Fläming 300er

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Heute mal etwas länger unterwegs


Eigentlich stand heute für mich der Night-Ride vom wff von Spandau nach Hamburg auf dem Programm. Mitte der Woche entschied ich mich dagegen, da ich mich mit der Fahrt in der Nacht einfach nicht wohl fühlte. Ein Alternativ-Programm musste her. Etwas länger wäre schon schön, um die 280 km nach Hamburg irgendwie nachzustellen.  So passte es perfekt, dass die Jule für heute einen 300er in den Süden anbot.

Treffpunkt war recht früh, um 7 Uhr am Auerbachtunnel, was mir ebenfalls sehr gut in die Karten spielte. Durch meine vielen Zwift-Einheiten am frühen Morgen, bin ich das zeitige Aufstehen gewöhnt. So war ich auch der erste um 6:50 Uhr am Treffpunkt. Nach und nach traf die Bande ein, und als der notorische Fototermin absolviert war, ging es auch schon auf die Piste. Die Beine fühlte sich ok an, ob sie allerdings mehr als 300 Kilometer halten würden, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich. Ich hatte gut trainiert, den letzten Monat recht gesund gelebt und schon ein paar 200er im Sack in 2018.

Nachdem ich mich eine Weile in der zweiten und dritten Reihe aufgehalten hatte wusste ich, daß es für mich heute nicht viel Führungsarbeit geben dürfte, wenn ich das Ziel in der Heerstraße unbeschadet, nach mindestens 9 Stunden Fahrzeit erreichen wollen würde.

So vergingen die ersten Stunden recht locker und der Rewe in Golßen wurde erreicht. Dort gab es eine Mohn-Schnecke und ne Schrippe. Flaschenfüllen und weiter. Der nächste Stop sollte erst in rund 150 km folgen. Ob das gut gehen würde?

Der Fläming meinte es erstmal gut mit uns , bot er doch feinen Schiebewind. Leider waren da noch die vielen Wellen der längst vergangenen Eiszeit, die mich massig Körner kosteten. So kam es, daß die Bande in Jüterbog ihr Vertrauen in mich verloren hatte und vorsichtig fragte, ob ich mit Marcel, Ralf und Dirk den Heimweg antreten wolle. Auf gar keinen Fall! 300 waren heute mein Ziel! Nicht weniger! Oleg zog uns dann die nächste Stunde über die verbleibenden Wellen des Flämings durch den nun aufkommenden Gegenwind. Krasse Leistung! Nun war mein Tief überwunden und ich konnte gut mit Bernd, Jule und Oleg zurück nach Brandenburg eintauchen. Aber ein paar Nase waren noch zu fahren,

Eine Pause gab es auch noch, in der gefühlt der halbe Norma leer gekauft wurde. Gestärkt ging es dann kompakt und flott durch die weiten Brandenburgs. Als Lehnin erreicht war, hatte ich die restlichen Stationen schon vor Augen: Busendorf, Ferch, Michendorf, Langerwisch, Saarmund, Güterfelde, Stahnsdorf, Wannsee und dann die Havelchaussee. Die Drei schraubten nochmal am Tempo, bevor recht moderat gemeinsam der Willy hinauf gekurbelt wurde. Am Postfenn dachte ich dann, daß es nochmal ein Finale geben würde, aber Oleg bestätigte mir, dass es »nach 300 km kein Sport, sondern nur noch Bier geben würde.«

Kann ich mit leben, genau wie mit dem leckeren, kalten Erdinger alkoholfreien Weißbier, welches der Thai an der Heerstrassen-Brücke für uns bereit hielt.

Ein perfekter Tag auf dem Rad geht zu Ende. Genau mein Ding! Danke an alle Protagonisten fürs Mitnehmen und speziell an Jule fürs Ausrufen der klasse Tour!

Mal sehen, was morgen geht!? auf jeden Fall kein 300er…

 

Schwielowsee-Runde

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Entschlossen unentschlossen


Der Plan war um 10 Uhr an den Tiri zu fahren. Leider kreuzten Regenwolken den Plan und so bat Oleg eine Stunde später zum Auerbach-Tunnel. Erstmal kam keiner. So fasste ich den Plan, die meine Schwielowsee-Runde zu fahren. Zu lange war ich dort nicht mehr unterwegs gewesen. Zu gerne erinnere ich mich, daß ich dort fast wöchentlich unterwegs war. Schöner See – schöne Runde.

Als ich eigentlich schon losfahren wollte erschienen dann, um irgendwas nach 11 der Oleg und später noch der Bernd mit ein paar Kameraden. Nach länglicher Verhandlung war der Plan, nicht die Krone zu fahren, weil noch nass und statt dessen über Postfenn die Havelchaussee hoch. Dann nochmal gucken. Ok, von mir aus!

Nach gemeinsamem Hügeln dann erneuter Stopp an der Tanke in Wannsee. Bernd wollte mit seinen Mannen nach Großbeeren, Oleg die Jule am Tunnel abholen. Also ging es für mich alleine über den Schäferberg nach Potsdam.

Dort blieb das übliche Durcheinander erstmal aus. Aber ohne Vorkommnisse blieb auch dieser Sektor nicht: Ein Autofahrer meinte im Stau, der immer Am Neuen Garten ist, auf meinem  Radschutz-Streifen fahren zu müssen, so daß ich ihn links überholen musste. Ich klopfte vorsichtig mit meinem Knöchel an seine Scheibe und wies in darauf hin, daß er mir die Weiterfahrt erschwerte. Aufgeschrocken zuckte er von seinem Smart-Phone hoch, welches auf seinem Schoss lag und anscheinend seine volle Aufmerksamkeit erforderte. Er begann zu pöbeln. Ich in die Pedale zu treten. Schade nur, daß er nicht mal Einsicht gezeigt hat.

Mit extra Vorsicht und viel Sonne habe ich dann Potsdam hinter mir gelassen. Am Schwielowsee dann das gewohnte Gefühl von Freiheit und Urlaubs-Feeling. Klasse!

Am westlichsten Punkt in Ferch begann es dann stärker zu nieseln und ich stellte mich kurz an einer Bushaltestelle unter bevor es weiter ging. Nun half mir Westwind, den weg zurück in die Hauptstadt zu finden. Wieder den Willy mitgenommen und nicht ohne auf den letzten Kilometern noch einmal eine ordentliche Schütte zu bekommen, wurde die die Home-Base zufrieden, aber auch ausgepowert, erreicht.

Egal, tolle Ausfahrt!

ESK-Team-Zeitfahren 2018

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oder »Von Tanke zu Tanke reloaded«


Heute war es wieder soweit und endlich konnte die Aufgeregtheit, welche ich schon die ganze Woche mit mir rumschleppte, abgeworfen werden. Oder sollte ich »rausgestrampelt« werden sagen? Egal, das Zeitfahr-Event der Berliner-Radsport-Szene stand, am längsten Tag des Jahres, auf dem Programm – und alle kamen.

Christoph und ich wollten es nachdem wir es 2017 als aktive Mitfahrer ausgelassen hatten, auch wieder wissen. Eigentlich ging ich recht gut trainiert an den Start. Ach was übertreibe ich, ich fühlte mich besser als in 2016, soviel wusste ich, denn ich war die vergangenen Monate relativ fleissig mit Zwift unterwegs und ich wusste, daß genau diese Einheiten mir helfen würden, Tanke-zu-Tanke ordentlich zu überleben.

Insgeheim hoffte ich, wir würden die 30-Minuten-Marke knacken können, was sich aber als illusorisch heraus stellte. Aber der Reihe nach:

Es wurde wieder mit 30-sekündigem Abstand gestartet. Vor uns das komplette ESK-Geschwader, dann der AliXpress. Das wir kassiert werden würden war klar. Aber erstmal eigenes Tempo finden und den Willy unbeschadet hochfahren, so war unser Plan. Dieser ging leider nicht auf. Schon an diesem Anstieg zerlegte es uns und das nach uns gestartet Damen-Team kassierte uns. Von nun an ging es für mich mit leicht angezogener Bremse weiter, da Christoph die Pace nicht halten konnte und ich folglich in den nun folgenden Passagen Tempo rausnehmen musste. Leider war noch nicht einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Genau der richtige Moment eine Lektion in Demut, Kameradschaft und Team-Geist zu lernen, dachte ich mir. Als es das Postfenn hinunter ging, sah ich wie in einem anderen Team ein Teamkollege von seinem Passmann angeschoben wurde … ob das die Lösung war?

Ohne Schieben ging es dann auf die Rückreise und mir war klar, dass dies heute keine PBZ werden würde.

Schade, gerne hätte ich noch ein oder zwei Schippen drauf gelegt. Aber gemeinsam losfahren und gemeinsam ankommen war die Aufgabe und so wurde diese auch erfüllt.

Fazit: Grosser Sport, nicht riesengross, aber Spass gemacht hat es trotzdem, mal sehen, wie das 2019 läuft!?