Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 9 – Lluc – Pollentia

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Kurze Abschlussrunde«


So schnell ist der Mallorca-Rennradurlaub 2015 also wieder vorbei! 9 Tage auf dem Renner liegen hinter mir. Zwei Ruhetage wegen schlechten Wetters. Auch der Abflugtag wollte von den Compañeros genutzt werden um es wieder in den Berg krachen zu lassen. Bei mir krachte nichts mehr. Die Beine waren so müde, dass es mich ein wenig frustrierte. Spass hatte ich auch im Windschatten wenig, denn jede Welle wurde nach Selva hochgeochst – ich ließ einfach reissen.

Hoch zum Kloster Lluc, meinen Lieblingsanstieg, ging heute nichts: Die Steigungsgeschwindigkeit war gerade so akzeptabel, aber der Puls wollte nicht über 135 bpm steigen. Ein klares Zeichen von Übertraining. Also einfach so  locker hochfahren. Geht doch!

Oben wartete die Bande und es wurde gemeinsam zum Kloster Lluc gerollert an dem heute ein grosses Lauf-Freizeit-Activity-Fest war. Keine beschauliche Ruhe im Klostergarten, sondern aufgedrehte Kinder und AC/DC. Stressen konnte mich das aber nicht, denn es ging noch eine tolle Abfahrt nach Pollentia herunter, die ich in vollen Zügen genoss.

Dann noch an unserem geliebten Club de Pollentia vorbei und ab unter die Dusche, Rad zerlegen und auf den Transfer nach Palma warten…2016 wieder!?

Grosser Spass auf der flotten AbfahrtAbfahrt runter nach PollentiaVeloViewer

Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 8 – Muro – Petra – Manacor

Lesezeit: < 1 Minute

oder »2x Einkehr – immer wieder gerne«


Nach dem gestrigen Höhenmetermassaker war mir eigentlich gar nicht nach Radfahren. Aber die Beine wollten gelockert werden und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. So gab es keine Ausreden: Ruff uff den Renner!

Die Strecke war eigentlich klar: Flach, ohne viel Höhenmeter mit einer kleinen Nase über San Joan nach Petra. Dann dort den Kuchenstop #1 einlegen und dann weiter über Manacor, das Orangen-Tal zurück nach Can-Picafort zum Kuchenstop #2. Gut 90 lockere Kilometer.

Auf der Anfahrt nach Petra hatte ich schon so meine Probleme, den Compañeros zu folgen. Ich fühlte mich wie das fünfte Rad am Wagen und wollte eigentlich lieber alleine fahren.

Die erste Pause in Petra machten wir dann erstmal alle gemeinsam in der warmen Sonne. Als dann auf der Weiterfahrt der Berg San-Salvador wie aus dem Nichts vor uns erschien, wollten einige Mitfahrer doch noch ein paar Kilometer dranhängen und den Hügel hochochsen. Ohne mich.

Auch Julia und Heiko war es heute nicht nach extra Höhenmetern und so traten wir zu dritt den Rückweg an. Ein kleiner Kanten im Orangen-Tal und schon waren wir auf dem Express-Way zum traditionellen Erdbeerkuchen in Can Picafort.

Das Café war schnell gefunden und der Kuchen ruck-zuck serviert. Wir genossen ihn erneut in der Sonne. Wunderbar!

Die letzen 10 Kilometer wurden dann ohne viel Zwicken und Zwacken abgespult und die Homebase zufrieden erreicht. Wieder ein herrlicher Tag auf dem Renner. Endlich in Kurz/Kurz!

Mallorca Trainingscamp 2015 – Tag 7 – Küstenklassiker

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Höhenmeter ohne Ende die Zweite«


Wie auch schon in 2012 und 2014, quasi aus Tradition wird zum Ende des Trainingscamps der so genannte Küstenklassiker gefahren. Nicht nur um den Trainingsstand zu überprüfen, auch um den atemberaubenden, gut 110 km langen, Küstenstreifen zu genießen.

Der Track war schnell auf die Garmins geladen, hatte sich doch in den letzten Jahren an der Streckenführung nichts geändert. Also wieder ’ne Stunde früher auf die Piste bzw. ins Schilf. 12 Mann bzw. Frau trafen sich pünktlich am Kreisverkehr. Leider wollten nicht alle die lange Tour komplett mitfahren. Aber Windschatten bis Esporles war mir willkommen.

Alles lief nach Plan, auch meine Taktik wieder nicht zu pausieren, um dem A-Team nicht ständig hinterher zu hecheln. Dies ging zumindest anfangs auf: Alexander und ich machten uns ab Esporles gleich mal alleine in den Berg. Hier wurde klar, dass es heute eine besondere Herausforderung geben würde: Der Wind war schon hier im Ort so garstig, dass sich für später an der Küste böses erahnen ließ.

Aber erstmal Berge und das nicht zu knapp. In es Capdellà wartete Alexander bereits mit einer Cola. Leider machte uns hier die lokale Polizei einen Strich durch die geplante Streckenführung, denn der Pass war Aufgrund eines Unfalls für alle Verkehrsteilnehmer auf unbestimmte Zeit gesperrt. Wir waren natürlich not amused, zumal wir am südlichsten Punkt unserer Tour waren und so eine zusätzliche Nase fahren mussten.

Wir wollten keine Zeit verlieren, denn jeder unerwartete Stop würde unser Tageslichtfenster reduzieren. Wir hatten um 13 Uhr noch einiges an Kilometern und Höhenmetern vor uns. Meine Laune war im Keller, als am Kreisverkehr der direkte Weg über eine Schnellstrasse nach Andratx für Fahrräder gesperrt war. Wie sich später heraus stellte aus gutem Grund: Alexander hatte das Verbotsschild ignoriert. Die Schnellstrasse führte ihn direkt in einen 850 m langen Tunnel mit einem 10 cm breiten Seitenstreifen. Er hatte richtig Spass mit den LKWs.

Ich durfte dafür Peguera bewundern. Viel Freude hatte ich darin nicht, denn in meinem Kopfkino ratterten schon die 120 bergigen Kilometer die noch vor mir lagen durch.

Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit den Kreisverkehr in Andratx erreichte, sank mein Puls für einen kurzen Moment, nur so lange bis es die nächsten Hügel hoch ging, auf denen mich feinste Sturmböen erwarteten. Es fühlte sich an, als würde sich Mann und Maschine nicht bewegen – nur seitwärts gegen den Wind. In diesem Sektor verlor ich jede Menge Körner. Die Weiterfahrt wurde zu einer echten Strapaze. Ich dachte ans Abkürzen, über Esporles. Dass Christian mich wenig später kassierte machte mir auch keinen Mut.

Deia war das grosse Ziel. Flaschen und Speicher füllen. Die Chicas und Compañeros waren schon vollzählig anwesend. Es gab ein extrem leckeres, grosses Sandwich mit Käse, Olivenöl und frischen Tomaten: Herrlich!

Wie so oft wollte niemand weiterfahren, denn alle wussten was vor uns lag: Der Puig Major. Dieser Anstieg ist der Längste auf Mallorca mit 14,1 km und 860 Hm zum höchsten Berg der Serra de Tramuntana Gebirgskette.

Aber es gab kein entrinnen aus dem Tal um Soller. Ich startete ein wenig früher, so dass  ich nicht sofort die rote Laterne am Anstieg sein würde. Auf dem Anstieg, der wieder einmal meditativ gefahren werden musste, wurde ich dann von der ganzen Bande kassiert. Brav warteten alle oben auf mich, für die gemeinsame Weiterfahrt und das Gruppenfoto. Grosses Kino!

Nun noch die letzten welligen Kilometer, bevor es dunkel wurde. ab in die Home-Base und das Buffet geplündert. Ich wusste gar nicht das Bier soooo lecker schmecken kann! Gute Nacht & Danke fürs Mitnehmen! Heute mal wirklich!

Pittoreske Bucht bei DeiaNochmal oben am Puig MajorOben am Puig Major