Böhmische Brezel

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oder »Wintertraining die Zweite«


Nach dem Aufwachen war mein erster Gedanke: »Heute Ruhetag und gut«.

Als ich mich jedoch dem Frühstückstisch näherte und meine Mitreisenden wild über die heutige Tourenplanung berieten, kam doch Interesse auf. Nicht zu lang sollte gefahren werden und auch Ausstiegspunkte waren wichtig, da es eventuell Regnen würde. Als ich dann noch die Streckenbeschreibung von wahnfried, zu seiner auf GPSies.com gefahrenen Tour las, war ich von der Beschreibung dieser in den Marketing-Bann gezogen:

»Ich liebe diese Runde, unter allen Tracks die man mal eben in 4 Stunden pressen kann ist diese Runde auch nach ein paar Jahren immer noch mein Favorit! Schöne Natur, böhmische Dörfer, der typische Geruch aus den Schornsteinen, wenig Verkehr … Die Tour ist einfach klasse«

Wer kann da schon Ruhetag machen!? Als ich die Getränke-Flaschen in mein Rad stecken wollte, überlegte ich dann aber doch meine Planung zu revidieren, denn das Garmin-Thermometer bewegte sich von Zimmertemperatur schnell in Richtung 4°C. Unsere heutige Starttemperatur.

Schlotternd ging es runter nach Bad-Schandau. Schon wieder überlegte ich, was ich hier mache: Wir witzelten, dass dies Winter-Training in der sächsischen Schweiz sei. Zurecht, denn es wurde nicht wärmer. Auch zog der Himmel nicht auf. Keine Sonne. Dafür jede Menge giftige Anstiege und herrlich grüne Landschaften. Mehr gab es heute leider nicht zu gucken, denn der Nebel machte die Fernsicht fast immer unmöglich. Aber wir waren ja zum Höhenmeter sammeln hier und nicht zum Fernsehen.

Die Höhenmeter setzten mir heute richtig zu, nicht nur dass die Beine sich schwer taten, auch waren die Steigungs-Prozente an so manchem Anstieg über längere Zeit im zweistelligen Bereich. Ich dachte ernsthaft darüber nach zu schieben…

Ließ es dann aber doch und kämpfte mich weiter durch die virtuellen Brezel-Schleifen, welche heute auf jeden Fall aus dem Tiefkühlschrank waren. Den typischen Geruch aus den Schornsteinen, welchen wahnfried zitiert, hatten wir ständig, da die Tschechen zu recht in ihre Häuser die Öfen einheizten. Nur wir mussten frieren. Deshalb auch heute wieder erst eine Einkehr nachdem alle 2.000 Höhenmeter absolviert waren. Dafür freuten wir uns auf unser lieb gewonnenes Eiscafé Memory in Bad Schandau, in dem wir heisse Trinkschokolade und Kuchen serviert bekamen.

Fazit: Am Ende war ich natürlich wieder froh, der Werbung von wahnfried gefolgt zu sein und mir die Strecke gegeben zu haben. Unter den widrigen Bedingungen fahre ich aber Zuhause eigentlich nicht. Aber in der sächsischen Schweiz muss man wohl.

Nationalparkrunde

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oder »Adventsausfahrt im Mai«


Wir wussten gestern Abend schon, dass das Wetter nicht schöner werden würde. Als wir heute Morgen die Rennradschuhe vor die Tür bewegten, wurde mir schlagartig klar, dass das heute keine Sonnenrunde werden würde. Auch die Temperaturen waren fast 10°C unter dem, was und Petrus gestern zu bieten hatte.

Wir entschlossen uns, los zu fahren, solange es trocken bleiben würde und keine Schüttung von Oben kommen würde. Spass war erst einmal nicht, denn schnell setzten sich auf der Rennradbrille kleine Regentropfen ab. Die Luftfeuchtigkeit lag bei 94%.

AbfahrtHerausfordernd waren dann nicht nur die Anstiege, auch die Baustellen in Form von Stassensperrungen verlangten uns einiges an rad-akrobatischem Geschickt ab. Dann ging es auf dem sehr grünen und nebeligen Grenz-Weg rüber nach Tschechien. Die Bande war schon wieder entschwunden und so alleine in der Nebelsuppe fühlte ich mich nicht wirklich wohl.

Kuchentresen in DĕčínIn Dĕčín sammelten wir uns dann wieder. Ich hatte den Ort, mit seiner Brücke über die Elbe, noch von einer ITF bei Sonnenschein in Erinnerung. Heute gab’s den leider nicht, dafür leckeren Kuchen und wärmenden Kaffee.

Nach der ausgiebigen Pause ging es bis zum nächsten Anstieg erst einmal gemeinsam weiter. Dann wieder viele Kilometer in meinem Tempo den Berg hoch. Die Strecke waren wir gestern schon in der anderen Richtung gefahren, trotzdem bot sie einen neuen Blick auf die atemberaubende Natur. Mit Sonne sicher noch um einiges beeindruckender.

GeburtstagswetterAn der grünen Grenze zurück nach Deutschland sammelte ich Isabell und Dirk ein. Julia und Andi fuhren wenig später auf uns auf. Sie hatten sich leicht verfahren. Nun ging es zu fünft zurück nach Rathmannsdorf, in unsere HomeBase.

Unterkühlt, bei 3°C aber froh zurück zu sein.

Quer durch den Schluckenauer Zipfel

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oder »Höhenmeter mit dicken Beinen«


Nach etwas umständlicher und später Anreise gestern sollte es heute früh auf die Räder gehen. Relativ früh: Sieben Uhr Aufstehen und 8:30 Uhr Abfahrt. So war die Vorgabe von der Rennleitung, denn am Nachmittag wurde Regen erwarten und da wollten wir dann schon wieder in unserem wunderschönen Haus sein.

Kurz vor Abfahrt von unserer SonnenburgFast pünktlich ging es los, erst einmal einen 20% Kanten hoch, dann an der Elbe entlang nach Tschechien. Kurz hinter der ehemaligen Grenze dann links hoch in die Berge.

Die Bande war schnell entschwunden und ich hatte nicht nur Mühe hinterher zu kommen, auch meine Nase blutete. So ein Mist. Was war los? Ich fühlte mich schwach und hatte keine Kraft, den Berg hoch zu stiefeln. Na toll, das fing ja gut an!

Klasse Wege in TschechienDie herrlich satt-grüne Landschaft ließen aber meinen Missmut schwinden und ich fuhr einfach, wie schon so oft in letzter Zeit, meinen Stiefel. Nicht wirklich toll für die Gruppe aber mitfahren ging einfach nicht.

Immer wieder hatte der Rest der Bande Bammel vor dem Regen und es wurde immer mit dem Was-Wenn-Regen-Gedanken gespielt und auch eine Kuchen-Einkehr ausgeschlagen. Sehr schade, denn während dessen schien die Sonne. Also weiter, wir waren ja schließlich nicht zum Spass hier!

Julia führt das FeldDer Spass hörte dann auch schlagartig auf, als wir durch einen geschotterte Baustelle fuhren: Mein Hinterrad, noch auf Continental 4000S, riss wieder an der Flanke, wie schon so oft zuvor, das letzte mal auf Mallorca. Also wieder ein Folie untergelegt, dass sich der Schlauch nicht herausdrückt und weiter.

Wenig später dann der nächste Defekt: Lisz schlauchloses Hinterrad machte platt. Also Dicht-Milch raus und einen Schlauch rein. Leider lief nun das Rad nicht mehr rund und es begann leicht zu nieseln. Nicht dass wir nass wurden, aber jetzt hatten es auf einmal alle eilig zurück zu kommen. Regenradar war nicht verfügbar da keine Roaming-Gebüren bezahlt werden wollten.
Gerne wäre ich eingekehrt, denn am Wegesrand gab es so einige Cafés mit lachenden Menschen an Kuchentischen. Nicht heute. Nicht in Tschechien.

Wieder eine kaputte FlankeUnten an der Uferstrasse entschlossen wir uns dann doch zu einer Einkehr in Bad Schandau im Memory. Zur Belohnung gab es Kuchen und einen Eisbecher, bevor es den letzten Anstieg hoch zu unserem Haus im Berg ging.

Morgen dann Regen-Pausen-Tag, oder?