3. WfF Nightride Berlin -> Hamburg

Fahren in der Abendsonne
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erster 300er seit Langem


Schon zum dritten mal führt mein Radsportverein die Nachtfahrt nach Hamburg durch. Diesmal wollte ich endlich mit dabei sein. Mehrere Leistungsklassen sollten zu unterschiedlichen Uhrzeiten starten. Dies würde die Logistik der VerpflegerInnen erleichtern und auch den COVID-Vorschriften gerecht werden.

Bei der Einschreibung meldete ich mich für die fast schnellste Gruppe an. Am Start, der letzten und schnellsten Gruppe merkte ich, dass diese Nacht recht anstrengend werden könnte: Neben meinen Besties erschienen weitere Radler, in perfekter Radsportmontur mit Carbonlaufrädern und sehr wenig Körperfett. Respekt mischte sich mit Ehrfurcht und ein wenig Angst. Ob ich die Hansestadt mit dieser Bande wohl unbeschadet erreichen würde!?

Flott aber nicht überdreht ging es Richtung Falkensee. Der Tacho pendelte sich bei 35 km/h ein, was relativ gut zu halten war. Vorerst. Wir bewegten uns lange Zeit in für mich bekanntem Terrain und und langsam begann ich mich auf die erste Pause in Havelberg zu freuen. Dort waren die ersten 100 km geschafft, also genau ein Drittel des Projekts.

Es gab für jeden Vespertüten mit belegtem Käsebrötchen, Obst und Milchreis. Auch Coca-Cola war noch da. Dann ging es mit Beleuchtung in die Nacht. Die für mich persönlich angespannteste Phase begann. Alle mussten sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen und auch die Wegstrecke wurde schlechter und es folgten viele Kopfsteinpflaster-Passagen. Die zuvor harmonisch agierende Gruppe wirkte fahrig und zerpflückt. Das ausgeschüttete Kortisol machte meinem Herz zu schaffen und mir ging es gar nicht gut.

Irgendwann fuhr man dann wieder gleichmäßiger und Wittenberge wurde angesteuert. Dort war fast Halbzeit. Feiernde Jugendliche grölten uns zu und applaudierten in die dunkle Nacht hinein. Süßer Geruch von Sport-Zigaretten begleitete uns. Dann wurde es wieder dunkel. Der dunkelste Sektor begann. Nächster Check-Point war Dömitz, der Ort, der unsere Republik lange geteilt hat. Die Grenze von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen war passiert. 5 Bundesländer würden in dieser Nacht besucht werden. Jetzt freuten wir uns auf den Nachtstop in Dannenberg.

Bedauerlicherweise hatte die Tankstelle, welche eigentlich immer geöffnet hat, geschlossen. So konnten wir uns nicht mit Kaffee, Cola oder Energy-Drinks versorgen. Sehr sehr schade. Das Lunchpaket mundete aber sehr gut und so ging es nach etwa einer halben Stunde Pause auf den letzten Sektor.

Müdigkeit setzte ein. Nachts um drei mit 200 km in den Beinen für mich auch nichts ungewöhnliches. Aber Schlafen war nicht angesagt. Zu allem Überfluss wurde es bei Hitzacker auch noch hügeliger und einige Höhenmeter mussten genommen werden. Dann ging es immer weiter am Deich entlang, bis bei Geestach die Elbe noch einmal überquert wurde. Dann endlich das erlösende Ortsschild »Hamburg«.

Nun waren es noch rund dreißig endlose Kilometer in die Stadt. Ich begann jeden Meter zu zählen. Der Körper wirkte war verspannt und eine komfortable Sitzposition war nicht mehr zu finden.

Den Zielsprint wollte ich dann nicht mehr mitmachen und so erreichte ich alleine den Fischmarkt, der keiner war. Aufgrund von Covid war dieser abgesagt. Ein paar Getränke warteten im Ziel und die Freude überwog dem Schmerz der müden Knochen. Nach ein paar Getränken ging es zum nahen Bahnhof Hamburg-Altona um den ICE zurück in die Hauptstadt zu erreichen.

Mein Fazit: Endlich kann ich das Event abhaken. Ein ganz schönes Stück Arbeit und viel Disziplin waren erforderlich, um das weite Ziel zu erreichen. Dank der klasse Gruppe wurde ich immer zur Höchstleistung angetrieben. Die Orga war gut und wir wurden gut verpflegt. Ob ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde? Sag niemals nie…

Päwesin-Runde #06

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Heute ging es um den Wind


Nach der gestrigen, doch etwas längeren, Ausfahrt wollte ich heute ein wenig kürzer fahren. Stefan auch und so taten wir uns zusammen. Einen Träck hatte ich schon im Hinterkopf, denn ich wollte gerne schauen, was am Rathaus Falkensee so gehen würde, da war heute nämlich FLUX fm Zeitfahren. Also erstmal da hin und dann weiter ins Havelland zum Backwahn. So der Plan.

In Falkensee begrüßte und gleich Gerald und erklärte uns die Regularien und fragte ob wir nicht mitfahren wollten. Da wir unsere Aero-Helme leider Zuhause gelassen hatten musste das heute ausfallen. Ohne alkoholfreie Erfrischung ging es dann weiter nach Westen. Immer schön mit Schiebewind über Wustermark nach Päwesin. Es lief herrlich. Irgendwann entdeckte ich dann auch noch, dass die frisch installierte Garmin IQ-App des Jahre wie versprochen seinen Dienst verrichtete und mir Windrichtung und Windstärke anzeigte. Was für ein geniales kleines Widget das definitiv den Developer Preis für Beste IQ-App des Jahres verdient hat. Rain & Wind.

Vergnügt, aber noch nicht wirkich ausgelastet ging es dann an die Kuchentheke. Zwei Stück waren drin, denn auf dem Rückweg brauchten wir Kräfte für den Gegenwind. Das klappte dann ganz gut und ich konnte auch ein paar mal in der Führung glänzen.

Irgendwann war dann, ohne viel leiden zu müssen, die Hauptstadt wieder erreicht und es gab zum Abschluss noch ein leckeres Radler an der Heerstrassenbrücke. Zu meiner großen Freude kehrten just in dem Moment auch der Räthmann und Bernie zu einem Getränk dort ein und wir klönten ein wenig im Schatten.

Sehr gelungener Rennrad-Sonntag mit super Kettenbruder! Danke fürs Mitnehmen, Stefan!

 

Nach Petkus in den Fläming

Fläming - wir kommen
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Ab in den Süden


Oft oder meist geht es ja aus reiner Bequemlichkeit in den Westen, ins Havelland zum Sporteln. Gestern aber machte Stefan den hervorragenden Vorschlag, mal wieder in den Fläming zu fahren und schubste gleich einen Track auf Komoot hinterher. Ich zögerte noch aber irgendwann am Freitag Abend war dann klar, daß das Ding gefahren werden musste: Knapp 200 km in den schönen Fläming mit bekannter Bande. Mehr geht eigentlich fast nicht für einen Radsport-Samstag! Oder?

Also um kurz nach Neun mit Marc zum Tunnel, Stefan einsammeln dann am Kreisverkehr in Güterfelde den Herbert und die Bande war komplett. Viel trinken war heute wichtig, denn es war sehr schwül und die Sonne brannte schon am Vormittag. Nur auf dem Rad mit Fahrtwind war es wirklich angenehm. Sobald wir standen und uns nicht bewegten wurde es sehr unangenehm und ich fühlte mich schlecht. Also husch-husch aufs Rad!

Der Vortrieb wurde in Tremsdorf kurz gebremst, da sich eine Wespe in meiner Helm-Halterung verfing und natürlich sofort zustach. Sehr schmerzhaft. Der Schmerz verzog sich glücklicherweise nach etwa 20 km Fahrt und Luckenwalde war dann auch schon erreicht. Herbert wollte seine eine (!) Flasche auf einem Friedhof füllen und so nutzen wir die Gelegenheit zu einer Brunnen-Erfrischung und kurzer Riegelpause im Schatten des Friedhofes.

Der Einstieg in den Fläming-Skate war nun nicht mehr weit und wir konnten den glatten, heute recht verkehrsarmen, Asphalt auf den extra für die Skater und Radfahrer angelegten Wegen, genießen. Nur wenigen anderen Freizeitsportlern mussten umfahren und ausgewichen werden. Herrlich!

Leider schwanden die Kräfte nach gut 100 km Fahrt ein wenig und ich sehnte mich nach der Pause. Auch waren meine Flüssigkeitsvorräte in den Trinkflaschen aufgebraucht, was mir einen sehr trockenen Mund einbrachte.

Als der Roggenkönig in Petkus erreicht war, war meine Freude gross und es wurde leckere Kraft-Nahrung bestellt. Kuchen, Milchreis und ne Spezi.

Nach der schönen Pause wollte Herbert nicht mehr mit uns weiter fahren. Über Sperenberg sollte seine Route ihn nach Hause bringen. Schade, denn wir waren eigentlich ein super Quartett.

Luckenwalde wurde erreicht und es gab den letzten Boxen-Stop mit Cola an der bekannten Total-Tanke. Ich war sehr erschöpft und machte mir ein wenig Sorgen ob ich es bis in die Hauptstadt zurück schaffen würde. Aber Dank der beiden Wing-Männer Stefan und Marc konnte ich mich immer gut hinter den Beiden verstecken und nach Hause ziehen lassen. Nur treten musste ich selber.

Eine klasse, lange Ausfahrt, auf der wir nur kurz vom Regen erwischt wurden. Als ich aus der Dusche zuhause raus war, fing es allerdings richtig an zu schütten. Perfektes Timing! Danke fürs Mitnehmen und Planen! Der Fläming ist immer eine Ausfahrt wert! So ein langer Tag auf dem Rad ist irgendwie wie Urlaub: Die ganzen Eindrücke und Erlebnisse bekomme ich an manchen Urlaubstagen nicht vermittelt. Habt Ihr bemerkt daß mir Radfahren Spaß macht?