Warnemünde-Tour

Lesezeit: 3 Minuten

oder »Heute mal wieder etwas länger unterwegs«


Nachdem gestern der Harz unter die Räder genommen wurde, dachte wir uns, dass heute sicher ein wenig Abwechslung zum drögen Berge hochschruppen, gut tun würde. Christoph bot eine etwas längere Tour nach Warnemünde an und alle Kettenschwestern und Brüder sagten zu. Da durfte ich einfach nicht fehlen.

Recht spät für einen Rennrad-Sonntag ging es um 7.00 Uhr los, zum 20 km entfernten Kreisverkehr nach Bötzow. Dort trudelten nach und nach alle 14 Mitfahrer und 3 Mitfahrerinnen ein. Die Stimmung war super und nach dem notorischen Gruppenfoto mit Selbstauslöser und Weitwinkelobjektiv, ging es auch schon hoch gen Norden. Ein leichter Schiebewind stellte sich ein und der Tacho war selten unter 30 km/h. Alle waren zufrieden, dass es so super rollte.

Unser erstes Etappenziel war das rund 60 km entfernte Rheinsberg, in dem Mike bei einem Bäcker ½-belegte-Brötchen für die Truppe bestellt hatte. Wir genossen diese mit Kaffee in der Sonne, bevor es weiter durch das Land der 1.000 Seen nach Norden ging.

Die Wechsel funktionierten reibungslos und die Gesprächsthemen gingen nie aus – Herrliches Pedallieren. Weiter nach Norden zu unserem nächsten Stop, einer Tankstelle in Röbeln, an der die Flaschen gefüllt wurden und eine kurze Riegelpause eingelegt wurde.

Am Kreisverkehr des Ortseingangs nach Malchow bremste Bernd in der Abfahrt leider zu spät und kollidierte mit Harald. Er kam zu Fall, leichter Materialschaden war die Folge und der Helm hatte einen Riss. Nach kurzer Pause und Prüfung von Mann und Material konnte es weiter gehen. Bernd ist schon ein zäher Hund. Allerdings wäre dieser Sturz sicher auch vermeidbar gewesen.

Weiter ging es durch diesen, an sich schönen Ort, in dem uns ein Straßenfest mit Buden und streunenden Passanten die Weiterfahrt erschwerten. Merkwürdige unausgeglichene Menschen leben dort, in einer schönen friedlichen Landschaft. Negative Energie erreichte uns nicht nur von brüllenden, eng überholenden Autofahrern, auch die Fussgänger befahlen uns abzusteigen und zu schieben, obwohl keine Schilder das Radfahren untersagten. Merkwürdiges Stück Deutschland.

Die nächste, perfekt von Mike geplante, Pause war wieder an einer Tankstelle etwa 60 km entfernt in Güstrow. Ideale um an einem Sonntag, abseits des Weges, schnell Energie nach zu füllen. Nun waren es noch 54 km zum Tagesziel, die Sonne brannte, wenig Schatten aber noch so einige Wellen warteten auf uns, die noch Körner kosten sollten. Die Stimmung wurde angespannter, da viel grau waren und ruhiger fahren wollten. Wir entschlossen uns, bis Rostock auf jeden Fall gemeinsam weiter zu fahren und dann noch mal einen Zug aufzumachen.

Geplant – getan und los ging es mit Rückenwind und Tempo fast immer über 40 km/h auf der fast ampelfreien Nebenstrasse, den letzten Sektor von Rostock nach Warnemünde. In der Führung wollte mir nur Christian helfen. Karsten versuchte sich kurz, ging dann aber auch wieder nach hinten. Niemand wusste wo das, sehnlichst erwartete, Ortsschild der Küstenstadt positioniert war. Als es dann endlich vor uns auftauchte, holte es sich Christian mit einer halben Radlänge Vorsprung. Sauber – großer Sport, der doch recht lange, Schlusssprint. Ausreißversuch leider Misslungen aber dafür große Freude, gemeinsam angekommen zu sein. Der Jens kann sich kaum besser fühlen.

Das Hotel Neptun wurde erreicht und schnurstracks die Strandpromenade angesteuert. Jetzt blos schnell die durchgeschwitzten Kleider vom Leib reißen und rinn ins erfrischende kühle Nass der Ostsee! Welch Wohlgefühl für den geschundenen Körper und speziell die Beine die sich im kalten Wasser der Ostsee pudelwohl fühlten und sich, wie von selbst lockerten und dehnten. Einfach genial – Alles für diesen Moment!

Nun noch Fischbrötchen und Proviant für die lange Zugfahrt zurück in die Hauptstadt kaufen und mit den Kettenbrüdern im leeren aber warmen Obergeschoss des Regionalexpress die Eindrücke der letzten Stunden reflektieren. Ein toller Tag am Meer auf der Straße, immer nach Norden, geht zu Ende. Danke fürs Mitnehmen.

Torfhaus- & Brocken-Rocken

Lesezeit: 4 Minuten

oder »Endlich wieder Berge!«


Ende letzter Woche hatte Karsten die Idee, mal wieder den Brocken hoch zu fahren und ein paar Höhenmeter zu machen. Als ich von dem Tourenaufruf las, war ich sofort Feuer & Flamme, den richtig Höhenmeter hatte ich schon seit ein paar Wochen nicht mehr gemacht und die Spinner-Raupe, die uns schon seit Wochen zu schaffen macht, war im Harz auch weit.

Am Donnerstag Abend war dann endlich der Transport von mir und meinem Renner nach Darlingerode organisiert und so stand dem Samstags-Vergnügen nichts mehr im Weg. Pünktlich um 7 Uhr holten mich Christian und Alexander ab und mein Rad war schnell auf dem Dach des komfortablen Kombis von Christian befestigt.

Schon am Berliner Ring begann es zu regnen. Nervös checkten wir immer wieder den Regen-Radar auf unseren iPhones ließen uns aber nicht die Vorfreude auf die heutige Tour durch ein Regenband auf dem Schirm vermiesen.

In Darlingerode warteten schon sieben weitere Rennrad-Verrückte Begeisterte die auch auf diese Runde mit uns gehen wollten. Nach dem notorischen Gruppenfoto ging es erstmal eine weile bergab zum Warmfahren. Schnell war das Feld separiert, die Leistungsklassen waren einfach zu unterschiedlich und so entschlossen wir uns in kleinen Gruppen weiter zu fahren.

Das war auch gut so, denn gleich in der ersten Steigung, hoch zum Okerstausee, zog Sebastian ordentlich an der Kette, dass Folgen zum Problem wurde. Oben am Stausee nahmen wir uns Zeit für ein Foto und sammelten einen Canyon-Radler ein, der etwas desorientiert wirkte. Er freute sich Mitfahrer gefunden zu haben und wir kamen ins Gespräch.

Ich erzählte das wir aus Berlin seien und er berichtete, dass er beim Velothon mitgefahren sei. Ob ich einen Typen kennen würde, vom Team Ambrosetti; ein Gregor, er sei mit ihm ins Ziel gefahren und hätte so einen ausführlichen Bericht im Internet zu dem verrückten Velothon verfasst.

Neugierig und schmunzelnd fragte ich, was denn so verrückt an der Veranstaltung gewesen sei!? Die Antwort kam prompt: Er sei von Block B nach A vor gefahren und mit nur wenigen Leuten nach vorne vorgekommen. Die Startnummern hat er sich dann in den Ergebnisslisten angesehen und so sei er auf den Bericht gestossen.

Ich war baff! Wie klein doch die Welt ist, und welche Reichweite doch mein Blog hat!? Ich war very amused. Weniger amused war ich, dass mir nun, auf dem Torfhaus-Ansieg, Sebastian und Christian einfach davon fuhren und mich quasi am Berg stehen ließen. Die Beine waren dick und ich konnten nicht wirklich etwas erwidern.

Richtig genervt war ich dann, als es auf einmal, mitten im Anstieg, einen lauten Knall an meinem Hinterrad tat und die Luft entwich. Schlauch wechseln lief zwar routiniert ab, aber bei Nieselregen kein wirklicher Spass. Weiter ging es alleine, hoch zum Torfhaus. Die Zeit auf Strava für diesen Anstieg konnte ich vergessen. Torfhaus-Rocken war also heute wohl eher nicht.

Oben warteten Sebastian und Christian und ich wollte noch ein wenig mehr Luft in den Reifen geben, da wurde erst die Ursache des Reifenplatzers für mich sichtbar: Durch einen RIss im Mantel drückte sich der neue Schlauch mit einer Blase, die kurz vor dem Bersten war. Schnell wieder die Luft ablassen, Mantel erneut abziehen und altes Stück Schlauch, welches ich für solche Notfälle immer in meiner Satteltasche mitführe, unterlegen. EIn Provisorium, welches mich hoffentlich zurück nach Darlingerode bringen würde. Schnelle Abfahrten waren von nun an aber tabu.

Etwas gemächlicher rollte es nun runter nach Braunlage, wo erst einmal die Speicher mit Kuchen gefüllt wurden, bevor es in den Anstieg hoch nach Schierke ging. Zu viert machten wir uns auf in den Berg. Zu Ziemlich flott, wie mir mein Garmin bestätigte. Jetzt nur nicht reissen lassen! Die erste Bahnübergang wurde passiert und kurze Zeit später dann die erste wirklich steile Rampe. Christian und Robert konnten die Pace nicht weitergehen, Sebastian legte noch mal eine Schippe drauf. Ich versuchte dran zu bleiben, bekam aber Seitenstechen, was mir wirklich selten auf dem Rad passiert, aber wenn, dann ist es ein sicheres Zeichen für Überanstrengung. Langsamer wollte ich aber auch nicht werden, da ich den Gipfel unbedingt als 2. erreichen wollte. Nun mussten wir zum zweiten mal die Gleise passieren. Die Strecke wurde steiler, der Weg schlechter. Asphalt war abgetragen worden und mit spitzen großen Steinen gefüllt wurden. Nicht nur das, nun mussten wir uns auch den Weg mit den vielen torkelnden Wanderern und Ausflüglern teilen, die natürlich auch nicht im Steinbett laufen wollten. Könnte es noch schlimmer kommnen?

Zum Glück nicht, und wir erreichten alle unbeschadet den Gipfel. Meinen 2. Platz konnte ich verteidigen, mich aber auch nicht mehr wirklich absetzen. Der Vorsprung reichte. Nach kurzer Erholung schossen wir noch das Gipfelfoto und stürzten uns in die anspruchsvolle Abfahrt.

Unten in Schierke wartete wir eine gefühlte Ewigkeit auf den Rest der Brocken-Rocker, bevor wir uns zu Dritt zurück auf die letzten 21 km zum Auto machten. Nun ging es fast ausschließlich bergab und wir genossen die Geschwindigkeit und den kühlenden Fahrtwind.

Wenige Minuten nach uns trudelte der Rest der Bande ein. Nachdem wir alkoholfreies Weizen genossen hatten machten wir uns noch zum Duschen auf, ins nahe Waldbad. Mit einem kräftigen Regenschauer verabschiedete sich der Harz von uns – bis zum nächsten Wochenende!

6-Brücken-Feierabendrunde

Lesezeit: 2 Minuten

oder »Raupen und king-of-the-mountain«


Am Dienstag steht ja im Sommer immer eine Feierabendrunde auf dem Programm. Heute hatte ich die Auswahl zwischen drei Touren; und zwar die:

  • Mühlenbecker-Land-Runde
  • Blankensee-Runde
  • 6-Brücken-Runde

Die Wahl viel nicht leicht, den Ausschlag gab der wenige Wald, der in Falkensee hoffentlich für wenigen, weiteren Raupen-Haare-Ausschlag sorgen sollte. Der Großteil der Strecke geht über das flache Havelland. Keine Eichen weit und breit. Außerdem bin ich diese Runde in diesem Jahr noch nicht gefahren und ich freute mich über den flotten Ritt mit Karsten, Herbert und Sebastian.

Am Rathaus um kurz vor 18 Uhr wartete Karsten schon auf uns. Seine Beine waren übersäht mit kleinen roten Punkten. Er muss die Fäden dieser überflüssigen Raupe wohl angezogen haben. Schnell schwenkte jedoch das Thema auf wichtigeres: Die Rennrad-Auswertungsplattform Strava, die Georg I. mir empfohlen hatte. All meine Rennrad-Buddies laden dort nun fleissig ihre Ausfahrten hoch, und markieren Segmente, um dann später Trophäen oder Badges wie den KOM einzustreichen. Eine wirklich klasse Seite, die noch mal zusätzlich motiviert, härter zu trainieren.

Natürlich stand auch noch eine Top-Zeit von Sebastian und Yannick auf dem Zettel, die die Beiden gefahren sind und die neutralisiert werden wollte. Also wurde gleich raus nach Brieselang ordentlich am Docht gezogen, sodass Herbert reissen lassen musste. Wir machten ruhiger denn demnächst lag ja die wichtige King-of-the-Mountain-Wertung vor uns auf der Strecke. Karsten hatte den Tremmen Hill angelegt, ein 1,4 km langer Sektor mit sage & schreibe 6 Höhenmetern!

Dort hatte er am 26. Juli 2011 einen 40,7er Schnitt dort hoch, vorgelegt, der heute unbedingt neutralisiert werden sollte. Der Vorleger führte Sebastian und mich auch perfekt in den Hügel, sodass wir das Ding perfekt unter uns beiden ausmachen konnte. Sebastian fuhr ohne Garmin und so dachte ich , wäre mir der Tremmen Hill sicher, auch wenn er vor mir oben ankommt. Ich hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn er führte in seiner Trikottasche sein iPhone mit laufender StravaApp mit sich auf Tour.

Da ich aber ganz hinten in den Berg gestartet war und oben nur eine halbe Radlänge hinter Sebastian angekommen bin, erhalte ich heute den Tremmen-King-of-The-Hill mit 1 Sekunde Vorsprung. What an honor!

Wie haben die Jungs nur früher trainiert, ohne diese vielen elektronischen Spielzeuge Motivatoren? Ja nicht mal sehen ob es Regen geben wird oder nicht, konnten die früher™!

Nachdem die Bergwertung ausgefochten war, ging es schon fast auf den Rückweg, nun mit leichtem Gegenwind. Die Wechsel funktionierten perfekt und so kamen wir zügig voran und erreichten Falkensee mit einem Runden-Ø von 36,9 km/h. Keine neue Bestzeit, aber trotzdem großer Sport auf einer schönen Runde. Gerne wieder!