Radfahren in Berlin

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»Erzwungene Vorfahrt endet mit Faustschlag im Gesicht«


Am Samstag wollte ich nur noch schnell zum Frisör in der Wilmersdorfer Strasse, bevor es mit meiner besten Freundin zu einer gemeinsamen Radtour gehen sollte. Soweit, sowenig außergewöhnlich.

Natürlich lege ich solche Strecke mit meinem Stadt-Rad zurück. Die beste Art & Weise von A nach B zu kommen. Besonders bei so schönem Wetter wie heute. Blauer Himmel & Sonnenschein.

Um zur Wilmersdorfer Strasse zu gelangen wählte ich bewusst verkehrsarme Strassen immer im Fokus, den Autofahrern so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Eine bewährte Taktik im Großstadt-Dschungel.

So fuhr ich auf der Sesenheimer Strasse und wollte in die Schillerstrasse einbiegen. Beides Tempo-30-Zonen. Ich befand mich auf der Vorfahrtstrasse – Rechts vor Links – kennt man – weiss man.

Ein Autofahrer war nun der Meinung, dass er das nicht so genau nehmen müsse, und ich als Radfahrer ja auch mal warten könne, weil es so schön für ihn rolle. So nahm ich es zumindest wahr. Für mich rollte es auch toll, mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich mich auf der Vorfahrtstrasse befand. So rollten wir quasi zeitgleich in den Kreuzungsbereich und er drängte mich entsprechend ab, weil er nicht bremsen wollte. War genommen wurde ich. Die Scheiben der Beifahrerin waren unten, es war ja warm. Recht des Stärkeren? Der Schwächere gibt nach?

Ich folgte meiner Spur und bog in die Schillerstrasse ein und klopfte mit der flachen Hand auf seine Seitenscheibe, was die Situation eskalierte.

Der Kraftfahrzeuglenker zog abrupt zu mir rüber und schloss die Gasse zwischen ihm und den parkenden Autos. Seine Frau sprang wie eine Furie aus dem Auto und beschimpfte mich aufs übelste. Passanten kamen hinzu und nahmen Notiz.

Die Frau des Fahrzeuglenkers drang derart in meinen persönlichen Bereich ein, dass ich sie zurück drängte und schubste. Nicht stark, aber um sie entsprechend von mir fern zu halten.

Darauf hin fing ich mir einen heftigen Schwinger mit der Faust des Fahrzeuglenkers auf meine Linke Wange ein.

Meine geliebte Radbrille flog in hohem Bogen durch die Luft und der Fahrer machte noch Anstalten, diese zu zertreten. Diese übertriebene Aggression überraschte mich.

Er drohte mir, mich ja nicht zu entfernen. Um dies zu unterstreichen trat er noch gegen mein Rad.

Ich hatte nicht vor, den Ort des Geschehens zu verlassen. Viele Passanten beobachteten bereits das Geschehen und den Angriff gegen meine Person.

Ich wollte nur noch die Polizei anrufen und um Hilfe bitten.

Dies tat ich auch, benommen von dem Faustschlag teilte ich meinen Standort mit. Passanten baten mir ihre Visitenkarte an und sicherten mir zu, den Tathergang zu bezeugen.

Die Polizei, welche wenig später am Ort eintraf nahm meine Anzeige professionell auf, nicht ohne mich zu ermahnen, dass ich eine Teilschuld (50%!?) an den Vorkommnissen tragen würde, weil ich die Vorfahrt mir nicht einfach holen dürfe. Auch mein Schlag auf seine Scheibe der hinteren Türen wäre nicht ok, was ich natürlich einsah, aber betonte, dass dies keine Sachbeschädigung sei.

Eine anfängliche Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung war später nicht mehr »gefährlich« weil die Polizei es nicht als erwiesen sah, dass der Kraftfahrzeugführer mich mit seinem Fahrzeug abgedrängt hatte. Also nicht seinen PWK als Waffe eingesetzt hatte. Der Polizist meinte noch, dass Amri am Breitscheidplatz den LKW als Waffe genutzt hatte. Hier kann wohl nicht davon ausgegangen werden. Auch von einem gefährlichen Eingriff in den Strassenverkehr wollte er nichts wissen.

Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr § 315b(1):

Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er 2. Hindernisse bereitet

Ich bedankte mich für seine Einschätzung. War überrascht über die Zurechtweisung.

Fazit: Als Radfahrer niemals auf seine Vorfahrt bestehen. Auch nicht in einer 30er-Zone. Kann leicht mit einem Faustschlag im Gesicht, einer kaputten Radbrille und einem zusammengetretenen Fahrrad enden.

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Beetzsee-Runde #1 ’18

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»Tolle Truppe – toller Sport«


Als am Samstag Nachmittag noch keine ordentlichen Tourenangebote vorlagen, entschloss ich mich, mal wieder selber etwas anzubieten. Beetzsee geht eigentlich immer, denn da ist Päwesin und dort ist Backwahn. Der geneigte Leser kennt diese Location bereits aus diversen Ausfahrten. Also in den üblichen Kanälen annonciert und schlussendlich waren wir dann sieben Mann, die sich ab Rathaus Falkensee auf den Weg nach Brandenburg an der Havel machten.

All dies aber nicht, ohne noch vorher die Havelland-Riders am Rathaus zu begrüssen, die sich ebenfalls auf eine Tour machten. Allerdings nach Fehrbellin zur Konditorei Schmidl.

Die Wechsel klappte nach kurzer Eingewöhnung hervorragend und es rollte gut. Wir waren sportlich unterwegs, dass zeigte mir auch die neu installierte Connect-IQ App What’s my FTP auf dem Garmin.

Guter Sport aber nie über-pacen – so mag ich das. Ich bemerkte dass sich alle Protagonisten wohlfühlen und so freute ich mich mit der Bande auf den Kuchen.

Auch beim Backwahn hatten wir erneut Glück, denn wir erwischten genau einen Sweet-Spot, der es uns ermöglichte innerhalb von wenigen Minuten unseren Kuchen zu bestellen und in Empfang zu nehmen. Als wir bereits sassen hatte sich, wie so oft, eine Schlange bis auf die Strasse gebildet. Nice.

Der Heimweg über Nauen war heute nicht wirklich beschwerlich, denn die Sonne lachte und auch der Wind meinte es gut mit uns. Die Stromproduzenten mit ihren vielen Windrädern wird es nicht gefreut habe. Egal. OPP.

Tom und Erik bogen schon vor Falkensee ab, Thomas kehrte zu seiner Holden um, die uns entgegen geradelt kam. Stephan und Christian bogen nach Bötzow ab und ich machte mich mit Andreas auf die letzten Kilometer nach Berlin.

Schöne Tour und klasse Truppe. Werde wohl wieder öfters Touren anbieten. Hat echt grossen Spass gemacht.

Mit den TiRis ab in den Süden

Blühende Landschaft
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»Kaiserwetter für diese Ausfahrt«


Schon eine gefühlte Ewigkeit bin ich nicht mehr zum bekannten Treffpunkt im Süden gefahren. Das lag sicher zum Einen an meiner mangelnden Fitness mit den »Dauerfahrern« mitzuhalten, zum Anderen aber auch an der weiten Anfahrt nach Süden. Ach was, Ausreden gibts immer, dies war ja auch erst meine dritte Rennradausfahrt in 2018, von daher passt das schon.

Die ganzen »Üblichen Verdächtigen« fehlten heute bis auf Oleg und Uwe. Der Spreewald-Marathon rufte oder sonstige familiäre Verpflichtungen mussten der Vortritt eingeräumt werden. Uwe war dabei und ich freute mich, ihn nach seinem schweren Sturz vor fast genau einem Jahr wieder zu sehen und mit ihm in die Pedale zu treten.

Ansonsten schlossen wir uns den Älteren heute an. Oder schlossen sie sich uns an? Keine Ahnung, Oleg legte die Pace für die Einer-Reihe nach Süden richtig und so ging es mit ordentlich Vortrieb und zumeist Schiebewind weit vor die Tore der Hauptstadt. Alles blühte fröhlich vor sich hin. Tolles Rennrad-Wetter!

Als dann der Wind und die Fahrrichtung drehte wollte niemand so recht in der Führung fahren und das grosse Taktieren begann. Kein Problem, denn es gab ja in wenigen Kilometern Kuchen und so fand sich dann doch jemand, der die Bande anführte.

Nach Kuchen in Blankensee ging es auf den Heimweg, auf dem Uwe und ich noch den Willy besiegten, bevor ich die HomeBase erreichte.

Schöne, lockere Runde. Nicht zu grosser Sport aber auch nicht nur »Junk-Miles«. So kann es weiter gehen!