ERT 2018: Breisgau 5. Tag

zum Lingekopf/Hohrodberg


Die lange Tour war mit 165 km für mich heute eindeutig zu lang. 118 km auf der Mittleren erschienen, in Anbetracht der Temperaturen bei knapp unter 40°C und der doch recht vielen Kilometern in den vergangenen Tagen, als valider Fahr-Plan für die Schluss-Etappe.

Um 8:30 Uhr ging es wieder alleine auf die Strecke. Radsport ist ja per se kein Mannschafts-Sport und so passte das ganz gut.

Auf gewohnter Strecke ging es über den Rhein nach Frankreich und durch Neuf-Brisach. Irgendwann sammelte ich dann doch den Ulrich ein, der seiner Gruppe überdrüssig war und sich über meinen Windschatten freute. Gerne geschehen!

Hinter Colmar, als die ersten Hügel in Sichtweite waren, verabschiedete sich Ulrich und  es ging noch einige Kilometer auf der Route de Gunsbach, bevor der Navi-Pfeil nach rechts lotste.

Vor mir lag ein relativ steiler Asphaltstreifen und ein Hinweisschild mit Beschreibung der kommenden knapp 10 km. Aus Angst/Respekt vesperte ich noch ein Energy-Gel, bevor es in den Anstieg Hohrodberg ging. Klasse gemachte Serpentinen wanden sich den Berg hinauf – natürlich in der Mittagshitze. Gut daß genügend zu trinken an Bord war und so erreichte ich zwar nicht in rekordverdächtiger Zeit, aber relativ lebendig das Buffet, welches an der Kreuzung zum Gipfel lag. Nun noch schnell dort hoch!

Leider eine Enttäuschung, denn die Straße endete mit einem Militär-Museum für den 1. Weltkrieg. In diesem Gebiet waren mehr als 10.000 Soldaten gefallen.

An einem Hinweisschild hingen Jean-Claude-Junkers mahnende Worte:

»Wer an Europa zweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen. Dort kann man sehen, wozu das Nicht-Europa, das Gegeneinander der Völker, das Nicht-Miteinander-Wollen, das Nicht-Miteinander-Können, führen muss.«

Und dahinter direkt die Kreuze der gefallenen Soldaten. Irgendwie bedrückend, gerade in der heutigen Zeit, wo ich immer mehr beobachte, wie Europa zerfällt und weltpolitisch zerrieben wird.

Soldatenfriedhof

Darauf erstmal ne kalte Cola und ein paar Melonen-Scheiben, bevor es in die Abfahrt hinunter ging. Die verbleibenden 40 km waren dank des leichten Schiebewindes ein Klacks und auch die Bewässerungsanlagen entlang des Weges haben mit ihren Wasserfontänen auf die Straße zur temporären Abkühlung beigetragen.

Relativ früh erreichte ich die Home-base und nutzte die Zeit noch für einen REWE-Besuch.

Fazit: Das war also Jan-Ulrichs Trainingsrevier hautnah. Übernachtet, direkt am Jan-Ulrich Platz. Das Gästehaus Keller sein Ort zum Verweilen. Vergangene Zeit, wie man an allen Ecken und Enden merkt. Der Urlaub war dank der abwechslungsreichen Landschaft und der tollen, von Tom geplanten, Strecken trotzdem ein unvergessliches Erlebnis.

Sicher werde ich diese Region in Zukunft erneut besuchen. Vielleicht Bestimmt in einer anderen Konstellation, denn den Kandel, das Belchen, Schauinsland und die Route des Crêtes sind viel zu schön, um sie nicht noch einmal zu befahren!

Statistik des 14-tägigen Radurlaubs Belgien & Breisgau, von denen ich 12 Tage auf dem Rad verbracht habe:

  • 1.567,9 Gesamtkilometer 
  • 16.787 Höhenmeter

reicht…

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