Llandundo-Victoria Avenue

Lesezeit: 2 Minuten

oder „Beeindruckender Küstenstraßen-Lauf“


Trotz des Rennens gestern wollte ich heute nicht auf Bewegung und Sport verzichten. Für einen Ruhetag fühlte ich mich einfach zu fit und auch die Küstenstrasse nach Camps Bay motivierte mich sehr, dort laufen zu gehen.

Die Straße ist zwar relativ viel befahren, bietet aber einen herrlichen Blick auf die hohen Wellen und die zerklüftete Steilküste des Atlantiks. Genau das richtige Terrain um in meine All-Time-Favorite-Laufgallerie aufgenommen zu werden.

Der Seitenstreifen, der auch von Radfahrern genutzt wurde, diente als Laufbahn, da ein Bürgersteig fehlte. Um auf Nummer sicher zu gehen lief ich auch rechts gegen den Verkehr. In einer langen uneinsehbaren Kurve wurde es aber sehr eng, da ein langsamer Autofahrer ganz rechts fuhr um einem anderen schnelleren Fahrzeug das Überholen zu vereinfachen und mich nicht sehen konnte. Nur schnelles ausweichen von mir in die Büsche neben der Strasse konnten Schlimmes verhindern.

Danach gab es zum Glück keine Gehfahrenstellen mehr. Nur Radler kamen mir auf dem Seitenstreifen entgegen, welche aber schon von weitem zu sichten waren und auch freundlich im vorbeilaufen bzw. radeln gegrüßt wurden.

Da es bis Camps Bay nur bergab geht war der Puls entsprechend niedrig und das Tempo umso höher. Einen richtig langen Lauf wollte ich aber heute auch nicht machen und ich konnte nicht einschätzen, wie schwierig es auf dem Rückweg bergauf sein würde. Nach 5,12 km drückte ich die Lap-Taste, wechselte die Straßenseite und machte mich auf den Rückweg. Sofort blies mir der Wind ins Gesicht und die Steigung reduzierte automatisch meine Pace.

Richtig beissen musste ich nicht, dafür genoss ich nun den tollen Blick aufs Meer, die Abendsonne und die Brandung. Wieder zurück in unserem Haus freute ich mich sehr über den gelungenen Lauf und das nahende Abendessen. Das der Rückweg mit der Steigung nur 2 Minuten länger gedauert hat, wunderte mich.

Fazit: Nicht das ideale Laufrevier, wegen der Straße und dem fehlenden Rundkurs. Trotzdem something to remember…

Auf dem Bild ist zwar ein Bürgersteig zu sehen, genau dort bin ich aber nicht gelaufen, sondern hinten rechts an der Küste

South Africa Cape Argus Pick N’ Pay 2011

Lesezeit: 6 Minuten

oder »Another day in paradise«


Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker um 4:40 Uhr. Alles war bereits am Vorabend arrangiert: Die Radkleidung, die Füllung für die Trikottaschen und Getränkeflaschen, Radschuhe, Garmin, Kaffeemaschine und eingeweichtes Müsli standen bereit.

Nach dem notorischen Gruppenfoto starteten wir um 5:45 Uhr in die Dunkelheit auf die 18 km lange Fahrt nach Cape Town zum Start des Rennens. Gut das ich meine Fenix Lampe eingepackt hatte, die die Straße für uns hell erleuchtete.

Wir erreichten pünktlich Cap Town und hatte noch genügend Zeit die Dixi-Toiletten aufzusuchen, bevor es gemeinsam in unseren Startblock ging. Die Stimmung war heiter und ausgelassen, von der üblichen Vor-Rennnervosität war wenig zu spüren. Die Veranstaltung glich eher einem riesen Volksfest, als einem verbissenen Radrennen und viele bunt und auffällig gekleidete Rennfahrer wurden gesichtet. Kuriose Räder wie BMX, Einrad und auch (Renn)Tandems waren am Start.

Die Minuten bis zu unserem Start um 7:54 vergingen recht schnell. Wir wurden sogar 3 Minuten zu früh auf die Strecke geschickt. Unsere Taktik ging so: Steffen, Holger und Michael wollten das Ding zusammen fahren und Christian und ich bildeten ein Team. Damit waren die unterschiedlichen Leistungsklassen perfekt definiert.

Kurz nach dem Start ging es gleich auf die breite Schnellstraße M3. Christian machte sofort richtig Druck auf die Pedale und überholte in der rechten Spur, was ja in Südafrika dank Linksverkehr auch die Fastlane ist.

Mir war das erheblich zu schnell und auch mein Garmin wollte nicht so recht. Ständig das Autopause-Weiter-Problem. Leicht genervt rief ich Christian zu, das ich anhalten möchte um das Problem zu lösen, was wir auch auf der nächsten Anhöhe auf dem linken Seitenstreifen taten. Ich versuchte den GSC-10-Sensor und den Speichenmagneten neu zu justieren und rief Christian zu, das wir weiter fahren können. Er setzte sich 10 Meter vor mir in Bewegung und es passierte was nicht passieren sollte: Er drehte sich um und versuchte dabei sich in sein rechtes Pedal einzuklicken. Er verfehlte das Pedal, rutschte mit dem Schuh vorne über, trat in die Speichen seines vorderen Laufrades, welche brache, und machte mit seinem Rad eine Rolle über seinen Lenker.

Ich war geschockt. Nach 2,5 km schon das aus? Ich war sofort bei ihm. Er fluchte und sagte ich solle weiter fahren. Es hatte sich zum Glück nicht ernsthaft verletzt, aber das Laufrad war nicht mehr fahrbereit. Es kamen unmittelbar zwei Helferinnen und so beschloss ich nach kurzem Zögern weiter zu fahren. So ein Mist. Meine Motivation ein schnelles Rennen zu fahren war erst einmal hinüber.

Nach wenigen Minuten passierte ich wieder Michael, Holger und Steffen auf der Strecke und berichtete kurz was passiert war, bevor ich mich alleine auf die weitere Fahrt nach Süden machte. Nun ging die Sonne vollends auf und es waren nur kleine Wolken am Himmel zu sehen. Der Wind blies moderat, meinen Flow hatte ich mitlerweile gefunden und es begann richtig Spass zu machen. Ich zog immer öfter den Fotoapparat heraus und war geflashed von der atemberaubend schönen Landschaft.

Leider gelang es mir nicht eine gute Gruppe zu finden, die sportlich unterwegs war. Immer wieder fuhr ich zwar auf Grüppchen auf, diese waren aber durchweg so langsam, das ich keinen Spass fand, mich dort reinzuhängen. Auch nach dem Passieren fanden sich selten ambitionierte Fahrer die sich bei mir reinhingen und mit Tempoarbeit leisteten. Das enttäuschte mich dann doch ein wenig und ich weiss nicht so recht woran das lag. Vielleicht an dem Block aus dem wir gestartet sind, vielleicht an dem allgemeinen Volksfestcharakter der Veranstaltung. Merkwürdig nur, das jeder Teilnehmer einen kostenlosen Transponder zur Zeitnahme erhielt, was dann ja auch wieder meiner Theorie widersprach. Immer wieder waren auch Zeitnahmematten auf der Strecke.

Hinter Tokat wurde die Schnellstraße verlassen und es ging hoch auf die Küstenstraße Richtung Kalk Bay. Der Blick hinunter nach Muizenberg war atemberaubend. Zum Glück hatte ich die Kamera gerade rechtzeitig für ein Foto in der Hand.

Leider funktionierte mein Garmin, bedingt durch den fehlerhaften GSC-10, bei dem sicher die Batterie den Geist aufgegeben hatte nicht. So konnte keine rennrelevanten Daten ablesen. Keine Durchschnittsgeschwindigkeit, keine Fahrzeit, keine Momentangeschwindigkeit. Nix. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb entdeckte ich nun wieder meine Renn-Attitüde und begann Radler zu passieren. Immer schön rechts vorbei. Wenn ich es dann mal wieder baumeln ließ kam manchmal ein Zug in den ich mich reinhängen konnte, am nächsten Hügel war es damit aber wieder vorbei und ich fuhr dem Gruppetto davon. Schade eigentlich.

Plötzlich war der südlichste Punkt der Runde erreicht und auf den Schildern stand »60 km to go«, was ja nun wirklich keine große Distanz ist und so beschloss ich wieder eine Schippe drauf zu legen. Nun fanden sich zwei junge, gut trainierte Südafrikaner, die Spass daran fanden, sich hinter mir im Wind zu verstecken. Ich hatte einige Schwierigkeiten die beiden bei den kurzen Gesprächen zu verstehen. Ihr Akzent klingt einfach sehr ungewohnt. Ich verstand nur das Tony empty sei und he needs to refill.

So hielten wir an einem der unzähligen Verpflegungposten, kurz vor dem Chapmans Peak und füllten schnell unsere Flaschen bevor es den längsten, schönsten und härtesten Anstieg dieser Runde hinauf ging. Leider verlor ich die Beiden erneut und so blieb mir nur ein Foto meiner kurzzeitigen Weggefährten.

Oben am Chapmans Peak merkte ich das ich meine zweite Getränkeflasche und meine Energie-Pulver-Tüten irgendwo verloren hatte. Das bedeutete auf jeden Fall noch einen Zwangsstopp vor dem Ziel. Erst wollte ich aber noch den Anstieg in Hout Bay nehmen, denn von dort aus ging es fast nur noch bergab zum Ziel.

In Hout Bay erwartete mich ein Volksfest der besonderen Art: Die meisten Zuschauer waren in Pink gekleidet um sich mit mit einer Brustkrebs-Organisation zu identifizieren. Wie auch schon auf den vorherigen Kilometer motivierten die Zuschauen mit lauten Rufen Well done und You are looking great. Das war ganz großes Kino für den Anstieg. Einige schafften das Ding nicht mehr aus eigener Kraft und ließen sich von Kids, die sichtlich Spass an der Sache hatten, den Berg hoch schieben.

Oben angekommen wurden noch schnell die Flasche mit Powerade von zu Popmusik tanzenden Teenagern gefüllt, die ebenfalls sichtlich Freude an ihrem Job hatten. Was für einen wundervolle Vibration!

Mit orangener Powerade und einem breiten Grinsen im Gesicht ging es auf die letzten 16 Kilometer. Ich hatte heute eine dritte Lunge, sicher auch bedingt durch die einwöchige Rennrad-Pause. Das Meer, die Wärme und die Sonne halfen sicher auch.

Als ich nach 3:20 h in die Beach Road in Cape Town einbog waren die Beine dann doch ein wenig schwer und ich war froh, es bald geschafft zu haben. Nach dem klasse Zieleinlauf fuhr ich auf den Bike-Park, wo eine kostenlose eiskalte Coca-Cola-Dose auf mich wartete. Nach einem kurzen Verschnaufen in der Sonne machte ich mich auf zu unserem Treffpunkt, an dem 45 Minuten später auch Steffen und der Rest der Truppe eintraf.

Fazit: Ein ganz großes Radrennen mit atemberaubenden Landschaften. So was habe ich bisher noch nicht gesehen. Wirklich einmalig. Es wird schwer werden, diese Eindrücke auf dem Rennrad in 2011 zu toppen … und das Jahr hat gerade erst begonnen!

P.S. Christian konnte nach einer kleinen Reparatur-Odysee mit 45 minütiger Verspätung das Rennen fortsetzten und zufrieden das Ziel erreichen.

(Zum vergrößern der Fotos auf die Bilder klicken)

Tiergarten-Morgenlauf mit Papa #10

Lesezeit: < 1 Minute

oder »Der Frühling kommt mit großen Schritten«


Endlich wieder Laufen bei angenehmen Temperaturen! Das Thermometer zeigte +6°C und so war es trotz leichter Müdigkeit heute eine Freude den Lauf zu beginnen.

Pünktlich um 5 Uhr ging es auf die gewohnte Runde, die uns bedingt durch den zugezogenen Himmel heute keine Blaue Stunde bescherte.

Wir konnten jedoch die diesjährige Bestzeit erlaufen, was sicher nicht nur mit dem schönen Wetter zu tun hatte.

Nun ist erstmal für mindestens 10 Tage Schluss mit Läufen nördlich des Äquators. Mein nächster Bericht erscheint dann mindestens 9.800 km südlicher…