ERT 2018: Belgien 4. Etappe

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Maubeuge – Roubaix


Heute stand eine ganz besondere Etappe auf dem Programm: Es sollte auf traditionsbehafteten Kopfsteinpflaster-Passagen nach Roubaix gehen! Johannes, unser Strecken-Pabst, hatte keine Mühe gescheut und genau die Segmente aus dem Frühjahres-Klassiker Paris–Roubaix eingebaut, welche die Profis sonst auch unter die Räder nehmen.

Bis zum Buffet war aber erstmal toller Asphalt, der für erstklassigen Vortrieb sorgte. Es ging durch viele kleinen französische Ortschaften und unzählige Kreisverkehre, die meine volle Aufmerksamkeit erforderten. Einmal hätte es fast gescheppert, denn in einem Mini-Kreisverkehr, den ich für eine normale Kreuzung hielt, kam ein Auto von Links, welchem ich nur durch eine Vollbremsung ausweichen konnte. Glück gehabt und Ermahnung an mich selbst, zu mehr Konzentration im Verkehr.

Das Buffet war heute genau an der Einfahrt zum Wald von Arenberg, welcher einen tollen Blick auf das brutale Pflaster bot.

Nach diesem Sektor warteten insgesamt 9 Kilometer feinstes gröbstes Kopfsteinpflaster auf uns, immer wieder schön, schon im Vorfeld, von Johannes auf dem Garmin-Track warnend gekennzeichnet. Ich versuchte rechts oder links des Pflasters zu fahren, was aber in vielen Situationen nicht gelang. Brutalst, was die Profis da aushalten müssen!

Ich kam auch an der Stelle vorbei, an welcher der Froom vor 10 Tage in eine Hecke abgeflogen war. Unglaublich, wie man da so über das Pflaster hinwegbolzen kann!

Irgendwann war dann das Pflaster erledigt. Richtig unglücklich war ich darüber nicht. Nun gab es nur noch Gegenwind nach Roubaix.

Aber auch der wurde bewältigt und mehr als zufrieden erreichte ich diese Pilgerstätte des Radsports.

Der Strecken-Pabst hatte den Track so gelegt, daß wir im vélodrome de Roubaix, in welcher die letzte Runde des Rennens gefahren wird, auch einmal entlang fahren konnten.

Ein bewegender Moment, das Oval zu umrunden!

Jetzt nur noch 4 Kilometer zum Hotel-BB am Bahnhof und auch dieser tolle unvergessliche Tag auf dem Rad geht zu Ende!

Hammer! Was soll jetzt noch kommen?

 

ERT 2018: Belgien 3. Etappe

Lesezeit: 2 Minuten

Namur – Maubeuge


Nach dem leckeren und erneut sehr umfangreichen Frühstück ging es heute auf die lange Strecke, die mit 178 km annonciert war. Überschaubare 2.000 Höhenmeter waren inklusive. Mein Plan war, wieder alleine zu fahren. Ein willkommene Abwechslung zum Truppen-Trubel. Die ersten Kilometer fuhr ich dann doch mit Marc, Johannes und Ulrich entlang der Maas.

Herrliche Postkarten-Motive boten sich uns links und rechts des Flusses. Die Idylle währte aber nicht lange, denn plötzlich ging es abrupt links von der Hauptstrasse ab, einen extrem fiesen Kanten hoch, der meine Lunge brennen ließ. Gedanken kreisten, wie lange das wohl noch so gehen mag und warum die Belgier hier Straßen bauen. Oben dann die Auflösung: hier wohnen Menschen mit Häusern und Autos.

Der Anschwitz-Teil war nun definitiv abgehakt. Weiter ging es durch satt-grüne Wälder. Sehr abgeschiedene Sektoren. Hier und da ein paar Wanderer oder heranwachsende Pfadfinder, die wohl in Ferienlagern stationiert waren,  ansonsten könnte man sich auch wie in der kanadischen Wildnis fühlen. Und das mitten in Europa! Hammer!

Es blieb wellig. Eigentlich ging es immer hoch oder runter. Einfach mal Rollern geht hier partout nicht. Dafür muss ich wohl zurück nach Brandenburg.

Irgendwann überkam mich dann der Kohldampf und ich gönnte mir ein Kirsch-Tarte (Tarte de Cassis) und eine Cola-Zero in einem sehr kleinen Ort in einer Patisserie. Herrlich lecker.

Nun überholten mich andere Gruppen, die aber später wieder eingeholt wurden. Immer noch verspürte ich keine Lust auf Gruppen-Fahrt.

Die Hitze machte mir nun sehr zu schaffen und bei über 36°C war ich froh die Schatten spendenden Bäume um mich zu haben. Apropos »Infrastruktur«: die Belgier haben hier perfekt asphaltierte Radwege durch den Wald gelegt, die mein Radler-Herz extrem erfreuten.

Irgendwann wurde es dann richtig zäh und ich glotzte immer wieder auf den Garmin, wann denn endlich das Ziel erreicht sein würde. Bei verbleibenden 25 Kilometern grübelte ich, ob eine finale Pause einlegen sollte, verwarf den Plan aber und zog durch.

Zufrieden aber ziemlich fertig erreichte ich unser Ibis, ging Wasser und Gummi-Tierchen kaufen und freute mich auf unser Abendessen in einer nahen Pizzeria.

Morgen dann jede Menge Kopfsteinpflaster auf dem Weg nach Roubaix.

ERT 2018: Belgien 2. Etappe

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Lüttich – Namur


Nach dem doch recht anstrengenden gestrigen Tag, freute ich mich heute über eine relativ flache und kurze Etappe. Abfahrt war deshalb auch erst um 10 Uhr. So entspannten wir noch ein wenig nach dem frühen Frühstück um 6.30 Uhr.

Um 10 ging es dann aber wirklich los, raus aus Lüttich. Ziemlich industriell, aber deshalb nicht weniger interessant.

Irgendwann war dann der Radweg an der Maas erreicht, der uns für viele Kilometer nach Westen, vorbei an den gigantisch wirkenden Kühltürmen des AKW Tihange . Dann, nach knapp xx Kilometern, war Huy erreicht, dem Zielort des Eintages-Rad-Rennens Flèche Wallonne.

In diesem beschaulichen Örtchen hat Johannes noch einige Nase in die Strecke eingearbeitet, die sich streng an den Rampen orientierten, welche die Profis ebenfalls absolvieren müssen. Puh. Unter anderem die 19% steile Wand von Huy. Teilweise dachte ich echt ans schieben, so steil war das Ding!

Oben gab es dann Buffet und nach einer zwei Nutella-Stullen, sah die Welt schon wieder anders aus. Zum „grau-sein“ war es auch noch viel zu früh, denn zwei Cols mussten noch genommen werden, bevor links vom Radweg abgebogen wurde und im Getümmel der Stadt Namur nochmal hohe Konzentration gefordert war, um unser heutiges Casino-Hotel ohne Zwischenfälle zu erreichen.

Ziemlich im Eimer, bedingt durch die Hitze und die Rampen bezog ich unser große Zimmer, mit Blick auf die Maas, aber auch die Bundesstrasse N92. Ach wenn doch dieser motorisierte Verkehr nicht wäre!

Morgen dann wieder etwas länger…