Saisonabschluss-Tour mit den Havellandriders 2011

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Für einen Schnitzel-Teller nach Klein-Ziethen«


Nach einer extrem abwechslungsreichen Rennrad-Saison 2011 stand heute die Abschluss-Rennrad-Tour mit den Havellandriders auf dem Programm. Da wir im letzten Jahr so viel Spass an der Runde hatten, wurde die Route nicht modifiziert und der gleiche Track aus dem letzten Jahr gefahren.

Nach der rund zehn Kilometer weiten Anfahrt zum Rathaus Falkensee trafen Christine und ich auf zig bekannte Rennradfahrer/innen, mit denen ich dieses Jahr viele schöne Kilometer auf den Straßen Brandenburgs zurück gelegt hatte. Nach mehreren selbstausgelösten Weitwinkel-Gruppenfotos ging es auch schon auf den Track und Sebastian und ich führten die Radler-Meute auf bekannten Wegen aus Falkensee heraus.

Es waren zu diesem Zeitpunkt zwar nur 4°C, aber die Sonne verwöhnte uns bei fast wolkenlosem Himmel mit ihren wärmenden Strahlen und so ließ der große Spass am Rennradfahren nicht lange auf sich warten. Es kurbelte sich auch in der Führung fast wie von selbst, und bei netten Gesprächen flog die Landschaft nur so an uns vorbei. Wir passierten Nauen, Börnicke, die Schicksals-Baustelle von Tietzow, Flatow und Kremmen. Nun war es nicht mehr weit zum Landgasthof »Zu Reckin’s Eiche« in Klein-Ziethen.

Der Landgasthof bietet ein reichhaltiges Speisen Angebot, typisch deutsche Küchen: Große Portionen zu fairen Preisen. Susanne hatte für uns einen riesen Tisch reserviert, an den immer wieder große Tablettes mit verschiedenen Schnitzelvariationen gereicht wurden. Dazu gab es Bratkartoffeln und Pommes satt. Ein herrlich feister Schmaus, nach nicht einmal 100 Kilometern Radfahren.

Nach tiefgreifenden Kettengesprächen und Zahlen der Zeche wurden in der Sonne vor dem Gasthof noch Erinnerungsfotos geschossen, bevor es weiter zurück Richtung Falkensee bzw. Hauptsadt ging.

Das Kurbeln fiel nun deutlich schwerer, denn das Schnitzel samt Beilage waren nun doch ein wenig im Weg und wollten eigentlich erst einmal verdaut werden. Dafür war aber keine Zeit, denn dem Führungstrupp musste gefolgt werden und Löcher wollten zugefahren werden.

In Marwitz verabschiedeten sich Sebastian, Christine, Maren und ich uns von der großen Gruppe, die weiter nach Falkensee fuhr, wohin wir aber nicht zurück wollten.

Fazit: Ein würdiger Saisonabschluss mit viel Schnitzeln und guter Laune. Hat mir großen Spaß gemacht, all die netten Radler und Radlerinnen, an diesem schönen Herbsttag, wieder zu sehen. Hoffe zwar das das nicht die letzte Rennrad-Tour in diesem Jahr mit den Havellandriders war, aber so viele werden wir wohl nicht mehr werden, denn die Meisten haben schon signalisiert das es demnächst auf breiten Reifen in den Wald gehen wird, was ja bekanntlich nicht so mein Ding ist.

Bummeltour nach Blankensee

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Demontage eines Mythos«


Man munkelt sich zu, der Garmin-Schorsch könne gar nicht langsam fahren, sogar er selbst behauptet das von sich. Als er mit 274 Kilometern Hamburg-Berlin in den Beinen einen Tag später bei der Spandauer RTF mit 38 km/h in der Spitzengruppe vorne im Wind fährt und dabei noch locker plauscht hätte ich ihm diesen Mythos sogar fast abgenommen. Aber ob dem wirklich so ist wollen wir doch mal sehen!

Die Tourankündigung auf Rennradnews für die Tour heute lautete folgendermaßen: »Tempo soll wirklich moderat sein. Also über 30 km/h sollte am Ende als Schnitt schon aufm Garmin stehen.«

Los geht’s um zehn am Auerbachtunnel. Außer mir und Georg taucht niemand auf, perfekt, denn so bleiben testosteronbedingte Competition, gleichbleibend hohes Tempo und Ortsschildsprints von vornherein aus.

Dank einer sprengungsbedingten Sperrung der Autobahn können wir ein paar Minuten idyllische Stille auf der Krone genießen. Als wäre die eingekehrte Ruhe Teil meines Planes verwickele ich Georg in ein Gespräch. Es funktioniert! Wir fahren unter 30 km/h! Doch als hätte er den Braten gerochen fährt er bald schon wieder vor mir und zieht das Tempo an. Was er allerdings nur bis zum Schäferberg halten kann, wo ich mir mit Absicht wenig Mühe gebe, schnell hinaufzufahren.

Weiter durch Potsdam, vorbei am schönen Schloß Sanssouci, wo ich kulturelle Begeisterung vortäusche und immer langsamer werdend jedes Gebäude ansehen muss. Bald schon haben wir die Kleinstadt mit ihrem Verkehr hinter uns gelassen, ein neuer Vorwand muss her! Ich heuchle Interesse an den Gräsergesellschaften der straßenbegleitenden Moore nahe des Schwielowsees, rufe sogar ein paar lateinische Pflanzennamen in den Wind. Im Augenwinkel sehe ich Georg ob des gefährlich niedrigen Schnitts schon nervös werden, er lenkt ein und ruft mir »so, aber jetzt mal wieder sportlich!« zu.

Nach und nach kommt sogar die Sonne zum Vorschein und es wird annähernd warm, aber eben nur annähernd. Mein Körper fühlt sich an, als würde er schon winterschlafen, nein, heute will der einfach nicht schnell treten! Weitere Verzögerungstaktiken müssen her!

Nahe Ferch, kurz vor dem R1-Radweg, gibt es eine kurze Riegelpause in der Sonne bevor uns der Wald wieder schluckt. Wir fahren eine tolle autofreie Strecke, naheliegend, nun nebeneinander fahrend wieder mit geschwindigkeitssenkenden Gesprächen zu beginnen.

In Blankensee belohnen wir uns mit Kaffee und Kuchen bevor es mit Rückenwind zurück gen Berlin geht. Doch selbst der nutzt nun nicht mehr viel, der Schnitt ist versaut, daran ist nicht mehr zu drehen. Georg wirkt zwischendurch sehr nachdenklich, ich vermute, er grübelt über die Schmach, wie er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 30 Kilometer pro Stunde vor der Weltöffentlichkeit bestehen kann…

Als wir nach ein paar Stunden wieder in Berlin ankommen ist es fix, unser Schnitt liegt unter der magischen 30er Linie, bei läppischen 27,7 km/h! Mein Plan ging auf,

Garmin-Schorsch kann auch langsam fahren – wenn er denn muss. Quod erat demonstrandum!

Fazit: Wieder eine wirklich schöne Tour bei angenehmem, für diese Jahreszeit fast schon fantastischem Wetter. Schnell war’s heute wirklich nicht, aber wenn sich mein Körper irgendwann mal an die Temperaturen gewöhnt haben sollte fahre ich gerne wieder schneller mit Dir!

RTF »Jenseits der Havel«

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Schon lange nicht mehr Rad gefahren«


Um 9:15 Uhr war ich mit Christine und Alexander in der U-Bahn nach Spandau verabredet, um heute die letzte RTF des Jahres 2011, »Jenseits der Havel« vom RSV-Spandau, zu fahren.

Meine Beine waren von der gestrigen Fahrt allerdings schwer und kraftlos. Auch das Treppensteigen fühlte sich schmerzhaft an. Da hatte ich wohl wirklich gestern alles gegeben. Ich fragte mich, ob es denn dann wirklich eine so gute Idee wäre, heute wieder Rad zu fahren?

Als ich die vielen Havelländer-Kettenbrüder und Schwestern im Start/Ziel an der Schule in der Lutoner Straße traf, war mir klar, das es eine gute Idee war, heute erneut zu fahren. Auch der wolkenlose Himmel plus Sonnenschein bestätigte meine Entscheidung. Was sind da schon schmerzende Oberschenkel!?

Nach dem Start um kurz vor 10 Uhr wurde gewohnheitsbedingt gleich am Docht gezogen, um vorne mit zu fahren. Langsam fahren geht irgendwie nicht. Und vorne macht es auch viel mehr Spass! Nach einigem Sortieren ging es dann auch ordentlich in 2er-Reihen zur ersten Verpflegung, die natürlich ausgelassen wurde. Das Feld von etwa 20 Radlern harmonierte gut und wir kamen mit einer ordentlichen Geschwindigkeit voran. Meine Beine hatten sich auch wieder an die Belastung gewöhnte und spielten erstaunlich gut mit. Auf lange Führungsfahrten hatte ich heute trotzdem keine Lust.

An einer langen Baustelle in Tietzow mit Schotterpassage verloren wir leider Alexander, der einen Platten hatte. Auch Jule, Tom und Frankie waren an der zweiten Kontrolle, an der wir zum Glück ein wenig pausierten, nicht mehr gesehen. So fuhr ich mit Bernd und Adrian weiter. Bei klasse Kettengesprächen verging die Fahrzeit wie im Flug. Kurz vor Seeburg wurde das Tempo noch einmal forciert und wir verpassten den Anschluss an die kleine Führungsgruppe. Egal, obwohl die sinnlose Aufholjagd einige Körner gekostet hat und wir nicht mehr heran kamen.

Im Ziel freute ich mich über eine Bockwurst mit Senf und ein halbes Käsebrötchen zu 1,50 €.

Fazit: Ein schöner RTF-Saisonausklang. Bin ja dieses Jahr nicht viele davon gefahren, hat aber trotzdem meist Spass gemacht.