Werbellinsee-Runde

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Pfingst-Samstags Tour mit Sonne satt


Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass ich zu und um diesen schönen See im hohen Norden geradelt bin. Von daher freute ich mich riesig, als der André diese Runde bereits am Donnerstag per email anbot. Die Anfahrt durch die Stadt ist zwar ein wenig beschwerlich, aber dann, in der grossen Gruppe macht es riesen Spass, dort hoch zu pedalieren.

Am Treffpunkt trübte mein Garmin Edge 820 den Spass ein wenig, da er mit der neuen Firmware 9.0 ausgestattet, erst den Track nicht laden wollte und dann gar nicht mehr bootete.

Irgendwann ging er dann wieder und tat so, als sei nichts gewesen. Technik die begeistert. Nicht.

Die Aufzeichnung konnte nun also ohne weiteres fortgesetzt werden und ich durfte meine ganze Aufmerksamkeit wieder aufs Fahren und die Gruppe lenken. Sehr schön. Sehr schön war heute auch der Flow, der die Gruppe durch das Mühlenbecker-Land trieb. Keine Ahnung, ob es am Schiebewind oder der tollen Mannschaft lag, im Endeffekt auf egal. Hauptsache Spass am Radeln und der Gemeinschaft.

Die lange Passage durch den Wald vor dem Werbellinsee war neu asphaltiert und so gab es auch bezüglich des Untergrundes keine Klagen. Einzig der Mitfahrer, der hinten am Feld hing und keinen Ton sagte war ein wenig nervig. Aber gut, es gibt solche Menschen.

Irgendwann war dann auch mein Angst-Sektor um den See passé und es konnte sich auf die Anfahrt zum Bäcker Gustav in Eberswalde konzentriert werden. Dort gab es leckeren Kuchen im Schatten bevor es nach Kettengesprächen und OPP zurück Richtung Hauptstadt ging. Auf dem Asphalt dort hin wurde noch eine Tempo-Passage von Marco gedrückt, die mich ganz schön Körner kostete. Aber ein bisschen Sport muss sein.

Dann Buch, Pankow und Reinickendorf, bevor nach 165 km die HomeBase erreicht war. Reicht auch für heute, aber sehr schön wars! Danke fürs Mitnehmen und die Streckenplanung, André!

Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 6. Tag: Liberec -> Görlitz

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114 km | 1.738 Höhenmeter


Nun ist sie fast schon wieder vorbei, die ITF 2018 und auf der letzten Etappe zurück nach Görlitz, ist es fast schon an der Zeit, zu resümieren. Mach ich aber noch nicht, denn da ist dieser Kanten vor mir, mit dem schönen Namen »Ještěd«.

Ein nicht all zu langer und hoher Anstieg, aber direkt in die Kalten das Ding zu fahren ist herausfordernd. Froh war ich dann, nach einiger Kraftanstrengung, endlich oben zu sein. Sonntags um halb zehn. Wo Andere nett beim Frühstück oder Brunch hocken, hatte ich schon einmal ordentlich angeschwitzt. So muss das? Ne so kann das oder so darf das.

Die Freude war gross in der Abfahrt, denn irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es jetzt bis Görlitz nur noch bergab gehen würde. Was soll ich sagen; meine Erinnerung täuschte mich gewaltig und zu allem Übel in Form von Hügeln, kam auch noch garstiger Nordwind hinzu, der uns die letzte Etappe ganz schön Körner kostete.

Eigentlich wollten wir beim legendären und bewährten Bäcker in Jonsdorf einkehren, der machte aber leider erst um 14 Uhr auf. Fast zwei Stunden hätten wir warten müssen und so gab es nur ne kleine Cola beim knurrigen Wirten.

Auf den letzten 30 km gab es dann noch ein kleines Abstimmungsproblem und Christoph und Alex hingen sich an ein schnelles Team. Windschatten lutschen war ja doch bequemer. Ich ärgerte mich ein wenig, dass ich nicht mit-gebolzt hatte und so alleine in Görlitz eintraf. Ohne mein Team.

Am Bahnhof mussten dann alle eine Zwangspause einlegen, da der Koffertransporter das Rad einer gestürzten Mitfahrerin einsammeln musste.

Mit einiger Verspätung und ohne Duschen ging es dann in den überfüllten Zug der ODEG über Cottbus zurück in die Hauptstadt. Peinlich, dass man solch eine Strecke als Regionalexpress mit nur zwei Wagons bedient.

Mein Resümee zur ITF 2018: Das Orga-Team rund um Christel und Peter Scheunemann hat sich erneut aller größte Mühe gegeben, die 6 Tage für uns auf dem Rad so angenehm wie möglich zu gestalten – vielen Dank dafür!

Viele Dinge haben hervorragend funktioniert, wie der Gepäcktransport und die Auswahl der Unterkünfte. Einige Wermutstropfen bleiben aber. Wie zum Beispiel das nicht beachten der Wochen vorher kommunizierten Zimmer-Präferenz. Unnötig dass das fast jeden Abend wie eine Lotterie erschien, den richtigen Zimmer-Partner zu erwischen. Sehr unschön war, dass wir als »Alte Hasen« in Liberec in der Jugendherberge schlafen mussten, wohingegen Andere das komfortable Hotel nutzen durften.

Die Streckenplanung war sehr schön und Abwechslungsreich. Besonders in Polen war ich über den teilweise perfekten Asphalt überrascht, wohingegen in Tschechien doch einige experimentelle Abschnitte dabei warnen, die eher Mountainbike-kompatibel erschienen.

Alles in allem eine klasse Woche auf dem Rad mit super Gemeinschaft und wenig misanthropischem Koller. Mal sehen ob ich dann 2019 zum 10. mal auch wieder dabei bin…

 

Auf Friedensfahrt–Kurs 2018 5. Tag: Hradec Kralove -> Liberec

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158 km | 2.374 Höhenmeter


Früh würde ich durch den Sonnenaufgang geweckt. Die Sonne brannte in unser Zimmer im 5. Stock des Hochhaus-Hotels. Frühstück gab es erst um 7 Uhr. Als wir um kurze danach eintrafen, waren bereits alle Plätze belegt und es bildeten sich lange Schlangen um das übersichtliche Buffet. Luxus geht anders, aber Luxus war ja auch nicht gebucht. Wir waren ja zum Radfahren hier, nicht zum Frühstücken. Als ich erfuhr, dass quaeldich.de hier auch bei Wien -> Berlin genächtigt hatte, war ich versöhnt mit den vergilbten Lampenschirmen und verwohnten Raufasertapeten.Scheint das beste Hotel am Platze in Königgrätz zu sein!

Also um 8.30 Uhr wieder zu viert auf die Piste: Herbert, Christoph N., Alexander und ich: Eingespielte Truppe mit keinem Platz für weitere Mitfahrer.

Nachdem bei allen, inklusive Christoph und mir, die richtigen Tracks geladen waren, ging es auf die herrliche interessante Strecke: Mindestens 150 km, knapp 2.000 Höhenmeter mit dem Ziel Liberec. Die Einen nennen es Genießer-Tour, wir Königs-Etappe.

Zu Anfang ging es relativ flach durchs schöne Tschechien. Irgendwann, als das minimalistisch Buffet mit Knäckebrot erreicht war, entschieden wir uns zu einer Planänderung: unser heutiger Kapitän, der Alexander, scoutete eine Labe, fernab der Strecke und die kleine Gruppe folgte.

Erst mit Widerworten, dann ungerührt folgend, den 2 Kilometer Anstieg hoch – sweat for cake – war mein Motto. Auf der anderen Seite des Berges gab es, im Ort Jilemnice (Starkenbach) nach einiger Sucherei Kuchen und Kaffee, Cola und Wasser.

Gestärkt konnte es weiter gehen. Nun gab es noch einige Höhenmeter zu absolvieren die erst mürrisch quittiert wurden. Nach eindringlicher Ermahnung vom Kapitän, dann aber freudig unter die Räder genommen wurden.

Zu murren gab es einiges, denn der Belag war nass und es nieselte zweitweise. Viel schlimmer aber war der Asphalt der unter aller Sau war und uns die Abfahrten zur Qual machte.

Irgendwann war dann bei Sonnenschein Liberec erreicht und wir waren eigentlich versöhnt, und freuten uns auf das komfortable Sport-Hotel am Fuße des Jessen.

Leider hatten wir die Rechnung ohne Peter gemacht, der uns in ein 6er Jugendherbergszimmer mit Etagenbetten buchte. Flur-Toilette und Flur-Dusche inklusive.

Der Unmut war groß und das Feedback fiel entsprechend aus. Leider ohne Änderung der Situation. Sehr schade, denn so bleibt die letzte Nacht der ITF 2018 trotz leckeren Pivos in schlechter Erinnerung.

Mal sehen wie die letzte Etappe zurück nach Görlitz so verläuft…