Mallorca Trainingscamp 2014 – Ein Résumé

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Was treibt mich zum 6. mal an diesen Ort?«

 

Seit März 2009 komme ich jedes Jahr im Frühjahr hier her an diesen Ort, den Club Pollentia. Durch meine Berichte und Erzählungen habe ich viele NachahmerInnen gefunden, die es mir gleichtun. Weil sie diesen Ort für den besten Ort halten, um im Frühjahr wieder in den Tritt zu kommen.

Auch in diesem Jahr wurde ich wieder herzlichst empfangen. Viele bekannte, freundliche, strahlende Gesichter schon an der Rezeption. Ein Help-Desk für Dinge die nicht so laufen und verbessert werden können wurde eingerichtet. Es wird zugehört und sich bemüht. Auch das reichhaltige Buffet war wieder ausgezeichnet. Die Zimmer verfügen mittlerweile über einen 40″-Fernseher. Ansonsten wurde an der Ausstattung nichts geändert. Da könnte mal was passieren.

In diesem Jahr bin ich mit relativ wenig Strassen- und ErgoMeter-Kilometern in den Beinen angereist. Viele meiner Mitfahrer hatten sich erheblich intensiver und umfangreicher vorbereitet. So merkte ich schnell wo mein Platz im Feld war: hinten.

An den ersten Tagen kamen auch noch starke Schmerzen im unteren Rücken hinzu, die vielleicht von der hohen Belastung des Halbmarathons herrührten. Vielleicht lag es auch an den weichen Betten. Egal, viel Spass hatte ich nicht. Schmerzen und hinterher fahren: Die schönsten Tage es Jahres gehen anders.

Die meisten Runden, Täler und Anstiege waren bekannt und schon x-mal gefahren. Das hat natürlich den Vorteil das ich genau timen konnte, wann ich oben, zuhause oder am Café sein würde; zum Anderen nahm es natürlich viel Spannung und ließ oft auch Langeweile aufkommen. Zwar konnte ich so manchen Anstieg schneller hoch fahren als in den Jahren zuvor, weil ich wusste wie weit es noch sein würde, die Freude Neues zu entdecken blieb aber auf der Strecke.

Es gab nur wenige Momente, zum Beispiel beim Küstenklassiker, ganz weit unten im Süden im Tal um Galilea. Da spürte ich welche Schönheit und welchen Zauber diese Insel inne hat. Minutenlang überlegte ich, wo ich eine schönere Natur, kräftigere Farben oder beeindruckendere Vegetation gesehen hatte: Nirgends. Das ging mir das letzte mal in 2009 so, als ich oben in Orient war und Ella Elle L’a aus meinem iPod shuffle auf meine Ohren kam. Ich war zu Tränen gerührt.

Sportlich gesehen war in diesem Jahr das Programm sehr straff und ging in etwa so: Wie bekomme ich in möglichst kurzer Zeit, extrem viele Höhenmeter, Kilometer und Ausfahrten auf die Uhr!? Gefahren wurde in 11 Tagen 9-mal, also drei 3er-Blöcke. Dagegen gibt es nichts einzuwänden. Und Flachetappen kann man in Brandenburg auch trainieren, dafür muss nicht nach Mallorca geflogen werden. Das hat alles seine Richtigkeit. Nur unter Druck gesetzt fühlen wollte ich mich eigentlich nicht, durch die Ziele die, die Gruppe vorgab. Das war dann aber doch das Ein ums Andere mal so. Aber ohne Druck geht eh nix. Wirklich? Auch im Urlaub?

Spass hatten wir auch viel. Die Pausen waren meist amüsant und auch die Abende in der Diesel-Suite beim San Miguel waren extrem kurzweilig. Auch grinsten wir viel beim Frühstück. Zum Beispiel über die Sportler, welche in kompletter Rad-Lauf-Montur am Büffet erschienen und in Gummi-Clogs ihre Teller füllten.

Von dem Spass hätte ich gerne mehr gehabt und weniger sportliche Herausforderung. Vielleicht muss ich dafür mit anderen Leuten dorthin oder eine andere Sportart wählen? Vielleicht Golf? Vielleicht Tennis? Um dies heraus zu finden habe ich ja noch ein wenig Zeit. Wenn mir gar nichts anderes einfällt, dann buche ich halt wieder fürs Mallorca Trainingscamp 2015.

Mallorca Trainingscamp 2014 – Tag 9 – Manacor – Petra

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Ausrollen nach Petra«


Der letzte Trainingstag auf der Insel führt uns traditionell auf kurzen Wegen direkt zum Café- und Kuchentisch. Heute wurde der Track mit einer extra Nase durch das Orangental und durch Manacor gewählt. Unter 100 km ist zu dieser Jahreszeit ja nicht mehr wirklich en Vogue und wir wsollten schon noch ein paar Kilometer machen.

In letzter Minute entschieden sich noch Felix, Karsten und Tom uns auf unserer Runde zu begleiten. Verstärkung konnten die müden Krieger nach der gestrigen Runde gut gebrauchen und mal ein wenig neues Blut in die Gesprächsrunden zu bringen war auch nicht verkehrt.

Durch die späte Abfahrt war die Mittagswärmehitze gleich zu spüren. Nach Can Picafort und runter zum Abzweig an der Tankstelle wurde recht gesittet in 2er-Reihe gefahren. Ab Abzweig zum Orangental entschieden Micha & Micha gleich zum Kuchen-Café nach Petra durchzurollen und den tollen Ausblick und die süßen Früchte direkt vom Baum im Orangental auszulassen. Schade.

Für uns ging es weiter über Manacor nach Petra. Ein herrlicher kleiner Weg lotste uns vorbei an Fincas und Gemüsefeldern nach Petra. Auf dem grossen Platz im Dorfkern entdeckten wir sofort Micha & Micha und setzten uns an ihren Tisch. Die üblichen Leckerlies wurden konsumiert und auch Heiko bekam heute was Ordentliches serviert.

Nach der langen Einkehr hatten alle erst einmal Schwierigkeiten weiter zu fahren, da der Kreislauf komplett runtergefahren war und die Hitze uns zu schaffen machte. Es dauerte ein paar Kilometer und kühlenden Fahrtwind, bis der Motor wieder lief.

Jetzt noch die x-mal gefahrenen Stationen abhaken: Sineu-Llubi-HighSpeed-Sektor, Brückenstück nach Sa Pobla und das legendäre Schilf, was wieder nicht ohne Ziel-Sprint gefahren wurde. Am Kreisverkehr machten Micha & Micha noch einen Abstecher zur RoadBike-Veranstaltung. Der Rest der Bande düste zurück zum Hotel.

Klasse letzte Ausfahrt. Resumé zum Mallorca Trainingscamp 2014 dann im nächsten Beitrag. Jetzt erstmal an den Pool in die Sonne…

Mallorca Trainingscamp 2014 – Tag 8 – Küstenklassiker

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Königs-Etappe«


Zum Abschluss des Trainings-Camps steht immer eine besondere Etappe auf dem Plan. Einmal sind wir die legendäre Insel-Umrundung gefahren, ein anderes mal den Küstenklassiker.

Heute sollte wieder der Küstenklassiker gefahren werden. Andere lassen sich mit dem Bus nach Andratx karren, um von dort die Küstenstrasse zu fahren. Wir hatten unsere Räder dabei, um über den Muro-Radweg mit schönem Schiebewind und 12 Mann nach Esporles zu bollern.

WahnsinnsblickDort war aber erst einmal Schluss mit Hochgeschwindigkeits-Pedallieren, denn die ersten echten Hügel lagen vor uns. Die Bande pausierte etwas ausführlicher um Micha und mich in den Berg vorfahren zu lassen.

Nun folgten giftige Kanten, die mich einiges an Körnern kosteten. Mein Plan war es, wie schon vor zwei Jahren, bis nach Deìa durchzufahren und dort dann gemeinsam eine grosse Vesper mit der Bande abzuhalten. Zum einen war mir der Rest der Truppe zu schnell am Berg zum anderen mag ich es lieber in hügeligem Terrain meinen eigenen Stiefel zu fahren.

Heikos LunchDer Plan ging auf und wir trafen uns in Deìa, um den dortigen Krämerladen zu plündern. Heikos Lunch erschien mir besonders kreativ. Auf meine Nachfrage hin, was das denn sei, sagte er: Mir doch egal: Hauptsache Essen.

Für mich gab’s nur Getränke und mitgebrachte Riegel. Keine Lust auf was schweres, denn der 14 km lange Angst-Anstieg hoch zum Puig Major lag noch vor uns. Richtig quälen wollte ich mich nicht. Eine neue PBZ hatte ich nicht auf dem Schirm. Einfach nur unbeschadet oben ankommen war mein Plan – der gelang.

Vesper in DeìaNun noch schnell das obligatorische Gruppenfoto auf dem Parkplatz. Nicht sehr angenehm in den schweisstriefenden Klamotten. Dann schnell durch den Tunnel und runter zum Gorg Blau. 50 wellige Kilometer lagen noch vor uns. Wir waren gut in der Zeit und die Sonne stand noch nicht all zu tief. Obwohl die Beine schwer waren, hatte ich noch Spass am Radfahren und das Ding nach Haus zu fahren.

Oben am PutschAn diesem Punkt hatte ich schon des öfteren erheblich stärker gelitten und mich nach der HomeBase gesehnt. Heute war ich froh, mit solch einem starken Team unterwegs zu sein, die mit mir die verbleibenden rund 200 Höhenmeter wegdrückten.

Relativ pünktlich waren wir zum Abendessen zurück von einem weiteren unvergesslichen Küstenklassiker. Danke fürs Mitnehmen! Morgen dann noch mal locker, bevor es am Freitag zurück nach Berlin geht.

Küstenklassiker Höhenprofil