Feierabendrunde Nonne->Kremmen

Lesezeit: 2 Minuten

oder „Die ersten knapp 90 im Juli“


Heute war ich unentschlossen, welche Runde ich fahren sollte: Zum einen boten die Havellandriders eine Tour mit anschließendem Eisessen an, welche sehr verlockend klang, mir aber mit Start ab Rathaus Falkensee um 18:30 Uhr zu spät und mit 40 km zu kurz war. Erfreulicherweise bot dann Bernd auf der Rennradliste eine Sub-100er Tour an, mit moderatem Tempo. Genau das Richtig um meinen Leihsattel weiter zu testen und die Beine ein wenig zu lockern, dachte ich.

Ich wartete hinter Gartenfelde auf Bernd und David und es ging gleich flott raus nach Henningsdorf. Bernd machte ordentlich Druck und der Garmin pendelte sich bei 36 km/h ein. Schon ein Tempo welches ich gehen konnte, aber eigentlich nicht wollte und ich sah auch, wie unser neuer Mitfahrer David zu kämpfen hatte. Kurz vor Henningsdorf stieß noch Jens mit seinem Tria-TREK hinzu, um uns zu verstärken. Nun ging es Richtung Germenskrug. Ich fuhr ganz hinten und ich erinnerte mich an die Bahngleise-der-Schrecken am Gewerbegebiet am Heidekrug bei Velten. Diese Gleise die in einem sehr spitzen Winkel zur Fahrbahn verlaufen haben schon bei einigen Ausfahrten zu Stürzen geführt, und so rief ich noch von hinten: »Achtung – gefährliche Gleise« … leider wohl zu spät: Den vor mir legte sich erst David und dann der direkt hinter ihm fahrende Bernd, der dem vor ihm rutschenden nicht mehr ausweichen konnte, auf die Straße. Mir gelang mit aller Mühe noch ein Haken um die Beiden herum – gar nicht so einfach, denn da waren neben den auf der Straße liegenden Radlern auch noch die Gleise die genommen werden wollten. Aber das fast Unmögliche gelang und ich kam auf zwei Rädern zum stehen.

Bernd hatte sich den Ellenbogen aufgeschlagen und das Rad war weitestgehend heil geblieben. David hatte es aber böser erwischt: Sein Unterarm und Wade waren aufgeschürft und bluteten leicht. Auch war sein Schaltauge verbogen. Er entschied sich, Richtung Spandau umzukehren und die Tour mit uns nicht fortzusetzten.

Wir fuhren weiter durch grüne Wälder und recht verkehrsarme Straße, allerdings machte uns der schlechte Asphalt in einigen Sektoren echt zu schaffen. Da besteht noch Streckenoptimierungsbedarf. Besonders übel war das Stück zwischen Paaren und Schönwalde. In Schönwalde verabschiedeten wir uns von Jens, der zurück nach Velten düste und Bernd und ich fuhren hinter Schönwalde noch den Mauerradweg nach Falkenhagen, wo an einem Rewe noch kurz Wegzehrung gekauft wurde, bevor die letzten Kilometer in Angriff genommen wurden.

Heute fühlte ich mich viel besser als gestern, sicher hat es mich auch motiviert meine beiden Mitfahrer mit 35 km/h im Wind zu führen und auch mal wieder in der Ebene hinten baumeln lassen zu können. Sehr schön, auch oder gerade solche eine kleine kompakte Gruppe.

Gerne wieder, ich freu mich auf Samstag! Morgen Ruhetag.

Feierabenrunde Nonne -> Ferch

Lesezeit: 2 Minuten

oder „Wie man den Schweinehund mit moderner Fitnesssoftware überlisten kann“


Eigentlich war mir heute gar nicht nach Training: Da waren zum einen die 6.700 Höhenmeter vom Wochenende, welche mir noch in den Beinen steckten, zum anderen war es irgendwie einfach zu warm um heute einen 100er zu fahren. Auch hatte ich meine Schwielowsee-Runde nicht ausgerufen, insofern gab es auch keinen Gruppenzwang. Gründe findet der Schweinehund ja immer ganz schnell!

Nun gab es aber doch einen Umstand der mich schlussendlich doch motivierte, einen 100er zu fahren: Meine Kilometerleistung für den Monat Juni .

Wie schön wäre es denn, wenn vorne wieder eine 2 statt einer 1 stehen würde? Im Mai gelang mir das, und warum so kurz vor dem Ziel im Juni scheitern? Es blieb mir nur heute, denn morgen ist schon der 1. Juli.

So machte ich mich auf, streifte mein liebstes Garmin Trikot über und los ging es Richtung Gatow, raus ins Havelland. Diese Runde über Geltow, Ferch, Schwielowsee, Michendorf, Potsdam, Schäferberg und Willy bin ich im letzten Jahr sehr oft alleine zum Feierabend gefahren.

Dieses Jahr noch nie und so war klar, da diese Runde heute einfach dran sein musste. Den virtuellen Partner ließ ich bewusst aus, denn ich wollte mich nicht unter Druck setzten. Das war auch gut so, denn meine Zeit blieb weit hinter meiner Bestzeit vom letzten Jahr zurück. Richtig stark fühlte ich mich nicht, was mich doch ein wenig verwunderte, aber großen Spass gemacht hat es trotzdem die Runde abzuspulen. Bei diesem herrlichen Wetter muss ich einfach den Feierabend aktiv auf dem Rad verbringen!

Und nun stimmen die Zahlen auch wieder in meiner Traininssoftware Ascent: Die 2.000 Kilometer sind geschafft. Mal schauen ob mir das im Juli auch wieder gelingen kann. Viel vor habe ich ja mit meinem Alu-Esel: Es bleibt spannend!

Sächsische Schweiz – Tag 3 (Sonntag)

Lesezeit: 2 Minuten

184,3 km | 3.184 Höhenmeter


Heute stand die Königsetappe auf dem Programm und es sollten noch mal rund 1.000 Höhenmeter mehr als am Samstag werden.

Nach einem relativ flotten Frühstück – wir wollten ja pünktlich zur WM Partie Deutschland-England wieder zurück sein, ging es los auf die geplanten 180 km. Kein Flach-Einrollen wie in den letzten beiden Tagen sondern gleich 230 Höhenmeter nach oben zur Burg Hohnstein. Unser erstes Ziel war heute die rund 15 km lange Abfahrt im Kirnitzschtal. Die Straße ist hier von so prächtiger Natur gesäumt wie man es in Deutschland nur sehr selten findet: Skurrile Felsformationen, teilweise mit Überhang über die darunter liegende Straße eingesäumt von herrlich sattgrünen Nadelwäldern. Ein echter Augenschmaus, diese Abfahrt!

Im Tal in Bad Schandau wurde nochmal kurz pausiert und Nahrung aufgenommen, um den ersten langen Anstieg zu bestreiten. Oben in Markersbach merkten wir, das diese heutige lange anspruchsvolle Runde nicht gemeinsam zu bestreiten sein würde, denn die Gruppe fuhr immer wieder auseinander, was zu langen Wartezeiten führte. So trennten wir uns und Zeljo, Jan und ich machten uns zu dritt auf den langen Ritt.

Die Grenze wurde erneut bei Petrovice passiert und danach ging es rechts ab auf den wunderschönen Europaradweg hoch Richtung Fojtovice. Dort wurde ein kurzer Fotostop eingelegt und an die Leiden des Horst gedacht, bevor es die steile Abfahrt hinunter nach Krupka ging. Nun war erstmal wieder relativ flach fahren angesagt, aber auch das war nach 100 km Fahrt und über 1.500 Höhenmetern auch schon irgendwie weit entfernt von angenehm.

Wirklich unangenehm wurde es dann in Loucha, wo es den Berg wieder hoch ins Erzgebirge ging. Die Auffahrt war wieder richtig Bohemian-Style: Wo man in Deutschland mit Serpentinen und Hinweisschildern auf die zweistelligen Steigungsprozente, den Berg versucht hätte zu entschärfen, legt man hier die Asphaltbahn einfach gerade den Berg hoch, mixt noch rauhen Belag hinzu und schickt ein paar durchgeknallte Motorradfahrer ins Rennen und fertig ist das Bohemian-Mountain-Pleasure.

Zermürbt und grau erreichten wir den Kamm und dachten das nun das gröbste an Steigungen erledigt sei, wir wurden aber umgehend eines besseren belehrt: Weiter ging es auf kurzen steilen Abfahrten, welche gleich wieder in fiese steile Rampen mündeten. Die gefahrenen 160 km fühlten sich eher nach der doppelten Distanz an, und so wurde in Altenberg an einer Dönerbude am Bahnhof rast gemacht. Klar das die Besitzer schon mal in Berlin waren und uns knusprig getoastetes Brot, ColaZero und Apfelschorle verkauften. Das Deutschland 1:0 führte wurde uns auch mitgeteilt. Nun war klar, warum die Straßen so leer waren.

Gestärkt wurden nun die letzten 25 km in Angriff genommen und pünktlich zum Schlusspfiff wurde Pirna erreicht.

Fazit: Wahrlich eine echte Königsetappe, welche diesen Namen verdient. 3.015 Höhenmeter auf 184,52 km. Das brauche ich nicht jeden Tag, aber ab und zu ist solch eine abwechslungsreiche Tour doch was feines.

Ein herrlich sonniges Rennradwochenende, mit perfekte Unterkunft, einem klasse Team und herrlicher Landschaft. Gerne wieder!