St. Ulrich -> Rosengarten -> Sella Joch

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Doppelt hält besser, denn ein Pass ist nicht genug«


Irgendwie wollte ich eigentlich heute gar nicht fahren. Aber nach dem Brötchen holen, als die Sonne langsam hinter den Berggipfeln hervorlugte, hatte ich doch wieder Feuer gefangen. Die Route sah auch zu verlockend aus: Fast schon ein Kreis, mit zwei wirklich attraktiven Pässen, die gefahren werden wollten.

Also ab in die Radklamotten und um 10:43 gleich den ersten kleinen Pass, den ich mal in meiner Pässeliste nicht erwähne, hinauf. Warm war ich nun. Leider hatte Uwe zeck mit seinem Umwerfer und wir mussten erst einmal beim nächsten Radladen in Kastelruth einkehren. Die Wartezeit wurde von Isabell zur Anschaffung einer neuen Rennradbrille genutzt. Perfektes Zeitmanagement im Urlaub!

Nun stürzten wir uns steil den Berg hinunter. Für die beiden weiblichen Mitfahrerinnen wohl zu schnell, denn sie verpassten den Abzweig zum leckeren 28% Anstieg. Sie mussten zur Strafe ’ne extra Nase absolvieren.

Nachdem nun alle erstmal wieder beisammen waren, konnten wir unser erstes Tagesziel in Angriff nehmen: Die Bezwingung des Nigerpasses. Ein fast fünfzehn Kilometer langer Anstieg, der es in sich hatte. Wenig Flachpassagen zum verschnaufen, sondern kontinuierlich steile Strasse. Aber wir wollten ja schnell nach oben!

Oben angekommen erwartete die Bande mich bereits und wir kehrten zu Apfelstrudel und Buchweizenkuchen ein. Das Aufbrechen fiel wie immer schwer, denn weitere Anstiege bei recht frischen Temperaturen wollten bewältigt werden.

Nach einer eher unspektakulären Abfahrt hinunter nach Canazei machte sich großer Respekt vor dem letzten Anstieg bei mir breit. Das Sella Joch hoch war nicht ohne, denn rund 800 Höhenmeter mussten überwunden werden. Da ich mit der roten Laterne fuhr, brauchte ich auch nicht zu hetzen und konnte es, für solch ein Unterfangen, locker angehen lassen.

Oben angekommen froren alle bei windigen 9°C ganz gewaltig und wollten schnell in die Abfahrt, herunter nach Wolkenstein. Diese genoss ich wieder in vollen Zügen und fuhr die Serpentinen mit Höchstgeschwindigkeit aus.

Zurück im Haus freuten sich dann alle über die warme Dusch und die Sauna, etwas ausgekühlt waren wir doch.

Morgen dann wohl wirklich Ruhetag…oder?

St. Ulrich -> Bolzano -> Merano

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Höhenmeter sammeln«


Nach dem gestrigen Regentag wollten wir heute unbedingt wieder aufs Rad. Nach Abwägung aller Möglichkeiten entschlossen wir uns für eine Etappe mit nicht all zu vielen Pässen bzw. Anstiegen. Eigentlich nur einem, dafür knackigen.

Die Beine wollten auch mal lange flach rollen nach den vielen Höhenmetern der vergangenen Tage. Aber daraus wurde erstmal nix, dazu später mehr.

Fast pünktlich ging es in die steile Abfahrt, herunter 13 km bergab nach Ponte Gardena. So richtig ließ sich die Abfahrt allerdings nicht genießen, denn es war noch recht frisch und der Gedanke, hier in etwas mehr als 6 Stunden wieder hoch zu müssen, verdarb mir den Spass am vmax.

Unten angekommen ging es über den wunderbar ausgebauten Bahntrassenradweg durch das Eisacktal mit 1-2% Gefälle herunter nach Bolzano. Dort angekommen musste Isabells Bowdenzug von einem lokalen Radhändler repariert werden, weil er sich fast aufgelöst hatte. Ohne wirklich angeschwitzt zu sein, ging es nach italienischen 10 Minuten (einer Stunde) endlich in den ersten und einzigen langen Anstieg des Tages.

Dirk hatte sich bei der Tourenplanung heute zu sehr aufs QuälDich-Portal verlassen und unfahrbare Anstiege geroutet. 30,9% kann man ich mit einem Renner einfach nicht fahren. Zum Glück gab es eine Ausweich-Serpentine und so kamen irgendwann doch alle oben auf dem Plateau an. Es blieb wellig auf über 1.200 Metern. Ich war zermürbt und sehnte mich nach der Abfahrt herunter nach Meran, wo dann Kaffepause geplant gemacht wurde.

Jetzt ging es mit Schiebewind auf dem Radschnellweg topfeben zurück nach Bolzano. 25 km, die richtig ordentlich rollten. Konsequente Führungswechsel ließen virtuelle Tachonadel selten unter 40 km/h sinken.

Zurück in Bolzano musste rausgenommen werden, da der Feierabend-Radverkehr einsetzte. Eine ganz tolle Radweg-Infrastruktur, quer durch die Stadt, ließ uns schnell den Weg zurück ins Eisacktal finden. Wir waren von den vielen Kilometern und auch Höhenmetern alle ganz schön matt und so beschlossen wir kurzerhand am Wegesrand eine letzte Einkehr vor dem 13 km langen Anstieg zurück nach St. Ulrich einzulegen. Es gab Bio-Holunder- und Melissensaft. Herrlich erfrischend!

Kreisverkehr, 400 m langer Tunnel dann nur noch Eins für die nächsten 13 km: bergauf. Ich fühlte mich kraftlos und hatte Bammel, nie oben anzukommen. Schnell hatte ich dann aber zum Glück doch meinen Berg-Rhytmus gefunden und konnte mit 145er Puls recht locker nach oben kurbeln.

In unser Villa Vastlé gab es dann zur Belohnung alkoholfreies Weissbier und ein schöner langer Tag auf dem Rad geht zu Ende.

Sella Ronda Bikeday 2013

Lesezeit: < 1 Minute

oder »Dolomiten vom Feinsten«


Heute stand die erste Rad-Veranstaltung auf unserem Urlaubszettel. Der Sella Ronda Bikeday 2013. Diese Veranstaltung findet jährlich 2x statt und kostet keine Teilnahmegebühr. Die Strassen rund um den Piz Boè sind für den Kraftfahrzeugverkehr von 8:30 bis 16:30 Uhr gesperrt und man kann sich mit seinem Rad gegen den Uhrzeigersinn auf der gesamten Fahrbahnbreite austoben.

Bevor es hinter Wokenstein auf die Runde ging, mussten aber auf dem Anfahrtsweg schon so einige Höhenmeter genommen werden. Nachdem der Einstiegspunkt auf der Stecke gefunden war, wurde es voll und eng auf der Straße. Zu viele Biker wollten den Passo Sella hoch und hielten sich nicht an die Vorgabe des Veranstalters, doch bitte rechts zu fahren. Schnarchlangsame Bergfahrer fuhren in 4er Reihe und blockierten das Ein ums Andere mal das Vorbeikommen. In den Abfahrten dann ein ähnliches Bild. Entschleunigt die ganze Fahrbahnbreite ausnutzend. Nicht nur dämlich sondern auch gefährlich für die nachfolgenden Radler.

Da das heute aber kein Rennen war, und es keinen Blumentopf zu gewinnen gab, genoss ich lieber die faszinierende Natur, welche nicht zu Unrecht zum Teil des Unesco Kulturerbe erklärt wurde. Atemberaubende Felsformationen faszinierten mit Anmut und Schönheit. Nicht nur einmal bekam ich Gänsehaut und fühlte mich sehr klein, neben diesen riesigen Monolithen.

In Arabba traf ich die Bande wieder und es gab Cappuccino und Apfelstrudel. Die laute Après-Ski-Musik auf dem Platz ließ uns aber schnell den nächsten Anstieg suchen. Jetzt noch zwei mal hoch und dann kam auch schon der Abzweig zurück nach St. Ullrich. Schade, so wellig bergig hätte es noch eine Weile weier gehen können! Tolle Veranstaltung! Gerne wieder!