6-Brücken-Feierabendrunde

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oder »Raupen und king-of-the-mountain«


Am Dienstag steht ja im Sommer immer eine Feierabendrunde auf dem Programm. Heute hatte ich die Auswahl zwischen drei Touren; und zwar die:

  • Mühlenbecker-Land-Runde
  • Blankensee-Runde
  • 6-Brücken-Runde

Die Wahl viel nicht leicht, den Ausschlag gab der wenige Wald, der in Falkensee hoffentlich für wenigen, weiteren Raupen-Haare-Ausschlag sorgen sollte. Der Großteil der Strecke geht über das flache Havelland. Keine Eichen weit und breit. Außerdem bin ich diese Runde in diesem Jahr noch nicht gefahren und ich freute mich über den flotten Ritt mit Karsten, Herbert und Sebastian.

Am Rathaus um kurz vor 18 Uhr wartete Karsten schon auf uns. Seine Beine waren übersäht mit kleinen roten Punkten. Er muss die Fäden dieser überflüssigen Raupe wohl angezogen haben. Schnell schwenkte jedoch das Thema auf wichtigeres: Die Rennrad-Auswertungsplattform Strava, die Georg I. mir empfohlen hatte. All meine Rennrad-Buddies laden dort nun fleissig ihre Ausfahrten hoch, und markieren Segmente, um dann später Trophäen oder Badges wie den KOM einzustreichen. Eine wirklich klasse Seite, die noch mal zusätzlich motiviert, härter zu trainieren.

Natürlich stand auch noch eine Top-Zeit von Sebastian und Yannick auf dem Zettel, die die Beiden gefahren sind und die neutralisiert werden wollte. Also wurde gleich raus nach Brieselang ordentlich am Docht gezogen, sodass Herbert reissen lassen musste. Wir machten ruhiger denn demnächst lag ja die wichtige King-of-the-Mountain-Wertung vor uns auf der Strecke. Karsten hatte den Tremmen Hill angelegt, ein 1,4 km langer Sektor mit sage & schreibe 6 Höhenmetern!

Dort hatte er am 26. Juli 2011 einen 40,7er Schnitt dort hoch, vorgelegt, der heute unbedingt neutralisiert werden sollte. Der Vorleger führte Sebastian und mich auch perfekt in den Hügel, sodass wir das Ding perfekt unter uns beiden ausmachen konnte. Sebastian fuhr ohne Garmin und so dachte ich , wäre mir der Tremmen Hill sicher, auch wenn er vor mir oben ankommt. Ich hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn er führte in seiner Trikottasche sein iPhone mit laufender StravaApp mit sich auf Tour.

Da ich aber ganz hinten in den Berg gestartet war und oben nur eine halbe Radlänge hinter Sebastian angekommen bin, erhalte ich heute den Tremmen-King-of-The-Hill mit 1 Sekunde Vorsprung. What an honor!

Wie haben die Jungs nur früher trainiert, ohne diese vielen elektronischen Spielzeuge Motivatoren? Ja nicht mal sehen ob es Regen geben wird oder nicht, konnten die früher™!

Nachdem die Bergwertung ausgefochten war, ging es schon fast auf den Rückweg, nun mit leichtem Gegenwind. Die Wechsel funktionierten perfekt und so kamen wir zügig voran und erreichten Falkensee mit einem Runden-Ø von 36,9 km/h. Keine neue Bestzeit, aber trotzdem großer Sport auf einer schönen Runde. Gerne wieder!

Tirschenreuther-Ring-Runde nach Blankensee

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oder »Extra Nasen ohne Vorahnung«


Da ich gestern alleine im Norden unterwegs war, sollte heute als Kontrastprogramm eine Süd-Gruppen-Runde auf dem Programm stehen. Für solch ein Vorhaben ist die Tirschenreuther-Gruppe von Oleg immer passend.

Sieben gleich-gesinnte fanden sich pünktlich am Treffpunkt ein und nach Begrüßung und Small-Talk ging es auch schon zügig raus nach Süden. Leider weiss man nie was einen an Strecke und Kilometern auf diesen Runden erwartet. Olegs Motto ist »Das besprechen wir am Start«. Für einen Garmin-gesteuerten Radler wie mich, eigentlich ein echtes no-goride auf was ich mich da immer wieder einlasse. Bei endlos großem Sonntag-Nachmittags-Zeitfenster ist solch ein einfach fahren auch wirklich kein Problem, nicht aber wenn mein Rennrad-Zeitfenster um 15 Uhr schliessen muss.

Schon am Zauchwitzer Kreisverkehr wunderte ich mich, dass heute wohl doch die große Runde, weiter nach Süden, gefahren wurde. Als wir dann nach der Pause in Blankensee wieder nach Süden abbogen, um die Eichen-Prozessionsspinner-Wälder zu umfahren, bekam ich schlechte Laune, weil ich vermutete nicht pünktlich zu Hause sein zu werden. Mist.

Kurz vor Heinersdorf navigierte ich dann auch noch falsch und so kam eine zusätzliche Nase hinzu. Nun war aber wirklich Eile geboten und ich musste zurück über Teltow durch die Stadt hetzen. Erfreulicherweise kannte ich aber nun den Heimweg und konnte ihn mir im Kopf in kleine 10-Minuten-Sektoren zerhacken. So wusste ich, das ich es pünktlich bis um 15 Uhr nach Hause schaffen würde. Was für einen Stress am Sonntag!

Pünktlich um 14:55 Uhr kam ich gehetzt aber zufrieden zu Hause an. Nur wenige kleine rote Punkte in den Kniekehlen bleiben als Erinnerung an die Eichen-Prozessionsspinner und dieses sonnige Rennrad-Wochenende.

Nordrunde über Kremmen

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oder »Mit Angst durch den Wald«


Heute stand eigentlich die Werbellinsee-Runde auf dem Zettel. Leider regnete es zu meiner Abfahrzeit und so beschloss ich später auf eine Runde zu starten. Das Regengebiet zog zwar schnell durch, aber aufgrund von Berichten von Kettenbrüdern, dass gerade nach Regenschauern die Gefahr besonders hoch ist, sich die kleinen, fiesen, giftigen Haare der Eichen-Prozessionsspinner einzufangen, bestätigten mich in meiner Entscheidung, später zu starten. Schade, aber keinen Bock auf Raupendermatitis an Armen und Beinen.

Allerdings fuhr auch beim späten Start auf trockenen Strassen die Angst ständig mit. Eigentlich bin ich ja kein Hypochonder, aber den Kratze-Mist habe ich noch zu gut aus dem letzten Jahr in Erinnerung. Da wusste ich noch nicht, wo die roten Pusteln herkamen und vermutete eine Sonnen-Allergie. Nun weiss ich, was die Symptome sind, und versuche vorsichtiger zu sein.

Das mir, bei diesem Kaiserwetter, auf dem Weg nach Norden kein Biker entgegen kam oder ich keinen einholte verunsicherte mich nun komplett. Waren die alle in den Ferien, im Freibad, auf der Autobahn – oder hatten alle gar Angst vor dem Eichen-Prozessionsspinner?

Einige Risiko-Wald-Gebiete waren auf meiner Runde zu passieren und irgendwie sahen alle Bäume nun nach Eichen aus. Ich versuchte schnell wieder aus den Wäldern, die ich sonst so liebe, heraus zu kommen.

Das sich meine Beine auf den ersten 50 km schlapp anfühlten half dann auch nicht wirklich. Hinter Börnicke, auf dem Havellandradweg begann es Spass zu machen, aber dann wieder überall diese Eichen!? Können wir hier in Brandenburg nicht mehr Nadelwälder haben? Ständig kreisten meine Gedanken um diese haarigen Viecher.

Dann in Brieselang-Süd endlich ein wenig Abwechslung: Die Strasse war gesperrt und bekam eine neue Decke. Es roch nach frischem Asphalt und ich durfte erst mal etwa 500 Meter mein Bike durch die Wiese schieben, denn die schwarze Masse war noch zu weich und heiss zum Befahren.

Nun folgte ein langer, offener Sektor und ich musste mir keine Gedanken mehr über die Raupen machen. In Priort gab es bei einem Bäcker für 20¢ ein Brötchen und für zusätzliche 5¢ die Flaschen gefüllt – umsonst wollte man das nicht machen. Amüsant.

Hinter Gatow kassierte mich noch ein starker schmaler Radler, mit blassen, unrasierten Waden. Ich hing mich rein und wir wechselten in der Führung, dann zog er mich die Gatower Hügel hoch. Eigentlich war ich schon alle, aber sowas lass ich mir ja dann auch nicht entgehen. Ich bedankte mich höflich und er freute sich das ich gefallen an dem Zug fand. Eine klassische Win-Win-Situation.

Zuhause angekommen war ich dann doch froh, das die Runde zu Ende war. Nun, nach dem Duschen bin ich sehr gespannt wie sich meine Beine und Arme verhalten. Noch juckt nichts. Hoffe das bleibt auch so, ansonsten müssen diese Anschaffungen aus ihren Verpackungen genommen werden, worauf ich gerne verzichten kann:

Mal schauen, was morgen so geht!?