ERT 2017: Pyrenäen 3. Etappe

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Barbastro – Santa Eulalia de Gallego


Keine Ahnung, was mich geritten hat, für die lange Runde zuzusagen. Vielleicht das nette Angebot der Leistungsträger oder die Warnung des Streckenplaners, dass auf der kurzen Runde, die letzten 30 km schnöde geradeaus-langweil-Landstraße seien. Egal, auf dem Garmin geladen ist geladen. Streckenänderung zwischendurch war und ist nicht.

Das Buffet wartete schon nach rund 40 km auf uns, so entschlossen wir uns nach 30 km erstmal Kaffee zu trinken, um den Tapeziertisch-Küchenchefinnen und Chefs genügend Zeit zum Aufbau zu gewähren – gute Entscheidung!

Danach ging es, vor Energie strotzend in die Hügel zur Verpflegung. Das Buffet bot wieder klasse Sandwiches und Obst. Die Sonne brannte und der Vortrieb schwand. Huesca, ein recht grosser Ort in der Mitte vom Nirgendwo, wurde zum Glück unbeschadet erreicht und erneut Kaffee getrunken. Wir saßen allerdings so unglücklich unter einem Baum, dass Johannes sein weiss-blaues Tacx Trikot von im Baum sitzenden Vögeln beschmutzt wurde. Nach einer Wäsche ging es weiter.

Jetzt Abzweig auf die lange Route. Bergauf & im Rudel. Erfreulicherweise mit einer für mich fahrbaren Aufstiegsgeschwindigkeit. Der Bekackte führte gleichmäßig und besonnen und für seine Verhältnisse maximal GA2. Ich war entzückt und außer Atem. So wurde der erste und einzige Col erreicht, der Col de Sap.

Die Abfahrt war ein echtes Highlight: auf perfektem Flüsterasphalt ging es entlang der Autobahn kilometerweit bergab. Selbstverständlich mit Rückenwind.

Der Spaß war aber schnell vorbei, als wir rechts abbogen. Gegenwind extrem. So muss sich das in Florida vor vier Wochen angefühlt haben. Ich habe noch die Bilder von CNN im Kopf. Kassette glotzen und jammern war angesagt. Ich verlor alle Körner und sehnte mich nach einer weiteren Pause. Zum Glück gabs nochmal Cola in einem kleinen Ort in einer Bar. Dann auf die letzten 20 km und unser kleines pittoreske Örtchen war erreicht. Morgen dann auf jeden Fall die kurze Strecke.

Drohnen-Video von Mario – Danke das ich es nutzen darf!

ERT 2017: Pyrenäen 2. Etappe

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L’Espluga de Francolí – Barbastro


Geschlafen habe ich grossartig und war bester Laune, bis ich wahrnahm, was uns als Frühstück geboten wurde: Ein Joghurt, Croissant und Pain au chocolat mussten reichen. Außer einem Kapselkaffee schauten wir auf leere Tische. Doch, da waren noch ein paar Scheiben Brot, die aber nicht für alle reichten. Wurst und Käse – Fehlanzeige. Egal, kann ja mal passieren. Christian und ich schalteten auf Selbstversorger-Modus und besorgten Café con Leche und ein süßes Teilchen am nahen Bäcker, sowie Wasser aus dem Supermarkt.

Dann Abfahrt mit der Bande. Es ging erstmal wellig immer nach oben. Zu schnell für mich unfitten Mitstreiter und so ließ ich mal wieder reißen – das kann ich ja ganz gut. Oben wurde dann geduldig auf mich gewartet, was ich mit einem gequälten Grinsen dankend quittierte.

Es ging wellig und windig weiter, sodass mich die erstklassige Verpflegung von Susi, Doreen und Hermann sehr erfreute.

Nach der Verpflegung ging es mit Julia, Christian, Sascha, Liszt und Tom weiter. An der Streckenteilung in etwa 40 km, wollten wir nochmal gemeinsam Kaffee trinken und bis dahin gemeinsam gegen den starken Gegen-Wind kämpfen.

Mein Vortrieb wurde aber jäh durch einen Snake-Bite gebremst. Der Grund: ich fuhr aus Unachtsamkeit durch eine Loch in der Straße, welches den Schlauch zerstörte.

Dank der Hilfe von Tom und Christian inkl. Kartusche zum aufpumpen mit CO2 befüllen, war der Schaden aber schnell behoben.

Nun wurde Einer-Reihe gegen den Wind gefahren bis meine Oberschenkel brannten. Ich sehnte die zweite Pause herbei, die auch mit Eis, Cola und Café con Leche recht üppig ausfiel.

Da Christian und Sascha noch die lange Nase fahren wollten, hatte ich das Vergnügen, mit Liszt und Julia die restlichen 29, welligen und windigen, Kilometer abzuspulen.

Zufrieden erreichten wir das 4-Sterne Hotel. Nun erst mal chillen.

ERT 2017: Pyrenäen 1. Etappe

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Barcelona – L’Espluga de Francolí


Vorwort: Zum zweiten mal nehme ich jetzt an einer 14-tägigen Sommertour des wff teil. Das erste mal ging es in 2015 von Stuttgart nach Nizza. Ein klasse Erlebnis, dass sicher in den Pyrenäen fortsetzten ließe – so der Plan. Mit viel Glück schaffte ich es noch auf die Teilnehmerliste und ich war überglücklich, noch mitfahren zu dürfen, denn die Teilnehmerzahl war streng begrenzt.

Die Anreise mit dem Flugzeug nach Barcelona waren unkompliziert. Der Samstag wurden zum Sight-Seeing und Stadt-Erkunden genutzt. Das Hotel/Hostel lag sehr zentral und war relativ einfach und die Doppelzimmer klein, aber sehr liebevoll eingerichet. Kein Problem und halt typisch ERT; unseren Spaß hatten wir.

Das Abendessen in Form von Tapas-Variation war ebenfalls super organisiert. Danach gab es noch einen mehrere Absacker in einer nahen Tapasbar. Geheim-Tip von Dirk: Taverna Basca Irati. Also weiter futtern und trinken. Irgendwann war ich dann aber endgültig bett-fertig, denn dieser Samstag begann ja schon um 3 Uhr in der Früh.

Auch ohne Wecker war ich am Sonntag morgen schon um 7 Uhr wach. Ich freute mich tierisch auf den heutigen Tag auf dem Rad. Um 8 gab’s Frühstück. Viel Hunger hatte ich nicht, aber eine Schale Corn-Flakes und ein Croissant ging und geht immer.

Sachen verladen, Startet-Foto, Track-laden und los. Viele mal schon der gleiche Ablauf. Routiniert lief es auch heute.

Die eigentliche Strecke musste ein wenig variiert werden, da in Barcelona heute Stadt-Marathon war. Kein Problem. Eine sympathische rad-fahr-freundliche Metropole, die es uns auf sicheren, von der Fahrbahn der Kfz getrennten Wegen ermöglichte, die Stadt nach Norden zu verlassen.

Eine Gruppe war schnell gefunden und so pedallierte es sich bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen jenseits der 20°C hervorragend entlang des Mittelmeers, welches blau und weiß in der Sonne glitzerte.

Nun wurde es zum ersten Mal hügelig und ich musste reißen lassen. Egal, nicht ärgern, Musik an und mein Ding fahren. Die Autofahrer waren sehr kooperativ, ähnlich wie auf Mallorca überholten stets mit sicherem Abstand und drängelten oder hupten nie. Nicht nur dies war wie auf Mallorca, auch die Natur war der Baleareninsel sehr ähnlich: viele dürre Sträucher, Kakteen und Palmen wuchsen auf dem ansonsten kargen Land.

Ich freute mich auf die Verpflegung und die Stullen, die Susi und Doreen für uns am Meer in der Sonne vorbereitet hatten. Nun war im komplett im Urlaub angekommen.

Nach der Stärkung ging es auf die restlichen rund 75 km. Es sollte noch hügeliger werden. Ich musste das ein ums andere mal wieder reißen lassen, zum Kaffee ging es dann aber wieder gemeinsam. Klasse.

Die restlichen dreißig hügeligen Kilometer forderten mich sehr und ich war über-glücklich, als wir unsere Unterkunft erreichten. Mal sehen wie die folgenden Tage so werden…