Harz-Tour 2012 – Tag 2

oder »Heute mal mein echter Rennrad-Blues«


Die ganze Nacht prasselte der Regen auf unsere Fensterbank und auch beim Brötchen holen nach dem Aufstehen wurden wir ordentlich eingeregnet. Suboptimale Bedingungen für einen schönen Tag auf unseren Rennern.

Uns blieb nicht anderes übrig, als ausgiebig zu Frühstücken und auf Regenlöcher bzw. ein abziehendes Regengebiet auf dem Regenradar zu hoffen. Um 12 Uhr war es dann endlich soweit und wir machten uns bei fast wolkenlosem Himmel und Sonnenschein auf die geplante Königsetappe.

Die Straßen waren zwar noch nass aber es rollte trotzdem gut rein nach Braunlage. Nun verdunkelte sich der Himmel vor uns im Minutentakt und es begann erst leicht zu tröpfeln. In der schnellen Abfahrt setzte dann Starkregen ein. Die auf das Gesicht prasselnden großen Regentropfen schmerzten und die Rad-Brille wurde undurchsichtig und zum Risikofaktor. Unten, am Beginn des Anstiegs hoch nach Sankt Andreasberg, beratschlagten wir erst einmal, wie heute gefahren werden sollte. Kürzer war klar, nur wie kurz war die Frage. Ein guter Kompromiss wurde gefunden, der allen sieben Mann zusagte und weiter ging es in den 4 km langen Anstieg.

Meine Beine und Puls waren in Ordnung, nur mein Kopf hatte ein großes Motivationsproblem. Ich wollte mich einfach nicht quälen und ließ die Bande ziehen. Auch Musik fehlte mir, bedingt durch vergessen Kopfhörer, heute auf den Ohren. Das komplett durchnässte Rennradfahrer-Outfit tat sein übriges.

Meine Laune und der damit verbunden Spass am Radfahren sank auf den 0-Punkt. Ich überlegte ständig, ob denn diese Maschine unter mir wirklich mein Sportgerät war und was das alles hier denn soll. Wo war meine Freude am Radfahren geblieben? Habe ich es übertrieben? Bin ich in den letzen Wochen und Monaten einfach zu viel gefahren, oder lag es nur an den widrigen äußeren Bedingungen?

Auch die letze HC nach Hohengeiß konnte mich nicht mehr zu Höchstleistung anspornen. Alles geben? Heute nicht! Als Benneckenstein passiert war und es runter nach Tanne ging, war ich heil froh, dass der Tag auf dem Renner abgehackt war. Solch eine Tour bei Ø-lich 12°C im Hochsommer. Unvorstellbar und hoffentlich nicht noch einmal.

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