Mallorca Trainingscamp 2014 – Tag 1 – Can Picafort – Petra

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oder »Mit Micha & Micha zum Karottenkuchen nach Petra«


Nachdem der Wecher heute schon um 3:45 Uhr klingelte, war klar, dass etwas grosses auf dem Programm stand: Rennradfahren auf meiner Lieblingsinsel.

Die 6-Uhr-Maschine wurde pünktlich erreicht und auch das Sport-Gepäck aka Rennrad war sicher nach 2,5 Stunden Flugzeit in Palma auf dem Gepäckband gelandet. Nun begann, wie in jedem Jahr, der Run zum Transferbus, der uns doch bitte ganz schnell in unser Hotel bringen sollte, so dass wir schon in wenigen Minuten Stunden mit Sonnencreme auf der Haut pedallieren würden können.

Doch heute hatten wir die Rechnung leider ohne den Busfahrer gemacht, der uns mit laufendem Diesel-Aggregat ne knappe Stunde auf verspätete Mitfahrgäste warten ließ. Zu allem Verdruss wurden auch noch alle kleinen Hotels auf dem Umweg angesteuert und Gäste dort abgeworfen, bevor wir endlich unsere Ziel-Destination erreicht hatten.

Jetzt schnell Rennrad zusammen bauen und in die Radlerbuchse geschlüpft. Flaschen mit frischem Trinkwasser noch am nahen Super-Markt gefüllt und schon konnte es auf die Strecke nach Can Picafort gehen. Obwohl es leicht bewölkt war, wärmte uns die Mittagssonne sehr angenehm und ich bereute es keine Sekunde, kurz/kurz an den Start gegangen zu sein. Die Armlinge konnten getrost im Schrank bleiben.

Eben noch im kühlen Berlin erwacht und keine sieben Stunden später auf dem Renner in der Sonne radeln: Doch noch ein perfekter Start in den Urlaub.

Wir ließen es locker angehen, denn auch den beiden Michaels steckte noch der gestrigen Halbmarathon in den Knochen. Die Hügel wurden zwar im Stehen, aber nie mit voller Kraft, erklommen.

Wir freuten uns nach knapp 40 km Fahrt alle riesig über den geplanten Boxenstop in Petra. Es kann kaum einen besser geeigneten Ort geben, als dort im Ortskern mit den vielen anderen Rennradfahrer einen Mandelkuchen und einen Café con Leche zu genießen. Auch die Sonne war, wie schon erwähnt, unser ständiger Begleiter und so hatten wir es – wie immer – schwer uns auf die Weiterfahrt zu machen.

Noch rund 40 km Heimweg warteten auf bekannten Wegen auf uns, die wir routiniert, mit einigen Führungswechseln, abspulten. Gerade der Sektor von Sineu nach Llubi machte wieder riesen Spass.

Jetzt noch Sa Pobla und das Schilf, durch welches wir heute von einer kleinen flotten deutschsprachigen Gruppe geführt wurden. Keine echte Tempo-Hatz: Kann auch mal ganz schön sein. Ausscheidungsfahrten, wie in den letzten Jahren, dann hier an selber Stelle sicher wieder später.

Nun noch zurück zum Hotel, ein paar herrliche Sonne-Meer-Poser-Fotos schiessen und dann ab ans Buffet. Verdient haben wir es uns!

Klasse Perfekte Einroll-Runde. Morgen dann sicher ein wenig weiter.

Auf dem Weg nach Petra hinter Can Picafort Geduldiges Warten auf die flotte Bedienung Gleich wieder in der HomeBase Micha fand es auch prima

Mein Sportjahr 2013 – Eine Retrospektive

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10000Nun hat es ja schon fast Tradition, dass ich hier meine sportlichen Jahresrückblicke abliefere. In 2011 und 2012 war es zumindest der Fall und so möchte ich das Jahr 2013 auch in dieser Hinsicht rekapitulieren.

Auch in diesem Jahr gab es wieder unzählige Highlights und Strecken und Wege die ich zuvor noch nie befahren und gelaufen bin. Es gab Herausforderungen die mich nahe an meine Grenzen gebracht haben und die mir das breiteste aller möglichen Grinsen aufs Gesicht gezaubert haben.

Ich durfte so unbeschreiblich atemberaubende Natur mit dem Rennrad erleben, dass mir Gänsehaut auf die Arme und kalten Schauer den Rücken produziert hat.

Es gab aber auch viele fragende Momente in diesem Jahr. Bisher bin ich immer gefahren, frei nach dem Motto „So lange ich fahre, ist es egal wohin“. Einfach Fahren, Hauptsache Bewegung und mich selber fordern und finden.

Das ist in diesem Jahr anders geworden. Aus welchen Gründen auch immer stellte ich mir sehr oft fast immer die Sinnfrage und überlegte, was das alles soll und wo dies alles wohl hinführen wird. Auch schien es mir, als sei mir der Gemeinsinn abhanden gekommen. Das gemeinsame grosse Ziel war nicht mehr da, sondern nur noch das, wer ist als erster am -Ortsschild, -am Ziel oder -oben.

Vielleicht ist mir dies auch einfach bewusster geworden, weil ich vorne nicht mehr so oft mitspielte. Weil meine Leistung einfach nachgelassen hat. Durch meine berufliche Situation kann ich nicht mehr die Umfänge trainieren, die ich in den vergangenen Jahren abreißen konnte. Ich war einfach zu platt oder die Sinnfrage stellte sich mir in den Weg. Älter wurde ich wohl auch.

Sicher liegt es auch daran, dass ich jede Runde zum x-ten mal gefahren und gelaufen bin. Eine gewisse Langeweile und Monotonie stellte sich ein. Hinzu kommen die immer selben Themen beim Kaffee und Kuchen. Campa oder Shimano. Alu oder Carbon. 10-fach oder 11-fach. Wattmesser an der Kurbel oder in den Pedalen. TransAlp oder doch lieber Ötztaler.

Wenn ich das Geleistete und Erlebte aber in die Waagschale werfe, dann sehe ich schon, dass da eine Menge drin ist, von dem ich zehren kann und das mich, nicht nur sportlich, weiter gebracht hat.

Einige kleine To-Dos habe ich mir auch für 2014 wieder vorgenommen. Mal sehen ob ich zum Ende 2013 den Sinn des Ganzen gefunden habe?!

Maratona dles Dolomites 2013

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oder »etwas mehr Höhenmeter per favore!«


Vor Jahren trug ein Rennradkollege ein Trikot vom Maratona dles Dolomites. Das Logo faszinierte und ich fasste den Entschluss, dort einmal mitzufahren. Nach unserer Nauders Reise im letzten Jahr fehlte ein Ziel für 2013 und schnell war der Fokus auf diesem Event.

Wunderschöne Natur und eine in Italien organisierte Jedermann-Radveranstaltung versprachen ein grandioses Rennrad-Erlebnis.

Maratona LogoWir meldeten uns also im Herbst 2012 an, das Los entschied für uns und wir planten unseren Rennrad-Sommer-Urlaub um dieses Event herum.

Heute früh um 3:30 Uhr war es dann soweit: Der Wecker klingelte so zeitig, damit wir um 4:30 Uhr abgefrühstückt und mit bester Laune unser wunderschönes Haus in Richtung Corvara verlassen konnten. Es stand noch eine Anreise von mindestens 30 Minuten mit unserem Transporter über den Grödner Pass bevor. Wir wussten nicht wie die Parkplatz- und Verkehrssituation im anderen Tal sein würde, und so wollten wir nichts riskieren und pünktlich am Start sein, was uns auch gelang.

Es blieb noch Zeit für einige Erinnerungsfotos bei 4°C bevor es endlich um 6:54 Uhr in den Berg ging.

Vor dem Start hatte ich schon einen riesen Respekt vor der Strecke, immerhin waren sieben Pässe auf knapp 138 km zu überwinden, was sich dann zu etwas über 4.000 Höhenmetern aufsummierte. Einmal auf den Mont Blanc bitte! Für einen Flachland-Tiroler wie mich ein fast undenkbarer Kraftakt.

Auch heute versuchte ich es wieder mit dem Motto »Einfach machen« und immer nach vorne schauen, was mich schonmal über die ersten drei Pässe brachte.

Die Strasse war zwar gesperrt, aber mich umringten so viel Jedermänner und -frauen, dass es sehr schwer für mich war, mein eigenes Tempo zu finden. Immer wieder mussten Rudel passiert werden, die einfach so den Berg hoch schlichen. Für eine leistungsstärkere Gruppe vom Start weg wäre ich aber auch nicht fit genug gewesen. Also locker angehen, kurbeln und schaun was geht.

Ich genoss die Abfahrten, soweit das bei den Temperaturen ging, und freute über die wärmende Sonne, die beim erneuten Passieren von Corvara so richtig zu strahlen begann.

Es lief für meine Verhältnisse ok und ich begann über die nächste grösste Herausforderung des Rennens nachzudenken: Den Passo di Giau. Der Pass dieser Veranstaltung – 29 Kehren mit Steigungen selten im einstelligen Bereich. Einige Radler machten Päuschen oder schoben gar ihr Bike. Das kam auf keinen Fall in Frage! So ein Pass muss am Stück gefahren werden! Die Kraft dafür war da, nur das Kopfkino wollte noch nicht so ganz und so musste der Garmin aushelfen: Zu jedem Zeitpunkt war die Restdistanz zum Gipfel, die restlichen Höhenmeter und – Strassenschild sei dank – die verbleibenden Kehren zu evaluieren. So kam bis oben nie Langeweile auf. Am Gipfel angekommen genoss ich für einen kurzen Moment die einmalige Rundumsicht, bevor ich mich in die Abfahrt stürzte. Viele gut asphaltierte Kehren warteten auf mich. Dass es lieber ein wenig vorsichtiger angegangen werden sollte, zeigte mir eine Ambulanz und ein daneben liegender Radfahrer. Wenige Kehren später war es dann leider auch schon um mich geschehen. Der Neigungswinkel meines Renners war wohl für den Untergrund in der Kurve zu groß und es legte mich am Ausgang eben dieser. Zum Glück blieb der Renner auf einer Wiese liegen und nicht an einer Leitplanke, und so konnte ich nach wenigen Minuten Sortierung und vielen Löchern in der Kleidung plus italienischer Straßen-Pizza an Knie, Hüfte und Ellenbogen, weiterfahren.

Am Rad waren zum Glück keine Defekte, die mich an der Weiterfahrt gehindert hätten und so machte ich mich auf die restlichen knapp 40 Kilometer. Nach 10 km erreichte ich am Wegesrand stehende Sanitäter, die mich vorbildlich versorgten und meine Wunden mit Alkohol desinfizierten.

Nun gab es nur noch einen eher seichten Anstieg hoch zum Passo Valparola und dann eine lange Abfahrt hinunter, die ich aber eher, aus Gründen, defensiv fuhr. Nun noch mal leichte 4 Kilometer hoch nach Corvara – durch den Zielbogen – geschafft.

Fazit: Wäre der Sturz nicht gewesen, ein sicher noch tolleres Erlebnis. Die Temperaturen am Morgen sind ein starker Dämpfer der Fahrfreude. Die Verpflegungen waren oft eher überschaubar organisiert und warme Cola ist nicht gerade mein Favorit. Die Streckensperrung und medizinische Versorgung war vorbildlich. Die gebotene Kulisse zum Berge fahren ist wohl einmalig auf der Welt.