ERT 2018: Taiwan Tour 5. Etappe

Kaohsiung – Hengchun (South Beach)


Leider klingelte mein iPad-Wecker nicht und ich wurde erst um 7.28 Uhr wach. Zum Glück noch genügend Zeit für ein schnelles Frühstück und dem gewohnten Ritual des Sachen-Packens und Rad-Klamotten-Überstreifens. Die Bande wollte gemeinsam los. Herbert hatte erstmal noch mit seinem Hinterrad zu tun und so entschloss ich mich zu einem erneute Solo-Ritt. Mein Plan war, früher oder später noch auf den Ein oder Anderen Zug aufzuspringen und, sofern es lief, mit der sportlichen Gruppe mitzurollen.

Der Track beziehungsweise die Kulisse war wenig abwechslungsreich: Industrie und Reisfelder, dann wieder Kraftwerke, Raffinerien und Beton-Hochstraßen. Zum Gucken gab es aber immer was, und so wurde das Kilometerfressen auch selten langweilig. Irgendwann verspürte ich dann den Drang nach einer kalten Ovomaltine und meinem beliebten gefüllten Brötchen und so machte ich Rast an einem 7-Eleven. Just in dem Moment an dem ich mich auf die Treppenstufen vor dem Geschäft gesetzt hatte, preschte der Zug vorbei. Zu spät für mich um Aufzusatteln und mit zu trainieren. Egal. Die Sicht wurde nun schlechter. Ich versuchte herauszufinden ob das Smog oder Morgennebel war. Das Kratzen im Hals sagte mir: Smog. Weiter fahren musste ich trotzdem und so hoffte ich, dass je näher ich dem Meer kommen würde, sich die Luft bessern würde. So kam es dann zum Glück auch und an unserem herrlich ausgesuchten Pausenort gab es neben dem Meeresrauschen, einem erstklassigen Buffet und gut gelaunten Mitradlern auch einen fast wolkenlosen blauen Himmel. Ein Traum!

Nun fuhr ich eine flotte Passage mit Herbert um uns die Instant-Nudeln und die Cola zu verdienen. Nach der erneuten Vesper machte sich Herbert noch auf die lange, hügligere Runde und ich blieb auf der Küstenstraße um weiter dort zu »coasten«

Ich war in meinem Element und hatte beste Laune: mehr Spaß kann mir Radfahren kaum machen: leichter Schiebewind, rechts der rauschende Pazifik, Randstreifen mit super Asphalt, alle Minute mal ein Auto, 29°C und tolle Musik auf den Ohren. Ach, was brauch ich mehr?

Dann ging es nochmal kurz ins Landesinnere und eine Flussbett mit einer fehlenden Brücke musste passiert werden. Zum Glück war kein Wasser im Flussbett!

Nun waren es noch knapp 10 km zum South-Beach, unserem heutigen Tagesziel.

Unzählige Go-Cart Bahnen wurden passiert. Wer fährt da denn so?

Nun noch einmal den Berg runter und unsere schöne Bucht lag vor uns. Hier lässt sich auf jeden Fall der Ruhetag genießen! Als Spitzname kam mir gleich Little-Hawaii in den Sinn, obwohl diese Insel einige tausend Kilometer osttwärts liegt. Aber zumindest der Ozean ist der Gleiche. Sehr zufrieden bezog ich unser geräumiges, modernes und komfortables Zimmer im Bed & Breakfast mit Meerblick. Hier kann ich bleiben!

 

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