St. Ulrich -> Brixen

Lesezeit: < 1 Minute

oder »Von wegen Ruhetag!«


Meine Rennradkollegen waren schon abfahrbereit und ich hatte eigentlich vor einen Ruhetag einzulegen, dann entschloss ich mich doch noch mitzufahren. Das Wetter war einfach zu freundlich und die Aussicht auf eine Einkehr und kurze Stadtbesichtigung in Brixen war dann doch sehr verlockend.

Also schnell Sonnencreme auf die Haut und ab in die Rennrad-Hose und den Berg hinunter gestürzt. Erst mal laufen lassen, bis zum Abzweig dann ordentlich hoch auf einer herrlichen Hochstrasse über dem Eisacktal. Immer schön wellig, um Höhenmeter zu sammeln. Dann endlich die wohlverdiente lange Abfahrt herunter nach Klausen, dann gleich wieder hoch in den Berg auf der andere Seite des Tals. Gut motiviert ging es hoch, denn jetzt war es nicht mehr weit nach Brixen, wo wir bei herrlichem Sonnenschein den bisher besten Apfelstrudel Südtirols, Cappuccino und Kuchen genossen.

Auf dem Rückweg düsten wir auf dem herrlichen Radweg im Tal immer an der Eisack entlang. Isabell nahm uns ins Schlepptau und dann wurde geklotzt und nicht gekleckert.

Der Vortrieb wurde an unserem Kreisverkehr jäh gebremst, denn nun kam der Schicksals-Abzweig. 11,2 km Anstieg mit 674 Höhenmetern lagen auch heute wieder vor uns. Etwa 50 Minuten in der Mittagssonne hochkurbeln. Die Beine waren besser als beim letzten mal und ich hatte das Ziel, meine Zeit zu verbessern, was mir auch gelang.

Eine schöner Abschluss der heutigen Tour. Morgen dann aber wirklich Ruhetag!

St. Ulrich -> Rosengarten -> Sella Joch

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Doppelt hält besser, denn ein Pass ist nicht genug«


Irgendwie wollte ich eigentlich heute gar nicht fahren. Aber nach dem Brötchen holen, als die Sonne langsam hinter den Berggipfeln hervorlugte, hatte ich doch wieder Feuer gefangen. Die Route sah auch zu verlockend aus: Fast schon ein Kreis, mit zwei wirklich attraktiven Pässen, die gefahren werden wollten.

Also ab in die Radklamotten und um 10:43 gleich den ersten kleinen Pass, den ich mal in meiner Pässeliste nicht erwähne, hinauf. Warm war ich nun. Leider hatte Uwe zeck mit seinem Umwerfer und wir mussten erst einmal beim nächsten Radladen in Kastelruth einkehren. Die Wartezeit wurde von Isabell zur Anschaffung einer neuen Rennradbrille genutzt. Perfektes Zeitmanagement im Urlaub!

Nun stürzten wir uns steil den Berg hinunter. Für die beiden weiblichen Mitfahrerinnen wohl zu schnell, denn sie verpassten den Abzweig zum leckeren 28% Anstieg. Sie mussten zur Strafe ’ne extra Nase absolvieren.

Nachdem nun alle erstmal wieder beisammen waren, konnten wir unser erstes Tagesziel in Angriff nehmen: Die Bezwingung des Nigerpasses. Ein fast fünfzehn Kilometer langer Anstieg, der es in sich hatte. Wenig Flachpassagen zum verschnaufen, sondern kontinuierlich steile Strasse. Aber wir wollten ja schnell nach oben!

Oben angekommen erwartete die Bande mich bereits und wir kehrten zu Apfelstrudel und Buchweizenkuchen ein. Das Aufbrechen fiel wie immer schwer, denn weitere Anstiege bei recht frischen Temperaturen wollten bewältigt werden.

Nach einer eher unspektakulären Abfahrt hinunter nach Canazei machte sich großer Respekt vor dem letzten Anstieg bei mir breit. Das Sella Joch hoch war nicht ohne, denn rund 800 Höhenmeter mussten überwunden werden. Da ich mit der roten Laterne fuhr, brauchte ich auch nicht zu hetzen und konnte es, für solch ein Unterfangen, locker angehen lassen.

Oben angekommen froren alle bei windigen 9°C ganz gewaltig und wollten schnell in die Abfahrt, herunter nach Wolkenstein. Diese genoss ich wieder in vollen Zügen und fuhr die Serpentinen mit Höchstgeschwindigkeit aus.

Zurück im Haus freuten sich dann alle über die warme Dusch und die Sauna, etwas ausgekühlt waren wir doch.

Morgen dann wohl wirklich Ruhetag…oder?

St. Ulrich -> Bolzano -> Merano

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Höhenmeter sammeln«


Nach dem gestrigen Regentag wollten wir heute unbedingt wieder aufs Rad. Nach Abwägung aller Möglichkeiten entschlossen wir uns für eine Etappe mit nicht all zu vielen Pässen bzw. Anstiegen. Eigentlich nur einem, dafür knackigen.

Die Beine wollten auch mal lange flach rollen nach den vielen Höhenmetern der vergangenen Tage. Aber daraus wurde erstmal nix, dazu später mehr.

Fast pünktlich ging es in die steile Abfahrt, herunter 13 km bergab nach Ponte Gardena. So richtig ließ sich die Abfahrt allerdings nicht genießen, denn es war noch recht frisch und der Gedanke, hier in etwas mehr als 6 Stunden wieder hoch zu müssen, verdarb mir den Spass am vmax.

Unten angekommen ging es über den wunderbar ausgebauten Bahntrassenradweg durch das Eisacktal mit 1-2% Gefälle herunter nach Bolzano. Dort angekommen musste Isabells Bowdenzug von einem lokalen Radhändler repariert werden, weil er sich fast aufgelöst hatte. Ohne wirklich angeschwitzt zu sein, ging es nach italienischen 10 Minuten (einer Stunde) endlich in den ersten und einzigen langen Anstieg des Tages.

Dirk hatte sich bei der Tourenplanung heute zu sehr aufs QuälDich-Portal verlassen und unfahrbare Anstiege geroutet. 30,9% kann man ich mit einem Renner einfach nicht fahren. Zum Glück gab es eine Ausweich-Serpentine und so kamen irgendwann doch alle oben auf dem Plateau an. Es blieb wellig auf über 1.200 Metern. Ich war zermürbt und sehnte mich nach der Abfahrt herunter nach Meran, wo dann Kaffepause geplant gemacht wurde.

Jetzt ging es mit Schiebewind auf dem Radschnellweg topfeben zurück nach Bolzano. 25 km, die richtig ordentlich rollten. Konsequente Führungswechsel ließen virtuelle Tachonadel selten unter 40 km/h sinken.

Zurück in Bolzano musste rausgenommen werden, da der Feierabend-Radverkehr einsetzte. Eine ganz tolle Radweg-Infrastruktur, quer durch die Stadt, ließ uns schnell den Weg zurück ins Eisacktal finden. Wir waren von den vielen Kilometern und auch Höhenmetern alle ganz schön matt und so beschlossen wir kurzerhand am Wegesrand eine letzte Einkehr vor dem 13 km langen Anstieg zurück nach St. Ulrich einzulegen. Es gab Bio-Holunder- und Melissensaft. Herrlich erfrischend!

Kreisverkehr, 400 m langer Tunnel dann nur noch Eins für die nächsten 13 km: bergauf. Ich fühlte mich kraftlos und hatte Bammel, nie oben anzukommen. Schnell hatte ich dann aber zum Glück doch meinen Berg-Rhytmus gefunden und konnte mit 145er Puls recht locker nach oben kurbeln.

In unser Villa Vastlé gab es dann zur Belohnung alkoholfreies Weissbier und ein schöner langer Tag auf dem Rad geht zu Ende.