen »Zu den Rampen«. Mit 115 Kilometern genau das Richtige für einen vernieselten Sonntag.

Auch meine Freunde wollten Radfahren. 60 Kilometer nach Wolfratshausen standen bei ihnen auf dem Programm. Wir wollten gemeinsam durch den Perlacher-Forst aus München raus fahren und dann ging es für mich nach Osten weiter und für sie nach Westen.

Die Streckenführung war von Beginn an herrlich: Verkehrsarme Strassen und herrlich sattgrüne Wälder wurden durchfahren. Bei manchen Strassen kam es mir wie Geheimwege vor, so schmal waren sie und so wenig Autos wollten dort entlang. Solche schmalen Strassen mit perfektem Asphalt habe ich in Deutschland nirgends wo anders erlebt. Ich genoss jede Sekunde, trotzdem meine Brille leicht eingenieselt wurde. Ich fühlte mich wie der Hauptdarsteller in meinem eigenen Film. Die Landschaft sog mich in sich auf. Ich war begeistert.

Aber die besten Sektoren lagen noch vor mir! Bei Valley ging es ab von der Hauptstrasse in ein sattgrünes Tal, in dem auf der Mangfall-Brücke ein Erinnerungsfoto geschossen wurde. Dann ging es aber richtig zur Sache mit einem Anstieg mit 11%. Damit waren wohl die Rampen gemeint.

In Oben am in Irschenberg war bei Kilometer 55 Halbzeit. Ich hielt nach einer Einkehr Ausschau, wusste aber das es an einem Sonntag in Bayern mit Kuchen schwierig werden würde. In ein Wirtshaus wollte ich nicht einkehren. Also einfach meinen mitgebrachten PowerBar angeknabbert und weiter.

Nach 75 km merkte ich dann dass knabbern wohl nicht ausreichend war, ich passierte zwei McD’s konnte mich aber im letzten Moment immer gegen die McCafé entscheiden. Eine kurz Rast wollte ich aber trotzdem machen, denn ich fühlte mich ganz schön ausgepowert.

Also Riegel komplett verdrückt und weiter auf die letzten 35 Kilometer. Nun lief es wieder ausgezeichnet und als der Perlacher-Forst erreicht war, ließ ich es noch einmal krachen. Leichter Schiebewind half mir die HomeBase nicht komplett leer zu erreichen.

Eine klasse Tour – die Münchner sind um ihr herrliches Trainingsrevier südlich der Landeshauptstadt zu beneiden! Mag gerne öfter hier fahren. Mal sehen, wann es wieder geht!?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2015 – Ein Résumé

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Nachdem ich im letzten Jahr die ITF ausgelassen hatte, war es in diesem Jahr meine fünfte Teilnahme. Vor dem Start in Elsterwerda wusste ich, was mich in den nächsten fünf Tage erwarten würde: Radfahren, Radfahren und noch ein bisschen Radfahren. Um das Dazwischen wollte sich, wie schon in den Jahren zuvor, Peter Scheunemann und seine Frau Christel kümmern.

Was sofort auffiel war, daß die Organisation auf breitere Beine gestellt war. Schon beim Prolog begrüßte uns Tom Bialowons von wff, der die Streckenplanung in Eigenregie in die Hand genommen hatte. Und das war gut so, denn es konnte auf eine erprobte Streckenführung zurück gegriffen werden, die er als Strecken-Gourmet erprobt hatte. Die Strecken müssen ja nicht jedes Jahr neu erfunden werden! Auch bei der Quartierfindung und den Buffets bzw. Verpflegungspunkten erhielt Peter tatkräftige Unterstützung. Zum Einen durch die Familien der Thüringer Bergziegen zum anderen durch viele freundliche Helfer, die sich um den reibungslosen Gepäcktransport, die Zimmerfindung und die Aufteilung dieser im Hintergrund kümmerten.

In diesem Jahr merkte ich, dass ich wirklich nur Radfahren brauchte. Klar, hier und da mal zur Hand gehen, bei Gepäckverladen helfen oder geduldig auf den Zimmerschlüssel warten. Mehr war nicht zu tun, außer Rad zu fahren.

Auch klappte es mit der Ankunft der unterschiedlichen Leistungsgruppen in diesem Jahr erstaunlich harmonisch. Das lag sicher auch daran, dass die verschiedenen Streckenlängen so geplant waren, dass sie immer wieder zusammen führten und so eine relativ zeitgleiche Buffet-Zeit ermöglichte. Niemand erreichte erst nach Einbruch der Dunkelheit das Nachtquartier.

Das tolle Wetter hat natürlich auch noch zu einem perfekten Gelingen beigetragen. Keine einzigen Regentropfen haben wir in den fünf Tagen abbekommen. Das gab es selten bei dieser Veranstaltung.

Diese ITF war eigentlich perfekt organisiert, ich freue mich sehr auf 2016! Aber wie soll das noch besser werden?

Auf Friedensfahrt–Kurs 2015 5. Tag: Benecko – Görlitz

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132 km | 2.084 Höhenmeter


Auch heute wollte ich wieder die lange Etappe fahren. So hieß es gleich nach wenigen Kilometern bergab: Husch-husch: hoch in den Berg! Aua, die Beine schmerzten und die steile Wand vor mir wurde nicht kürzer. iPod an, und im Rhythmus hochkurbeln. Das ging gut. Oben dann, wie schon so oft in den letzten Tagen, in die Abfahrt gestürzt. Hoch-runter-hoch-runter. Was für eine Faszination von diesem ständigen Auf und Ab ausgeht. Wer kann es mir erklären?

Herbert und ich fanden uns erneut und es wurde gemeinsam gerollert. Über Hügel gedrückt und nicht gejammert. Auf bekannten Wegen die Darretalsperre im Isergebirge entlang und eine herrliche Abfahrt herunter und schon war das Buffet erreicht.

Irgendwie ging das Radeln sehr locker und die Beine wollten die Bewegung. Ich machte mich also auf die Socken, während der Rest der Bande noch Café genoss. Ein paar Hügel waren noch zu nehmen, die konnten mir heute aber nichts mehr anhaben, denn Görlitz war nun nur noch 60 km entfernt.

An der Uferpromenade wurde ich, zeitlich perfekt, noch vor den Toren Görlitz gestellt und wir fuhren geordnet in 2er Reihe in unser Etappenziel ein.
Eine sehr schöne ITF 2015 geht zu Ende. Resümee dann in einem späteren Beitrag.