Kuba 2016 – Anreise

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oder »In freudiger Erwartung«

Nun war es endlich soweit und es ging auf meine erste echte Fernreise mit dem Rad. Die Vorbereitungen fielen eher dürftig aus. Außer der notorischen Packliste wurde keine Reiseliteratur im Vorfeld gewälzt. Meine Karibik-Erfahrung bestand aus zwei vorherigen Aufenthalten auf Jamaica und Antigua.

Der gebuchte Nachflug brachte und mit leichter Verspätung nach Moskau, von wo es nach Schlafbier aus dem TGIF’s auf den 13 Stunden-Flug nach Havanna ging. Dieser verlief ohne erwähnenswerte Zwischenfälle, wofür die russischen Stewardessen sorgten, die garantiert alle eine militärische Ausbildung genossen haben, bevor sie uns sicher über denn Atlantik geleiteten.

Auf dem Airport wurde sofort der deutsche und russische Winter abgeschüttelt, ein wenig Geld in die lokale Währung CUK gewechselt und mit mehreren Taxen in unser Hotel gefahren.

Mein erster Eindruck war durchweg positiv: Trotz, oder vielleicht auch wegen vorhandener Mangelwirtschaft, kein Müll auf den Straßen. Die Straßen ungewöhnlich breit und relativ wenig Verkehr. Allerdings sind alle motorisierten Fahrzeuge extrem laut und stoßen Unmengen an Schadstoffen aus.

Das 5-Sterne-Hotel war relativ verwohnt und recht einfach. Aber die Matratze war hart und warmes Wasser kam aus der Dusche, mehr brauche ich auf Radreisen ja nicht. Ungeziefer wurde auch erst einmal keins gesichtet.

Nach dem Abendessen, in einem privaten Restaurant mit Lobster, Fisch und Cuba-Libre beschlossen Herbert und ich noch die Uferpromenade bei Nacht zu besuchen. Das »Malećon« ist die Warschauer-Brücke von Havanna: hier trifft sich die Jugend und flaniert, lacht und trinkt Rum aus kleinen weißen Tetrapacks.

Auffallend war, dass wenig Musik lief und so gut wie niemand auf sein Smartphone starrte. Sicher in Ermangelung entsprechender Technologie und Mobilfunknetz.

Nach einem Absacker und Kennenlernen von lokalen Schönheiten, ging es vor Mitternacht nach Hause. Bettschwere war nach mehr als 60 Stunden auf den Beinen definitiv gegeben.

Posen

Elite-Verpfleger beim 42. Berlin Marathon 2015

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oder »Kein-neuer-Weltrekord-Sonntag«


Wie auch schon in 2012, 2013 und 2014 hatte ich heute wieder die Ehre, die Top-LäuferInnen beim 42. BMW Berlin Marathon unterstützen zu dürfen.

Claus-Henning begrüsste uns pünktlich bei Top-Lauf-Wetter um 8:15 Uhr am Grossen Stern mit letzten Informationen zu unseren Läufern. Mein Plan war es, heute mal keine Frau zu unterstützen, sondern einen echten Top-10-Läufer. Das würde den Vorteil haben, dass ich wirklich ganz vorne mitfahren können würde. Das Wiederfinden und Begleiten meines Läufers würde dieses Vorhaben erheblich vereinfachen.

Der Plan ging auf und ich hatte das grosse Glück, den mit Startnummer 7 gesetzten Äthiopier Tadese Tola zugeteilt zu bekommen. Ich recherchierte ihn unmittelbar mit Hilfe von Tante-Google auf meinem iPhone 6 ohne S, sodass ich mir mit der Bildersuche ein echtes Bild von dem Athleten machen konnte.

Am ersten Verpflegungspunkt war er dann einfach an seiner Laufkleidung in Landesfarben auszumachen: Grünes Leibchen und rote Shorts.

Ich rief laut seinen Namen und er registrierte mich schnell als seinen Versorger für die nächsten zwei Stunden. Wie ich aus langjähriger Erfahrung wusste, ist nach der Übergabe dann immer wenig Zeit um nicht komplett den Anschluss zu verlieren. Diese wenige Zeit kann für kurze Gespräche am Strassenrand oder Trink- bzw. Foto-Pausen genutzt werden. Ansonsten muss wirklich stramm an den Hacken meines Athleten geblieben werden, um nicht seine perfekte Versorgung zu gefährden.

Auch an Kilometer 10 in Mitte sahen wir uns wieder. Tadese lief super im Führungsgespann mit, musste dann aber in Steglitz bei Kilometer 25 reissen lassen. An mir hat es nicht gelegen, denn er erhielt immer sein Flasche, die stets nur mit sehr wenig Iso gefüllt war. Wer so schnell läuft, braucht auch nicht viel zu trinken!?

Am Hohenzollerndamm war er dann von der Spitzengruppe komplett abgehängt worden. Um ihn rechtzeitig versorgen zu können fuhr ich zum Führenden Eliud Kipchoge auf und Genoss den frenetischen Applaus auf dem Ku’Damm indem ich leicht versetzt hinter ihm fuhr, ohne aber ins Kamerabild zu kommen. Das war ja nicht erwünscht.

Potsdamer-Strasse und -Platz wurden passiert und dann noch die lange und windige Leipziger Strasse hoch, dann war auch schon das Ziel erreicht.

Ein schöner Sonntag-Morgen mit perfektem Sight-Seeing bei dem ich auch noch stark umjubelt wurde und selbst mit Äpfeln, Bananen und Iso versorgt wurde.

Was will man(n) mehr? Kuchen und Bratwurst – die gab es im Anschluss!

12. Etappe WfF Europa Radtour 2015

der Sonne entgegen auf den Col de Turini
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Valdeblore – Nizza


Riesig hatte ich mich auf diesen Tag gefreut – ging es doch endlich ans Meer und neben der faszinierenden Bergwelt würden wir auch mit einem Abstecher durch Monaco das urbane Leben der schönen und Reichen zu sehen bekommen.

Nach einer recht unruhigen Nacht, wieder einmal im 1.Stock eines Etagenbettes erwartete uns ein extrem karges Frühstück aus Baguette, Marmelädchen in 5 Gramm Platikschälchen, ein wenig Obst und gesüsstes Yoghurt. Kaffee gab es auch noch, aber sonst nix. Kein Müsli oder Käse oder Wurst. Wie sollte ich nur so über den Pass kommen? Egal, rüber würde ich schon kommen, schnell müsste es heute ja auch nicht sein. Noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit der ganzen Bande gemacht und dann los.

Nach einem kurzen Anstieg ging es in 12 km in eine grünes und kaltes Tal bevor wir links abbogen und das in den letzten Tagen oft gesichtet Schild der »Route de Grand Alpes« mich angrinste. Ein Qualitätssiegel für wunderschöne, historische Alpenpässe – genau so etwas brauchte ich jetzt.

Keine Schilder mehr am Straßenrand, wie viele Kilometer es noch gehen würde, einfach nur hoch fahren, durch viele alte Tunnel und Viadukte bis er endlich erreicht war, der Col de Turini. Mit 1.607 Metern nicht extrem hoch aber extrem schön. Dann erstmal Cola mit der Gäng und einen stärkenden Riegel bevor ich mich wieder in die lange und letzte Abfahrt stürzte. Leider war der Asphalt auch eher historisch und so musste viel gebremst werden.

Nun noch ein 6 km langer Anstieg und dann lag es endlich vor uns, das lang ersehnte Mittelmeer. Schnell wurden die letzten Kilometer ins Tal herunter gerollt, bevor wir uns über die Küstenstraße den Weg nach Monaco suchten. Die vielen Autos und Mopeds und dann noch die alle paar Meter aufgezeichneten Zebrastreifen mit den vielen Fußgängern die einfach auf die Straße liefen. Höchste Konzentration war erforderlich um nicht noch auf den letzten Metern auf der Nase zu liegen.
Christian routete uns gekonnt durch den Grosstadtdschungel, vorbei an Ferraris, Luxusjachten, durch Tunnel, auf den Weg zu unserer finalen Destination: Nizza.
Gut 20 km waren noch abzureißen und auch noch eine Serpentinen hoch – die Letzte – nochmal richtig Gas geben und dann die Abfahrt herunter nach Nizza. Genial! Angekommen am nun azurblauen Meer. Unsere Unterkunft war sehr zentral gelegen und ich freute mich mit der Gäng das ferne Ziel erreicht zu haben. Die Gedanken schweiften kurz zurück an den Start vor 13 Tagen in Stuttgart und die vielen abwechslungsreichen, atemberaubenden, faszinierenden Eindrücke die auf den mehr als 1.000 Kilometer Fahrt mit eigener Muskelkraft hinter mir liegen.
Vielen Dank an den Radverein WfF fürs Mitnehmen!