Mein »Senf« zum Diesel-Gate

»ich bin wütend – sehr sogar!«


Letztens in einem Blog Post schrieb ich ja, dass ich die ganze Zeit während meiner Rad-Tour über den Diesel-Gate und das ganze drum herum nachdenken musste. Es hat mich wütend gemacht, sehr wütend sogar. Wütender als der G20 in Hamburg und wütender als Donald T. Das will was heissen!

Dann habe ich mich natürlich gefragt »warum«!? Warum bin ich soooo wütend? Ein Erklärungsversuch:

1. Wie die Auto-Industrie mit dem Problem umgeht: Seit nunmehr zwei Jahren ist bekannt, dass die Verbrauchswerte und der Schadstoffausstoss bei aktuellen Diesel-Fahrzeugen in keiner Relation zu den Werten im Prospekt steht. Die Käufer wurden betrogen.

grüne plakette smart cdi bj 2003

grüne plakette smart cdi bj 2003

Wie geht es mit den Erkenntnissen weiter? Die Spitzenfunktionäre der Auto-Industrie wurden zu einem exklusiven Treffen mit den Regierenden und der Kanzlerin geladen. Öffentlichkeit und Umweltverbände müssen draussen bleiben, was an sich schon einen riesen Sauerei ist.

Dort wird nun beschlossen, dass die Fahrzeuge durch ein Software-Update sauber gemacht werden sollen.

Jeder der sich ein wenig mit Technik auskennt, riecht den erneuten Betrug. Das kann und wird nicht klappen!

Was ist jetzt die Konsequenz? Die Fahrzeuge die zwar eine Euro-4 Plakette (die Grüne!) haben, werden (zurecht?) in Zukunft nicht mehr die Innenstädte befahren dürfen. Um diese Diskussion startet dann auch der Reflex, dass Ozean-Riesen und Kreuzfahrtschiffe ja viel mehr die Luft verschmutzen und mit Schweröl fahren.

Ok, fair-enough, aber die Dinger fahren nicht vor meiner Haustür. Vor meiner Haustür habe ich allerdings 6-spurigen Autoverkehr. Mit selten richtig gefilterten Abgasen. Aber zurück zur Autoindustrie und Ihren Steuermännern: (Frauen? Fehlanzeige!)

3 Liter smart cdi bj 2003

3 Liter smart cdi bj 2003

So spielt man dann zum dritten mal der Autoindustrie ein (kostenloses) Konjunktur-Programm zu und greift uns Bürgern unfreiwillig in die Tasche: Nach Abwrack-Prämie und Elektro-Bonus (den niemand nutzt) muss ich mein völlig intakten und perfekt gewarteten, damalig steuerbefreiten 3-Liter-Diesel-smart verschrotten und werde so gezwungen mir ein neues »umweltfreundliches« Fahrzeug zuzulegen!? Echt jetzt? Euer Ernst?

Ach so bevor ich es vergessen: Natürlich habe ich meinen smart mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) nachgerüstet, den gab’s nämlich 2003 noch nicht. Original von smart im smart-center am Salzufer. Zwei Jahre nach dem Einbau attestiert mir der TÜV bei der HU und dazu gehörigen Abgasuntersuchung dass die Abgaswerte sehr schlecht seien und der DPF quasi nutzlos. Den TÜV und somit die Fahrerlaubnis habe ich trotzdem erhalten, da ja der Filter original ist und offensichtlich verbaut wurde – von meinem Geld.

Wer den Fehler findet darf ihn behalten!

2. Förderung von E-Bikes oder Subventionierung des öffentlichen Nahverkehrs um mehr Menschen vom Auto weg zu bringen: Fehlanzeige! Die Politik macht sich zum Sklaven der Auto-Industrie und Lobby, die mit ihrem Handeln keine Zukunftssicherung für den Standort Deutschland betreibt sondern an der Demontage und am Ausverkauf arbeitet und dafür sogar noch hofiert wird.

Ich bin wütend. Sehr wütend. Auch bin ich wütend, dass keiner der Spitzenfunktionäre der Auto-Industrie zur Verantwortung gezogen wird. Niemand von den ehrenwerten Herren ist, zumindest in Deutschland, haftbar zu machen. Niemand hat davon gewusst. Wirklich? Jeder Bundesbürger muss für sein Handeln einstehen und für Fehler gerade stehen. Ich verliere meinen Job für grobe Verfehlungen. Für schweren millionenfachen Betrug müsste ich und jeder andere Bundesbürger ins Gefängnis und nicht zu Schnittchen und Kaffee mit betroffenem Gesicht zur Kanzlerin. Das, was hier geschieht, ist nicht vermittelbar! Für wie blöd werden wir verkauft?

Ich fühle mich so hilflos, weil ich nichts dagegen tun kann, außer mit meinem kleinen Portmonee abstimmen.

  • Aber was ist die Alternative?
  • Kein Auto?
  • Ein Japaner?
  • Grün wählen geht auch nicht mehr, die packen das Thema auch nicht richtig an. Dienstwagen ist auch bei den Grünen sehr beliebt.
  • Wer steht wirklich für meine Interessen, und sichert gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Sportgepäck und Blogger-Connection

Eigentlich bin ich ja mit Link-Tausch sehr zurückhaltend und nehme dadurch in Kauf, dass die Reichweite meines Blogs durch dieses beliebte Werkzeug nicht erhöht wird.

Vor ein paar Wochen schrieb mich aber die Annika vom momondo.blog an, ob ich Ihr nicht ein paar Tips zu »Sportgepäck in Flugzeugen« geben könne.

Ich empfahl daraufhin AirBerlin, die eine ServiceCard für Sport-Vielflieger bereit halten und so die Zusatzkosten auf 119,-€ pro Jahr »Deckeln«.

Das war ihr eine Erwähnung und Verlinkung wert, für die ich mich auf diesem Weg ganz herzlich bedanke! Schöne Ostern!

DriveNow oder doch, DriveLater?

Heute mal zu was ganz anderem, einer Geschichte, die das digitale Leben schrieb, aber der Reihe nach:

Gestern, ein wunderschöner Spätsommertag mit viel Sonnenschein, entschied ich mich spontan, doch mal den DriveNow Service zu nutzen, welcher schon seit mehr als sechs Monaten ungenutzt in meiner Brieftasche und auf meinem iPhone schlummerte.

Diverse Freiminuten, erhalten durch Freundes-Werbung und die Aussicht auf ein schickes Mini oder 1er Cabriolet machten die Vorfreude auf das kostenlose Fahrvergnügen perfekt.

Am Wittenbergplatz standen auch zwei Cabrio-Minis, die ich vergeblich versuchte zu reservieren. Jedes mal erhielt ich im letzten Moment eine kryptische Fehlermeldung.

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Ok, ok – irgendwas war da wohl mit meinen Kontodaten nicht in Ordnung. Eine Kreditkarte hatte ich nicht hinterlegt, wieso auch, denn das Lastschriftverfahren funktioniert und ist ebenso bequem.

Was also tun? Flink die WebSite von DriveNow geöffnet und mir den nächsten Service-Punkt in der City gesucht, um mein Anliegen Face-to-Face klären zu können.

Mir wurde die BMW-Filiale in der 1,5 km entfernten Uhlandstrasse angeboten. Ok, die Sonne schien und ich hatte Zeit, ein wenig Fussmarsch für ein herrliches Cabrio sollte doch drin sein, oder?

In der BMW Filiale angekommen sprach ich einen Mitarbeiter an, der hinter DriveNow Flyern an einem Tresen sass. Nein, Support für DriveNow gäbe es hier nicht, dafür ist die SixtSation zuständig.

Erstaunt bat ich um ein Telefon, um selber mit dem Support zu sprechen. 0180er Nummern rufe ich nämlich ungern von meinem iPhone aus an, wegen der Kosten und so.

Ja, ob denn die 10,- €-Stargebühr von meinem Konto abgebucht worden waren, fragte man mich, was ich mit einem klaren Ja erwiderte. Das ganze sei recht komplex, da eine andere Firma den Geldeinzug managen würde und es wohl bei meinem Konto zu Problemen kam.

Erstaunlich, aber nicht unlösbar, denn ich bot an, meine Kreditkarte zu hinterlegen um meine 45 Freiminuten nun endlich im Cabrio bei Sonnenschein verbringen zu dürfen.

Ja das würde nicht gehen, aus Datenschutzgründen und überhaupt, soll ich das doch bitte selber im Web hinterlegen. Erstaunt drückte ich dem BMW Mitarbeiter meine Kreditkarte und meinen Personalausweis in die Hand um die Kreditkarten-Daten  doch telefonisch zu hinterlegen, was ihm dann auch gelang.

Strike! Ich konnte nun endlich ein Cabrio buchen! Das nächste stand in der Budapester Strasse, also genau dort, wo ich gerade herkam. Egal, die Sonne schien und in 15 Minuten, der Zeit, in der ein Fahrzeug reserviert bleibt, sollte ich die 1,5 km wohl schaffen.

Nach 11 Minuten war ich dort, ein Cabriolet auch, aber nicht meins, denn das Kennzeichen war ein Anderes und es ließ sich auch nicht öffnen. Ich fragte die Mitarbeiter des nahen Parkhauses, die die DriveNow Fahrzeuge reinigten, um rat. Sie wussten aber auch nicht weiter, wo mein Cabrio versteckt war. So schickten sie mich in die SixtStation, welche keine 500 Meter entfernt war.

Dort sprach ich dann kurz vor Ablauf der Reservierungszeit vor, und man machte mir uneindeutig klar, dass man für nicht auffindbare Fahrzeuge nicht zuständig sei.

Nun gut, ich konnte die Karre das Cabrio ja noch kostenlos stornieren und mir ein weiteres  suchen. Das nächste stand in der Jebenstrasse, keine 800 Meter entfernt. Die Sonne schien und die Laune war weiterhin gut, also nix wie hin zur Jebenstrasse. Touristisch nicht gerade der Knaller, aber sollte es wieder nicht hin hauen funktionieren, dann könnte ich wenigstens schnell in die S-Bahn.

Nach weniger als zehn Minuten erreichte ich das kleine schwarze Cabrio. Schmuck stand es da, Kennzeichen stimmte, keine Parkrämpler oder andere Schäden. Nun nur noch meinen Führerschein an den Sensor hinter der Winschutzscheibe halten und losfahren! Ein Traum!

Aus dem ich nass geschwitzt erwachte, denn es passierte nichts. Keine grüne LED, kein öffnen der Türen. Immer wieder wischte ich meine Pappe den Führerschein übers Frontglas. Nix, nada, njente.

Aber da stand ja eine kostenfreie 0800-Nummer unter dem Sensor. Gleich mal durchklingeln. Nach gefühlten Jahren in der Warteschleife, mit sehr guter moderner Musik,  erhielt ich endlich eine Audienz beim DriveNow-Support. Ja ich kann ihnen den Wagen schon öffnen und sie können dann losfahren, wenn sie ihn dann aber wieder abstellen wollen, müssten sie noch einmal hier anrufen, was ich dankend ablehnte und mich in die S-Bahn verkrümelte.

Einzelfall oder ständiges CarSharing-Leid? Wie ist es Dir ergangen? Hab ich einfach nur mal Pech gehabt? Geht das bei den anderen Wettbewerbern besser? Freu mich über Kommentare!