Kloster-Lehnin-Runde

Nochmal Geburtstag feiern


Nachdem die Kloster-Lehnin-Tour von Julia in der vergangenen Woche wegen mangelnder Teilnehmer und Herbstwetters gescheitert war, wollte sie es an diesem Samstag noch einmal versuchen.

Klassischer Treffpunkt: 10 Uhr Tirschenreuther-Ring. Viele bekannte und unbekannte Radler kamen diesmal um bei herrlich mildem Herbstwetter zum Kloster Lehnin zu radeln. Im Oktober in kurz-kurz zu fahren ist schon herrlich!

Hier endet meine Möglichkeit aus der Erinnerung zu berichten. Auch die geschossenen Fotos bringen mich nicht weiter. Keine Erinnerung mehr. Warum dies? Dafür muss ich etwa fünf Stunden auf der Zeitachse nach vorne spulen:

Wir hatten uns wie üblich in Schenkenhorst verabschiedet und getrennt und die Bande fuhr zum Tiri zurück. Ich fuhr alleine weiter über Güterfelde und Kleinmachnow nach Wannsee. Der Willy sollte meine letzte Herausforderung des Tages werden. Um ein Haar wurde es zur letzten Herausforderung meines Lebens.

Wie üblich muss ich diesen geliebten Kilometer-Berg mit „All-in“ gefahren sein. Also „Vollgas“. Oben angekommen war dann Ende. Oder besser gesagt Exodus. Ich fiel vom Rad in den Sand an der Bushaltestelle. Erst entschloss sich mein Herz, die Kammern flimmern zu lassen, dann hörte es auf zu schlagen. Medizinisch nennt sich dies: „Plötzlicher Herztot“. Davon gibt es ca. 65.000 pro Jahr in Deutschland. Eigentlich tödlich. Sofern das Gehirn nicht innerhalb von wenigen Minuten mit Sauerstoff versorgt wird und man wiederbelebt wird, ist es aus.

Mein Glück im Unglück war, daß mir dies genau an dieser Stelle passierte, denn der Willy war zu diesem Zeitpunkt von vielen Radfahrern frequentiert. Darunter auch mindestens zwei Ärzte, die mich sofort wiederbelebten und die Feuerwehr alarmierten. Wie ich später aus dem Polizei-Protokoll erfuhr waren sechs Personen damit beschäftigt, mich wieder ins Leben zurück zu holen, bzw. die Zeit zu überbrücken bis der alarmierte Rettungswagen mit einem Defibrillator elektrische Stöße verabreichen konnte.

Die Ersthelfer haben perfekte Arbeit geleistet: ich bin noch am Leben und außer einem „Filmriss“ der letzten acht Stunden und stark geprellten Rippen geht es mir gut. Danke ihr lieben (noch unbekannten) Lebensretter!

Als ich auf der Intensivstation erwachte hatte ich null Erinnerung. Dieses Schild hing an meinem Bett:

Sie befinden sich auf der Intensivstation
Sie befinden sich auf der Intensivstation

Nach einer Woche im Krankenhaus wurde mir ein Defibrillator der Berliner Firma Biotronik implantiert, der darüber wacht, daß bei zukünftigen Kammerflimmern der Elektroschock automatisch abgegeben wird. Neben den fünf Tabletten die ich aktuell täglich nehmen muss, kann mein Leben ganz normal weiter gehen. Mein Herz hat ja nun einen implantierten „Schutzschild“.

Auf meinem City-Rad war ich gestern auch schon unterwegs und es hat sich toll angefühlt, diese Freiheit und der Wind um die Nase in der milden Herbstsonne. Mal sehen wie es weiter geht!? Mallorca 2019? Eigentlich ganz oben auf dem Wunschzettel! Aber erstmal nix übertreiben.

Ob das so gemeint war?

Jules 200er in den Spreewald

oder »Lange Ausfahrt mit perfekter Gruppe & Kaiserwetter«


Nächste Woche startet ja wieder die ITF und mir fehlen in 2018 die Grundlagenkilometer um 6 Tage Rennrad-fahren unbeschadet zu überstehen. Da dachte ich mir, es könnte vielleicht hilfreich sein, mal einen 200er zu fahren. Da Jule gerade einen anbot und Marc mich nett überredete, war der Plan geschmiedet.

Pünktlich um 9 holte mich Marc gut gelaunt ab um erstmal zur S-Bahn zu fahren. Hatte ich mir doch gewünscht die Anfahrt nicht mit dem Rad zu absolvieren. Denn ich wollte so wenig Neukölln wie möglich, was den interessierten Berlin-Touristen sicher überrascht. Mir egal.

So erreichten wir dann auch recht stressfrei den Treffpunkt am Eingang zur Neuköllner Krone. Jede Menge Radler waren da und ich freute mich über die nette Gruppe, das Wiedersehen und das herrliche Radfahr-Wetter.

Fast unbeschadet ging es dann auch in den Fläming. Der einzige Defekt lag in Dirks Tubeless Hinterrad, welches  plötzlich seine Dichtmilch verlor, was aber in rekordverdächtig kurzer Zeit behoben wurde.

Gefühlte Stunden später sehnte nicht nur ich mich der Pause entgegen, die heute bewusst spät gewählt war. Nicht in Lübben, dem Herzen des Spreewaldes sollte eingekehrt werden, sondern später, um die psychologische Hälfte der Strecke weit hinter uns gelassen zu haben. Deshalb gab es erst in Glashütte nach gut 120 km Fahrt was zu Futtern. Dies stellte sich im Nachhinein als sehr gute Wahl heraus. Zwar war die Vesper für brandenburger Verhältnisse relativ kostspielig, dafür war es aber auch sehr lecker und abwechslungsreich.

Gestärkt ging es dann auf die Rückreise. Nicht ohne den einen oder anderen Durchhänger zu haben – hat jemand Fresspuls gesagt?

Zu allem Übel hatte ich persönlich auch noch einen alternativen Heimweg geplant, der Marc und mich ab Sperenberg von der grossen Gruppe separieren sollte. Wollten wir doch nicht mehr nach Neukölln zurück, sondern in den schönen Westen…

Marc zog erstmal ordentlich an der Kette. Wenig später konnte ich ihn aber bändigen und zu einer, für uns Beide, angenehmen Reisegeschwindigkeit überreden.

So ging es dann bis zur Heerstrasse, wo wir schon den Willy und das Postfenn erfolgreich mit letzter Kraft gebügelt hatten. Zur Belohnung gabs noch eine Einkehr in der Sonne beim Thai an der Heerstraße.

Perfekte Runde in den Süden. Großer Dank geht an Jule fürs Ausarbeiten, Planen und Einladen!

War hoffentlich nicht mein letzter 200er in 2018!

City-Morgenlauf lang #21-2013

oder »heute mal wieder etwas länger«


Da es am Sonntag so gut lief, mit neuer Bestzeit und so, war klar, dass heute die Strecke ein wenig variiert werden musste.

Wir planten auf alten Wegen, wieder bis zum Brandenburger-Tor, zu laufen. Das sind gut 4 km mehr, die klasse in die Laufstrecke einzubauen sind.

Wie uns aufgefallen ist, ist der Fussweg entlang des Tiergartens von der Siegessäule zum Brandenburger Tor nun noch besser durch die Strassenbeleuchtung ausgeleuchtet, was uns das Laufen auf dieser Strecke bei zukünftigen, widrigen Außenbedingungen, sicher erleichtern wird. Heute ging es locker auf wenig feuchtem Laub durch die Straßen Berlins.

Ich war sehr überrascht, wie einfach und entspannt ich lief. Große Vorfreude auf den Halb-Marathon am 31. März!