Päwesin-Runde

Brennendes Auto bei Gohlitz
Lesezeit: < 1 Minute

oder »Mit Watt zum Kuchen«


Die Einen fuhren heute an die Ostsee, die Anderen eine 180-km-Runde in den Süden. Beides nicht gerade meine Komfort-Zone zum Radeln, trotz Training im Riesengebirge. 10-Uhr-Gruppe wollte ich heute auch nicht, so blieb nur das Alleine-Trainieren.

Da ich nach der Hälfte der Strecke nun auch gerne eine Pause mache, war meine Kurze-Nordrunde ungeeignet, obwohl ich da auch mal sehen möchte wie die Strecke so mit Watt-Messung aussieht.

Also auf nach Päwesin. Die Strecke kenne ich fast im Schlaf, nur der Westwind war heute neu. Und so war auf dem Hinweg an einen 30er Schnitt, zumindest für mich, nicht zu denken. Gut dass ich die Watt-Anzeige an Board hatte und so wusste ich wenigstens dass nicht meine Leistung komplett unterirdisch war, sondern der Wind wirklich recht dolle ins Gesicht blies. Fein.

Der Backwahn wurde erreicht und leckerer Kuchen geschlemmt. Auch die Sonne lies sich bei kühlen 13°C das Ein ums Andere mal blicken. Der Rückweg hatte ganz zu meiner Freude viele Rückenwind-Passagen.

Hinter Gohlitz stand dann noch ein brennender Ford auf der Fahrbahn. Keiner traute sich vorbei und so wich ich auf einen Feldweg aus, da ich keine Lust auf das Warten auf die Feuerwehr hatte.

Der Rest der Strecke war flott abgespult und ich freute mich, heute was getan zu haben. Mal sehen, wie morgen so das Wetter wird…

Auf Friedensfahrt–Kurs 2016 5. Tag: Karpacz -> Görlitz

Lesezeit: 2 Minuten

110 km | 1.510 Höhenmeter


Ich war schon früh wach, da unsere Unterkunft, das Hotel Apollo, keine Gardinen hatte. Auch stand Christian mit seiner weißen Unterhose und einem langen Stock neben meinem Fenster. Ich rieb mir schlaftrunken die Augen und konnte mich an letzte Nacht erinnern: sein geliebtes Ötztaler-Trikot war samt Kleiderbügel und Assos Radbuchse aus dem Fenster geflogen, wo es am Fensterrahmen zum trocknen hing. Nun hatte sich der Bügel am äußersten Rand der Regenrinne unseres Zimmers im 3. Stock verfangen.

Zum Glück war Christian so besonnen, die waghalsige Kletter-Aktion nicht in unserem fröhlichen Zustand von gestern Nacht durchzuführen.

Trotzdem wollte ich mir die Trikot-Rettungsaktion nicht live ansehen oder gar Filmen. Zu groß ist meine Höhenangst und zu krasse Bilder hatte ich bereits im Kopf, wie Christian mit nicht mehr weisser Unterhose unten auf dem Asphalt aussehen könnte.

Glücklicherweise klappte die Rückholaktion nach einigem gestocher und das erste Anschwitzen hatte der 3.Stock-Dachziegel-Kletterer auch ohne sein Carbon-Trek bereits absolviert.

Das Frühstück war dann wieder gewohnt übersichtlich, aber alle wurden trotzdem satt. An Pulverkaffee werde ich mich aber wohl nie gewöhnen.

Wir wurden dann, nicht ohne Ansprache, auf die letzte Etappe geschickt. Alle blickten sich ein wenig wehmütig an, dass es das schon wieder war, mit der Friedensfahrt für 2016.

Aber zuerst musste noch nach Görlitz geradelt werden. Einige Höhenmeter galt es noch zu drücken bevor die letzte Verpflegung nach der Hälfte der heutigen Sektoren erreicht war. Schöne grüne Wälder wurden durchquert und der manchmal recht gute Asphalt in den Abfahrten in Polen entschädigte für die Rüttelpisten der letzten Tage.

An der Verpflegung noch ein letztes Mal Vollkornbrot mit Frischkäse und Tomaten und dann ging es auch schon auf den letzten Sektor nach Görlitz. Ich wollte möglichst viel von dem schönen Wetter und der Natur mit nach Hause nehmen.

In Görlitz angekommen traf auch schon kurze Zeit nach uns das Gepäck ein und wir konnten hoch zum Neiße-Bad, um uns für die Heimfahrt frisch zu machen.

Eine Klasse organisierte ITF 2016 geht zu Ende und hinterlässt wieder viele tolle Eindrücke, Gespräche und Erfahrungen die nur bei solch einer Veranstaltung möglich sind. Vielen Dank an Peter und seine Frau Christel, aber auch die vielen Helfer im Hintergrund, die diese erstklassige und zugleich preiswerte Radreise erst möglich gemacht haben!

Wir sehen uns wieder in 2017! Vielen DANK!

 

Auf Friedensfahrt–Kurs 2016 4. Tag: Jičín -> Karpacz

Lesezeit: 2 Minuten

134 km | 2.446 Höhenmeter


Der Tag begann spannend, denn eigentlich waren es zu viele Biere in der Nach zuvor so waren nicht nur die Beine schwer, sondern auch der Körper. Kopfschmerztabletten waren auf Grund der hohen Qualität des tschechischen Bieres glücklicherweise nicht nötig.

Auch nach dem ausgiebigen Frühstück, welches ein wenig Kraft in die morschen Knochen zurück brachte, fühlte ich mich trotzdem nicht genötigt, heute Höchstleistungen auf dem Rad zu vollbringen. Wo soll das nur Enden? Wer soll denn die ganzen KOMs holen? Und wie soll ich Jammerlappen überhaupt über die ganzen Wellen kommen? Fragen über Fragen, für dessen Beantwortung ich noch ein wenig Zeit hatte.

Eher im »Jum« ging es zum üblichen Programm: Nett Grüßen, nach Luftpumpe fragen und nicht ganz unwichtig: Gepäck verladen und Gruppen-Erinnerungsfoto-Foto-Schießen .

Als all diese Formalitäten erledigt waren ging es endlich auf die Strecke. Ganz ohne Beine und klarem Kopf. Suboptimale Voraussetzung um mehr als 2.000 hm wegzukurbeln. Welche Gruppe nehmen, wo mitfahren waren die klarsten Gedanken in diesem Moment. Leider war dann eben diese Gruppen schon von dannen gezogen.

Also Musik an und mein Ding machen. Später auf Toms Gruppe aufrollen und mich dort im Windschatten einreihen. Bloß nicht nach vorne fahren und sich zeigen. Führungsarbeit konnte und wollte ich heute nicht leisten. Was für ein Lutscher ich doch geworden bin!? Schämen müsste ich mich. Stattdessen war ich froh auch an den Wellen dort mitdrücken zu können.

Dass sie die mittlere Streckenlänge gewählt hatten kam mir auch sehr gelegen, denn zu Höchstleistungen oder gar neuen Rkorden war ich heute, wie bereits geschrieben, nicht in der Lage. Was für ein Jammerlappen. Mein neues CAAD12 schämte sich gewaltig für mich.

An den Anstiegen musste ich immer alles geben. Und wurde trotzdem letzter. Egal, denn die Hauptsache war, dass die Bande auf mich wartete, was sie auch taten. Bilder von Erik Zabel wie er sein Bike in den Graben schmeisst und in den Besenwagen steigt schwirrten mir durch den Kopf.

Die Strecke war nicht für umsonst als Königsetappe deklariert. Jede Menge fiese Kanten mussten gebügelt werden, was mir trotz elektronischer Unterstützung Schaltung fühlbar nicht leicht schwer fiel.

Auch nach dem langen Anstieg hoch zum Skigebiet kamen, gerade auf der polnischen Seite, noch ein 3,6 km langer Anstieg mit kontinuierlicher Steigung von 12–14%, die mir richtig die Beine verkloppten. Stellenweise dachte ich, ich würde es nicht bis oben schaffen aber dann bekam ich es doch noch hin. Nicht ohne erhebliche Leiden. Aber das ist ja ganz grosser Radsport!

Meine Gruppe wollte dann leider, ganz zu meinem Verdruss, ohne Pause weiter fahren und nicht mehr Einkehren. Was für ein Mist. Was hätte ich für eine kalte Cola gegeben?!

So musste ich weiter kämpfen um die Pension Apollo zu erreichen. Damit noch mal zum Abschluss ordentlich das Laktat in die Beine schiesst, war es eine reinrassige Bergankunft und es musste sich durch die Fussgängerzone des schönen Skiorts gekämpft werden. Noch einmal Vollgas und dann war endlich das Tagesziel erreicht.

Heute war das eine echt harte Etappe, aber ich war ja nicht zum Vergnügen hier. Zum Ausgleich gab es dann später in unserem Stammlokal, nach dem gewohnt einfachen Abendbrot im Apollo, ein ordentliches zweites Diner. Morgen dann zurück nach Görlitz. Und schon wieder Friedensfahrt vorbei. Sehr sehr schade.