Kuba 2016 – Tag 6: Varadero- Playa Larga

oder »Vom Mistwetter zur Schweinebucht«


Ich schlief schlecht, was sicher an einer Mischung aus zu viel Rum, keinem Trinkwasser auf dem Zimmer, Vollmond und heftigen Winden mit Regen lag. Meine Laune war so düster wie der Morgenhimmel. Ich hatte keine Lust zum Radfahren. Die Camerados versuchten mich zwar zu motivieren, vergeblich: ich war einfach mit dem falschen Bein aufgestanden.

Auch das karge Frühstück konnte mich nicht versöhnen. Bloß schnell aufs Rad und losfahren!

Der doch recht heftige Wind blies heute exakt in die richtige Richtung, was mich später versöhnte. Aber erst einmal mussten kleine Ortschaften mit vielen streunenden Hunden, torkelnden einheimischen Radfahrern und LKWs passiert werden. Das vollzog der Gruppenführer H. leider für meinen Geschmack viel zu schnell. Ich war ja hier nicht auf der Flucht. So beschloss ich alleine weiter zu fahren, was den großen Vorteil hatte, mir Land & Leute genauer ansehen zu können. Alles richtig gemacht.

In La Isabel gab es die Halbzeit-Verpflegung. Ein interessanter Ort wurde von Stefan in der Ortsmitte gewählt. Dort konnten wir neben dem Bus Obst und Brötchen essen und Herbert bestellte sich sogar ’ne Pizza an einer Bude. Wer kann, der kann.

Nun lagen noch exakt 54 km mit Rückenwind vor uns. Die Landschaft wurde karger, je weiter wir in den Süden kamen. Wo vorher noch kilometerlanger Zuckerrohr- und Bananenplantagen den Weg säumten, gab es fast ausschließlich Gestrüpp und verdörrte Wiesen.

Nach dem Ort »Australia« saß die Bande bei ’ner Limo auf einem Rastplatz und winkte mir zu. Ich beschloss anzuhalten und die restlichen 25 km mit Ihnen zu fahren. Alleine wollte ich auch nicht in Playa Larga ankommen. Recht flott passierten wir eine Krokodilsfarm und ein großes Sumpfgebiet, bevor wir den kleinen Ort Playa Lara erreichten, in dem wir freudig unsere Zimmer mit Terasse und Karibik-Meerblick bezogen. Herrlich!

Zum Abendessen gab es einen gemischten Fischteller für 15 KUC (€) der mit großer Hingabe verdrückt wurde, danach noch einen siebenjährigen Havanna-Club »on the rocks«, bevor es zeitig ins Bett ging. Ich war ganz schön müde.

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