Kuba 2016 – Tag 8: Cienfuegos – Trinidad

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Wellig zum Weltkulturerbe«


Der heutige Radtag ist eigentlich schnell erzählt: nach dem leckeren, aber mittlerweile doch recht eintönigen, Frühstück ging es mit Samsonite und Rad vom »Hostel Anita« zwei Blocks nach Osten um den Koffer am wartenden Bus abzugeben und im Anschluss den Track zu laden um die Gruppe aus der Stadt zu führen.

Das gelang sehr gut und in null-Komma-nix hatten wir die wuselige Stadt hinter uns gelassen und radelten auf recht welligem Terrain nach Süd-Ost. Die Gruppen fanden sich schnell und auch Susi half in der Führung aus. Ich empfand die Landschaft als recht abwechslungsreich, wobei einige Mitfahrer anderer Meinung waren. Na gut. Oft fühlte ich mich an Marlboro-Land oder Argentinien erinnert (obwohl ich dort noch nie war). Als wieder eine Rinderherde mit den entsprechenden Gauchos mit Pferd, Cowboyhut, Sporen, Peitschen und Lassos die Straße kreuzten und uns zum Abbremsen zwangen, weil ihre Rinderherde unbedingt vor uns über die Strasse musste.

Wellig ging es weiter und der ein oder andere Hügel musste ausgefahren werden. Mein Bergtag war es heute nicht. Egal, nach 42 km heute schon Pause mit Erfrischungen und weiteren 40 km »to go«. Genau die richtige Distanz heute für mich, denn der Asphalt hatte sich sehr aufgeheizt und die Sonne machte mir ganz schön zu schaffen.

Als wir die Küste erreichten, wollten einige noch baden. Herbert, Marietta, Maria und ich aber nicht und so fuhren wir weiter zum Zielort Trinidad.

Dieser Ort gehört mit 500 Jahren auf dem Buckel zu den ältesten Orten auf Kuba. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft mussten wir uns dann noch durch schmale Gassen und mindestens 480 Jahre altes Kopfsteinpflaster quälte uns, bevor wir unsere heutige Unterkunft erreichten. Zufrieden checkten wir in unserer schönen Casa Particular ein. Unsere Haushälterin bereitete uns leckeren Fisch, Lobster und Pommes (!) zum Abendbrot. Alles mit einem Lächeln und viel guter Laune und Freunde, die fremden Europäer mit Ihren Kochkünsten glücklich zu machen. Wir genossen es beim Bier.

Später ging es dann noch zu einer Stadtführung in die alte Stadt, bevor wir zufrieden in unsere komfortablen Betten sackten. Morgen dann nur Busfahren.

Kuba 2016 – Tag 7: Playa Larga – Cienfuegos

Lesezeit: < 1 Minute

oder »Entlang des karibischen Meers«


Pünktlich um 8:45 Uhr verließen wir nach einem guten Frühstück, leider im Schatten, die malerische Bucht nach Osten.

Das erste Zwischenziel war der etwa 30 km entfernte Playa Giron. Ein herrlicher Sandstrand sollte uns dort nach einer Stunde fahrt auf der Küstenstraße erwarten.

Stattdessen schützte ein besonderer Brandungswall den feinen Sandstrand. Der zweite Blick ließ erahnen das der breite Betonwall mitten durch die Brandung auch von Miltärfahrzeugen zu befahren war und so auch den Küstenstreifen vor feindlichen Landungsbooten schützen sollte. Irgendwie ganz schön unheimlich.

Vor der Weiterfahrt musste aber noch ein Kaffee als Stärkung konsumiert werden, denn die nächsten 45 Kilometer wartete garstiger Gegenwind aus dem Landesinneren auf uns. Aber wir hatten ja Herbert dabei, der diesen mit seinen Eisenwaden für uns wegdrückte. Wir hatten richtig zu ackern. Leider bot die Landschaft auch nicht besonders viel Abwechslung. Zuckerrohrplantagen soweit das Auge reichte.

Nach 75 km war endlich die Verpflegung erreicht und wir konnten Käsebrötchen, Cola und Bananen genießen. Das Aufbrechen fiel wie immer schwer, aber es lagen noch ein paar Kilometer vor uns. Leider auch wieder einige Kilometer auf der Schnellstraße die wir aber gekonnt in 2er-Reihe fuhren.

Vor Cienfuegos bogen wir rechts ab um noch einen kleinen Kanten einzusparen. Dafür ging es durch eine ganz besondere Kulisse: ein kubanische Industriegebiet mit unbeschrankte Bahnübergängen und aktivem Zugverkehr musste passiert werden, bevor wir wieder die Hauptstraße erreichten, die uns zu unserem Hostel führen sollte.

Ich durfte die Bande navigieren was mir auch durch tatkräftige Unterstützung meines Garmins gelang. Punktlandung am Hostel wo schon unser Bus und Susi mit der Zimmerorga auf uns wartete. Erneut ein toller Radtag auf Kuba!

Kuba 2016 – Tag 6: Varadero- Playa Larga

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Vom Mistwetter zur Schweinebucht«


Ich schlief schlecht, was sicher an einer Mischung aus zu viel Rum, keinem Trinkwasser auf dem Zimmer, Vollmond und heftigen Winden mit Regen lag. Meine Laune war so düster wie der Morgenhimmel. Ich hatte keine Lust zum Radfahren. Die Camerados versuchten mich zwar zu motivieren, vergeblich: ich war einfach mit dem falschen Bein aufgestanden.

Auch das karge Frühstück konnte mich nicht versöhnen. Bloß schnell aufs Rad und losfahren!

Der doch recht heftige Wind blies heute exakt in die richtige Richtung, was mich später versöhnte. Aber erst einmal mussten kleine Ortschaften mit vielen streunenden Hunden, torkelnden einheimischen Radfahrern und LKWs passiert werden. Das vollzog der Gruppenführer H. leider für meinen Geschmack viel zu schnell. Ich war ja hier nicht auf der Flucht. So beschloss ich alleine weiter zu fahren, was den großen Vorteil hatte, mir Land & Leute genauer ansehen zu können. Alles richtig gemacht.

In La Isabel gab es die Halbzeit-Verpflegung. Ein interessanter Ort wurde von Stefan in der Ortsmitte gewählt. Dort konnten wir neben dem Bus Obst und Brötchen essen und Herbert bestellte sich sogar ’ne Pizza an einer Bude. Wer kann, der kann.

Nun lagen noch exakt 54 km mit Rückenwind vor uns. Die Landschaft wurde karger, je weiter wir in den Süden kamen. Wo vorher noch kilometerlanger Zuckerrohr- und Bananenplantagen den Weg säumten, gab es fast ausschließlich Gestrüpp und verdörrte Wiesen.

Nach dem Ort »Australia« saß die Bande bei ’ner Limo auf einem Rastplatz und winkte mir zu. Ich beschloss anzuhalten und die restlichen 25 km mit Ihnen zu fahren. Alleine wollte ich auch nicht in Playa Larga ankommen. Recht flott passierten wir eine Krokodilsfarm und ein großes Sumpfgebiet, bevor wir den kleinen Ort Playa Lara erreichten, in dem wir freudig unsere Zimmer mit Terasse und Karibik-Meerblick bezogen. Herrlich!

Zum Abendessen gab es einen gemischten Fischteller für 15 KUC (€) der mit großer Hingabe verdrückt wurde, danach noch einen siebenjährigen Havanna-Club »on the rocks«, bevor es zeitig ins Bett ging. Ich war ganz schön müde.