Kuba 2016 – Tag 13. Santiago de Cuba

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Nach 3,5 Stunden schlaf viel das Aufstehen erstaunlich leicht. Ein Energy-Drink war aber neben dem laschen Kaffee doch nötig, um in die Gänge zu kommen und mit Daniel, den Rädern und dem Rest der Bande eine Stadtrundfahrt mit dem Drahtesel zu unternehmen. Es war sehr heiß und ließ sich eigentlich nur im Schatten aushalten, so entschlossen wir, uns abzusetzen. Mandy, Herbert und ich wollten keine historischen Steine mehr sehen, sondern lieber in den großen Eiscreme-Park um einen Revolutions-Eisbecher zu genießen und ne »Hola« zu trinken.

Danach war ich aber wirklich durch, Herbert und Mandy legten sich an den Pool, ich in das stickige Hotelzimmer um ein wenig zu poofen und fit für den Abschlussabend zu sein.

Susi und Stefan hatten einen Tisch mit herrlicher Aussicht über Santiago im Hotel Casa Grande am Parque Cespedes organisiert. Dort hin gelangte wir mit heruntergekommenen Lada-Taxen. Die Fahrt war ein Riesen-Spass. Leider gab’s auch heute wieder Regen, was Herbert und mich aber nicht davon abhielt, uns zeitig abzuseilen und wieder in unsere Lieblingsbar zu gehen. Dort lernten wir einen Kubaner kennen, der Musiker ist und zwei Jahre im Prenzlauer Berg gelebt hat.

Wir könnten so einiges über Südamerika, Kubanerinnen und Kreuzfahrtschiffe lernen, auf denen er um die Welt geschippert war.

Später zog es uns noch in die Open-Air Hotelbar, in der wieder ausgelassene Stimmung herrschte und in die Nacht getanzt wurde. Auch heute wurde es wieder spät. Es wollte mir einfach nicht gelingen, mich von den einnehmenden Chickas zu verabschieden. Gegen vier fand ich dann aber doch wieder schweren Herzens den Weg ins Hotel. Mit einem sehr breiten Grinsen fiel ich in den kurzen Schlaf.

Kuba 2016 – Tag 12: Chivirico – Santiago de Cuba

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oder »Letzte Radetappe in der Karibik«


Heute stand schon die letzte Radetappe auf dem Plan. Allerdings könnten wir noch den Vormittag in unserem All-Inclusive-Hotel genießen. Das bedeutete, dass wir nach dem, für kubanische Verhältnisse, reichhaltigen Frühstücksbüffet sofort unsere Badesachen packten und mit dem Fahrstuhl runter zum Strand fuhren. Dieser war ok, aber nicht so schön wie in Varadero. Ziemlich viel Seetang im klaren karibischen Meer und recht dunkler Sand vermiesten uns aber nicht das morgendliche Badevergnügen. Nach ein paar (alkoholfreien) Drinks ging es dann auch um kurz vor 11 auf die Zimmer, um die pünktliche Abfahrt um 12 Uhr nicht zu gefährden.

Die Strecke führte uns heute rund 70 km entlang der Küste in die zweitgrößte Stadt Kubas, Santiago de Cuba. Bevor das Ziel erreicht wurde, musste aber noch so mancher Hügel gebügelt werden. In der gleißenden Mittagssonne war das ein Recht komplexes Unterfangen, aber mit Beats von Martin Jondo auf den Ohren kam 100%iges Karibikfeeling auf und das Fahren machte wieder große Freude.

Zur Pause kam ein etwas verschrobener Einheimischer auf uns. Zuerst wollten wir ihn durch ignorieren abwimmeln. Dann öffnete er seinen mitgebrachten Sack und bot uns eisgekühlte Kokosnüsse an. Wir kauften ihm seinen kompletten Bestand für 3 KUC(€) ab. Daraufhin öffnete er uns die Kokosnüsse durch langes und kontinuierliches Klopfen mit dem Löffel, und überreichte uns die Früchte mit einem Lächeln. Eugen machte sich noch das Eis aus dem Beutel des Verkäufers in seine Trinkflasche. Ob das eine gute Idee war weiß nur er.

Dann ging es auf den letzten Rad-Sektor dieses Urlaubs. Nun nix mehr riskieren und sicher in die Stadt navigieren. Gar nicht so einfach ohne funktionierenden Track. Aber die OSM Karte wusste wo das Hotel American war und so lotste uns der Garmin sicher in unsere Ziel-Destination.

Den ersten Abend verbrachte wir mit einem ausgiebigen Stadterkundungsspaziergang. Nach dem heftigen Gewitterschauer glänzten die Straßen und die Luft war stickig schwül. Die Stadt zeigte ein neues, bisher nicht gesehenes Cuba: alles wirkte sehr gepflegt, es gab keine Bauruinen wie in Havanna und viel Grün verzierte die herrschaftlichen, im Kolonialstil gehaltenen, Bauten. Hier macht es Spaß zu flanieren und zu verweilen. Nach einem Drink wollten wir aber noch nicht die Nacht beenden und suchten fast verzweifelt nach einer Bar, die nach 23 Uhr noch geöffnet hatte. Mehr durch Zufall entdeckten wir noch die beste Bar Sandiagos. Herbert und ich waren zuerst ein wenig konstatiert und hielten die Bar mit kolumbianischen Türsteher wegen der vielen gut aussehenden Gäste für ein eindeutiges Etablissement. Dem war zu Glück nicht so und der Barmann servierte uns herrlichen Mochito und 7-jährigem Habana-Club zu 1,50 KUC(€) pro Stück. Ein besonderer hausgemachter Snack zu den Drinks waren eine Art Kroketten aus pürierter Maniok, verfeinert mit Shrimps und HotSauce, sowie pürierte Kochbananen frittiert. Perfekte Snacks für die ausgezehrten Radlerseelen.

Wir versprachen morgen wieder zu kommen, Herbert wollte schlafen, ich entdeckte in der Hotelbar noch Mario und Stefano und wir zogen weiter.

Kuba 2016 – Tag 11: Pilon – Chivirico

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oder »Traumhafte Küstenstrasse«


Wow! Was für ein grandioser Tag! Ich sitze in unserem All-Inclusive Hotel-Zimmer mit Blick in den karibischen Sonnenuntergang und lasse die heutigen 125 Kilometer auf dem Rad Revue passieren.

Der Tag startete eigentlich recht unaufgeregt mit einem eher schlechten Frühstück. Große Erwartungen hatte ich nach dem gestrigen Abendessen eh nicht und so hielt ich meinen Mund und aß Weißmehl-Brötchen mit Butter, ein paar Mango Schnipsel und später ein Omlett. Schon mal gehabt. Funktioniert.

Dann los, leider ohne Wasser in den Flaschen, dafür mit strahlend blauem Himmel und einer Strecke vor der Nase, die ich wahrlich zu den »Traumstrasse der Welt« zählen möchte – gut 100 Kilometer entlang der kubanischen Süd-Karibik-Küste, wahrlich über Stock uns Stein. Oft ins Meer gestürzter Asphalt oder nur Schotterpisten, die mich an Dokumentationen auf ARTE über die Anden-Straßen in Bolivien oder Kolumbien erinnerten. Auf der Gesamten Strecke begegneten mir maximal 10 Kraftfahrzeuge. Ansonsten viele Gauchos mit Pferden, die Gämsen vor sich her trieben oder Eselkarren und Pferdefuhrwerke.

So direkt an der Wasserkante zu pedallieren war einfach nur atemberaubend. Ich konnte die Gischt riechen und manchmal spritze sie mir gar ins Gesicht. Selten habe ich die Natur beim Radeln so intensiv erleben dürfen, wie auf dieser Etappe. Brillant!

Irgendwann wurde es aber auch echt hart, denn die Sonne sengte auf mich herab und es gab sehr wenig Schatten. Die Infrastruktur ist nun auch nicht so prall, dass alle paar Kilometer ein Ort aus dem nichts erscheinen würde, der gekühlte Getränke vorhielt. Ich musste schon ein wenig improvisieren und mir meine mitgeführten Getränke gut einteilen.

Ich fuhr wieder viele Sektoren alleine, weil ich einfach keine Lust auf Gruppenzwang hatte. Die letzten 20 km blieben wir aber zusammen und scheuchte uns die letzten Hügel hinauf, bevor unsere riesiges Beton-Bunker-Artiges Resort mit Lift zum Strand erreicht war. Real existierender, sozialistischer Luxus-Tourismus wird hier gelebt und ich mitten drin. Ich schmunzelte, genoss und bestelle mir noch einen Kuba-Libre und sah gelassen über das nicht funktionierende Licht in unserem Badezimmer hinweg. Life is Good.

Morgen dann nach Santiago de Kuba – ich freu mich!