St. Ulrich -> Klausen -> Bolzano -> Kastelruth

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oder »Königsetappe gleich mal am 1. Tag«


Die Anreise gestern nach St. Ulrich war bequem und stressfrei. Nach einer entspannten Nacht auf 1.209 Meter über normal Null, hatten wir ein herrliches Frühstück in der Sonne auf unsere Terrasse des riesigen Hauses. Leckerste Brötchen vom lokalen Bäcker brachten uns freudig in den Tag.

Erstmal ging es gefühlte Ewigkeiten den Berg herunter. Suboptimal zum warm fahren. Dann aber machte der Track von Dirk einen Rechtsknick und es ging ordentlich steil den Berg hinauf. Die Sonne brannte auf den Pelz und die komplette Gäng war bereits uneinholbar entflogen. Also kein Grund für mich, auf die Tube zu drücken.

Oben warteten alle brav auf mich. Ich wolle jedoch nicht pausieren, denn ich freute mich bereits auf den kühlenden Wind in der Abfahrt.

Landschaftlich ging es recht spektakulär weiter. Dirk hatte sich bei der Streckenplanung bei der Datenbank von quälDich.de bedient. Dabei sind sehr verkehrsarme Wege heraus gekommen, die man sicher ohne entsprechende Technologie nie gefunden hätte.

Besonders bemerkenswert empfand ich die Abfahrt herunter nach Bolzano, die teilweise so steil war, dass einige Mitfahrer ihren geliebten Renner lieber schieben wollten, als damit kopfüber bei 36,8% Gefälle, den Berg herunter zu fallen. Das Abfahren herunter nach Bozen war dadurch natürlich eine gewisse Nervenprobe.

Unten im Tal dann die verdiente Einkehr bei Apfelstrudel, Vanille-Eis und Eiskaffee im Zentrum von Bolzano. Lecker!

Nun wurde diskutiert, wie nach Hause gefahren werden sollte. Eigentlich wollten wir noch eine Nase fahren. Ein Extra an rund neunhundert Höhenmetern. Ich war unentschlossen. Als die Bande sich entschloss am Supermarkt erneut die Flaschen zu füllen, verabschiedete ich mich und plante eigentlich die Nase nicht zu fahren. Es lief allerdings im Tal so gut, dass ich mich kurzfristig entschloss, den Pass doch zu fahren. Ich erwartete, zügig kassiert zu werden, was aber ausblieb. Was jedoch nicht ausblieb, war die beißende Hitze ohne kühlende Brise. Auch flache Passagen waren in der ewigen Steigung Fehlanzeige. Ein richtig heftiger Brocken lag vor mir, der nicht enden wollte.

Meine Laune sank gegen null. Ich war dehydriert und ohne Kohlenhydrat-Versorgung. Eigentlich lagen nur rund vierzig Kilometer vor mir. Bergauf mit 10 km/h bedeutete dies rein rechnerisch vier Stunden netto Fahrzeit. Radfahren machte mir nun keine Freude mehr. Ich ärgerte mich, dass ich die extra Nase mitgenommen hatte. Flasche leer und Krämpfe. Die verbleibende Kilometer wurden zur Qual. Glücklicherweise war ich alleine und konnte meine schlechte Laune ohne Behinderung in den Berg hinein schreien.

Überglücklich und mega-grau erreichte ich die Home-Base in St. Ulrich. Erstaunt stellte ich fest, dass nur Thilo, der die Nase nicht gefahren war, bereits angekommen war. Der Rest trudelte erst rund 45 Minuten nach mir ein. Sie hatten länger pausiert. Nun schnell duschen und Nudeln fassen.

Mal schauen ob wir morgen anständiges Wetter für die Sella Ronda haben…


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